Tests

Multiroom-Sound von Bose: Soundbar 500 & Portable Home Speaker im Test



2
Zugeordnete Tags Audio | Lautsprecher | Kopfhörer
Bereiche

Bewertung
Lässt wenig Wünsche offen
4

 Pro

  • Unaufdringlicher, guter Sound
  • Unkomplizierte Bedienung
  • Sprachassistent funktioniert bei allen Testgeräten gut
  • Produkte funktionieren gut miteinander
  • Attraktives, unauffälliges Design

 Contra

  • Portable Home Speaker ohne Freisprechfunktion
  • Könnte schneller aufladen

Multiroom-Sound-Systeme sind praktisch. Zum Beispiel, um mal eben mehrere Speaker zusammenzuschließen und dann wieder getrennt voneinander zu nutzen. Und dann auch noch mit Sprachassistent? – Perfekt. Aber Bose? Der erste Gedanke ist: „No highs, no lows, must be Bose“. Klar, jeder, der sich intensiver mit Audio beschäftigt, kennt diesen Spruch. Aber bereits bei meinem letzten Test eines Bose-Geräts wurde ich eines Besseren belehrt. War das nur eine löbliche Ausnahme?

Um das herauszufinden und zu sehen, wie gut das neue System von Bose funktioniert, stehen nun die Soundbar 500 und der Portable Home Speaker bei mir. Wer möchte, kann diese Produkte aber auch erweitern: Eine Ladeschale ermöglicht das leichte Aufladen des Portable Home Speakers, während ihr die Soundbar mit kleinen Surround-Lautsprechern und einem Subwoofer – natürlich alles bis auf den Strom kabellos – in ein kleines Heimkino verwandelt. Zusätzlich wurden mir die Noise Cancelling Headphones 700 zur Verfügung gestellt, die sich scheinbar gut mit dem Multiroom-System verstehen. Auf letztere gehe ich in diesem Test lediglich in Hinblick auf die Einbindung in das Multiroom-System ein – die Kopfhörer haben einen eigenen Bericht verdient.

Unboxing & Lieferumfang

Durchdacht & attraktiv – das neue Bose?

Schlicht und anders – die neue Designsprache bei Bose.
Die wichtigsten Infos zusammengefasst. Der Karton besteht aus zwei Hälften die mit diesem Aufkleber zusammen halten. Einfach an der Lasche ziehen und er gibt nach. Ohne Messer oder Schere.
Gut geschützt kommt der Bose Portable Home Speaker daher - darunter das Zubehör.
Die Bose Soundbar 500
Leider geht hier ohne Messer oder Schere gar nichts.
Das wichtigste Zubehör.
Schlicht und anders – die neue Designsprache bei Bose.

Bose Portable Home Speaker

Starten wir mit dem kleinen Portable Home Speaker. Der vollständig anthrazitfarbene Karton hat kleine Aufkleber, auf denen das Produkt sowie die Spezifikationen abgebildet sind. Das sticht aus dem Einerlei der weißen Kartons mit ganzflächigem Aufdruck heraus und wirkt umweltfreundlicher. Zwei Aufkleber halten den zweigeteilten Karton zusammen – per Sollbruchstelle ist dieser ohne Schere schnell geöffnet. Dann nur noch am oberen Ende festhalten und der Lautsprecher lächelt mich, in einer Stofftüte geschützt, an. Darunter befindet sich die Anleitung, ein USB-C-Ladekabel und das USB-C-Netzteil.

Bose Soundbar 500

Auf Anhieb lässt sich erkennen, dass Soundbar 500 und Portable Home Speaker zusammen gehören. Das Design ist ähnlich, nur ist die Box naturgemäß viel größer. Passgenau geschnittenes Styropor schützt den Speaker vor Schäden. Darunter befindet sich schön ordentlich angeordnet das Zubehör. Erleichtert erblicke ich eine kleine Fernbedienung samt Batterien. Überrascht bin ich von dem Einmessmikrofon, welches die Form eines Kopfhörers einnimmt. Das Netzteil erinnert in seiner Form an ältere Notebook- oder Drucker-Netzteile. Abgerundet wird das Paket durch ein HDMI- und ein TOSLINK-Kabel.

Design & Anschlüsse

Schlicht & elegant: Das Design kann sich sehen lassen

Passt mit dem minimalistischen Design in jede Wohnung: Der Portable Home Speaker.
Die Soundbar fällt durch ein sehr schlichtes Design und dezente LEDs auf. Wer schon einmal beim Filmeschauen von den Status-LEDs geblendet wurde, weiß das zu schätzen.
Die Anschlüsse derSounbar liegen auf der Rückseite.
Für die Wandmontage benötigt ihr das optionale Montagekit und müsst diese Gummifüße abziehen.
Passt mit dem minimalistischen Design in jede Wohnung: Der Portable Home Speaker.

Bose Portable Home Speaker

Der runde Speaker – er ist 19,15 Zentimeter hoch und hat an seiner breitesten Stelle einen Durchmesser von 10,4 Zentimetern – überzeugt mit seiner soliden Konstruktion und dem niedrigen Gewicht von 1,06 Kilogramm. Zum Vergleich, der Libratone Zipp 2 liegt bei 1,5 Kilogramm und der Marshall Kilburn II sogar bei 2,5 Kilogramm. Aufgrund seiner Rundung an der Unterseite ist der Speaker aber leider nicht so standfest, wie ich es gerne hätte. Gerade auf weichem Untergrund neigt er zum Umkippen.

Neben der vollständig schwarzen Variante gibt es eine graue Version. Die obere Hälfte ist dann aus einem matten, leicht rauen Plastik gefertigt. Ein kleines Bose-Logo zeigt, wo vorne ist. Die Oberseite beherbergt das aus Gummi gefertigte Bedienfeld, einen Kreis aus Status-LEDs und die Mikrofone für den Sprachassistenten. Ein „Seil“ dient dem einfachen Transport. Die untere Hälfte, aus dem der Sound aus vielen kleinen Löchern kommt, ist aus Metall und wirkt von der Beschaffenheit her fast wie ein MacBook, nur mit etwas rauerer Oberflächenbehandlung.

Auf der Rückseite finde ich in Bodennähe ein USB-C-Port zum Aufladen. Dank der Platzierung sieht man diesen in der Regel kaum, das erschwert aber auch ein wenig das Einstecken. Außerdem ist der Platz um den Stecker knapp bemessen, sodass nicht jedes Kabel passen wird. Weitere Anschlüsse besitzt der Speaker nicht. Die Unterseite ist großzügig gummiert, damit der Speaker nicht vom Tisch rutscht. CE-Zeichen und Co. sind auf die Gummierung gedruckt, was für einen sehr cleanen Look sorgt. In der Mitte wurden die goldenen Ladekontakte positioniert, um mit der optionalen Ladeschale kompatibel zu sein.

Der Lautsprecher, der wie ein vergrößerter Revolve+ wirkt, ähnelt in seinem Aufbau auch dem zuvor von mir getesteten Libratone Zipp 2. Dieser ist allerdings größer. Der Tieftöner strahlt nach unten, ganze drei Passivradiatoren umrunden ihn, um bei der Basswiedergabe unterstützend mitzuwirken. Irgendwo darüber befindet sich der Hochtöner, der ebenfalls nach unten strahlt und dann zur Seite umgelenkt wird. Das funktioniert hervorragend – besser sogar als beim Libratone, denn nun ist es wirklich gleich, in welche Richtung der Speaker gedreht wurde.

Soundbar 500

Die Soundbar 500 ist erstaunlich kompakt und sehr flach. Damit passt sie perfekt vor den Fernseher, ohne dessen Bild oder Infrarot-Empfänger zu verdecken. Zwei große, eher mittig platzierte Gummifüße sorgen für den nötigen Grip. Dadurch passt sie perfekt auf den Standfuß meines Fernsehers – genial! Für bessere Akustik empfiehlt Bose aber, dass die Soundbar mit der Vorderkante meines Lowboards abschließt. Möchtet ihr den Speaker hängend an der Wand montieren, bietet Bose aber auch dafür die passende Halterung an. Dafür müsst ihr dann die Gummifüße an der Unterseite abziehen.

Die Front wird von einem Metallgitter dominiert, welches auch die Seiten abdeckt. Zwischen Metallgitter und der mattschwarzen Oberseite ist ein kleiner Spalt, in dem Bose ein paar LEDs versteckt. Diese leuchten angenehm dezent und zeigen zum Beispiel das Verändern der Lautstärke oder den Privatsphären-Modus des Sprachassistenten an. An der Oberseite ist in der Mitte das Bose-Logo, links zwei Touch-Tasten.

Die Anschlüsse befinden sich in der Mitte der Rückseite: Ein HDMI-Eingang, der optische Eingang und ein Ethernet-Port. Zudem finde ich einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker für den Anschluss eines Subwoofers und den Eingang für das Einmessmikrofon. Zuletzt noch der Stromanschluss. Da alle Anschlüsse nach innen versetzt sind und der HDMI-Eingang auch noch in die Mitte gerichtet ist, können die nötigen Verbindungen problemlos in einem Kabelkanal untergebracht werden. An der rechten Seite ist ein Bassreflexrohr.

Unter der Haube werkeln fünf Breitband-Lautsprecher, die mit ihrer länglichen Form das Maximum aus dem zur Verfügung stehenden Platz heraus holen. Drei dienen in der Mitte als Center, während zwei für mehr Räumlichkeit seitwärts gerichtet sind.

Bedienung

Größtenteils intuitiv & auf das Wesentliche fokussiert

Alle Bedienelemente auf einem Blick.
So stelle ich auf ungefähr halbe Lautstärke.
Die rote Lampe sagt mir, dass Alexa nicht zuhört. Und drücke ich die Taste rechts unten, kann ich einen Sprachbefehl geben.
Genauso funktioniert es mit der Soundbar 500.
Alle Bedienelemente auf einem Blick.

Portable Home Speaker

Glücklicherweise ignoriert Bose den Touch-Hype und setzt beim Portable Home Speaker auf physikalische Tasten. Für eine moderne Optik sowie, um den Speaker vor Spritzwasser zu schützen, bedeckt eine Gummimatte die einzelnen Tasten. Das Ergebnis: Angenehme Haptik, denn man spürt richtig, wenn eine Taste erfolgreich gedrückt wurde. Kleine Erhöhungen und Einkerbungen helfen bei der Bedienung – ideal, wenn der Speaker auf dem Nachttisch neben einem steht.

Neben Power- und Bluetooth-Taste finde ich die Lautstärkesteuerung, Play/Pause sowie Tasten, um den Sprachassistenten aufzurufen oder die Mikrofone zu deaktivieren.

Apropos Mikrofon: Warum funktioniert der smarte Speaker nicht als Freisprecheinrichtung? Die nötige Hardware ist ja vorhanden. Dafür funktioniert die Anpassung der Lautstärke angenehm feinfühlig, nur an einem Punkt merke ich einen unnötig großen Sprung.

Ringsum der Bedienelemente befindet sich eine Reihe LEDs, die je nach aktueller Funktion in verschiedenen Farben leuchten können. Zum Beispiel ein blaues Pulsieren oben und unten, um mir zu sagen, dass er auf Bluetooth-Verbindungen wartet.

Spotify ist in die App integriert, sodass ich den Dienst auch mit Spotify Free nutzen kann. Leider fehlt die Suchfunktion. Eine Bubble in der App zeigt stets den aktuellen Akkustand an. Dahinter verstecken sich zudem sämtliche Optionen zum Lautsprecher, ob Standby, allgemeine Settings und Klangeinstellungen (Bass und Höhen) oder die Gruppierung von Speakern.

Soundbar 500

Bei modernen Fernsehern werden die meisten nötigen Steuersignale per HDMI übertragen, ob Lautstärke oder Standby. Damit ist die mitgelieferte Fernbedienung je nach Anwendungsfall unnötig.

Trotzdem gibt euch diese die meiste Kontrolle. Dank Gummierung fühlt sie sich gut an, hochwertiger zum Beispiel als die Fernbedienung der Yamaha MusicCast Bar 400. Das runde Design an der Rückseite liegt gut in der Hand. Wie beim Portable Home Speaker sind die Steuerelemente eine durchgehende Oberfläche, bei denen abwechselnd einzelne Tasten eingedrückt sind. So lernt ihr, auch ohne hinzusehen, schnell, wo alle Tasten sind. Neben Lautstärke, Play/Pause, vor und zurück sind hier vor allem die Eingangswahl und sechs Schnellwahltasten platziert. Die benötigten AAA-Batterien sind im Lieferumfang enthalten.

Mit der rechten Taste an der Soundbar 500 aktiviert ihr Alexa oder Google Assistant – wobei ersteres jederzeit funktioniert, auch wenn die Soundbar im Standby ist und ihr weit entfernt seid. Die Lautstärke per Alexa verstellen ist zum Beispiel sehr bequem. Ist euch Privatsphäre wichtiger, deaktiviert ihr links an der Soundbar das Mikrofon. Eine dezente rote LED leuchtet dann dauerhaft in dem Spalt unter der Taste.

Der Soundbar-Bereich der App ist fast identisch zum Portable Home Speaker, lediglich unter den Klangeinstellungen habt ihr mehr Möglichkeiten. Hier startet ihr die Audio-Einmessung, aktiviert den Dialog-Modus, um Sprache besser zu hören, oder legt fest, wie viel Ton aus dem Center-Kanal kommen soll. Zudem lässt sich hier einstellen, ob bei der Gruppierung die Synchronität zum Fernseher oder zu den anderen Lautsprechern wichtiger ist. Wenn das Fernsehbild zu spät kommt, könnt ihr das mit der App ausgleichen.

Multiroom-System

So gut kommunizieren die Geräte miteinander

Verbindung zwischen Soundbar und Speaker wird etabliert.
Nun sind beide Geräte verbunden. Den Kopfhörer kann ich nun nicht hinzufügen.
Nützliche Anleitungen helfen, wenn ihr etwas an den Geräten machen sollt. Hier habe ich erstmals versucht, die Soundbar mit dem Kopfhörer zu verbinden.
Bereit zur Bluetooth-Verbindung.
Verbindung zwischen Soundbar und Speaker wird etabliert.

Das Versprechen eines Multiroom-Systems ist es, Musik überall hin mitzunehmen. Die Gruppierungsmöglichkeiten in der App funktionieren demnach auch einfach und zuverlässig – unter der Voraussetzung, dass der ursprüngliche Quelllautsprecher nicht getrennt wird. Von einem auf den nächsten wechseln funktioniert nicht. Ihr könnt maximal den Quelllautsprecher stumm schalten. Außerdem klappt nicht jede Kombination gleich gut.

Soundbar 500 & Noise Cancelling Headphones 700

Hervorragend funktioniert die Verbindung zwischen Soundbar 500 und Noise Cancelling Headphones 700. In der App wähle ich die Soundbar an und sage, sie soll sich mit einem weiteren mit der App verknüpften Gerät gruppieren. Dort wähle ich dann die Kopfhörer aus. Nach wenigen Sekunden erkennt die Soundbar die Headphones und der Ton wird lippensynchron ausgegeben. Die Lautstärkesteuerung geschieht getrennt voneinander, entweder direkt am Kopfhörer, per Fernbedienung der Soundbar oder für beide Geräte in der App.

Der Vorteil: Möchtet ihr selber auf hoher Lautstärke hören, stört ihr niemand anderen. Die Anwendungsfälle sind vielfältig. Was, wenn mich meine Familie mit dem irrelevanten Gerede während des Formel-1-Rennens stört oder ich einfach viel intensiver im Film stecken möchte? Oder es wird während der kinoreifen Aufführung von 6 Underground zu spät, ich möchte weiter gucken, lege aber Wert auf gute Nachbarschaft? Für mich ist der größte Nutzen beim Erledigen des Haushalts – so kann ich beim Staubsaugen oder Abwasch weiter der Talk-Runde zuhören. Überhaupt, dank Noise Cancelling ist das ein Traum.

Mehr zu den Bose Headphones 700 erfahrt ihr in meinem gesonderten Bericht über die Over-Ear Kopfhörer.

Soundbar 500 & Portable Home Speaker

Und was, wenn ihr beim Verlassen des Wohnzimmers keine Kopfhörer tragen wollt? Dann koppelt ihr die Soundbar 500 mit den Portable Home Speakern. Aber Achtung: Ihr habt nun in den Einstellungen die Option, entweder lippensynchronen Ton bei der Soundbar zu erhalten – dann läuft der zweite Lautsprecher mit etwas Verzögerung, oder die Lautsprecher gleichzeitig spielen zu lassen – allerdings mit Verzögerung zum Fernsehbild. So ist eine Erweiterung in ein Makeshift Stereo- oder Surround-Set ausgeschlossen. Möchtet ihr Surround und sattere Bässe haben, werdet ihr zu den dafür vorgesehenen Lautsprechern greifen müssen.

Portable Home Speaker & Noise Cancelling Headphones 700

Bleibt noch die Kombination zwischen Portable Home Speaker und Headphones 700, denn mehr als zwei Geräte lassen sich nicht miteinander verbinden. Es funktioniert und spielt gleichzeitig ab, allerdings nicht ganz synchron mit der Quelle – das liegt aber eher an der nicht verzögerungsfreien Verbindung zum Portable Home Speaker.

Eierlegende Wollmilchsau – Bose Noise Cancelling Headphones 700 im Test

Quellen

Anschlussfreudige Geräte

Schneller Zugriff auf alle Geräte und Musikdienste.
Schneller Zugriff auf alle Geräte und Musikdienste.

Soundbar 500 & Portable Home Speaker

Von Spotify bis Amazon Music – die Bandbreite der von der Soundbar 500 und dem Portable Home Speaker unterstützten Dienste ist ziemlich groß. YouTube Music fehlt derzeit, was aber vermutlich eher an Google liegt – bis auf Google Home und Sonos scheint niemand Zugriff auf den Dienst zu haben.

Nebenbei unterstützt der Speaker DLNA, was mit einigen NAS kompatibel ist. Auch von Windows 10 aus kann ich aus dem Explorer heraus Dateien auf den Speakern ausgeben. Und mit Hilfe von „Stream What You Hear“ klappt sogar die Live-Audioausgabe via DLNA – allerdings mit etwas Verzögerung. Apple-Fans freuen sich indes über AirPlay 2, denn damit kann der Speaker in bester Qualität von Mac, iPhone und Co. bespielt werden.

Leider kann ich bei Bluetooth lediglich die Notlösung SBC nutzen. AptX, AptX HD und AAC werden abgelehnt. Das höre ich besonders bei den Höhen. Schön wäre es, wenn Bose hier auch die längst etablierten besseren Formate anbietet, anstatt darauf zu vertrauen, dass Kunden sowieso einen der unterstützten Streaming-Dienste nutzen und Bluetooth damit umgehen.

Soundbar 500

Leider unterstützt die Soundbar 500 via optischem Kabel und HDMI lediglich das alte Dolby Digital (AC-3). Sogar das ebenfalls antike und weit verbreitete DTS wird verschmäht. Das bedeutet, dass eure Quelle das Signal eventuell in AC-3 transkodieren muss oder ihr auf PCM (und somit Stereo) umschalten müsst. Letzteres ist okay, wenn ihr die Soundbar alleine nutzt. Objektbasierte Surround-Formate wie Dolby Atmos und DTS:X werden entsprechend ebenfalls nicht unterstützt.

Selten habe ich Aussetzer, bei denen ungefähr einmal pro Sekunde der Ton wegfällt. An welchem Punkt sich meine Geräte verschlucken kann ich leider nicht sagen, der Fehler kann aber sowohl per HDMI, als auch per optischem Kabel auftreten.

Klang

Erstaunlich ausgewogen - der neue Bose-Sound

Das Einmessmikrofon, das in jedem Raum für optimalen Sound sorgt.
Die Einstellungen für Klang und Co. finden sich stets an diesem Ort.
Das Einmessmikrofon, das in jedem Raum für optimalen Sound sorgt.

Wer die Lautsprecher mit SBC einsetzen muss, zum Beispiel weil er kein iPhone, keinen Spotify-Premium-Account oder etwas Vergleichbares hat, darf sich bei empfindlichen Ohren auf Kompressionsartefakte besonders in den Höhen einstellen.

Um das zu umgehen und die Lautsprecher selbst zu bewerten, nutze ich die Android-App AirAudio für 3,99 Euro. Hiermit kann ich bei einem gerooteten Smartphone unter anderem Apple AirPlay nutzen und unkompliziert zwischen Geräten wechseln. Mein Verstärker ist via optischem Kabel mit meinem Amazon Fire TV 4K verbunden, sodass ich auch über meine Nubert-Standlautsprecher hören kann, die mir bei den Bose-Speakern als Referenz dienen.

Portable Home Speaker

Als Zweiwege-Box mit drei passiven Radiatoren, ausreichend Hub im Tiefmitteltöner und raumakustischer Optimierung bietet der kleine Lautsprecher beste Voraussetzungen, einen möglichst großen Frequenzbereich abzudecken. Und so ist es dann auch – ob Bass oder Höhen, der Speaker ist vergleichsweise rund.

Wie so oft bei Lautsprechern kommt es darauf an, wo ihr den Portable Home Speaker aufstellt. Steht meiner in Wandnähe, wird der Sound unangenehm bassbetont. Mitten im Raum ist der Speaker viel ausgewogener. Wenn ihr das Gerät in Wandnähe aufstellt, empfehle ich den Einsatz des Bassreglers. Ich nutze ihn aber auch so, um gewisse Schwächen bei den oberen Mitten auszugleichen, die sonst untergehen würden. Positiv fällt mir auf, dass der 360-Grad-Sound tatsächlich gleichmäßig in alle Richtungen strahlt – ideal, um einen Raum mit Musik zu erfüllen, die an jedem Ort gut klingt.

Bei dem Song Noises von der britischen Indie-Pop-Band Pale Waves steht in erster Linie die Sängerin im Vordergrund, unterstützt von einem dezent spielenden Bass und weiteren Instrumenten. Während das Gesamtpaket stimmt, fällt mir im direkten Vergleich auf, dass es der Sängerin an Druck und Glanz in der Stimme fehlt. Die oberen Mitten halten sich ein bisschen zu sehr im Hintergrund. Ich ändere dies, indem ich den Bass auf -40 und die Höhen auf +10 stelle – nun ist es ausgewogener und druckvoller.

Um den Bass zu testen, werfe ich Suzi Wus Highway in die Playlist. Hier wird der Rhythmus von einer Reihe von satten, poppenden Bässen unterschiedlicher Höhe vorgegeben, die dann immer tiefer werden. Der kleine Speaker hebt die Bässe vor, was durchaus unterhaltsam ist. Doch bei der tiefsten Note verliert der Lautsprecher an Druck. Prinzipbedingt muss der Speaker bei höheren Lautstärken die Bässe reduzieren, das fängt bei etwas über dreiviertel der maximalen Lautstärke (laut Anzeige) an. Von Bässen bleibt immer weniger übrig, sodass der Speaker mit einem starken „Plopp“ anfängt, die darauf folgenden tiefen Frequenzen aber nur noch mit reduzierter Lautstärke spielt – wodurch sie etwas untergehen.

Beim Mansionair Remix von VÉRITÉs Constant Crush fällt mir der initiale Druck jeder Bassnote auf. Es wummert schon fast – obwohl die Aufnahme das nicht hergibt. Scheinbar handelt es sich da um eine Frequenz, die der Speaker wirklich gern hat. Auch hier hilft der Bassregler ungemein. Wo er nicht helfen kann, ist bei der Geschwindigkeit – bevor Tiefmitteltöner samt Passivradiatoren in Bewegung kommen, dauert es einen ganz kleinen Moment.

Patricia Barber ist für mich eine wunderbare Neuentdeckung, deren Too Rich for my Blood ich erstmals auf Vinyl und mit Lautsprechern eines deutschen Herstellers, der sonst Regieräume in Opernhäusern und Fernsehstudios beliefert, hören durfte. Allein der Tonabnehmer, also die Nadel am Arm des Plattenspielers, lag bei knapp 3.000 Euro. Eine Offenbarung, an die der kleine Bose natürlich nicht herankommen kann. Die Aufnahme selber ist ziemlich leise. Deswegen muss ich den Speaker weiter als sonst aufdrehen. Das tut der Musik zum Glück keinen Abbruch. Mir scheint, als ob nur bei tatsächlicher Übersteuerung zurückgeregelt wird.

Die leichten Schwächen im Bass schaden dem Vergnügen kaum, im Gegenteil, die leichte Betonung ermöglicht mir, deutlicher zu hören wie der Bassist beim Solo einzelne Saiten mehr oder weniger stark anspannt und dann losschnellen lässt. Patricia Barbers meist eher tiefe Stimme kommt der Charakteristik des Lautsprechers entgegen. Insgesamt eine beeindruckende Performance, bedenkt man Preis und Volumen des Portable Home Speakers.

Soundbar 500

Als Ein-Wegesystem, wenn auch mit fünf Treibern, ist der wiedergegebene Frequenzbereich eingeschränkt. Bose hat sich dabei allerdings viel Mühe gegeben, das Maximum aus so einem Setup herauszuholen. So reichen die Höhen bis ungefähr 14 kHz. Beim Gehör vieler Erwachsener ist etwa bei 16 kHz Schluss ist. Es fehlen also nur die allerhöchsten Frequenzen.

Auf der anderen Seite erreicht die Soundbar 60 Hz. Damit wird das Meiste abgedeckt, für perfekten Film-Sound fehlt allerdings definitiv ein Subwoofer. Immerhin spielt die Soundbar 500 so tief, dass der Subwoofer sich auf die wirklich tiefen Frequenzen konzentrieren kann und somit nicht ortbar ist. Stimmen aus dem Subwoofer, wie bei anderen Soundbar/Subwoofer-Kombos üblich, sind hier nicht zu erwarten.

Beeindruckend finde ich, dass Bose bei diesem Preis bereits ein Einmesssystem in den Karton packt. Den Unterschied höre ich ganz deutlich. Bässe sind satter und straffer, der Sound neutraler und natürlicher – auch im Vergleich zum Portable Home Speaker.

Der Stereo-Effekt könnte etwas breiter sein, das hängt allerdings auch vom Raum ab, da die Soundbar darauf vertraut, dass die Klänge von Wänden reflektiert werden. Dafür habe ich den Eindruck, als ob Geräusche auch von knapp hinter mir kommen. Klar, nicht viel, und schon gar nicht zielgerichtet, aber etwas Immersion empfinde ich schon. So wandert der Sound auf einmal hinter mir, als in Mad Max: Fury Road ein Lastwagen an der Kamera vorbeifährt. Und bei der Doku-Serie Drive to Survive rasen ständig Formel-1-Wägen durch Bild und Wohnzimmer.

Insgesamt ist es ein großes Upgrade gegenüber den meisten Fernsehern – lediglich Luxus-Fernseher wie ein Philips-OLED mit integriertem Soundsystem von Bowers & Wilkins können hier mithalten. Filme machen mehr Spaß, doch ist nach oben hin definitiv noch ausreichend Luft – und Bose ist gern bereit, mit Subwoofer und Surround-Speaker auszuhelfen.

Und wie sieht es bei Musik aus? Den Anfang macht Patricia Barber, die beim stimmungsvollen You Don’t Know Me scheinbar in einem großen, leeren Raum steht. Die Stimme hallt durch den Raum, ein Detail, das bei der Soundbar ein wenig untergeht. Dafür tritt sie besonders bei höheren Lautstärken in den Vordergrund und singt einen Hauch tiefer. „S“-Laute haben nicht ganz den Sparkle, den sie haben sollten. Begleitet wird die Sängerin und Pianistin von ihrem Bassisten, der auf der Soundbar eine beeindruckende Performance liefert. Auch wenn die Soundbar nicht ganz so natürlich rüberkommt wie meine großen Lautsprecher, bin ich positiv überrascht.

Ein Stück, das ich fast in- und auswendig kenne, ist Comfortably Numb von Pink Floyd. Insgesamt eine schöne Performance. Gerade der Bass ist schön rund und ausgewogen – die Soundbar versucht kaum, fehlende Größe zu kaschieren, sondern spielt einfach, was aufgenommen wurde. Ein Sound, den ich von Bose nicht erwartet habe. Im direkten Vergleich zu meinen Standlautsprechern hat Bose natürlich das Nachsehen, schalte ich um, klingt es ein wenig so, als ob ein (dünner) Vorhang gelüftet wurde.

Die betonten Mitten treten etwas zurück, alles klingt ein wenig runder und natürlicher. Die letzten paar Hertz, die oben fehlen werden deutlich. Der Bass ist gleichzeitig zurückhaltender, aber auch wärmer, souveräner. Daher mein Tipp, auch hier die Bässe etwas zu reduzieren und die Höhen um eine Stufe anzuheben – das hilft auch bei den Mitten.

Double Bass, Gitarre, Bass, Keyboard und dazu auch noch Gesang? Und alles mit schön viel Tempo und Melodie gespielt? Sonata Arcticas UnOpened ist eine Herausforderung, denn hier geschieht alles Mögliche gleichzeitig. Die Soundbar ist etwas überfordert. Besonders die Gitarren gehen ein wenig unter, dem Sänger fehlt es an Glanz in der Stimme. Alles ist ein wenig zu dumpf. Die Klangregler beheben dies auf Wunsch. Trotzdem, einzelne Töne werden nicht so ordentlich und sauber gespielt, wie es nötig und möglich wäre.

Bei Dance Monkey von Tones and I fehlt es etwas am Volumen. Das ist eine allgemeine Schwäche, die sich bei Hip-Hop und Elektro offenbart, denn Musiker in diesen Genres können problemlos Töne erzeugen, die für die Soundbar zu tief sind. Und das Rotzige in der Stimme fehlt ebenfalls ein wenig.

Akkulaufzeit

Absolut ausreichend

Der Lade-Anschluss. Der Rest geht kabellos.
Der Lade-Anschluss. Der Rest geht kabellos.

Portable Home Speaker

Mit vier Stunden ist die Ladezeit relativ lange, das liegt in erster Linie daran, dass der Akku lediglich mit elf Watt aufgeladen wird. So dauert es eine Stunde, bis der Akku von null auf 31 Prozent geladen hat. Insgesamt ist das Netzteil in der Lage 15 Watt zu liefern, der Speaker gönnt sich beim Aufladen und im Betrieb üblicherweise zwölf Watt. Somit wird der Akku auch im Betrieb mit maximaler Geschwindigkeit befüllt. Übrigens, auch mit einem Power Delivery-fähigen Netzteil lädt der Bluetooth-Lautsprecher mit voller Geschwindigkeit. Und ist der Speaker voll, hält er bis zu zwölf Stunden durch.

Fazit

Ein rundes System

Der Bose Portable Home Speaker kommt in der schicken Farbkombination aus Weiß und Silber daher.
Ein schönes Team
Der Bose Portable Home Speaker kommt in der schicken Farbkombination aus Weiß und Silber daher.

Eingangs stellte ich mir die Frage, ob Bose seinen durchwachsenen Ruf endgültig abgelegt hat. Stellt die amerikanische Firma inzwischen Geräte mit gutem Klang zu einem fairen Preis her? Das muss ich ganz klar mit Ja beantworten. Doch gehen wir das Ganze Stück für Stück durch.

Bose Portable Home Speaker

Der Portable Home Speaker versucht die Balance zwischen hoher Mobilität, umfangreicher Funktionen und gutem Sound zu halten. Das klappt auch größtenteils. Mobil ist der Speaker zweifelsohne – das Gewicht ist vergleichsweise niedrig und eine Steckdose möchte er ebenfalls nicht so oft sehen. Dank USB-C-Stecker akzeptiert er zudem auch Powerbanks – die anderen, ebenfalls für den mobilen Einsatz gedachten Speaker, die ich testen durfte, benötigen zum Laden eine Steckdose.

Bis auf die fehlende Freisprecheinrichtung stimmen auch die Funktionen – fast alle Streaming-Anbieter werden unterstützt, ebenso AirPlay und Co. Dass er zudem einen Nebenjob als Amazon Echo hat, rundet das Paket ab. Der Sound möchte gefällig sein und typische Hörgewohnheiten glücklich machen. Das kann ich verstehen, wünsche mir aber trotzdem eine etwas neutralere Auslegung – und sei es durch eine Option in der App. Besonders nach ein paar kleineren Tweaks kann der Lautsprecher stundenlang wunderbar Musik abspielen, ohne zu nerven oder zu stören. Erst im direkten Vergleich mit deutlich teureren Standlautsprechern fällt auf, dass hier und da etwas fehlt. Ein gutes Zeichen.

Bose Soundbar 500

Die Soundbar 500 ersetzt in erster Linie die im Fernseher eingebauten Lautsprecher und erfüllt diesen Job mit Bravour – zum Beispiel für Samstag-Abend-Shows wie The Voice, um Fangesänge beim Fußballspiel zu hören oder ab und zu einen Film zu sehen. Dialoge sind klar verständlich und der Soundtrack klingt gut. Und das alles in einem Paket, das auch vor kleinere Fernseher passt und das Bild nicht verdeckt.

Die Möglichkeit, den Lautsprecher mit einem Mikrofon an den Raum anzupassen, ist in diesem Preisbereich nicht selbstverständlich, hilft aber sehr. Abgesehen von leichten Schwächen in den Höhen und im Tieftonbereich ist die Soundbar erstaunlich musikalisch. Den Subwoofer vermisse ich natürlich trotzdem – und manch Konkurrent liefert bereits in diesem Preissegment einen mit, auch, wenn diese dann meist nicht besonders gut sind. Glücklicherweise kann ich bei Bose einen von drei Subwoofern nachrüsten. Zudem deckt die Soundbar im Gegensatz zu den meisten Komplettsystemen bereits alleine einen beeindruckend großen Bereich ab, sodass Stimmen zum Beispiel aus einer Richtung kommen.

Mein Tipp: Manchmal ist das Bundle aus Soundbar und passendem Bass Module 500 um einiges günstiger als der einzelne Kauf der Komponenten. Oder ihr holt euch erst die Soundbar, und rüstet später Subwoofer und Surround-Lautsprecher nach.

Das Multiroom-System

Und wie ist das ganze als System? Größtenteils sehr gut, besonders die Soundbar 500 und der Noise Cancelling Headphones 700 passen zueinander und ergeben sogar Sinn. Unkompliziert und ohne Lag holt ihr euch den Fernsehton direkt auf die eigenen Ohren, zum Beispiel um Familie oder Nachbarn nicht zu stören.

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2 Kommentare

  1. Karsten schrieb am
    Bewertung:

    Guter Test. Interessant wäre ein Vergleich des Portable Home Speakers zum direkten Konkurrenten Sonos Move.

    • Daniel Wiesendorf schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Karsten, dem stimme ich zu. Leider habe ich den Sonos Move nicht zum Test bekommen und auch keinen Zugriff auf einen. Soweit ich weiß ist der Bose allerdings kleiner und mobiler, klanglich denke ich daher, dass der Sonos über größere Reserven verfügt.

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