Tests

BOSE SoundSport Free: Kabelloses Musikvergnügen on the go?



Zugeordnete Tags Bose | Kopfhörer | Bluetooth
Bereiche

Bewertung
Toller Allrounder für Sport & mehr
4,5

 Pro

  • Guter Klang
  • Attraktives Design
  • Sehr gute Verbindungsqualität
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Freisprechfunktion mit guter Geräuschunterdrückung
  • Nützliche Features

 Contra

  • Kein Noise Cancelling
  • Probleme mit Windows 10

Erwähnt man in Anwesenheit eines Audiophilen das Wort Bose, schallt es einem meist reflexartig „No highs, no lows, must be Bose“ entgegen. Kaum eine Marke im Audiobereich polarisiert mehr. Bose selber sagt gerne, dass der Sound gefallen soll — ganz im Gegensatz zum audiophilen Ideal der akkuraten Soundwiedergabe.

Auch ich folge eher dem audiophilen Grundgedanken und besitze Lautsprecher von Nubert. In meinem letzten Kopfhörer-Test waren die Sony WF-1000X dran, die mir vom Klang her sehr gut gefallen haben, aber deren Verbindungsaussetzer meine Geduld auf die Probe stellten. Nun versucht also Bose, mich mit ihrer AirPods-Alternative zu überzeugen. Dabei ist die Auslegung der SoundSport Free aber eine andere: Während Sony dem genervten Vielflieger oder Pendler den Weg auf Arbeit mit feinsten Klängen und angenehmer Ruhe versüßen will, ist die Zielgruppe von Bose deutlich aktiver unterwegs. Wie der Name schon sagt, geht es hier um Workout und Sport.

Lieferumfang

Mit praktischer Ladebox

Jede Version hat ihr eigenes Verpackungsdesign.
Bitte aufklappen.
Auf gehts!
Schön übersichtlich.
Jede Version hat ihr eigenes Verpackungsdesign.

Die attraktive Box lässt sich aufklappen, innen finde ich einen Hinweis auf die App sowie einen Läufer auf der Startlinie. Auf gehts! Neben den Hörern in der Ladebox entdecke ich eine Kurzanleitung, Garantiebedingungen, Sicherheitshinweise („Die Hörer sind nicht zum Verzehr geeignet“), ein microUSB-Ladekabel sowie zwei weitere Aufsätze. Um Elektroschrott zu vermeiden — schließlich hat heutzutage jeder genug USB-Ladegeräte — verzichtet Bose auf ebenjenen.

Design

Modern & durchdacht

Schön zu erkennen: die Tasten und das coole Design.
Schön zu erkennen: die Tasten und das coole Design.

Zur Auswahl stehen drei verschiedene Farben:
Die Erste ist seriös und elegant. Auf den ersten Blick wirkt es schwarz, aber wechselt ins Braune, mit einem Metallic-Effekt. Die Innenseite ist schwarz. Die zweite Variante hat eine orange-braune Oberfläche mit holzähnlichem Muster, die Innenseite ist dunkelblau. Zu guter Letzt die Version die ich habe: Auf dunkelblauer Oberfläche sind stark reflektierende metallic-blaue Punkte, dazu eine neongelbe Innenseite. Allen gemeinsam ist ein schwarzes, gummiertes Zwischenstück, welches für guten Halt beim Handling sorgt und die Hörer schützt. Zudem scheint über der Außenseite eine Schicht klares Plastik zu liegen, darauf das Bose-Logo, und dann nochmal eine dünne Schutzschicht. So schwebt das Bose-Logo über der Oberfläche und wirft je nach Lichteinfall einen Schatten. Sehr cool. Mein Favorit ist der moderne, technische Look der blaue Version.

Auf dem linken Hörer befindet sich eine leicht zu findende Taste. So wird der Kopplungsvorgang gestartet und zwischen bis zu sieben verbundenen Quellgeräten gewählt. Der rechte Hörer besitzt zwei angehobene Tasten für die Lautstärke, dazwischen ist die Play/Pause-Taste. Per Doppelklick wird der nächste Song gewählt, per Dreifachklick der Vorherige. Sämtliche Tasten sind anfangs sehr schwer zu drücken, das entspannt sich mit der Zeit deutlich. Dabei wird der Hörer zwischen Daumen und Zeigefinger genommen, und mit dem Zeigefinger zugedrückt. Durch den ungleichen Aufbau prägt sich auch schnell ein, welcher Hörer in welches Ohr gehört.

Die Hörer stehen geschätzte zwei Zentimeter aus dem Ohrkanal hervor. Für mich kein Problem, aber je nach Ohr kann es schon auffallen. Ansonsten sind sie aber ziemlich klein.

Tragekomfort

Stundenlanger Hörgenuss

Die kleinen StayHear+-Aufsätze. Dank Bügel bleiben die Hörer sicher im Ohr.
Die kleinen StayHear+-Aufsätze. Dank Bügel bleiben die Hörer sicher im Ohr.

Aller Anfang ist schwer — wie gehen die überhaupt ins Ohr? Der Trick ist, die Hörer zwischen Zeigefinger (Tasten) und Daumen (Ladekontakte) zu halten. Beim Ansetzen ans Ohr zeigen die Tasten nach vorne. Dann drehe ich den Hörer so, dass der Zeigefinger oben liegt. Je stärker ich sie drehe, desto fester sitzen sie. So kann ich einstellen, ob ich besten Halt fürs Joggen benötige oder es möglichst bequem haben möchte.

Normalerweise reicht die bequemste Stellung völlig, so kann ich problemlos über längere Zeit hinweg Musik hören. Drehe ich sie fest, fallen sie selbst beim Versuch, pünktlich im Kino zu sein, nicht heraus. Der Langzeitkomfort leidet dann allerdings.

Vom Tragekomfort her fühlen sich die SoundSport Free wie reguläre In-Ears an, und dringen ebenfalls ins Ohr ein — wenn auch nicht ganz so tief. Wer mit In-Ears nicht klar kommt wird mit den SoundSport Free vermutlich auch Probleme haben.

Soundqualität

Überraschend ausgewogen

Mit etwas Sorge starte ich den Audio-Teil des Tests. Was, wenn ich sie nicht mag? Der erste Höreindruck bestätigt meine Vorurteile ein wenig. Da ist etwas zu viel Bass, die Höhen sind zu sehr im Hintergrund. Kurze Zeit später fängt es auch noch zu drücken an. Aber Bose hat auch kleinere StayHear+-Silikonaufsätze mitgeliefert. Der Wechsel gestaltet sich einfach. Erstaunlicherweise ändert sich nicht nur der Komfort, nein, auch der Klang hat sich geändert. Die Bässe halten sich ein wenig zurück, die Höhen sind präsenter. So gefällt es mir schon viel besser.

Electronica: Angefangen hat mein letzter Test mit Cut Me Out von Flux Pavilion. Dort erinnerte mich der satte Bass fast an gute Subwoofer. Das Wort „fast“ können wir hier streichen, bis auf das Vibrieren des Körpers fehlt nichts. Für meinen Geschmack ist der Bass fast zu sehr im Vordergrund, ertränkt aber glücklicherweise nicht den Rest dieses wunderbar relaxten Tracks.

Neugierig mache ich weiter, und wechsel zu Goa/Psytrance von Infected Mushroom. Ominöse, sphärische Klänge, überall ertönen die seltsamsten Geräusche, zirpen, knarzen und wabern. Tolle Räumlichkeit. Dazu harte Kickbässe und Hi-Hats. Schnell tauche ich in diese Traumwelt ein. Und auch bei Endorphins von Sub Focus überzeugen die Bose. Schöner, tiefer Bass, aggressive Höhen – bei diesem Feuerwerk der Geräusche fühlen sich die Hörer zu Hause. Bei meiner Anlage von Beyerdynamics hingegen greift der obere Frequenzbereich mein Gehör zu stark an.

Das mit dem Bass möchte ich weiter austesten und greife zu Bassotronics. Der Name ist Programm, auch wenn sich auf vielen Lautsprechern die Frage stellt: „Wo ist denn der Bass? Ich höre nichts.“ Die WF-1000x haben hier leicht geschwächelt, nur widerwillig spielten sie die tiefsten Frequenzen. Die SoundSport Free schaffen das besser, klingen entspannter und druckvoller im Bereich zwischen 20 und 40 Hertz.

Hip Hop: Weiter gehts mit der Gruppe Beat Assailant. Druckvoll ertönt bei Better than Us das Schlagzeug, Snare und Bass Drum geben den Takt vor, begleitet von einem kräftig gespieltem Piano. Auch hier zeigt sich, dass Bose ein Herz für den Bassisten hat, und so darf er sich direkt neben den Leadsänger stellen. Glücklicherweise gibt er sich deshalb besonders viel Mühe und spielt schön sauber. Bläser im Hintergrund, Trompeten, Backgroundsänger, startende Flugzeuge und Polizeisirenen. Der direkte Vergleich mit meiner Anlage zeigt aber, dass die Instrumente über die SoundSport Free noch einen Hauch natürlicher, noch ein wenig präsenter klingen könnten. Es fehlt das letzte Stück Auflösungsvermögen und Klarheit.

Straight Out The Gate fängt mit einer Orgel im Koyaanisqatsi-Stil an, bevor Tech N9ne Vollgas gibt und Doubletime rappt, untermalt von Gitarren und druckvollen Subbässen. Die sind da, kommen auf Anlage aber besser rüber. Solche Bässe fühlt man eben eher in der Magengegend. Auch auf voller Lautstärke ändert sich am Sound nichts, der Mix bleibt grundsätzlich der selbe, aber der dünne Schleier wird gelüftet, die Höhen erhalten den nötigen Biss.

Jazz: Eine meiner Referenzalben ist weiterhin Friday Night in San Francisco. Mein Lieblingsstück darauf ist Mediterranean Sundance. Abwechselnd überbieten sich die Gitarristen, links Paco de Lucia und rechts Al Di Meola, mit immer dynamischeren Passagen. So übernimmt Al Di Meola die Rhythmus-Gitarre, während Paco de Lucia die Saiten spannt und dann von der Fingerkuppe rutschen lässt. Schneller. Aggressiver. Gefühlvoller. Bis zum Finale, bis beide es ausklingen lassen. Im Hintergrund rastet das Publikum aus. Wer sagt denn, dass nur beim Metal schnelle Soli gespielt werden? Schnell, dynamisch und impulstreu, so soll der Sound sein. Der Stereoeffekt gefällt mir hier sehr gut. Die Musiker spielen links oder rechts von der Mitte, aber ich stehe nicht genau zwischen Beiden wie bei Sony. Es wirkt homogener, echter.

Die kanadische Jazz-Pianistin und Sängerin Diana Krall fasziniert ihre Fans mit ihrer tiefen Stimme. Doch erstmal fängt bei All or Nothing at All Christian McBride am Kontrabass an. Ich höre allerlei Nebengeräusche, die er absichtlich entstehen lässt. Dann Diana Krall, die trotz der Tonlage eine wohlige Wärme in ihrem Gesang unterbringt. Zuletzt steigt Russell Malone an der Gitarre mit einem unverkennbar jazzigen Sound ein. Das Trio klingt toll. Feinheiten werden deutlich, wenn auch nicht so sehr herausgearbeitet wie bei meinen DT990 oder den WF-1000x. Im Fokus steht das Gesamtbild.

Rock: Kompetent und ausgewogen ist die Wiedergabe von der Dark Side of the Moon. Dabei gefällt mir besonders die Bühne, die aufgebaut wird. Plastisch und gut ortbar sind die Musiker und Soundeffekte. Sie wechseln die Seite, kommen näher und gehen wieder weg. Der Sound ist losgelöst von den Hörern.

Es folgt Kontrastprogramm von Modest Mouse, denn während meine DSotM-CD vom Audiophilen-Label MFSL remastert wurde, leidet Good News for People Who Love Bad News stark unter dem Loudness-War. Auf meiner Anlage tut sie in den Ohren weh. Doch auf den Bose klingt die CD tatsächlich gut. Druckvoll und vergleichsweise sauber. Vom Übersteuern höre ich wenig, nichts schmerzt. Ich entdecke, wie unter dem schlechten Mastering ein guter Mix und eine tolle Aufnahme versteckt wurde, plastisch und dreidimensional.

Metal: Ein Meilenstein der Black-Metal-Geschichte: Natassja in Eternal Sleep von Darkthrone – roh und aggressiv. Doch dank Bose klingt es fast ausgewogen, es gibt Bass und die Höhen schmerzen nicht. Mir gefällt es, auch wenn ich nicht weiß ob dass das Ziel der Band war.

Abschließend möchte ich mit Therion, einer Band, die Metal mit klassischer Musik vereint. So haben bei Deggial unter anderem klassische Sänger, ein Chor und ein Symphonieorchester mitgewirkt. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Album, das hohe Anforderungen an das Audio-Equipment stellt. Überall befinden sich Streicher, Bläser, Sänger, Akustik- und E-Gitarren. Ich höre mit den SoundSport Free alles und vermisse nichts. Tätsächlich ziehe ich hier die Bose meiner Anlage oder den DT990 gegenüber vor, sie passen besser zum Mix und präsentieren eine klarere Bühne.

Zusammenfassung: Der Sound ist rund, die Bässe satt. Für mich ein bisschen zu präsent im Mix, aber viele werden den Sound sicherlich lieben oder sich sogar mehr wünschen. Der Bose SoundSport Free ist mehr als ein absolut neutraler Hörer darbieten würde, aber weit entfernt vom dumpfen Sound manch anderer Kopfhörer. Was mir fehlt ist das letzte bisschen Detail und Transparenz. Die SoundSport Free üben sich in Zurückhaltung, das ist manchmal angenehm, siehe Modest Mouse und Darkthrone, hält aber hervorragende Produktionen ein wenig zurück. Aber ich meckere hier auf hohem Niveau. Mir gefällt der Sound besser als zum Beispiel bei den beliebten QC35 II.

Im Alltag

SoundSport Free: Der Name ist Programm

Wie in der Einleitung erwähnt, ist der größte Unterschied zu den Sonys die Zielgruppe, und damit verbunden einige grundlegende Design-Entscheidungen. Die SoundSport Free verfügen über ein spritzwassergeschütztes Design, damit Regen und Schweiß keinen Schaden anrichten. Zudem sorgen die Sport-Aufsätze StayHear+ für festen Sitz im Ohr.

Für mich der größte Vorteil der Sport-Ausrichtung ist das offene Design. Reguläre In-Ear-Hörer isolieren hervorragend. Toll im Flugzeug oder Bus, eher ungünstig als aktiver Teilnehmer im Straßenverkehr. Schnell wird man unfreiwilliger Passagier eines Autos, um kurze Zeit später ein VIP-Shuttle ins „Hotel“ zu erhalten. Bei den SoundSport Free landen Umgebungsgeräusche hingegen ungehindert im Ohr. Klar, die AirPods sind ebenfalls offen, leiden aber wegen der fehlenden Isolierung zm Ohrkanal unter mäßiger Basswiedergabe. So richtig satt wird es nicht. Als Kreuzung zwischen In-Ear und offenem Hörer bieten die Bose den Sound eines In-Ear-Hörers, aber die Sicherheit eines Offenen.

Wer schon mal In-Ears genutzt hat, weiß zudem dass jeder Schritt mit einem lauten Geräusch quittiert wird. Das nervt und verzerrt zudem den Sound. Bei den SoundSport Free hingegen fehlt dieser Effekt vollständig.

Freisprechfunktion

Auch in belebten Ecken gut

Wer kennt sie nicht: Menschen, die ihr Smartphone zehn Zentimeter vor ihrem Mund halten und dank Lautsprecherfunktion jeden mit ihrer Konversation beglücken. Ich kann es ja irgendwo verstehen. Am Ohr sind viele Smartphones inzwischen einfach zu groß und zu unangenehm und Bluetooth-Sprach-Headsets lohnen sich nur für Dauertelefonierer, denn sonst vergisst man es einfach zu Hause.

Die SoundSport Free machen letztere überflüssig, denn die eingebaute Freisprechfunktion funktioniert hervorragend. Auch in lauten Umgebungen hört mich mein gegenüber klar und deutlich, Störgeräusche werden gut rausgefiltert. Ich finde es auch zu Hause sehr praktisch. Die Sprachqualität ist deutlich besser als wenn das Smartphone auf laut gestellt ist und den Stöpsel im Ohr merkt man kaum. Sogar im Auto ziehen ich und mein Gesprächspartner die Bose der werkseitig verbauten Freisprecheinrichtung vor. Bei den Sonys war das nicht der Fall.

Akkulaufzeit

Der Marathonläufer

Eine Gummilippe soll die Box vor eindringendem Wasser schützen.
Eine Gummilippe soll die Box vor eindringendem Wasser schützen.

Im Alltag hat mir die Akkulaufzeit nicht ein einziges Mal Probleme bereitet, meistens mache ich mir nicht mal die Mühe, die Hörer am Arbeitsplatz in die Ladebox zu legen.

Diese bietet zweieinhalb Ladungen, was also bei voll aufgeladenen Hörern ganze 17,5 Stunden bedeutet — pro Ladung sind es ungefähr fünf Stunden. Um die Box zu öffnen, drücke ich auf eine Taste. Dabei gehen dann auch bis zu fünf LEDs an, um den Ladestand der Box zu verkünden. Im Inneren sind zwei weitere LEDs die zeigen, ob noch geladen wird oder bereits hundert Prozent erreicht wurden.

Das Aufladen der Hörer ist in circa 65 Minuten abgeschlossen – auch, wenn die Box dabei selber an der Steckdose hängt und mit geladen wird. Nach nicht einmal zwei Stunden ist sie voll. Ein 15-minütiger Sprint reicht für eine Stunde Musikgenuss aus. Der maximale Ladestrom der Box beträgt ungefähr 500 Milliampere, also das, was jedes Netzteil und jeder USB-Port am PC mindestens bietet.

Leider ist die Form der Hülle für meine Einsatzzwecke suboptimal. Mit ihrer runden Form liegt sie zwar angenehm in der Hand, aber ich trage sie meist in meiner Hosentasche. An der dicksten Stelle drückt es unangenehm. Das Design der Sony WF-1000x — an der hautanliegenden Seite flach — ist mir da deutlich lieber.

Schön ist wiederum, dass hochwertiges Plastik gewählt wurde. Das wirkt zwar weniger edel als bei Sony, ist aber unempfindlicher gegenüber Kratzern und wichtiger noch, es verursacht keine auf Smartphone und Co..

Leider ist die Ladestandanzeige in der Bose-App so präzise wie die Tankanzeige in meinem VW: Nach zweieinhalb Stunden zeigt sie mir 80 Prozent an, dabei ist bereits Halbzeit erreicht.

Verbindungsqualität

Fast perfekt

Ob LG V20, Xiaomi Mi 6 oder iPhone SE. Die Verbindungsqualität ist gut. Aussetzer gibt es nur sehr selten und in Extremsituationen. Kein Vergleich zu den Sonys. Auch mit dem MacBook Pro verstehen sie sich super.

Die einzige Ausnahme: Mit meinem Windows-10-Tablet funktioniert nur der Headset-Modus. Dieser ist für Sprache gedacht, und klingt für Musik schrecklich. Anscheinend ein bekannter Bug in Verbindung mit Windows 10. Ob dieser je behoben wird? Ich finde es jedenfalls sehr schade, denn auch wenn die Hörer für unterwegs gedacht sind, können sie für viele auch zu Hause oder im Büro eine gute Wahl sein.

Die Möglichkeit, per Tastendruck zwischen bis zu sieben Bluetooth-Geräten wählen zu können, ist schlichtweg genial. Über das Telefon Musik hören und dann kurz zum Mac wechseln, um dort aus Recherchegründen ein YouTube-Video zu schauen? Top! Dabei sagt eine Sprachansage an, womit die Bose gerade eine Verbindung aufbauen wollen.

Leider gibt es bei Videos aber eine Verzögerung zwischen Bild und Ton. Geschätzt liegt diese bei circa einer halben Sekunde.

App

Find my Buds

Die Transportbox ist voll aufgeladen.
Der microUSB-Anschluss.
Die Transportbox ist voll aufgeladen.

Mit einer iOS- und Android-App, die mit zahlreichen Bose-Kopfhörern und -Lautsprechern kompatibel ist, lese ich ab wie der Akkustand ist. Auch kann ich die gekoppelten Geräte sehen und nicht mehr Benötigte entfernen.

Und finde ich meine Kopfhörer nicht mehr, zeigt mir die App den letzten Standort an. Sind sie in Reichweite, kann ich sie auch klingeln lassen. Bei geschlossener Box ist das etwas leise, aber liegen sie einfach so herum, reicht es locker.

Fazit

Toller Allrounder

David gegen Goliath
David gegen Goliath

Divas sind sie nicht. Die Bose SoundSport Free meckern nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit drei Prozent zu hoch ist. Sie verlangen keine Nouvelle Cuisine und feinste Zutaten vom Starkoch. Stattdessen liefern sie stets guten Sound ab – ohne herausragende Stärken, aber auch ohne Schwächen. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um eine Audiophile-CD oder ein Werk aus der Feder von Rick Rubin, dem Gott des Lautstärke-Krieges, handelt. Versteht mich nicht falsch: Klanglich spielen sie weit vorne mit. Was mir persönlich jedoch fehlt ist das letzte bisschen Emotion. Das, was passiert, wenn ich mich auf meinem Sofa zurücklehne und bei einem guten Drink auf einer hochwertigen HiFi-Anlage Pink Floyd höre und grinse, weil es so gut klingt – als ob ich im Studio live dabei bin.

Nur dafür sind sie ja gar nicht gedacht. Dass ich es überhaupt in Erwägung ziehe, zeigt, wie viel Bose hier richtig gemacht hat. Was sie können müssen ist beim Sport den passenden Soundtrack bieten. Sie sollten einen nicht in lebensgefährliche Situationen bringen, Schweiß und Regen überstehen, komfortabel im Ohr bleiben und einfach funktionieren – ohne Verbindungsaussetzer. Das schaffen die Bose SoundSport Free mit Bravour und klingen zudem sehr angenehm, sodass auch einem Einsatz im Büro oder zu Hause nichts im Wege steht.

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