Tech-Facts: Was kann Matter? Alles zum neuen Smart Home Standard

von Maria Klipphahn

· 8 min Lesezeit

Vielleicht kennst du das Problem: Du willst dein Smart Home starten oder erweitern und musst dich erst einmal durch sämtliche Datenblätter wühlen. Du fragst dich Dinge wie „Brauche ich dafür schon wieder eine weitere App und ein weiteres Benutzerkonto?“ oder „Kann ich das Smart Home System mit meinem bevorzugten Sprachassistenten steuern?“.

Über Fragen wie diese musst du dir in Zukunft nicht mehr den Kopf zerbrechen. Zumindest dann nicht, wenn deine Smart-Home-Geräte Matter-fähig sind. Doch was hat es mit Matter auf sich? Wir verraten dir in diesem Beitrag alles, was du zum neuen Smart Home Standard wissen musst. Viel Spaß!

Was ist Matter?

Beginnen wir mit den Grundlagen und der Frage, was du dir unter Matter überhaupt vorstellen kannst.

Matter (englisch, sprich ˈmæt.ər) ist der neue Verbindungsstandard für das Smart Home, über den spätestens seit Oktober 2022 jeder spricht. Er wurde von über 280 großen Unternehmen, darunter Apple, Samsung, Google oder Amazon, im Rahmen der Connectivity Standards Alliance (CSA) entwickelt. Ziel des Matter-Standards ist es, die Kommunikation und Nutzung von Smart-Home-Geräten zu vereinfachen und zu verbessern. Du kannst dir Matter als eine Art einheitliche Sprache vorstellen, die zukünftig von allen Smart Home Devices gesprochen und verstanden wird.

Konkret bedeutet das, dass es in Zukunft egal sein wird, von welchem Hersteller deine gekaufte, Matter-kompatible Smart Home Technik ist. Alle Geräte vernetzen sich marken- und herstellerübergreifend miteinander und du kannst sie in nur einer App steuern. Es ist außerdem egal, mit welchem Ökosystem du deine Lampen, Thermostate, Steckdosen, Sensoren und Co. ansprechen willst: Sowohl Apple Home, als auch der Google Assistant, Samsung SmartThings, Amazon Alexa und andere Assistenten können mit Matter genutzt werden.

In Zukunft wirst du dein Smart Home mit dem Sprachassistenten deiner Wahl steuern können – unabhängig von Hersteller oder Plattform.

Langfristig soll der neue Standard dein Smart Home auch sicherer und zukunftsfähiger machen. Warum genau das so ist, und wie Matter technisch funktioniert wollen wir uns im nächsten Abschnitt genauer anschauen.

Wie funktioniert Matter genau?

Matter bildet ein neues Verbindungssystem, über das alle Smart-Home-Geräte miteinander kommunizieren. Die Kommunikation selbst erfolgt über WLAN oder den Mesh-Netzwerkstandard Thread. Auch über Ethernet an deinen Router angebundene Bridges lassen sich einsetzen.

Damit sich die einzelnen Geräte im Netzwerk austauschen können, werden sie zu Beginn über einen individuellen Einrichtungscode angemeldet. Meist ist das ein QR-Code, der sich auf oder in der Verpackung befindet und einfach per Smartphone gescannt werden kann. Innerhalb des geschlossenen Systems tauschen sich die einzelnen Smart-Home-Geräte dann verschlüsselt aus.

Weil die Geräte untereinander ausschließlich verschlüsselt und authentifiziert kommunizieren, gilt der Matter-Standard als besonders sicher. Da die Matter-Geräte untereinander sowie mit dem Matter-Controller – etwa einem Apple HomePod mini oder einem Amazon Echo (4. Generation) – lokal kommunizieren, bist du nicht auf Cloud-Anwendungen angewiesen, was für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit sorgt.

Die Zukunftssicherheit wird durch Firmware-Updates und die Zertifizierung der Geräte gewährleistet. Praktisch ist dabei, dass alle Aktualisierungen „Over-the-Air“ (OTA), also kabellos erfolgen. Dadurch hast du auch zukünftig weniger Aufwand.

Welche Hersteller machen bei Matter mit?

Die meisten bekannten Smart Home-Hersteller haben sich schon zu Matter geäußert, einige bieten sogar schon erste Matter-fähige Produkte an.

Ein Beispiel ist Eve Systems. In der Vergangenheit beschränkte sich die Zielgruppe der Marke auf Apple HomeKit-User. Auf der IFA 2022 kündigte der Hersteller dann Matter-kompatible Produkte an. Und seit März 2023 sind die smarten Steckdosen namens Eve Energy, die Kontaktsensoren für Fenster und Türen namens Eve Door & Window sowie der smarte Bewegungssensor Eve Motion lieferbar. Weil Eve Systems schon lange auf Thread als Funkstandard setzt, bekommen auch bereits bestehende Smart Home Komponenten Matter-Updates, zum Beispiel die intelligente Rollladensteuerung Eve Shutter Switch.

Wir haben im Mai 2023 mit Sylvia Schaller von Eve Systems gesprochen. Im Interview verrät sie, welche Rolle Matter bei Eve Systems spielt und welche Matter-kompatible Geräte noch in Planung sind.

Bosch Smart Homebrachte bisher noch keine Matter-Devices auf den Markt, verriet uns im Interview auf der IFA 2023 allerdings, dass erste Updates im Januar 2024 erwartet werden können. Konkret gehe es um die Smart Home Controller I und II, die durch ein Update zur Matter Bridge werden.

Signify (, das Unternehmen hinter Philips, Philips Hue oder WiZ) startete mit WiZ schon im November 2022 als eine der ersten Marken mit Matter-Produkten durch. WiZ ging dabei „all in“ und zertifizierte das gesamte Portfolio für die Zusammenarbeit mit der neuen Smart-Home-Technologie.

Bei Philips Hue bekam die Hue Bridge im September 2023 ein Matter-Update. Durch dieses unterstützen auch Philips Hue Lampen und Zubehör, die mit der Hue Bridge verbunden sind, ab sofort den neuen Kommunikationsstandard. Notwendig zur Nutzung ist nur noch ein Matter Controller, also zum Beispiel ein smarter Lautsprecher wie Amazon Alexa, Amazon Echo oder etwa ein Apple TV.

Google arbeitete selbst an Matter 1.0 mit und kündigte schon im Oktober 2022 an, das der Matter-Standard bald kommen wird. Im Dezember 2022 erhielten dann erste Google-Geräte das Update. Aus dem Google-Universum eignen sich damit nun beispielsweise Google Home, Google Home Mini, Nest Mini und das Nest Wifi Pro als Matter-Hub. Aber auch Google-Lautsprecher, -Displays oder Router wurden aktualisiert.

Apple ist ebenfalls Teil der Connectivity Standards Alliance und war dadurch selbstverständlich ebenfalls ganz vorne bei der Implementierung des Matter-Standards im eigenen Sortiment dabei. Die Firmware-Version 16.1 für den Apple HomePod und HomePod mini ermöglichte schon im Oktober 2022 die Nutzung des neuen Matter-Standards. Auch Apple TV bekam mit tvOS 16.1 ein Update.

Auch Samsung zieht mit und unterstützt seit Oktober 2022 mit SmartThings die sogenannte Multi-Admin-Funktion. Dadurch lassen sich Matter-fähige Geräte App- und Plattform-übergreifend via SmartThings steuern.

Das war natürlich nur ein kleiner Ausschnitt. Matter-fähige Geräte werden mittlerweile auch von AmazonNanoleafAVMLGAqaraIKEAHomematic IP und vielen weiteren Herstellern angeboten oder entwickelt.

Verschiedenste Hersteller haben ihre Produkte schon auf den neuen Matter-Standard umgestellt oder aktualisiert. (Symbolbild)

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FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ein paar der häufig gestellten Fragen zum Matter-Thema beantworten wir in diesem Abschnitt.

Wir hoffen, wir konnten dir mit diesem Blogbeitrag Matter ein kleines Stückchen näher bringen. Du blickst noch nicht ganz durch? Kein Problem! Stell uns deine Fragen gerne in den Kommentaren.

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