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Rückkehr der Business-Referenz? Samsung Galaxy Note10 im Test



Zugeordnete Tags Samsung | Galaxy Note | Test
Bereiche

Bewertung
Mehr Note als Tugend
4

 Pro

  • Aura Glow sieht einfach nur toll aus
  • Hochwertige Materialien
  • Sehr gutes Display
  • Ausreichend Leistung auch für Anspruchsvolle
  • S-Pen & stattliches Zubehör
  • Gute Kameraleistung
  • Akku reicht für einen Tag

 Contra

  • Das Note-Feeling fehlt komplett
  • Keine microSD-Option
  • Bixby ist mir zu aufdringlich
  • Low Light & Ultraweitwinkel überzeugen nicht
  • Starke Vibrationen bei Audio

Beinahe zwei Jahre ist es her, dass ich das Samsung Galaxy Note8 unter die Lupe nehmen durfte. Damals war die Reihe vor allem durch die im wahrsten Sinne hitzige siebte Generation in Verruf geraten. Dabei war die achte Auflage des Business-Brockens doch technisch schon eine ordentliche Kampfansage. Das Display zeigte sich auch überzeugend eigenständig und kam mir seinerzeit noch ganz schön gewaltig vor.

Heute halte ich das Galaxy Note10 in Händen und bin ein wenig verwundert. Wahrscheinlich, weil ich mit dem Huawei P20 Pro schon einige Monate einen ordentlichen Klotz mit mir rumtrage und sechs Zoll und mehr doch schon längst im Mainstream angekommen sind. Da brechen die 6,3 Zoll des Note10 mit meiner Erwartung einer neuen Android-Wuchtbrumme. Ich lasse jetzt mal die dummen Sprüche zum Thema Größe weg und sage einfach: Das muss rein gar nichts heißen. Immerhin deutet der Preis von aktuell etwas mehr als 900 Euro auf die wahre „Größe“ des Samsung-Smartphones hin, was ich mir am besten im Test bestätigen lasse.

Lieferumfang

Kein Platz für Rappeln im Smartphone-Karton

In Zeiten der Nachhaltigkeit ist kein Platz mehr für ausladende Umverpackungen. Entsprechend kommt auch das Samsung Galaxy Note10 in einem Karton daher, der kaum breiter als das Smartphone ist. Geziert wird der Deckel der Verpackung von einem stilisierten, blauen Pen und dem Note10-Schriftzug. Deckel ab und schon finde ich erwartungsgemäß das Smartphone, das ich für das weitere Unboxing einstweilen zur Seite lege.

Im weiteren Verlauf komme ich mir wie eine Mischung aus Indiana Jones und Origami-Großmeister vor, denn der Karton bietet richtig viel Zubehör, verpackt und versteckt in nie im Leben reproduzierbaren Faltschachteleien. Es braucht also Fingerspitzengefühl, um das restliche Zubehör non-destruktiv zutage zu fördern. Belohnt werde ich mit:

  • dem Netzadapter
  • einem USB-Kabel mit zwei Typ-C-Steckern
  • einem Adapter von USB auf USB-Typ-C
  • zwei Ersatzminen für den S-Pen
  • dem Tool zum Wechseln der Minen
  • zwei paar Ohrpassstücken für die ebenfalls beiliegenden In-Ears von AKG
  • einem SIM-Tool
  • jeder Menge Beileger

Da die Beileger und das SIM-Tool im Deckel klemmen, habe ich sie erst gar nicht wahrgenommen und wollte schon fast meckern, wie ich den Dual-SIM-Slot denn öffnen soll. Ein zweiter Blick in alle Ecken lohnt sich also. Ankreiden könnte ich dem Note10 dabei höchstens, dass es beim Note8 zum Beispiel noch einen Adapter mehr gab. Da ich den aber ohnehin nie gebraucht habe, wäre die Kritik verfehlt.

Kompakter, schwarzer Karton mit auffälligem Stift-Icon
Hallo Samsung Galaxy Note10!
Wer ans Zubehör will, darf ein Puzzle lösen.
Zubehör ist reichlich vorhanden.
Aber wer nicht in den Deckel schaut, verpasst das SIM-Tool.
USB-Adapter
Klassiker: die kleine Zange zum Wechseln der Pen-Minen.
Kompakter, schwarzer Karton mit auffälligem Stift-Icon
Design

Das Note-Design: nicht innovativ, aber todschick

Der Stein der Weisen ist das Design der Galaxy-Smartphones der Note-Serie schon eine Weile nicht mehr. Zu etabliert sind die Charakteristika und zu bekannt durch die Konkurrenz sind die Änderungen im Vergleich zur Vorgängergeneration. Auf der Vorderseite gibt es ohnehin nicht viel Spiel für Spielerei. Das Display ist immer noch zu den Seiten hin abgerundet, allerdings hat es jetzt auch nach oben und unten keinen wirklichen Rahmen mehr. Die Frontkamera guckt Notch-frei oben aus dem Display heraus und ist entsprechend ausgespart. Der Fingerabdrucksensor sitzt direkt im Bildschirm.

Auch rundherum kommt mir Vieles bekannt vor. Oben finde ich den SIM-Slot, unten rechts ist der Stift im Smartphone eingeklinkt. Daneben sitzt einer der Lautsprecher gefolgt vom USB-C-Port. Im Vergleich zu den Vorgängern ist die Bixby-Taste von der rechten Seite verschwunden und in den Power-Knopf übergegangen. Die einzigen eigentlichen Tasten finde ich mit Power-Knopf und Lautstärkewippe links am Note10. Auf der Rückseite prangt natürlich noch die Triple-Cam und die sieht vom Design her inzwischen mehr nach Huawei als nach Samsung aus.

Was ich aber dabei unumwunden zugeben muss: Das Galaxy Note10 wirkt durchweg absolut hochwertig und edel und hat mich nach dem Auspacken mit einem Wow zurückgelassen. Fast wäre ich wegen der Optik ins Schwelgen gekommen, aber man soll sich ja nicht blenden lassen. Was wirklich schwer ist, denn die Rückseite meines Testgerätes – Farbname Aura Glow – schimmert je nach Lichteinfall in allen Farben des Regenbogens. Da starre ich schon erst einmal eine Weile begeistert hin und drehe und wende es in jede Richtung. Zum Glück hinterlasse ich dabei viele Fingerabdrücke, sodass der Glanz ein wenig an Reiz verliert. Ebenso reizend gestaltet sich übrigens der Edelstahlrahmen, der genauso meinen Blick fängt – hochwertig und haptisch absolut top.

Das ist doch mal was fürs Auge.
Je nachdem, wie das Licht einfällt ...
... liefert Aura Glow ein anderes Farbenspiel.
Hochwertiger & robuster Gehäuserahmen
Die einzigen Hardware-Buttons liegen auf der linken Seite.
Drei Rückkameras in Huawei-typischer Anordnung
Das ist doch mal was fürs Auge.
Display

Das Display: kleiner als erwartet & brillant wie immer

Ist das Display des Samsung Galaxy Note10 groß? Bei einem 6,3-Zöller kann man diese Frage eigentlich nur mit „Ja“ beantworten. Aber was hab ich denn dann zu mosern? Nun, für mich waren die Notes immer die Brocken unter den Smartphones, Multitouch-gewordene Arbeitsplatten sozusagen. Als ich das Note10 in der Hand hatte, war ich allerdings ein wenig enttäuscht, wie “klein” das Smartphone doch ist. Im direkten Vergleich mit meinem P20 Pro verliert das Samsung seinen monumentalen Touch, was sicher auch der allgegenwärtigen Unsitte der Teilung in Standard- und Plus-Variante geschuldet ist. Immerhin ist das Note10+ nochmal 0,5 Zoll größer.

Ein zweites verdutztes „Aha“ schlich sich beim Blick auf die Auflösung ein: „Nur“ 2.280 mal 1.080 Pixel stehen da statt der 3.040 mal 1.440 der Vorgänger- oder Plus-Versionen auf dem Papier. Das kann man aber recht schnell relativieren, denn einerseits liefert das AMOLED-Panel des Note10 auch so absolut knackscharfe Bilder und Texte, andererseits passt die Software die Auflösung ohnehin den Anforderungen an, um Strom zu sparen. Damit dürftet ihr auch beim Note10+ selten die volle Auflösung sehen.

Nach dem haptischen und optischen Aha bleibt mir nur noch übrig, das Display über den grünen Klee zu loben, denn was Samsung hier abliefert, ist absolut spitze. Farben, Kontraste, Dynamik, Blickwinkelstabilität, maximale Helligkeit – bei all dem liefert das Note10 hervorragend ab und ermöglicht ungetrübten Smartphone-Genuss auch bei Sonnenschein. Das Panel beherrscht zudem HDR10+, was besondere Dynamik in entsprechenden Inhalten sicherstellt.

Zu guter Letzt sei noch einmal auf den Fingerabdrucksensor hingewiesen, den Samsung im Display verbaut hat. Der funktionierte während meines Tests durchweg reibungslos und entsperrte das Smartphone souverän. Und je nachdem, welche Push-Nachrichten ich während der Standby-Zeit erhalten habe oder welche weiteren Samsung-Apps ich eingerichtet habe, erhalte ich auch noch jede Menge Infos auf dem Standby- oder Lock-Screen, die ich mir zu Gemüte führen kann, wenn der Login doch nicht beim ersten Mal klappt.

Das Display weiß zu überzeugen.
Hohe Helligkeitswerte & ordentliche Blickwinkelstabilität
Das UI ist gefällig, bleibt aber Geschmackssache.
Bewährt: App-Short-cuts wischt man vom rechten Rand herein.
Das Display weiß zu überzeugen.
Hardware

Satte Leistung, die nicht für die Spitzenposition reicht

Nach dem schönen Schein kommt der Ernst der Hardware. Samsung hat im Galaxy Note10 so ziemlich alles verbaut, was man für ein angenehm-ruckelfreies Smartphone-Erlebnis benötigt. Das Datenblatt belegt: Exynos 9825 mit Octa-Core, acht Gigabyte RAM, Mali-G76-GPU und 256 Gigabyte Flash. MicroSD kann das Smartphone nicht, dafür Dual-SIM – auch nichts Ungewöhnliches mehr. Aber was sagen die Benchmarks? Laut AnTuTu ist das Note10 (logischerweise) doppelt so performant wie mein P20 Pro. Ans Galaxy Tab S6 kommt es allerdings nicht ran und im Ranking reicht es nur für Platz 10. Das Ergebnis findet sich auch im PCMark wieder: Dem Tab S6 ist das Note teilweise deutlich unterlegen, nur im Speichertest ist es schneller. Einen Platz unter den Top 10 erringt es nur knapp.

Für die Praxis bedeutet das nicht allzu viel, denn ihr werdet im Alltag keinen Leistungsmangel spüren. Das System rennt nahezu durch jede Standard-Anwendung und auch meinem aktuellen Games-Triumvirat aus „Asphalt 9“, „PUBG“ und „The Elder Scrolls: Blades“ ist das Samsung-Phone mehr als gewachsen. Da ruckelt nichts, da kann ich die Grafik auch mal auf Maximum schrauben, das Note stemmt alles problemlos. Letztlich harmoniert eben die Hardware und liefert so ein Ergebnis, das euch auch noch nach ein paar Jahren überzeugen dürfte.

AnTuTu bestätigt gute, aber nicht überragende Werte.
Unter meinen bisherigen Vergleichsgeräten landet das Note10 auf Platz 2.
PCMark bestätigt das Ergebnis.
Das Note10 muss sich dem Tab S6 geschlagen geben.
Bei Geekbench kommt das Note10 ...
... in vergleichbaren Bereichen weg.
AnTuTu bestätigt gute, aber nicht überragende Werte.
Stift & Software

Mit dem S-Pen durch die Bloatware

Bis zu diesem Punkt könnte man den Namen Note10 wahrscheinlich auch durch die meisten anderen High-End-Smartphones ersetzen. Aber Samsung hat ja bei seiner Note-Reihe noch ein Ass im Ärmel: den S-Pen. Da ich erst das Galaxy Tab S6 testen durfte, habe ich bereits ausführlich Bekanntschaft mit dem Stylus gemacht. Der Unterschied zum Note-Pen ist dabei, dass er erstmal in der Gerätefarbe kommt. Da Aura Glow blöderweise keine oder auch durchaus alle Farben hat, ist mein Pen einfach mal heftig blau. Außerdem wird er wie gewohnt im Smartphone eingeklinkt, lädt dort auch und hängt nicht störend an der Rückseite. Was ich dabei allerdings schon wieder verdrängt hatte: Der S-Pen ist sehr fragil und vermittelt keine besondere Haptik, wenn man ihn hält. Langes Schreiben ist damit nicht besonders angenehm.

Softwareseitig bringt das Note aber einige nette Features mit, die speziell auf den Pen ausgelegt sind. Damit bläht Samsung zwar auch wie gewohnt das Android-Betriebssystem um – wenn man so will – Bloatware wie den Galaxy Store, einen eigenen App Launcher und diverse Pen-Anwendungen auf. Im Gegenzug kann ich aber handschriftliche Notizen auch als Overlay oder bei ausgeschaltetem Display verfassen und speichern. Über die Taste am Pen und Gesten wie eine Kreisbewegung mache ich Fotos oder steure kompatible Apps. Außerdem sind als weitere Gimmicks natürlich Schrifterkennung, Live-Nachrichten, PENUP und AR-Zeichnungen an Bord.

So gesehen ist der S-Pen also eine nette Ergänzung und hebt das Note10 als Alleinstellungsmerkmal über die Konkurrenz. Ein Produktivitäts-Overkill ergibt sich daraus allerdings nicht, denn der Pen ist eben recht klein und auf Dauer unbequem. Apropos unbequem: Auch Bixby empfinde ich nicht unbedingt als Offenbarung. Sie versucht mir zu oft, die gewohnten Google-Dienste zu ersetzen, und kann meistens nicht einmal mehr als diese. Am nervigsten ist dabei, dass der Power-Button jetzt als Bixby-Taste definiert ist. Einfach mal ausschalten durch langen Tastendruck ist da nicht mehr drin. Das muss ich erst in den Settings entsprechend einrichten. Weniger nervig finde ich hingegen, dass ich das Smartphone sehr einfach per DeX oder „Ihr Smartphone“-App mit oder als PC nutzen kann.

Der Stift - klassisch im Smartphone versenkt.
Eigentlich in Phone-Farbe ist der Aura-Glow-Pen in sattem Blau gehalten.
Bekannte & bewährte Pen-Features
Bixby ist auch an Bord und schaltet sich gern mal dazwischen.
Fingerabdrucksensor im Display & Wohltätigkeits-Apps auf dem Lockscreen
Der Stift - klassisch im Smartphone versenkt.
Kamera

Zahlreiche Kamera-Optionen & meist stattliche Ergebnisse

Über Smartphone-Kameras zu sprechen wird immer schwieriger, denn heute muss man da gleich über mindestens vier Linsen referieren. So ist es auch beim Samsung Galaxy Note10: Da ist zunächst die Frontkamera mit 10 Megapixeln und Blende 2.2. Auf der Rückseite gibt es dazu gleich drei „Objektive„, eins als Ultraweitwinkel (16 Megapixel, f/2.2), eins als Weitwinkel (10 Megapixel, f/1.5 bis f/2.4) und eins als Zoom (10 Megapixel, f/2.1). Technisch hab ihr hier also jede Menge Optionen für gelungene Fotos.

Auch die Kamera-Software geht diesen Weg mit und ist einerseits sehr intuitiv bedienbar, andererseits aber auch extrem vielseitig mit jeder Menge Features und Spielereien. So stelle ich zum Beispiel neben Hintergrundunschärfe auch eine Schwarz-Weiß-Färbung des Bild- und Video-Hintergrundes ein. Ich kann damit stundenlang experimentieren und jede Menge nette Effekte erzielen. Und diese Flexibilität gilt sowohl für Fotos als auch für die meiner Meinung nach sehr gelungenen Video-Features.

Bei der Bildqualität scheiden sich leider einmal mehr die Geister und ich persönlich bin der Meinung, dass sich das Note nicht so recht von der Konkurrenz absetzen kann. So ist das Konzept mit den drei Linsen zwar cool im Alltag, aber als Neuheit oder Alleinstellungsmerkmal taugten sie eben nicht. Das Gleiche gilt auch für die Qualität: Bei Tageslicht ist alles super und die Bilder sind absolut rauschfrei, kontrastreich und detailliert. Wobei ich auch hier sagen muss, dass mich die Ergebnisse des Ultraweitwinkels im Detail qualitativ nicht überzeugen.

Sobald das Licht schwindet, wird das Ganze noch deutlicher. So richtig reißt es die 16-Megapixel-Knipse des Ultraweitwinkels bei Low Light nicht mehr raus und auch die anderen beiden Cams können zwar mit Huawei und Co. mithalten, überholen können sie die Konkurrenz aber nicht. Vor allem im Nachtmodus werden für meinen Geschmack zu viele Defizite deutlich. Bei meinem Huawei P20 Pro ist zwar die Qualität nicht ganz auf dem gleichen Niveau, dafür wirkt das Bild nicht so falsch belichtet, es braucht bei Weitem nicht so lange zum Speichern und es treten während der Aufnahme auch keine kuriosen Fehlpixel auf dem Display auf. Da muss Samsung wohl doch nochmal ran.

Bei Tageslicht liefert der Ultraweitwinkel gut ab.
Der Weitwinkel kann jedoch mit besseren Details punkten.
Ebenso der Zoom.
Der Ultraweitwinkel bleibt so leider ...
... lediglich eine nette Spielerei.
Bei Low Light kommen Weitwinkel und Zoom ...
... deutlich besser klar als der 16-Megapixel-Ultraweitwinkel.
Schon bei leicht schwachem Licht verlieren die Fotos drastisch an Qualität.
Nachtmodus: Ergebniss okay, Aufnahme und Speichern dauern sehr lang.
Bildeffekte gibt es reichlich.
Bei Tageslicht liefert der Ultraweitwinkel gut ab.
Sound

Guter Klang & bass-übertriebene AKG-In-Ears

Beim ersten Rundum-Blick dachte ich schon, das Note10 hätte nur einen Lautsprecher an der Unterseite und würde mich maximal mit Mono beschallen. Bei genauerer Betrachtung stelle ich aber schnell fest, dass auch an der Oberseite noch ein Lautsprecher verbaut ist, und so bekomme ich doch ganz ordentlichen Stereo-Sound auf die Ohren. Klanglich ist das alles für ein Smartphone recht gut, Mitten und Höhen sind relativ ausgewogen bis klar und so mancher Song kann sogar Spuren von Bass enthalten. Allerdings fängt die Rückseite des Smartphones schon bei unter 50 Prozent Lautstärke stark zu vibrieren an und je lauter ich drehe, desto intensiver und nerviger wird die Finger-Massage. Dummerweise verstärken die Vibrationen auch die Klangqualität nicht, wenn ich das Smartphone auf einen passenden Hohlkörper lege.

Da bleibt mir für besseren Sound wohl nur der Griff zu den beigelegten AKG-In-Ears. Und mit denen dreht sich das Bild: Die Mitten kommen etwas undifferenziert, die Höhen sacken gern mal ab und an Bass gibt es sogar für meinen Geschmack deutlich zu viel. Also so richtig das Wahre sind die In-Ears trotz des großen Namens leider nicht. Außerdem kurios: Das Samsung Galaxy Note10 hat keine Klinkenbuchse mehr, also hätte ich gedacht, dass die Ohrhörer per Klinke-zu-USB-Adapter angeschlossen werden. Pustekuchen, die Ohrhörer haben nativ einen USB-Typ-C-Anschluss. Aber vielleicht ist das ja sogar clever weiter gedacht, schließlich gehört USB-C inzwischen auch bei Notebooks und Tablets zum Standard.

Es liegen auch hier wieder hochwertige AKG-In-Ears ...
... statt der üblichen günstigen Stöpsel bei.
Es liegen auch hier wieder hochwertige AKG-In-Ears ...
Akku

Mit "kleinem" Akku über den Tag

Da das Galaxy Note10 recht kompakt daher kommt und zudem ja in seinem Inneren noch Platz für den S-Pen braucht, musste Samsung an anderer Hardware-Stelle sparen. Entsprechend setzt das Note10 auf einen 3.500 Milliamperestunden kleinen Akku und ist damit 800 Milliamperestunden ärmer als der große Bruder. Wie bereits erwähnt, wird das aber zum Beispiel durch die Display-Auflösung kompensiert, sodass ich im Alltag recht gut mit dem Androiden über den Tag komme.

Bei einer Stunde YouTube und mittlerer Helligkeit ziehe ich zirka neun Prozent der Batterie leer, was also im Umkehrschluss bedeutet, dass irgendwo zwischen elf und zwölf Stunden Nutzung Schluss ist. Für den Business-Tag reicht das allemal, für Entertainment-Enthusiasten dürfte es auch genügen. Darüber hinaus ist der Akku in weniger als zwei Stunden wieder voll geladen – mit entsprechendem Ladegerät sogar induktiv.

Fazit

Sehr gutes Smartphone, bei dem der Name den Preis definiert

Kommen wir zum Fazit und eines möchte ich vorwegnehmen: Das Samsung Galaxy Note10 ist ein sehr gelungenes Smartphone, das in vielerlei Hinsicht punkten kann. Aber meine Euphorie hat Grenzen und das aus einem einfachen Grund: Das Note10 rangiert auf einem Level mit Huawei P30, Galaxy S10 oder auch deren Pro- oder Plus-Varianten. Aber das Note-Gefühl ist beim einfachen Note abhandengekommen. Warum ist das so? Früher hielt ich ein Note in den Händen und war überwältigt von seiner Größe, dem Stift und dem Maximum an Features. Die behält Samsung aber dem nochmal teureren Note10+ vor, sodass das einfache Note nicht viel mehr ist als eines von vielen Oberklasse-Smartphones – mit einem Stift. Dafür bezahlt man aber auch gleich einen ordentlichen Batzen mehr. Wirklich gerechtfertigt finde ich das nicht.

Bleibt also der Blick darauf, was das Note10 ist: Es ist – vor allem in Aura Glow – ein Blickfang sondergleichen und zudem ein absolut hochwertig verarbeitetes Stück Technik. Das Display ist top, die Hardware stemmt anstandslos alles und der Stift in Kombi mit diversen Software-Funktionen sowie nette Features zum Koppeln des Smartphones mit PC und Co. definieren einen ordentlichen Business- und Produktiv-Fokus. Letzten Endes ist aber gerade der S-Pen die einzige wirkliche Rechtfertigung für das teure Note10. Wer darauf verzichten kann, darf getrost einen Blick auf das Galaxy S10 werfen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht enttäuscht werden. Wer auf den Stift nicht verzichten will, bekommt für aktuell etwa 900 Euro ein rundes Gesamtpaket auf Höhe der Zeit.

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