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Alles im Blick – Jabra PanaCast mit Jabra Speak 750MS im Test



Zugeordnete Tags Jabra | Webcam | Test
Bereiche

Bewertung
Webcam von Morgen
4,5

 Pro

  • handlich und transportabel
  • intuitive Bedienung
  • außergewöhnliche Bildqualität
  • Praktikabilität im Arbeitskontext

 Contra

  • Kabelverbindung notwendig
  • hoher Preis

Zu kaum einer Zeit wurden digitale Lösungen im Arbeitskontext so stark in den Fokus gesetzt wie im Jahr 2020. Die Corona-Pandemie zwang förmlich zum Umdenken, brachte dadurch aber auch Positives mit sich: zum Beispiel neue Ideen und Innovationen.

Der Audio-Hersteller Jabra hat es sich zur Aufgabe gemacht, Videokommunikation innovativer und einfacher zu gestalten. Die Lösung soll Jabra PanaCast heißen. Mit drei Kameras ausgestattet ermöglicht die Webcam ein Sichtfeld von 180 Grad.

Wie das in der Praxis funktioniert und für wen sich die Anschaffung lohnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Als praktische Ergänzung haben wir außerdem die dazugehörige Freisprechlösung Jabra Speak 750MS, genauer unter die Lupe genommen.

Lieferumfang

Handlich & umweltbewusst

Umweltfreundliche Verpackungswahl bei Jabra
Inhalt der Jabra PanaCast-Verpackung
Inhalt der Jabra Speak 750MS-Verpackung
Umweltfreundliche Verpackungswahl bei Jabra

Die Verpackung der Jabra PanaCast ist klein, handlich und besteht aus Karton. In ihr befinden sich:

  • die Jabra PanaCast
  • ein USB-C zu USB-A-Kabel
  • Papierbeilagen

Auch die dazugehörige Freisprechlösung Jabra Speak 750 MS kommt in einer kleinen Box daher. Diese beinhaltet außerdem einem USB-Bluetooth-Adapter und ein Reise-Etui.

Dass Jabra sich für eine platzsparende und umweltfreundliche Verpackungsvariante entschieden hat, finde ich super. Die inhaltliche Reduzierung auf das Wesentliche unterstreicht zudem den Plug-and-Play-Charakter der Kamera.

(5/5 Punkte)

Design

Das kleine Schwarze

Mit seiner ungewöhnlichen Form ähnelt die Jabra PanaCast einem Flugobjekt.
Die Rückseite der PanaCast zeigt den USB-C-Anschluss.
Mithilfe der Aussparung am Fuß der Kamera, lässt sich die PanaCast an der Wand befestigen.
Mit seiner ungewöhnlichen Form ähnelt die Jabra PanaCast einem Flugobjekt.

Als ich die Webcam das erste Mal in der Hand hielt, war ich überrascht: Mit Maßen von 102 mal 67 mal 20 Millimetern ist die PanaCast geradezu winzig. Dennoch macht sie durch ihr Gewicht von 100 Gramm sowie den schimmernden Metall-Akzenten einen hochwertigen und soliden Eindruck.

Bei der optischen Gestaltung geht Jabra einen minimalistischen Weg. Die Kamera ist ganz in Schwarz gehalten, lediglich der verbaute Leuchtstreifen und das Jabra-Logo setzen einen Kontrast. Knöpfe oder Schalter habe ich hier vergeblich gesucht, nur einen zur Verbindung notwendigen USB-C-Anschluss konnte ich finden.

Wirklich auffällig ist die ungewöhnliche Form der PanaCast. Von der Vorderseite betrachtet, ähnelt sie eher einem futuristischen Flugobjekt als einer Webcam. Durch dieses Design entsteht nicht nur ein hoher Wiedererkennungswert, die Wahl könnte auch pragmatische Gründe gehabt haben:

Mit Hilfe des an der Unterseite befestigten Fußes steht die Kamera nämlich recht stabil und lässt sich nach oben oder unten ausrichten. In unserem Test haben wir sie auf einem Tisch abgestellt, theoretisch lässt sie sich – dank einer bereits integrierten Aussparung – auch direkt an die Wand schrauben.

Das Jabra Speak 750 ist im Design ähnlich minimalistisch wie die PanaCast.
Auf der Unterseite der Freisprechlösung befindet sich der Standfuß, sowie der USB-Bluetooth-Adapter.
Durch die Leuchtelemente passen Kamera und Speaker gut zusammen.
Das Jabra Speak 750 ist im Design ähnlich minimalistisch wie die PanaCast.

Über die Optik des Jabra Speak lässt sich Ähnliches sagen. Auch dieser ist in Schwarz gehalten, lediglich der Lautsprecher selbst besitzt ein Chrom-Finish. Durch den integrierten Standfuß richtet ihr die runde Freisprechlösung nach Belieben aus. Die unterschiedlichen Bedienungsmöglichkeiten leuchten bei Aktivierung auf dem Gehäuse auf und können per Touch ausgewählt werden.

Meiner Meinung nach verkörpert das Design der PanaCast genau das, was Jabra als „erste intelligente Plug-and-Play-Videolösung“ bezeichnet: Einfachheit, Einzigartigkeit und Praktikabilität.

Das Jabra Speak 750 ist außerdem passend auf die Kamera abgestimmt. Dadurch ergeben die beiden Geräte in Kombination ein stimmiges Gesamtbild. Durch ihr handliches Format und den verbauten Standfuß lassen sie sich zudem flexibel platzieren und gut transportieren.

(5/5 Punkte)

Technische Daten

Ich sehe was, was du nicht siehst

Wo andere Webcams pixelige Bilder liefern, setzt Jabra mit der PanaCast auf Qualität. Verbunden wird das handliche Device mittels USB-C- zu USB-A-Kabel. Die verbauten Kamera-Sensoren unterstützen Auflösungen von bis zu 4K. Genauer ausgedrückt werden Videos mit bis zu 3840 x 1080 Pixeln (px) mit maximal 30 Bildern pro Sekunde (fps) aufgenommen.

Die Besonderheit der Jabra PanaCast liegt jedoch in ihrer Panoramafunktion. Durch die Integrierung von drei Kameras entsteht ein horizontales Sichtfeld von 180 Grad, vertikal sind es 54 Grad. Dieses Feature vereinfacht vor allem Videotelefonie in Meetings, da mehrere Personen bequem über ein einziges Device aufgenommen werden können. Außerdem verkürzt sich der Abstand zur Kamera, wodurch also auch kein besonders großer Meetingraum-Tisch genutzt werden muss.

Die Kamera erkennt automatisch, wie viele Personen sich im Bild befinden und schneidet es dementsprechend zu. Weiterhin stellt sie Helligkeit, Kontrast, Sättigung sowie Schärfe und Weißabgleich automatisch ein.

Außerdem besitzt die Webcam zwei integrierte Mikrofone. In unserem Test haben wir jedoch die verbauten Mikrofone im Jabra Speak 750 genutzt.

Die drei verbauten Kameras nehmen Videos mit bis zu 3840 x 1080 Pixeln auf.
Die drei verbauten Kameras nehmen Videos mit bis zu 3840 x 1080 Pixeln auf.

Das Jabra Speak 750 kann ebenfalls über ein (im Gerät integriertes) USB-A-Kabel am Notebook angeschlossen werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Freisprechlösung via Bluetooth zu verbinden. Die Reichweite beträgt 30 Meter, wenn der USB-Bluetooth-Adapter genutzt wird und 10 Meter ohne Bluetooth-Adapter.

Wir haben das Speak 750 zusätzlich zum Test hinzugezogen, um die bestmögliche Gesprächsqualität zu erfahren. Das verbaute Vollduplex-Sound-System sorgt dafür, dass der Gesprächspartner selbst dann noch verstanden wird, wenn ihr gleichzeitig sprecht. Das integrierte omnidirektionale Mikrofon nimmt zudem Geräusche aus allen Richtungen wahr. Dadurch können bis zu sechs Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung deutlich verstanden werden.

Unser Speak 750 kommt mit der Microsoft Teams (MS) Zertifizierung.
Unser Speak 750 kommt mit der Microsoft Teams (MS) Zertifizierung.
Praxistest

Multidimensionale Vision mit eindimensionalem Anschluss

Soviel zur Theorie, doch was sagt die Praxis? Wir haben sowohl PanaCast als auch Speak 750 in Microsoft Teams zu dritt getestet: meine Testpartnerin Sarah und ich an einem Ende, Kollegin Johanna am anderen Ende der Leitung. Die Wahl der Plattform erfolgte aufgrund der Microsoft Teams-Zertifizierung des Lautsprechers. Theoretisch können beide Geräte aber auf zahlreichen anderer Plattformen genutzt werden, zum Beispiel Zoom, Skype, Panopto oder Slack.

Die Verbindung lief in unserem Test unkompliziert ab. Nach Anschluss der PanaCast und des Speak 750 mussten die Testgeräte nur noch in Microsoft Teams als Kamera, Mikrofon sowie Lautsprecher eingestellt werden, dann konnte es auch schon losgehen.

Nach Beginn des Videotelefonats erkannte die PanaCast automatisch die Anzahl der Gesprächspartner vor der Kamera und wählte einen sinnvollen Bildausschnitt aus.

Unserer Gesprächspartnerin Johanna fiel sofort die gute Bildqualität auf. Die Befürchtung, es könne am Rand des Bildes durch die Weitwinkel-Funktion zu Verzerrungen kommen, bewahrheitete sich nicht. Vielmehr sorgte der ungewöhnlich weite Blickwinkel für einen gewissen Wow-Effekt.

Die PanaCast schneidet das Bild automatisch in einem sinnvollen Format zu.
Werden mehrere Gesprächspartner in Microsoft Teams nebeneinander betrachtet, wechselt das Bild automatisch zwischen den sprechenden Personen.
Die PanaCast schneidet das Bild automatisch in einem sinnvollen Format zu.

Durch das Speak 750MS konnten wir Johanna jederzeit klar verstehen. Nach meinem Empfinden war eine deutliche Verbesserung der Gesprächsqualität im Vergleich zu gewöhnlichen Notebook-Lautsprechern wahrnehmbar.

Auch Johanna verstand uns am anderen Ende klar und deutlich. Dadurch, dass das Mikrofon nun aber etwas weiter entfernt stand, als für gewöhnlich das Notebook, mussten wir teilweise etwas lauter sprechen. Trotzdem entstand eine natürliche Gesprächsatmosphäre. Vor allem das Gemeinschaftsgefühl, welches in einem face-to-face Meeting herrscht, war durch die gemeinsame Nutzung einer Kamera stärker, als bei der Nutzung individueller Notebook-Kameras. Zudem musste die PanaCast durch ihre 180 Grad-Ausrichtung nie gedreht werden, um zu zeigen, wer gerade spricht.

Wird das Speak 750MS angeschlossen, öffnet sich in Microsoft Teams ein Einführungs-Fenster.
Das Speak 750MS sorgte in unserem Test für eine natürliche Gesprächsatmosphäre.
Wird das Speak 750MS angeschlossen, öffnet sich in Microsoft Teams ein Einführungs-Fenster.

Also alles super? Nicht ganz: An einem Punkt erscheint die zukunftsweisende Idee Jabras weniger fortschrittlich. Meiner Meinung nach betrifft das den Anschluss der PanaCast. Denn während das Speak 750 problemlos kabellos mit dem Kommunikationsgerät verbunden werden kann, geht das bei der PanaCast ausschließlich über das mitgelieferte USB-C zu USB-A-Kabel.

Doch was genau ist daran ein Problem? Zum einen werden Notebooks heutzutage mit immer weniger Anschlüssen ausgestattet. Zwar können Adapter hier Abhilfe schaffen (beispielsweise USB-A zu USB-C-Adapter), jedoch auch nur bis zu einem gewissen Maß. Möchte man in der Meeting-Situation beispielsweise noch eine USB-Maus verwenden und das Notebook mit Strom versorgen, wird es schon eng.

Zum anderen war uns das Kabel während des Tests oft im Weg. Entweder wackelte die Kamera oder gelangte durch das verdrehte Kabel und den schmalen Standfuß in Schief-Lage. Möchte man während des Telefonats zudem mit dem verbundenen Notebook mitschreiben, muss immer die Länge des Kabels im Hinterkopf behalten werden oder an die Verlängerung  des Kabels gedacht werden.

(4/5 Punkte)

Fazit

Die Zukunft hat ihren Preis

Meiner Meinung nach macht Jabra mit der PanaCast einiges richtig. Für Meeting-Situationen ist die Webcam durch den weiten Aufnahmewinkel gerade in der heutigen Zeit super geeignet, da auch Mindestabstände problemlos eingehalten werden können.

Zudem gestaltet Jabra die Einrichtung beider Devices sehr einfach. Die Jabra Direct Anwendung kann für eigene Anpassungen heruntergeladen werden – muss aber nicht. Dadurch und durch die vielen unterstützten Plattformen sind sowohl Jabra Speak 750 als auch PanaCast sehr benutzerfreundlich.

Inwiefern sich die Anschaffung der Videokonferenz-Lösung tatsächlich lohnt, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Allerdings richtet sich das Device ohnehin eher an Unternehmen als an Privatkunden. Das ist auch am Preis ersichtlich: Die Jabra PanaCast bekommt ihr für aktuell 1.065 Euro, das Speak 750MS liegt preislich bei 346,84 Euro.

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