Neues Patent von Microsoft schockt

von Clemens Behrendt

· 2 min Lesezeit

Aufgrund des neuen Windows 10 ist Microsoft derzeit in aller Munde. Aber nicht nur im Software-Bereich ist der Konzern aktiv. Mit der Anmeldung eines neuen Patents für schockbare Kleidung versucht das Unternehmen sein Portfolio zu erweitern und wird dabei auch im Wearables-Segment aktiv. Die Idee ist, dass sich die Klamotten mit Stromimpulsen beim Träger melden, sobald Mails, SMS oder Anrufe eingetroffen sind. Eingeplant sind aber noch weitere Funktionen.

Schockierende Nachricht?
Schockierende Nachricht?

Warum das Ganze?

Der Hintergrund dieser Idee ist laut eigenen Angaben, dass wir unsere Informationen immer häufiger über mobile Geräte erhalten und sich das entsprechend auf unseren Alltag auswirkt. So rufen wir unsere Mails beim Laufen ab, neigen dazu, selbst beim Autofahren das Telefon zu checken und auch in Meetings will man immer auf dem aktuellen Stand seines Smartphone-Geschehens sein. Microsoft argumentiert, dass ein solches Verhalten nicht nur gefährlich, sondern gerade während eines Termins auch schlicht unhöflich sein kann. Geräte wie Google Glass können zwar auch auf Neuigkeiten hinweisen, ohne die Hände verwenden zu müssen. Allerdings werden sie aus Privatsphäre-Gründen gesellschaftlich noch nicht akzeptiert. Daher, so die Überlegung der Entwickler, wäre es doch praktisch, wenn sich stattdessen unsere Kleidung möglichst von allein melden und auf Neuigkeiten hinweisen könnte.

Stimulieren, kontrollieren, informieren

Mit dem neuen Patent hat sich Microsoft die Idee zumindest schon einmal gesichert. Laut eigener Angaben könnte die Kleidung aus einer Vielzahl von elektrischen Elementen bestehen, welche durch das jeweilige vernetzte mobile Gerät die Signale und Impulse an die Haut weiterleiten. Je nach Dringlichkeit sollen sich die Stimuli unterscheiden und verweisen so beispielsweise auf Anrufe, SMS, Mails oder auf Termine und die gegenwärtige Tageszeit.

Durch die verschiedenen in der Kleidung befindlichen Sensoren könnte auch die Körperhaltung der jeweiligen Person analysiert werden. Sitzt jemand zu krumm oder zeitlich schlicht zu lang, könnte das T-Shirt beispielsweise darauf aufmerksam machen, dass mal wieder eine stehende Position oder ein gerades Sitzen angebracht ist. Auch die Schuhe sollen in der Lage sein, einen unterschiedlich starken Druck zu reflektieren und dadurch auf eventuell ungesundes Laufen oder Stehen hinzuweisen. Außerdem wird die Kleidung ihren eigenen Zustand (nass, schmutzig, beschädigt) im Auge behalten und den Nutzer darüber informieren.

Hose beschädigt? Sie wird‘s euch sagen
Hose beschädigt? Sie wird‘s euch sagen

Bei Anruf, Schock

Ob es die intelligente Kleidung von Microsoft irgendwann für den Massenmarkt wirklich geben wird, ist noch ungewiss. In einer Zeit aber, in welcher alles miteinander vernetzt wird und sogar Straßen an Intelligenz und Kommunikation hinzugewinnen, wirkt Microsofts Idee der smarten Kleidung gar nicht so fern. Mit dem Patent sichert sich das Unternehmen jedenfalls schon einmal die Rechte an der Idee und verhindert damit die  kommerzielle Umsetzung  ähnlicher Projekte durch ihre Mitbewerber. Es hängt nun also von Microsoft ab.

Wie erstrebenswert es aber für die Konsumenten ist, wenn sich beispielsweise die Arbeit im Feierabend meldet und mehr oder weniger intensive Stromimpulse folgen, wird sich erst noch zeigen. Da Microsoft mit Windows 10 außerdem den Datenschutz nicht wirklich ernst zu nehmen scheint, stellt sich auch bei der smarten Kleidung die Frage, was mit den aufgezeichneten Daten geschieht. Die Devise heißt also: abwarten.

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