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Windows 10 – gratis & revolutionär?



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Das eigene Leben ähnelt irgendwie dem Verlauf von Windows. Man wird älter, lernt immer Neues hinzu und ist dem stetigen Wandel der Zeit ausgesetzt. Mit dem am 29. Juli erscheinenden Windows 10 kündigen sich bei Microsoft womöglich neue Wege an. Über die vielen spannenden und neuen Funktionen ist bereits viel berichtet worden. Aber findet die wichtigste Neuerung nicht vielleicht an einer ganz anderen Stelle statt? Schließlich öffnet sich Microsoft zunehmend der Mitarbeit der Nutzer, thematisiert den Open-Source-Trend und wirbt selbst mit „Windows 10: The Next Chapter“.

Windows 10 - noch 7 Tage
Windows 10 - noch 7 Tage

Der Trend von Open Source

Die immer breiter vernetzte Welt inklusive der Möglichkeit, im globalen Maßstab beinahe gratis zu kommunizieren und zu arbeiten, fordert(e) das bisher dominierende und auf Patenten und geheimen Quelltexten basierende System heraus. Denn Quelloffenheit, so der Forscher Jeremy Rifkin in seinem aktuellen Buch, wurde und wird im Zuge der neuen Technologien „zum Mantra einer Generation“. Immer mehr Menschen auf der Welt wirken in ihrer Freizeit unentgeltlich zusammen und erschaffen auf nicht kommerzieller Basis neue Verfahren und Software wie beispielsweise Linux oder Open Office. Auch wenn derartige quelloffene Software die Computerwelt (noch?) nicht dominiert, ist unübersehbar, dass es in weiten Teilen der Gesellschaft Unterstützung findet. Auch die Geschäftswelt greift immer häufiger darauf zurück, weil es durchaus Wettbewerbsvorteile bieten kann. Laut Rifkin läuft Linux heute „in über 90 Prozent der schnellsten 500 Supercomputer“ und auch immer häufiger in Tablets und Mobiltelefonen (Stichwort Ubuntu).

Microsoft unter Druck

Windows 10 - plattformübergreifend
Windows 10 - plattformübergreifend

Gerade Linux als Open-Source-Plattform bringt die Windows-Macher zunehmend unter Druck. Der Finanzchef von Microsoft gestand auf einer Konferenz sogar, dass das Wachstum des gesamten Unternehmens gefährdet sei, wenn sich Linux als „Phänomen auf dem Desktop“ etabliere. Und so zog Microsoft schließlich mit, gab bereits vor einigen Jahren erstmals Quelltexte preis und öffnete den Zugang zu ihnen auch für auserwählte Universitäten. Außerdem arbeitete es wohl daran, Regierungen von der Nutzung von Open-Source-Software abzuhalten und schließlich, ganz aktuell, wird nicht einmal mehr ausgeschlossen, dass Windows irgendwann völlig quelloffen sein könnte.

Klar, warme Worte sind noch lang keine Garantie. Aber es zeigt, unter welchem Druck Microsoft seitens der Open-Source-Gemeinde steht. Auch wenn ihre Quelltexte vorerst weiter und selbst mit dem innovativen Windows 10 weitgehend unter Verschluss bleiben werden, kündigt sich aus anderer Richtung eine firmenpolitische Neuausrichtung an.

Windows 10 - Das gratis Windows?

Windows 10 - Nicht nur für Insider
Windows 10 - Nicht nur für Insider

Wenn sich die Kreativität immer weiter demokratisiert und aufgrund der globalen Zusammenarbeit selbst Betriebssysteme ganz oder beinahe kostenlos sind, scheinen selbst auch etablierte Firmen über einen Strukturwandel nachdenken zu müssen.

Mit dem neuen Windows 10 könnte Microsoft diese Vermutung unterstreichen und schlägt scheinbar eine neue Richtung ein. Denn es wird kostenlos sein. Zugegeben: Nicht ganz. Aber beinahe. Denn habt ihr ein Gerät eines Microsoft-Partners inklusive des vorinstallierten Windows 7, 8 oder 8.1, könnt ihr euer Betriebssystem im ersten Jahr kostenlos upgraden. Auch für den Fall, dass ihr eine Retail-Version gekauft habt, besteht die Möglichkeit zum Gratis-Wechsel.

Und selbst dann, wenn ihr weder Geld für das neue Betriebssystem opfern wollt, noch ein Gerät mit den genannten Windows-Versionen habt, könnt ihr euch erstmals eine legale Version sichern. Das funktioniert mit dem sogenannten „Insider-Programm“, bei welchem sich jeder für die kostenlose Nutzung der Vorabversionen anmelden kann. Microsofts Plan hierbei ist, dass es ab dem Launch von Windows 10 häufig Updates geben wird und auch Microsoft immer mehr auf die Schwarmintelligenz der globalen Community setzen möchte. Die Nutzer des Inside-Programms sind demnach die Betaphasen-Tester neuer Updates und können als „Dankeschön“ Windows 10 kostenlos nutzen.

Preise und Tipps

Jene unter euch, die kein Versuchskaninchen spielen wollen, denen Betaphasen zu unsicher sind oder beispielsweise noch das ältere Windows-XP nutzen, können sich ab kommender Woche das Original kaufen. Bisher bekannt ist, dass Windows 10 Home 135 Euro kosten wird. Der Preis für die Edition von Windows 10 Pro könnte sogar 279 Euro betragen.

Ein Tipp für Sparer: Kauft euch lieber die günstigere Windows-7-Version und führt das kostenlose Upgrade innerhalb des besagten Zeitraums durch. „Im ersten Jahr“ heißt übrigens, dass der Wechsel innerhalb des ersten Jahres nach dem offiziellen Release stattfinden muss und die Nutzung ab diesem Zeitpunkt vollkommen gratis sein wird.

Natürlich könnte man meinen, dass Windows schon so oft kostenlos zur Verfügung steht, weil es doch beim PC-Kauf in der Regel vorinstalliert ist. Allerdings ist in einem solchen Fall der Preis der Software bereits im Verkaufspreis des Rechners enthalten und erhöht ihn dadurch. Gratis ist das Betriebssystem da also nicht. Während bisher nach einem Windowskauf vor allem die Sicherheitsupdates kostenlos zur Verfügung standen, sind es ab nächster Woche nun auch die funktionalen Updates, welche Microsoft nach ihrer Fertigstellung verteilen will.

Dass nun der Wechsel zwischen den verschiedenen Versionen tatsächlich für viele Konsumenten gratis sein wird und weiterhin bleiben dürfte, könnte tatsächlich eine Art „Zeitenwechsel“ der Microsoft-Unternehmensgeschichte einläuten.

Eingeschränkt kostenlos, aber (noch) nicht Open Source

Dass selbst derart große Unternehmen wie Microsoft von den allgemeinen Strukturentwicklungen nicht unbeeinflusst bleiben, zeigt sich in ihren Zielen: Scheinbar holt sich der Branchengigant zunehmend auch die Nutzer ins Entwicklungs-Boot und bereitet gleichzeitig kostenlose Angebote vor.

Wie ihr aber seht, wird Windows 10 nur mit gewissen Einschränkungen bzw. nur für eine bestimmte Nutzergruppe gratis sein. Aber das ist schon einmal besser als nichts und man bekommt den Eindruck, dass Microsoft in Zeiten zunehmender Gratis-Angebote um die eigenen Nutzer bangt. Denn besteht nicht die Gefahr, dass die Nutzer auf ein teures Windows verzichten und stattdessen lieber auf die vielen kostenlosen Angebote von Google, Apple oder sogar Linux zurückgreifen? Geht es also gar nicht primär um neue Marktanteile, sondern eher um den potentiellen Verlust der alten im Zuge neuer Trends? Wie auch immer. Wenn Microsoft auch das Thema Datenschutz nicht außer Acht lässt, dürfte dank vieler neuer Funktionen auf uns PC-, Tablet-, Smartphone- und Konsolen-Nutzer eine spannende Zeit zukommen.

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