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Produkttest: Bose SoundLink Wireless Speaker Standard



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Teuer, kein AirPlay: Lohnt sich der Kauf des Bose SoundLink wirklich?
Nachdem Ansgar sich Anfang des Jahres im CyberBloc bereits ausführlich mit dem Bose SoundLink Wireless Mobile Speaker auseinandergesetzt hat, wollte ich selber sehen, ob das System für mich in Frage kommt. Anders als er, habe ich nicht die Premium-Ausführung getestet, sondern das Standard-Modell. Für 50 Euro weniger, bekomme ich die identische Technik, dafür aber anstatt einer dunkelbraunen Leder-Abdeckung und eines silberfarbenen Alu-Gitters „nur“ eine dunkelgraue Nylon-Verkleidung und ein schwarzes Aluminium-Gitter. Eine Frage des persönlichen Geschmacks. Außerdem kann ich bei Bose jederzeit Nylon- und Leder-Abdeckungen in weiteren Farben für 29,95 Euro bzw. 49,95 Euro nachkaufen, falls meiner Freundin mal nach burgundrotem Leder oder violettem Nylon sein sollte.
Auf den ersten Blick sehen meine Augen eine retro-angehauchte Speakerbox, die sich mühelos in der Tasche oder dem Rucksack transportieren und in nahezu jeder Umgebung aufstellen lässt. Das erste praktische Detail ist der aufgeklappte Schutzdeckel aus strapazierfähigem Textil (Nylon) oder in der Premium Version aus Leder. Dem Apple Smart Cover für das iPad gleich, lässt sie die Abdeckung praktisch zu einem passablen Standfuß umklappen. Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss und ein Bluetooth-Symbol sind schnell identifiziert, ebenso die Laut- und Leise-Funktion via Tastendruck. Gar kein Display? Nein, dezente Symbole leuchten unterhalb der Tastenbar auf, wenn man eine Funktion in Betrieb nimmt. Ich entscheide mich spontan für die schnelle und kabellose Variante namens Bluetooth. Man höre und staune, es kommt Musik aus dem SoundLink und das auch recht ordentlich. Ich bin begeistert. Schnell mal durch meine Mediathek gezappt, höre ich in verschiedene Genre rein und muss gestehen, dass das Bose SoundLink stets einen passablen und sogar gewaltiger Sound liefert. Jetzt mal schnell die knapp 1,3 Kilo in die Hand genommen und ran an die Anlage. Klinke rein, AUX drücken, und los geht’s wieder. Fetzt.

Erstaunlich gut, schnell und unkompliziert ging das Pairing von iPhone, iPod, iPad und Co vonstatten. Die Verbindung war in Sekundenschnelle da und in jedem meiner Tests ausnahmslos stabil. Ordentlich ist auch der Preis. Knapp 300 Euro kostet das gute Stück aus dem Hause Bose in der Standardversion. Wer auf Chrom und Leder steht, muss noch einen 50er drauflegen.

Nach dem ersten Blick- und Hörkontakt stellt sich mir die Eingangs gestellte Frage immer und immer wieder im Laufe des Musikabends. Lohnt sich der Kauf des Bose SoundLink Wireless Speaker wirklich? Man soll den Kauf nicht vor dem Abend loben, weshalb zwei weitere Praxistests folgen. Es muss ja nicht immer die Vernunft über den Preis einer technischen und optischen Raffinesse entscheiden, oder? So eine hochwertige, kleine und kabellose Speakerbox hatte ich jedenfalls bislang noch nicht in der Hand.

Praxistest #1: Das Bose SoundLink bei einer gemütlichen Pokerrunde

Freitagabend, 20 Uhr, die Frisur sitzt, das Pokerface ebenfalls. Fünf Freunde und das Bose Soundlink Wireless Speaker um einen Pokertisch verteilt. Nicht viel größer als eine Kartenmischmaschine, dafür mit knapp fünf 5 Zentimetern wesentlich schlanker, bringt der Speaker eine ordentliche Leistung auf den Tisch – jedenfalls was die Musik angeht, denn Kartenspielen kann er (leider) nicht. ;-) Das SoundLink spielt sogar so gut, dass wir es kurzerhand vom Tisch verbannen und in die Ecke stellen müssen, denn die Eiswürfel fangen an, in den Gläsern zu tanzen. Fette Bässe der neusten Electrohits dringen bombastisch in die Atmosphäre ein und ein satter Klangteppich breitet sich im ganzen Zimmer aus. Keiner der teilnehmenden Glücksspieler hätte Anfangs gedacht, dass jene kleine Box sich zu so einem Klangwunder entpuppen würde. Die 25 Quadratmeter unseres Poker-Rraumes werden erstklassig beschallt und auch bei lauteren Gesprächen geht die Musik nicht unter. Nach 2 Stunden und 50 Minuten herrscht Stille im Raum – Akku leer. Passable Leistung aus der mittleren Ferne und schöner Stereoeffekt, wenn man das Gerät in seiner unmittelbaren Nähe aufstellt. Meine Pokerfreunde und ich sind begeistert.

Praxistest #2: Feuchtfröhliches Angrillen mit dem Bose SoundLink

Keine Angst. Auf den Grill werfen wir das Bose-Gerät nicht, vielmehr haben wir dem SoundLink einen Platz in der kleinen, gemütlichen After-Work-Angrill-Runde reserviert. Die Wahl der musikalische Untermalung des Abends fällt auf Buena Vista Social Club in der Endlosschleife. Gemütliche Gartenmöbel auf der kleinen Dachterasse, ein kühles Bier und dazu das gesellige Retro-Design des Bose Soundlink Wireless Mobile Speaker, was sowohl den Herren als auch den Damen gefällt. Die Bässe brummen kräftig, aber so manche zarte kubanische Stimme bleibt auf der Strecke und geht in einer blechernen Lawine kratzend unter. Schade. Auch hier ist nach ca. drei Stunden der Akku ebenfalls am Ende und verabschiedet sich bis zur nächsten Ladung. Gut, dass das Bose Zubehör-Angebot so reichhaltig ist und auch Ersatz-Akkus in schwarz und weiß bereithält. Zwar kostet diese jeweils 89 Euro, aber dafür dauert der musikalische Grillabend länger.

Mein Fazit

Dank des robusten Aufbaus des Bose SoundLink Wireless Speakers, dem strapazierfähigem Material und guten Eigengewicht wirft die Box so schnell nichts um, wenn man ein Tänzchen wagt und aus Versehen den mobile Speaker unsanft berührt. Da so mancher Jungspund denkt, sein Smartphone sei der Ghettoblaster des 21. Jahrhunderts, gab es gleich noch einen kurzen Soundcheck im Vergleich mit dem iPhone 4S. Was soll ich sagen? Das Bose SoundLink hat diesen kleinen Test in Sekundenschnelle gewonnen, auch wenn man hier sicher Birnen mit Äpfeln vergleicht. ;-)

Definitiv gut gelungen sind Design, die kompakte Größe und die intuitive, simple Bedienung. Auch der dicke Bass sorgt für ordentlich Wumms. Die Mankos aber liegen leider auch klar auf der Hand: Ziemlich schwere Konstruktion, wenn man es als Immer-Dabei-Gerät mit sich führt. Das Klangbild bei klassischer Musik und Vocals überzeugt mich nicht und dann wäre da noch der teure Anschaffungspreis a la BOSE, in diesem Fall knapp 300 Euro. Wer also einen mobilen Lautsprecher für den Garten oder die nächste Outdoor-Location sucht, ist für die Untermalung des Ambientes mit rhythmischen Bässen bestens mit dem SoundLink ausgerüstet. Wer jedoch der süßen Stimme von Adele in der Badewanne lauschen mag und ein echter Audiophiler ist, der sollte sich eine „klarere“ Alternative suchen. Vielleicht habt Ihr schon eine gute Alternative gefunden oder habt andere Erfahrungen mit dem Bose SoundLink Wireless Mobile Speaker gemacht? Lasst es mich wissen. Bis dahin werden die Poker- und Grillfreunde wieder von der alten HiFi-Anlage bespielt, da ich das SoundLink wieder abgeben musste.

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1 Kommentar

  1. Jakob Bokelmann schrieb am
    Bewertung:

    Schöner Artikel! Da ich musikalisch vor allem im lauten Elektro verortet bin, haben mir die basslastigen Boxen sehr zugesagt – wenn das Ding nicht so teuer wäre, hätte ich es auch behalten. :D

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