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Kreative Freiheit zum Einsteiger-Preis: Wacom One Kreativ-Display im Test



Zugeordnete Tags Grafiktablett | Wacom | Bildbearbeitung
Bereiche

Bewertung
Grafiktablett zum Spitzen-Preis
4,5

 Pro

  • Batterieloser Stift
  • Großes Farb-Display
  • Software inklusive
  • Standfüße
  • Angenehme Displayoberfläche

 Contra

  • Arbeitet nur mit Stromanschluss
  • Keine programmierbaren Tasten
  • Farbwiedergabe begrenzt

Wer sich gern kreativ auslebt und dafür eine digitale Lösung sucht, kommt an Grafiktabletts nicht vorbei. Doch besonders Tabletts mit Bildschirm können schnell teuer werden: Preise, die 1.000 Euro übersteigen, sind keine Ausnahme.

Wenn du Hobby-Zeichner bist und bisher von hohen Preisen abgeschreckt wurdest, könnte deshalb das Wacom One Stift-Display für unter 400 Euro interessant sein. Anders als bei Grafiktabletts ohne Display, können hier Bildbearbeitungen, Videoschnitt oder Zeichnungen direkt auf dem Display und nicht über den angeschlossenen Bildschirm betrachtet werden.

Ich bin selbst gern künstlerisch unterwegs und habe das Wacom One vor allem für digitale Zeichnungen genutzt. Wie das Stift-Display in meinem Test abgeschnitten hat und welche Vor- und Nachteile das Device meiner Meinung nach bietet, erfährst du in diesem Testbericht.

Lieferumfang

Weg mit langen Anleitungen! Jetzt spricht die Verpackung

Auf den ersten Blick wirkt die Verpackung ziemlich groß für ein Kreativ-Display. Es könnte sogar der Eindruck entstehen, es handle sich um eine Notebook-Verpackung. Allerdings nutzt Wacom den Platz und nimmt den Nutzer mittels der auf der Verpackung abgebildeten Kurzanleitung an die Hand.

Die Verpackung des Wacom One verkörpert Kreativität.
Schon beim Auspacken erfahre ich, wie ich das Tablett einrichten soll.
Der Herausnehmbare Deckel zeigt den Anschluss des Grafik-Displays.
Der in der Verpackung enthaltene Lieferumfang
Die Verpackung des Wacom One verkörpert Kreativität.

In der Verpackung findet sich schließlich Folgendes:

Außerdem bekommen Käufer gleich die passende Software dazu. Dafür ist ein Download und eine Registrierung erforderlich. Mein Paket beinhaltete ein 6-monatiges Abo für Adobe Fresco und Clip Studio Paint Pro, sowie die kostenlose Bamboo Paper Anwendung.

Meiner Meinung nach wird das Erlebnis beim Auspacken durch die kleinen Mitteilungen auf der Verpackung etwas spannender gestaltet. Außerdem weiß der Nutzer dadurch direkt, wie er sein Stift-Display richtig einrichtet. Beim Verpackungsmaterial setzt Wacom hauptsächlich auf Karton, was ich persönlich super finde. Lediglich das Tablet selbst und der Stift sind in Stoff verpackt.

(5/5 Punkte)

Design

Ein A4-Blatt in Schale geworfen

Das große Display bietet viel Raum für kreative Ideen.
Die Rückseite des Tabletts zeigt den Wacom One-Schriftzug.
Die Standfüße, sowie die Stifthalterung dienen als praktische Ergänzung.
Das große Display bietet viel Raum für kreative Ideen.

Das Wacom One ist mit etwa 23 mal 36 Zentimetern recht groß und bietet ein 13,3 Zoll großes entspiegeltes Display. Die aktive Fläche entspricht dadurch in etwa der Größe eines A4-Blattes. Gerahmt wird der Bildschirm von einem schwarzen Rand, der recht breit und dadurch etwas altmodisch wirkt.

Die Kunststoff-Rückseite ist in Grau gehalten und setzt sich so vom Schwarz der Vorderseite ab. Auf ihr wurden zwei ausklappbare Füße verbaut, mit denen sich das Display aufstellen lässt. Zwei Noppen unterhalb sorgen außerdem für einen rutschfesten Stand. Das ist praktisch und macht meines Erachtens das Arbeiten am Schreibtisch wesentlich angenehmer.

Der Power-Button ist am oberen Rand rechts verbaut. Daneben wurde eine Schlaufe befestigt, die als Stifthalterung dient. Links befindet sich der USB-C-Anschluss, über den das Wacom One mit dem Netzteil, sowie einem Notebook oder PC verbunden wird. Die Verbindung zu einem Smartphone oder Tablet ist über einen zusätzlichen Adapter ebenfalls möglich.

Der Wacom One Stift wurde optisch auf das Display abgestimmt und ist ebenfalls in Schwarz und Grau gehalten. Er liegt gut in der Hand und hat ein angenehmes Gewicht – ähnlich dem eines herkömmlichen Stiftes. Zudem besitzt er einen Knopf, der z.B. als Maustaste genutzt werden kann.

Meiner Meinung nach bietet das Design insgesamt viele praktische Eigenschaften. Gerade das große Display, sowie die Standfüße und der handliche Stift samt Stifthalterung gefallen mir gut.

Weniger ästhetisch finde ich persönlich die Kunststoffverkleidung, sowie den breiten Rahmen um das Display. Allerdings kann man angesichts des Preises für mein Empfinden ein Auge zudrücken.

(4/5 Punkte)

Einrichtung

Einrichtung leicht gemacht: Ein Grafiktablett in Grafiken erklärt

Wie bereits erwähnt, wird die Einrichtung des Wacom One auf der Verpackung visualisiert und ist dadurch leicht verständlich. Wo andere Firmen lange Installations-Guides liefern, braucht Wacom nur einige Icons, QR-Codes und Grafiken. Meines Erachtens ist das eine sehr elegante Lösung.

So einfach, wie beschrieben, lief es bei mir auch ab. Der Download des Drivers war innerhalb weniger Minuten getan. Auch der Software-Download verlief unkompliziert, erforderte jedoch eine Registrierung bei Wacom. Anhand der angegebenen Interessen und Nutzungs-Intentionen wurden mir schließlich passende Anwendungen angezeigt.

Für meinen Test habe ich mich für Bamboo Paper entschieden, da die Anwendung kostenlos ist und daher langfristig die günstigste Variante darstellt. Zudem funktioniert sie sowohl auf Windows-Geräten, als auch mobil über iOS oder Android. Da ich die Adobe Cloud bereits installiert hatte, nutzte ich zudem Photoshop.

Der Wacom Driver enthält verschiedene Einstellungsmöglichkeiten und Hilfestellungen.
Für den Download der Software ist eine Registrierung bei Wacom erforderlich
Anhand der angegebenen Interessen, schlägt Wacom dir passende Anwendungen vor.
Nach Registrierung lassen sich die Software-Angebote einlösen.
Der Wacom Driver enthält verschiedene Einstellungsmöglichkeiten und Hilfestellungen.

Ich finde der Einrichtungs-Prozess wird hier so angenehm und einfach wie möglich gestaltet. Wer trotzdem einmal nicht weiter weiß, findet Hilfestellungen in Videoform auf der Wacom-Website.

Die Registrierung wirkt auf den ersten Blick ein wenig störend, allerdings ist sie meiner Meinung nach angesichts der hochwertigen Software verständlich. Zudem entstehen durch ein angelegtes Profil Möglichkeiten der Synchronisierung mehrerer Geräte. So lassen sich beispielsweise die über Bamboo Paper angefertigten Skizzen und Notizen sowohl auf dem Smartphone als auch über das Notebook aufrufen.

Die Bamboo Paper Anwendung ist im Übrigen online frei verfügbar und auch ohne eine Anmeldung nutzbar. Wer sich für das Wacom One entscheidet, muss sich am Ende also nicht zwangsläufig registrieren.

(5/5 Punkte)

Software

Bamboo Paper - die Alternative zu Adobe und Clip Studio Paint?

Die Startseite der Bamboo Paper App.
Die unterschiedlichen Hefte lassen sich individuell gestalten.
Zur Auswahl stehen sechs verschiedene Zeichenwerkzeuge.
Beispiel einer Skizze mittels Aquarell Pinsel
Beispiel Skizze harter und weicher Pinsel
Die Startseite der Bamboo Paper App.

Für eine kostenlose Anwendung bietet Bamboo Paper tatsächlich eine Vielzahl von Bedienmöglichkeiten. So stehen Nutzern hier sechs verschiedene Stifte beziehungsweise Pinsel zur Verfügung. Außerdem lassen sich neben den vorgegebenen Farben auch eigene Farbeinstellungen tätigen.

Die angefertigten Zeichnungen oder Notizen können innerhalb verschiedenster digitaler Hefte gespeichert und editiert werden. Jedes Heft lässt sich zudem mit unterschiedlichen Papiervarianten, Einbänden und Beschriftungen versehen.

Ich war von der Vielseitigkeit des Programms ziemlich überrascht. Meiner Meinung nach ist Bamboo Paper als kostenlose Anwendung eine gute Alternative zu kostspieligeren Anwendungen.

Gerade für Anfänger, die sich erst noch ausprobieren, bietet sie vielzählige Möglichkeiten. Positiv empfinde ich außerdem, dass die App ohne Werbung auskommt und sowohl auf Windows-, als auch iOS- und Android-Geräten funktioniert.

(5/5 Punkte)

Hardware

Natürliches Zeichengefühl dank Wacom One Stift und Displaybeschaffenheit

Damit das Wacom One funktioniert, muss es mit dem Netzteil an eine Streckdose angeschlossen werden. Außerdem benötigt es eine Verbindung zu einem Notebook, Smartphone oder ähnlichen Betriebs-Geräten mittels USB-A- und HDMI-Anschluss.

Zusammengenommen hatte ich vor meiner Benutzung also vier Kabel in der Hand. Dieser Anschluss-Akt ist nicht nur aufwendig, sondern macht das Tablett auch weniger transportabel. Skizzen und Notizen werden dadurch weniger spontan.

Ganz ohne Kabel-Wirrwarr funktioniert dafür der Wacom One Stift. Dieser ist batterielos, muss also nicht aufgeladen werden. Zudem besitzt er 4096 Druckstufen, sowie eine Neigungserkennung bis zu 60 Grad. In der Praxis hat der Stift präzise reagiert, Schattierungen und Schraffierungen fühlten sich für mich sehr intuitiv und natürlich an. Für diese Preisklasse ist das absolut Spitze.

Übrigens ist das Wacom One auch mit Stiften von Drittanbietern kompatibel. Die unterstützten Marken sind auf der Wacom-Website notiert.

Um das Wacom One benutzen zu können, benötigt es einige Kabelverbindungen.
Der batterielose Wacom One Stift reagiert präzise und ist zudem druckempfindlich.
Um das Wacom One benutzen zu können, benötigt es einige Kabelverbindungen.

Für das natürliche Zeichengefühl ist auch die Displaybeschaffenheit maßgeblich verantwortlich. Diese fühlt sich weder zu glatt, noch zu rau an. Dadurch gleitet der Stift angenehm über die Zeichenfläche. Die matte Textur verhindert außerdem störende Reflexionen.

Apropos Zeichenfläche: Das Display löst mit 1920 x 1080 Pixeln in Full HD auf. Dargestellte Inhalte wirken dadurch schön scharf. Etwas schlechter sieht es bei der Farbdarstellung aus. Die sRGB-Abdeckung liegt bei 88,9%, wodurch präzisere Bild- oder Videobearbeitungen weniger gut möglich sind. Auch die Kontraste schwächeln ein wenig. Für professionelle Zwecke ist das Wacom One daher eher ungeeignet, für Einsteiger sind die Werte aber meiner Meinung nach vollkommen ausreichend.

Alles in Allem kann sich die Hardware in dieser Preisklasse sehen lassen. Über das Kabel-Wirrwarr und die etwas niedrigere Farbechtheit des Displays kann ich hinweg sehen. Warum? Weil das Zeichengefühl einfach stimmt. Gerade der Wacom One Stift hat mich dabei sehr überrascht.

 

Display und Wacom One Stift sorgen für ein natürliches Zeichengefühl.
Display und Wacom One Stift sorgen für ein natürliches Zeichengefühl.

Dennoch gibt es einen – für mich sehr wichtigen – Kritikpunkt: die fehlenden Tasten. Gerade wer mit vielen verschiedenen Funktionen arbeitet, sollte Shortcut-Tasten nutzen. Diese lassen sich individuell mit Werkzeugen oder Aktionen belegen, wodurch ein schnellerer Wechsel (beispielsweise zwischen Stift, Radiergummi oder Auswahl-Werkzeug) möglich ist.

Zwar verbaut Wacom an seinem Stift einen Button – es ist aber eben nur EIN Button. Gerade in Anbetracht des breiten Display-Rahmens wäre meiner Meinung nach genug Raum für ein paar ergänzende Knöpfe gewesen.

(4/5 Punkte)

Fazit

Ein Grafiktablett für Einsteiger, das sich sehen lassen kann

Meiner Meinung nach ist das Wacom One besonders für Einsteiger und Hobby-Künstler ein interessantes Zeichen-Tool. Die mitgelieferte Software bietet zudem viele Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben.

Zwar müssen hinsichtlich des etwas weniger hochwertigen Gehäuses, der Mobilität und Farbdarstellung ein paar Abstriche gemacht werden, allerdings kann hier meines Erachtens ein Auge gedrückt werden. Gerade das natürliche Zeichengefühl und der präzise Wacom One Stift haben mich positiv überrascht.

Die fehlenden Tasten sind eine persönliche Präferenz und kein Must-Have. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Features er oder sie benötigt. Vor allem für diesen Preis dürfte es allerdings schwierig werden, ein Zeichendisplay zu finden, das ähnliche Vorzüge bietet, wie das Wacom One.

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