Tests

Bowers & Wilkins PX: ANC & Klang im Test



2
Zugeordnete Tags B&W | Bose | Kopfhörer
Bereiche

Bewertung
1A Klang & Optik
4

 Pro

  • Sehr guter Klang
  • Optisches Highlight
  • Beste Verarbeitung
  • Bequemer Sitz
  • Lange Akkulaufzeit

 Contra

  • ANC mittelmäßig

„Wow, was für ein schöner Bluetooth-Kopfhörer!“ war mein erster Gedanke. Material, Anmutung, Haptik und Form sind auf tadellosem Niveau. Doch hält der Kopfhörer mit aktiver Geräuschreduzierung im einmonatigen Check das, was er beim ersten Eindruck suggeriert?

Zuvor habe ich seinen Konkurrenten, den Bose QC35 II getestet, der insgesamt einen tollen Eindruck machte. In puncto Verarbeitung legt der B&W PX jedoch die Messlatte um Meter höher. Im Test werde ich Boses und Bowers & Wilkins Flaggschiffe mehrfach miteinander vergleichen. Seid gespannt!

Lieferumfang

Unboxing mit Aha & Oh-ha

Tada! Der Bowers & Wilkins PX auf seinem Karton
Der Lieferumfang besteht aus Etui, Kabeln und Anleitungen.
Tada! Der Bowers & Wilkins PX auf seinem Karton

Ganz Apple-like kommt der B&W PX in einem seiner Preisklasse gerechten, schönen und festen Karton daher. Deckel ab –  und schon erblicke ich den kabellosen Kopfhörer. Moment mal – kabellos? Hybrid trifft es wohl besser, denn im Lieferumfang befindet sich ein 3,5 Millimeter Klinkenkabel, welches wahlweise verwendet werden kann. Zudem beinhaltet das Zubehör neben den obligatorischen Bedienungsanleitungen und Kärtchen ein USB-Typ-C-Ladekabel, welches den Kopfhörer in einer ungewohnt hohen Geschwindigkeit aufladen lässt.

Alle Tasten und Bedieneinheiten finden sich unten an der rechten Seite des Kopfhörers. Neben Ein- und Ausschalter gibt es eine Status-LED, einen Taster für Rauschunterdrückung und eine Einheit für „Lauter“, „Leiser“, „Play“ & „Pause“. An dieser Seite befindet sich ebenfalls der Klinkenanschluss sowie der Port für das USB-Kabel.

Doch hier das eigentliche Highlight des Zubehörs: das Case. Im Fall von Bowers & Wilkins ein stilvoll wattiertes, gestepptes Trageetui mit Logoschriftzug und Magnetverschluss. Zugegeben, es sieht sehr gut aus, schützt den Kopfhörer aber nicht optimal vor mechanischen Belastungen wie Druck oder Sturz. Bose macht dies beim QC35 II deutlich besser. Es wird sich beim Weiterlesen außerdem zeigen, dass der Bose-Kopfhörer die bessere Abstimmung im Bereich Usability besitzt als der B&W PX. Doch nun erst einmal zu den Vorzügen des PX.

All eyes on you

Style & Verarbeitung des Schönlings

Optischer Leckerbissen in jeder Hinsicht
Er ist präsent, trägt jedoch nicht auf - der B&W PX.
... auch von der anderen Seite nicht
Er steht Frauen wie Männern
Optischer Leckerbissen in jeder Hinsicht

Der B&W PX wird in zwei Farbvarianten angeboten. Im Test hatte ich den schwarzen beziehungsweise anthrazit-farbenen Kopfhörer (Space Grey). Weiterhin gibt es die Farbkombination dunkelblau-gold (Soft Gold), die zwar auffälliger ist, meiner Meinung nach jedoch auch schöner. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Der Materialmix des PX ist edel und seiner Preisklasse absolut gerecht. Weiches Leder, gewebtes Nylon, stoffummantelte Kabel und hochwertiges Metall an Bügel und Hörmuscheln sind ein Augenschmaus. Die Ohrmuscheln sind elliptisch geformt und entsprechen damit mehr der Ohrenform als die runden Hörmuscheln anderer Kopfhörer. Auch haptisch fühlt sich der B&W PX sehr gut an. Mit 335 Gramm ist er nur wenig schwerer als der Bose QC35 II, welcher aber fast komplett aus Plastik besteht.

Zum Verstauen lässt sich der kabellose Bluetooth-Kopfhörer leider nicht zusammenklappen im Gegensatz zum Bose QC35 II. Dafür können die Hörmuscheln zu einer Seite eingedreht werden, um den PX für den Transport etwas flacher zu machen.

Sofern der Nutzer keine übermäßig großen Ohren besitzt, lässt sich über den Tragekomfort nicht Schlechtes sagen. Über Stunden hinweg konnte ich den PX ohne unangenehmes Drücken tragen. Durch die geringere Auflagefläche wurde mir zudem weniger warm an den Ohren als beim Musik hören mit dem QC35 II.

Reingehört

Sound, Klang & Ton - Musikgenuss in mehreren Gängen

Klangwunder in HD-Qualität
Umgebungsgeräusche werden über Mikros am Gehäuse aufgenommen.
40-Millimeter-Treiber befeuern die Ohren
Klangwunder in HD-Qualität

Der Sound ist in meinen Augen die Paradedisziplin des Bowers & Wilkins PX. Im Test des Bose QC35 II und auch dessen Vorgänger des QC35 beschrieb ich, wie mir das Eingreifen von Boses Soundprozessor missfallen hat. Dementsprechend gedämpft waren meine Erwartung an B&W. Der PX hat meine Ansprüche an den Sound aber bei weitem übertroffen. Ich empfinde den Klang als äußerst ausgeglichen, kraftvoll und lange hörbar. Der PX ermöglicht mir so einen klaren und nicht verwaschenen Musikgenuss.

Bestimmt bestätigen mir einige bassverliebte Leser, dass mit Bass-Monstern à la Beats, Denon AH-GH20 oder auch manchen Bang&Olufsen-Kopfhörern langes Hören anstrengend werden kann, weil der Bass mit der Zeit etwas belastet. Weil dies eben beim PX nicht der Fall ist und er dennoch fantastisch klingt, ist er zu meinem Spitzenreiter beim Soundcheck geworden. Hier macht ihm bisher kein Konkurrent etwas vor. Bravo!

Klassik, Pop, Dance und Soul klingen fantastisch. Lediglich bei Hip-Hop und Rock hätte ich mir manchmal etwas mehr Druck im Bass gewünscht. Doch das ist Meckern auf einem sehr hohen Niveau. Übrigens: Meine Kollegin Sarah hat sich nach kurzem Probehören in die B&W PX verliebt und kaufe sich direkt ein eigenes Exemplar. B&W gibt den Hörgenuss mit 22 Stunden an, bis der Akku geladen werden muss (mit aktivem ANC). Ich habe den Kopfhörer in meinem einmonatigen Test genau zwei Mal geladen und täglich im mehrstündigen Gebrauch gehabt.

Ein paar Tech-Specs am Rande. Mit der verwendeten apt-X-Bluetooth-Technologie lässt sich Musik mit 24 Bit Auflösung streamen. Android-User wird freuen, dass der B&W PX somit HD-Qualität unterstützt. Weiterhin wird das Audiosignal vor dem DA-Wandler digital auf 768 Kilohertz hochgerechnet, sodass weniger Störungen im Ton ankommen. Zwei 40-Millimeter-Treiber befeuern die Ohren mit einem Frequenzband von 10 bis 20.000 Hertz.

Be quiet please!

ANC - Geräuschunterdrückung zur Abschottung der Umwelt

Die Active Noise Cancelling (ANC) Technologie des Bowers & Wilkins PX hilft dabei, möglichst nur die Musik und nicht die störenden Umgebungsgeräusche wie Straßenlärm, Bürogeräusche oder Flugzeugmotoren zu hören. Hierzu ist an der rechten Hörmuschel ein kleiner Knopf angebracht, welcher das ANC ein- beziehungsweise ausschaltet.

In der B&W-App, die für iOS und Android erhältlich ist, könnt ihr außerdem aus drei verschiedenen Umgebungsfiltern auswählen, damit der Effekt der Geräuschreduzierung am besten zur jeweiligen Situation passt. Es stehen die Profile „Büro“, „Stadt“ und „Flugzeug“ zur Verfügung. Alle Profile lassen sich zudem mit einer „Pass-Trough-Funktion“ anpassen, wobei die Lautstärke der zugelassenen Umgebungsgeräusche eingestellt werden können.

ANC & Audioprofile:

  • Büro: Lässt Stimmen passieren und filtert andere Geräusche. Hier wird am meisten in den Sound eingriffen. Bässe gibt es leider fast keine mehr bei diesem Modus. Daher kam er bei mir nur genau einmal zum Einsatz. Zudem gefiel mir nicht, dass die Stimmen nahezu ungefiltert durchgeleitet wurden, da ich gerade zum Ausblenden der Stimmen einen Kopfhörer mit Noise Cancelling benötige.
  • Stadt: Mein Lieblingsprofil. Die Bässe klingen nahezu wie ohne aktiviertes ANC und Stimmen in der Umgebung wurden relativ gut herausgefiltert. Mit laufender Musik funktioniert die Abschottung super, ohne Musik leider mangelhaft. Den Pass-Through Regler stellte ich bei allen Profilen aus „Aus“, um möglichst viel Umgebung auszublenden.
  • Flugzeug: Meiner Meinung nach ist dieser Modus auch nur im Flugzeug oder Zug sinnvoll, da sonst ein hörbares Grundrauschen auf dem Kopfhörer lastet. In ruhigen Umgebungen empfand ich dies als störend. Die Klangwiedergabe war meiner Meinung nach jedoch sehr gut.

ANC ist leider nicht die Paradedisziplin des B&W PX. Wer dies nahezu vollendet sucht, ist beim Bose QC35 II sehr gut aufgehoben. Bose macht man in diesem Bereich nichts vor.

Software

Nicht ohne meine App!

Die App beim Pairing mit dem B&W PX
Die App beim Pairing mit dem B&W PX
Einer der Audio- und ANC-Filter mit Pass-Through
Switch für den Sensor und dessen Empfindlichkeit
Die App beim Pairing mit dem B&W PX

Einige Einstellungen lassen sich nur über die B&W-App tätigen. Dazu zählen das Einstellen der verschiedenen Umgebungsfilter, der Pass-Through-Funktion, des Umgebungssensors sowie dessen Empfindlichkeit. Ist der Sensor aktiviert, schaltet sich der Kopfhörers beim Abnehmen aus. Beim erneuten Aufsetzen wird die Wiedergabe fortgesetzt, sofern die Pause nicht zu lang war und die Wiedergabequelle, also zum Beispiel das Smartphone, noch erreichbar ist.

Ich musste die Empfindlichkeit für diesen Sensor mit der App reduzieren, da bei der Standardeinstellung der Kopfhörer selbst beim Nicken ausgeschaltet wurde. Nach der Anpassung war dies jedoch kein Problem mehr. Der B&W PX lässt sich mit der App umbenennen und neue Firmware Versionen können via Bluetooth oder USB Typ C aufgespielt werden.

Fazit

Audiofans & Trendsetter kommen voll auf ihre Kosten

Der Bowers & Wilkins macht einfach überall eine gute Figur.
Der Bowers & Wilkins macht einfach überall eine gute Figur.

Im Test wurde es schon recht deutlich. Die Kerndisziplin des Bowers & Wilkins PX ist sein toller, ausgewogener Klang. Audiophile Hörer werden ihn daher lieben. Auch wer auf einen stylischen Kopfhörer steht, bekommt mit dem PX einiges geboten. Abzug in der B-Note gibt es beim Noise Cancelling.

Daher meine klare Empfehlung:
Stehst Du auf Sound und Optik – take it! Magst Du eher die Stille – leave it!

RSS-Feed

Werde Autor!

Dieser Beitrag wurde von veröffentlicht.
hat bereits 6 Artikel geschrieben.
Sei auch dabei: Werde jetzt Autor und teile dein Wissen!

2 Kommentare

  1. Feifel schrieb am
    Bewertung:

    Auch ich hatte den Bose QC ll im direkten Vergleich zum PX von B&W und kann nur bestätigen, der Sound ist um Welten besser als der für mich matschig klingende Bose.
    Was das ANC angeht, kann ich die Meinung hier im Beitrag nicht ganz unterschreiben.
    Da macht der B&W für mich eine genauso gute Figur wie der Bose, dazu noch die feineren Einstellmöglichkeiten des ANC und damit ist für mich der B&W PX der klare Favorit.
    Goodbeye Bose

    • Johanna Leierseder schrieb am
      Bewertung:

      Hallo Feifel, vielen Dank für deine Einschätzung! Vielleicht hilft das ja einigen Lesern bei der Entscheidung. ;) Beste Grüße, Johanna

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Ähnliche Beiträge

Unboxing und Ersteindruck: Vita Audio R4

Tests

05.03.2010

 | Sven Kaulfuß

Ein weiteres Soundsystem von der Insel. Ich erwähnte es schon mehrmals hier im Blog, Soundsysteme für den iPod gibt es mittlerweile in großer Anzahl. Nicht nur diverse „China-Buden“ versuchen dem Kunden ihre Ware schmackhaft zu machen, auch... mehr +

Test-Telegramm: Bowers & Wilkins Zeppelin Mini

Tests

02.12.2009

 | Sven Kaulfuß

 | 7

Nur ein halbes Sound-Luftschiff? Ende September kündigte ich hier im Blog, mit dem Zeppelin Mini, ein weiteres Produkt vom Traditionshersteller Bowers & Wilkins an. Durch Zufall entdeckte ich es nun hier bei uns im Dresdner cyberportSTORE. Es... mehr +