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Altbekannt & doch anders: Microsoft Surface Earbuds im Test



Zugeordnete Tags Microsoft | Surface | Kopfhörer
Bereiche

Bewertung
Optik gut, Technik Durchschnitt
3,5

 Pro

  • Funktionale Touch-Steuerung
  • Problemlose Einrichtung am Smartphone
  • Ordentlicher Lieferumfang
  • Guter Tragekomfort
  • Sound okay
  • Viele Akku-Reserven

 Contra

  • Klangschwächen in einigen Genres
  • Keine Notebook-Verbindung ohne App
  • Unschöne Latenz am Notebook
  • Office-Funktionen nicht Earbud-spezifisch
  • Passformsuche etwas aufwändig
  • Keine Ladestandsanzeige der Box

Böse Zungen könnten behaupten, dass Apple 2016 bewusst den Klinkenanschluss wegoptimierte, um im gleichen Atemzug Relevanz für die neuen AirPods zu schaffen. Immerhin haben aber die AirPods in den letzten Jahren zweierlei geschafft: Sie verkaufen sich wie warme Semmeln und sie lösten einen kleinen Earbud-Boom aus. Sony hat welche, Bose auch, selbst Google mischt inzwischen mit. Da wundert es wenig, dass Microsoft – nach seinem tollen Audio-Einstieg mit den Surface Headphones – auch eigene Earbuds ins Rennen schickt.

Und ebenso wenig wundert es mich, dass ich die kleinen Stöpsel unbedingt testen wollte. Sie bringen ein recht eigenes Design mit und locken auf dem Papier mit einer ähnlichen Touch-Steuerung, mit der mich schon die Surface Headphones begeisterten. Außerdem preist Microsoft auch noch vollmundig an, wie toll man doch Texte ins Word diktieren oder durch eine PowerPoint-Präsentation navigieren kann – alles mit den Surface Earbuds. Also habe ich mir ein Testexemplar in der Gletscher-Farbvariante gekrallt und bin gespannt, was die aktuell gut 170 Euro teuren In-Ears leisten.

Lieferumfang

Schönes Unboxing-Erlebnis - wie von Microsoft gewohnt

Schon beim Earbud-Karton ...
... zeigt sich die klassische Microsoft-Optik.
In der kleinen Box ...
... finde ich ein recht ansehnliches ...
... Paket rund um Earbuds und Zubehör.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick stehen auf einem der Beileger.
Das hübsch aufgerollte USB-Kabel
Schon beim Earbud-Karton ...

Wie immer bei einem Microsoft-Produkt, beginnt beim Unboxing gleich das Microsoft-Feeling. Die Surface Earbuds kommen in einer ziemlich kompakten und robusten Box daher, die rundum minimalistisch gestaltet ist. Hebe ich den Deckel ab, offenbart sich mir auch gleich die Ladeschale der Earbuds, die wiederum die Ohrhörer enthält. Ich grabe ein wenig tiefer und treffe auf mehr Zubehör, als ich an dieser Stelle erwartet hätte.

Da ist zunächst ein kleiner Beileger, den ich mir tatsächlich auch einmal anschaue. Ich falte ihn kurzerhand auseinander und bekomme anhand sprechender Icons die grundlegenden Funktionen der Earbuds erklärt. Mist, jetzt habe ich so gesehen tatsächlich eine Bedienungsanleitung gelesen. Nach dem Beileger entdecke ich ein fein säuberlich auf einem Pappträger aufgerolltes USB-Kabel sowie zwei weitere Paar Ohrpassstücke – einmal in groß, einmal in klein. Die Mittel-Variante ist bereits auf den Surface-Klangstöpseln platziert. Ganz unten in der Box sind noch weitere Beileger versteckt.

Klar, das ist letzten Endes kein riesiges Arsenal an Zubehör. Aber für meinen Geschmack ist alles Wichtige dabei und es wird mir auf eine Art und Weise präsentiert, die durchdacht und wertig wirkt.

Design & Komfort

Zwei Designer-Stöpsel im kratzanfälligen Kreidekästchen

Drei Paar Ohrpassstücke liegen bei.
Das Ablösen ist allerdings ein bisschen frickelig.
Optisch machen die Surface Earbuds ...
... einen sehr eigenen und überzeugenden Eindruck.
Das Ladekästchen ist kompakt ...
... aber sehr kratzanfällig.
Drei Paar Ohrpassstücke liegen bei.

Die eigentliche Technik gibt sich zunächst unspektakulär, denn die längliche, graue Ladeschale der Microsoft Surface Earbuds erinnert ein bisschen an alles – und nichts. Von kleinem Kreidekästchen bis Pillendose sind alle Assoziationen denkbar. Was dann doch nicht ins Bild passt, ist das kleine Microsoft-Logo auf dem Deckel, der USB-C-Anschluss auf der Rückseite und der kleine Button auf der Unterseite, mit dem die Verbindung zurückgesetzt (oder hergestellt) werden kann.

Am wenigsten gefiel mir an der Ladeschale dabei, dass sie extrem auf Hochglanz poliert und damit eigentlich schon nach dem vorsichtigen Entnehmen aus der Verpackung zerkratzt ist. Ja, es sind nur oberflächliche Kratzer, aber es sind sehr schnell sehr viele.

Öffne ich die gut 40 Gramm leichte Box, lächeln mich zwei kreisrunde, hochglänzende Flächen an, die sozusagen Microsofts Design-Antwort auf den Earbud-Mainstream darstellen. Denn die gute 7 Gramm leichten In-Ears gehen optisch doch deutlich andere Wege als die Sonys, Apples und Boses dieser Welt. Das fängt bei der glatten, runden Touch-Fläche an und setzt sich bei der Form der Earbuds fort. Trichterförmig verlaufen die Stöpsel hin zu den Treibern zu, die wiederum in einer zweiten, diesmal ovalen Fläche sitzen. Darüber werden dann die Ohrpassstücke aufgezogen. Nachteil an dieser Bauweise: Geht eines der Passstücke verloren, kann ich es nicht so einfach ersetzen. Dazu ist die Form zu eigen.

Ebenfalls Gewöhnungssache: Die Surface Earbuds müssen per Fingernagel aus dem magnetischen Case herausgehebelt werden. Einen Druckmechanismus gibt es nicht. Das bedarf am Anfang ein wenig Fingerspitzengefühl und das brauche ich letztlich auch bei der Auswahl der Ohrpassstücke. Aus den drei Paaren musste ich alle – auch mit unterschiedlichen Größen links und rechts – durchprobieren, bis ich den passenden Sitz hatte.

Die Earbuds werden mit den Treibern nach unten ins Ohr gesetzt und dann Richtung Gehörgang „geschraubt“. Dazu müssen die Passstücke möglichst gut sitzen, sonst schlackert oder drückt es oder aber der Klang kommt nicht dort an, wo er hin soll.

Die Microsoft Surface Earbuds sind eben doch ein wenig anspruchsvoll in der Nutzung, was ich nicht uneingeschränkt gut finde. Immerhin kann ich beim Tragekomfort nicht meckern. Mit den richtigen Passstücken sitzen die Earbuds gut und fest, ohne dabei merklich zu drücken. Auch nach drei bis vier Stunden mit den Stöpseln im Ohr habe ich nicht viel von ihnen gemerkt.

Software

Ohne die "Surface Audio"-App will mein Notebook nicht

Die Android-App bietet ...
... alle wichtigen Funktionen.
Auch eine Windows-App gibt es ...
... und ohne die kann ich die Earbuds nicht verbinden.
Der Equalizer ...
... und ein paar kleine Einstellungen
Und wenn die Verbindung mal nicht klappt, einfach Knöpfchen drücken.
Die Android-App bietet ...

Die Verbindung der Surface Earbuds mit meinem Smartphone hätte einfacher nicht sein können. Ich musste noch nicht einmal den Button unten am Ladecase drücken. Vielmehr habe ich die Microsoft-Stöpsel bei Smartphone-seitig aktiviertem Bluetooth aus der Box genommen und die Verbindung klappte ganz automatisch. Eine ruhige, fast schon unanständig säuselnde Frauenstimme verkündete stolz die erfolgreiche Kopplung.

Danach habe ich auch noch die „Surface Audio“-App installiert, mit der ich die Firmware aktualisieren und den Equalizer justieren kann. Auch die Säuselsprache kann ich hier ändern oder aptX deaktivieren. Allerdings müssen die Eardbuds nach einigen grundlegenden Änderungen erstmal wieder für 15 Sekunden in die Box. Ausnahme (glücklicherweise): der Equalizer.

Was am Smartphone so gut funktionierte, wollte am Notebook gar nicht so recht klappen. Auch hier war Bluetooth aktiviert und die Earbuds mit allen anderen Quellen entkoppelt. Dennoch konnte ich meinem Windows-Rechner über die normalen Bluetooth-Einstellungen nicht begreiflich machen, dass er die Earbuds als Kopfhörer zu handhaben hat. Gefunden hat er sie zwar, aber eine Verbindung für Audiowiedergabe wollte er nicht herstellen. Das änderte sich erst, als ich die App installiert habe. Danach konnte ich die Verbindung ad hoc aufbauen.

Bleibt noch die Frage der Steuerung. Die Microsoft Surface Earbuds eröffnen mir alle wichtigen Funktionen über die Touch-Flächen. Für Wiedergabe von Musik oder Pause tippe ich zweimal schnell auf einen der beiden Earbuds. So nehme ich auch Anrufe entgegen und beende sie. Um zwischen den Titeln zu springen, wische ich am linken Earbud nach vorn oder nach hinten und die Lautstärke erhöhe ich per Wisch nach oben am Rechten. Auch Spotify könnte ich per Dreier-Tipp starten, wäre ich nicht Abonnent bei der Amazon-Konkurrenz.

Die Steuerung funktioniert nach etwas Eingewöhnung auch ziemlich präzise und auf Anhieb, allerdings verträgt sie sich auch nicht mit allen Anwendungen. Amazon Music oder YouTube im Browser sind kein Problem, die „Amazon Music“- App ignorieren die Earbuds aber stoisch. Nichts mit Pause oder skippen per Touch. Auch hier ist mein Smartphone deutlich im Vorteil.

Office-Funktion

Earbuds & Office 365 für mehr Produktivität?

Wer neben den Surface Earbuds auch noch Office 365 sein Eigen nennt, kann die Ohrhörer als Produktiv-Tool nutzen. Zumindest schwärmt Microsoft recht vollmundig davon und bei der ersten Stichprobe klappt schonmal alles reibungslos: E-Mails und Texte kann ich in Outlook oder Word tatsächlich sehr bequem und mit ziemlich akkuraten Ergebnissen diktieren. Allerdings muss ich an der Stelle sagen: Das geht auch mit anderen Headsets ziemlich gut, schließlich bringt die Software die Funktion mit, nicht die Earbuds.

In PowerPoint muss ich zunächst die Einstellungen für die Präsentation anpassen, damit das Programm meine Earbuds versteht. Nachdem ich das erledigt habe, kann ich tatsächlich mit Wischgesten am linken Stöpsel zwischen den Folien wechseln. Letzten Endes bin ich mir aber nicht ganz sicher, ob ich diese Bedienung gut finde oder nicht. Schließlich fummle ich während einer Präsentation dann dauernd an meinem Ohr rum. Das wirkt auf mich zumindest etwas befremdlich. Weniger befremdlich finde ich die Untertitel-Funktion, die ich ebenfalls mit den Earbuds bedienen kann. Während ich präsentiere, wird mein Vortrag live als Untertitel in einer von 60 Sprachen angezeigt. Das ist schon ziemlich cool, aber wiederum auch keine Funktion, die nicht auch mit einem anderen Headset funktionieren würde.

Hätte ich jetzt noch ein iOS-Device, könnte ich mir E-Mails auch über die Surface Earbuds vorlesen lassen. Auf meinem schnöden Androiden geht das leider nicht und ich wundere mich ein wenig über die kuriose Idee, dass Microsoft eine Lösung für ein Office-Programm für die hauseigenen Ohrhörer nur dem Apple-Universum spendiert. Aber wahrscheinlich muss ich das nicht verstehen. Letzten Endes bleibt bei mir der Eindruck, dass die Produktivfunktionen nicht wirklich der Stein der Weisen sind. Mehr als das Swipen durch Folien bleibt als Earbuds-Spezifikum letzten Endes nicht übrig.

Klang

Unaufgeregter Klang & ein paar Wehwehchen

Beim Klang geben sich die Surface Earbuds ...
... zurückhaltend bis unauffällig ...
... was nicht immer zu einem ansprechenden Sound führt.
Beim Klang geben sich die Surface Earbuds ...

Wenn es um den Klang geht, sollten sich Kopfhörer im Bereich um die 200 Euro keine Schlappe leisten. Und das würde ich den Microsoft Surface Earbuds von Herzen gern attestieren. Aber gleich vorweg muss ich zwei Downer los werden. Nummer 1 ist ein überdeutliches Rauschen auch bei geringer Lautstärke, das ich bei ruhiger Musik oder bei Stimmwiedergabe sehr präsent heraushöre. Nummer 2 ist eine grausame Latenz, die zwar nur bei meinem Notebook auftritt – nicht bei meinem Smartphone. Aber sie versetzt mich bei jeder Serie, jedem YouTube-Video und jedem Gaming-Ausflug in den Rage-Mode. Außer für Musik oder Telefonate kann ich die Earbuds am Book nicht gebrauchen.

Aber wie klingen sie denn nun bei diversen Songs? Das will ich mir dieses Mal gar nicht an diversen Referenz-Songs anhören. Vielmehr jage ich querbeet alles durch die Earbuds, wonach mir gerade ist. Beginnen wir mit:

Opeth – Universal Truth

Die Schweden um Mikael Åkerfeldt experimentieren schon seit einer Weile mit klassischem Rock, 70er-Psychedelic und Folklore. Das macht die Songs der Progger besonders vielseitig und in der Produktion auch ein Stückchen anspruchsvoller. Bei Universal Truth passiert von rythmischen Bässen über akustische Gitarren-Soli bis hin zu Streicherteppichen eine ganze Menge, was von Kopfhörern auch adäquat präsentiert werden sollte.

Die Surface Earbuds liefern bei diesem Song souverän ab. Weder Bässe noch Mitten oder Höhen werden besonders betont, vielmehr habe ich im Equalizer erst einmal noch den gewissen Pepp nachgezogen. Dennoch wirkt der Mix weder aufdringlich noch auffällig. Die Drums kommen sauber mit nicht mehr Druck als nötig, die Streicher gleiten elegisch durch die Mitten und von Zeit zu Zeit stellt sich auch das Gefühl einer gewissen Räumlichkeit ein. Ich würde es mal insgesamt als gefällig bezeichnen.

Hans Zimmer – The Battle (Gladiator)

Ich begebe mich in klassischere Gefilde und krame Hans Zimmers Oscar-Anwärter Gladiator aus der Mottenkiste. Seinerzeit war es der Soundtrack insgesamt und The Battle im Besonderen, die mich bewogen haben, den Film im Kino zu sehen. Ich habe den Track sogar immer mitgepfiffen, wenn die Bläser durchs Gebälk walzen. Und das Walzen ist auch hörbar das Problem des Tracks beziehungsweise seiner Wiedergeburt in den Surface Earbuds.

Der Mix ist Zimmer-typisch nicht wirklich sauber und differenziert, es kommt nicht auf die durchaus schönen Details sondern mehr auf den Pomp an. Daher habe ich an vielen Stellen auch ein flächiges Tiefengrummeln aus diversen Instrumentengruppen, das einfach nicht mitreißend klingt. Die Staccati schwimmen dabei einfach mit und die Snare-Drums prasseln drüber weg. Bei geringer Lautstärke habe ich das Gefühl, es fehlt an Dynamik, bei hoher Lautstärke quäkt es einfach nur dahin. Mit dem Track können die Earbuds nicht so richtig was anfangen.

Jean Michel Jarre – Arpegiateur

Der King des Blubber-Pop durfte im Jahre meiner Geburt fünf Konzerte im dafür seinerzeit recht unaufgeschlossenen China geben und verewigte sie auf einer für Synthie-Fans ikonischen Platte. Der Arpergiateur stammt aus dieser Scheibe und ist mit den Surface Earbuds absolut eine Zeitreise wert. Damals hatte man es ja noch nicht so mit dem Bass-Schlagzeug. Dementsprechend rumpelt hier auch kein Beat dominant durch die Klanglandschaft.

Vielmehr kommen die interessanteren Bässe aus der ersten Sequenz und das Schlagzeug fügt sich als weitere Klangfarbe ein. Mehrere Sequenzen und Leads mit diversen Delay-Effekten wabern von einem Ohr zum anderen und schaffen eine unerwartete Räumlichkeit. Fingerschnipsen und Hand-Claps mit sattem Reverb zwitschern atmosphärisch dazwischen und am Ende ergibt sich eine sehr ausgewogene Symbiose aus allen Klangfarben, die ich jede für sich noch deutlich differenzieren kann. Den Song höre ich gleich nochmal – noch lauter und ohne spürbares Übersteuern.

Mein Fazit zum Klang beim Musikhören

Das waren bei Weitem nicht die einzigen Songs, die ich mit den Microsoft Surface Earbuds getestet habe. Aber nach gut 20 Stunden Musikhören muss ich sagen: Die meisten Songs wurden von den In-Ears eher unauffällig (wie bei Opeth), manche unausgewogen (wie Zimmer) wiedergegeben und die wenigsten ließen mich mit einem Wow-Effekt zurück. Schlecht ist der Sound insgesamt dabei keinesfalls, aber es ist eben letzten Endes keine Klangleistung, die ich so und sogar besser nicht auch um die 100 Euro bekommen würde.

Mikrofon

Die richtigen Ohrhörer für Videotelefonie

Auffällig im Ohr und gut gerüstet für Videotelefonie
Auffällig im Ohr und gut gerüstet für Videotelefonie

So überhaupt gar nichts auszusetzen habe ich an der Klangleistung beim Telefonieren. Sowohl die Wiedergabe meines Gegenübers als auch die Übertragung meiner Stimme stellen die Surface Earbuds vor keinerlei Herausforderung. Die Stimmen kommen klar und deutlich zum Tragen und leiden nicht an unnötigen Bässen. Längere Gespräche auch mit mehreren Teilnehmern klingen durchweg angenehm und nuanciert – auch nach einer Stunde fühle ich mich noch, als wäre ich mitten drin. Da macht auch der hohe Tragekomfort wieder eine gute Figur.

Akku

Ganz viel Ausdauer im Stöpsel & in der Ladeschale

Der rechte Bud zieht mehr Strom als der linke.
Zum Laden lege ich die Earbuds einfach in die Schale zurück.
Das ergibt bis zu drei volle Ladungen.
Der rechte Bud zieht mehr Strom als der linke.

Apropos Stunde: Jetzt stellt sich noch die Frage, wie lange die Microsoft Surface Earbuds mit einer Ladung durchhalten. Im Musik-Test ließen die beiden In-Ears nach einer Stunde kurioserweise unterschiedlich viel Akku auf der Strecke. Der rechte Stöpsel verlor 16 Prozent, der linke nur 8 – bei gleichbleibender Lautstärke und ohne große Spielereien. Damit wäre rechts nach etwas mehr als 6 Stunden und links nach über 12 Schluss. Summa summarum haben die In-Ears dann aber doch knapp 8 Stunden durchgehalten, bevor mich die Stimme im Ohr im Dauerfeuer mit Akkuwarnungen bombardiert hat.

Und dann ist da ja noch die Ladeschale. Ich weiß nicht, ob ich nur nichts gesehen habe, aber ich habe weder eine Ladestandsanzeige der Box irgendwo gefunden, noch konnte ich an irgendetwas definitiv erkennen, dass die Box voll geladen ist. Immerhin signalisiert mir eine LED zwischen den beiden Ladestationen der In-Ears, wie weit die Box schon runter ist. Alles in allem konnte ich meine Surface Earbuds im Test gut zweimal mit der Box erneut voll aufladen, was dann wohl im Idealfall eine Gesamtlaufzeit der Ohrhörer von 24 Stunden ergibt. Das ist doch mal eine Ansage.

Fazit

Surface Earbuds - so schick, aber irgendwie durchschnittlich

Zum ersten Mal nach dem Test eines Surface-Produktes habe ich das Gefühl, dass kein Funke übergesprungen ist. Während mich die Surface Headphones noch auf Anhieb begeistern konnten, schaffen die Microsoft Surface Earbuds nicht mehr als ein „ganz nett“.

Bei Optik und Verarbeitung sieht alles noch gut aus. Die Ohrstöpsel gehen ganz eigene Wege und können dabei durchaus überzeugen. Auch die Akkudauer der Stöpsel vor allem in Kombi mit der Ladeschale geht absolut in Ordnung. Ach ja, die Touch-Steuerung ist ebenfalls ziemlich cool. Doch bei den Funktionalitäten gab es immer wieder kleinere oder auch größere Patzer, die mir die Stimmung trübten.

Da wäre das ständige Grundrauschen und die hässliche Latenz, die ich bei der Nutzung an meinem Notebook feststellen musste und die sich auch nicht beheben ließ. Immerhin haben die Earbuds am Smartphone reibungslos funktioniert. Dann wäre da der allgemeine Sound, den man wohlwollend als unauffällig bezeichnen könnte. Für meinen Geschmack hat er aber auch einige Male nicht so recht überzeugt und vor allem den Preis der In-Ears von aktuell gut 170 Euro nicht gerechtfertigt. Und letzten Endes sind dann da auch noch Funktionen wie die Steuerung der Office-365-Suite, die entweder nicht besonders nennenswert ist oder aber auch mit anderen Headsets gut funktioniert. Ich würde mal behaupten, dass Microsoft hier noch viel Optimierungsmöglichkeiten für die zweite Generation hat. Ich bin gespannt drauf.

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