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Acer Predator Orion 9000 – Gaming-Monster im Test



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Bereiche

Bewertung
Krasser Gaming-Bolide
4

 Pro

  • Hohe Leistung
  • Schicke Beleuchtung
  • Mit Tragegriffen und Rollen gut zu transportieren

 Contra

  • relativ laut unter Last
  • Schwer

Unter der Marke „Predator“ (deutsch: Jäger, Räuber) veröffentlicht der Hersteller Acer seit jeher Gaming-Innovationen, darunter Technik-Sensationen wie das Curved-Gaming-Notebook Acer Predator 21 X oder in diesem Falle Acers neues Desktop-Gaming-Flaggschiff Predator Orion 9000. Dieses ist in verschiedenen Konfigurationen erhältlich und stellt in der Spitzenausstattung nichts weniger als den stärksten jemals von Acer konstruierten PC dar. Wie sich das Gaming-Monster im Benchmark-Parcours schlägt, zeigt unser Testbericht.

Unboxing & Lieferumfang

Gaming-Monstrum ausgepackt

Das sagt eigentlich schon alles ...
Der Karton ist enorm groß.
Beim Auspacken erwartet einen zunächst etwas Zubehör ...
... in Form von Stromkabeln für weitere Komponenten.
Das Design des Predators Orion 9000 ist durchaus futuristisch.
Eine Seitenscheibe bietet Einblick ins Innere.
Mit diesen Rollen lässt sich der PC leicht bewegen.
Die LED-Beleuchtung ist konfigurierbar.
Power- und Turbo-Button sind ebenfalls beleuchtet.
Das sagt eigentlich schon alles ...

Zu meinem Postboten habe ich eigentlich einen ganz guten Draht – bis der Acer Predator Orion 9000 geliefert wurde. Der Karton ist tatsächlich zu groß, um mit einem normalen Versanddienstleister geliefert werden zu können, solche Extra-Größen bewältigt nur DHL Express. Vorteil daran: Die Lieferung geht extrem schnell. Acer empfiehlt auf dem Karton sogar ausdrücklich, diesen am besten nur zu zweit zu transportieren beziehungsweise auszupacken. Aber sei’s drum – das funktioniert zur Not auch allein. Schon der Karton lässt mit seinem markigen Design keinen Zweifel an Acers Ansprüchen auf die Gaming-Krone.

Nun stand das PC-Monstrum also da, verhüllt im Riesenkarton mitten im Wohnzimmer und wollte ausgepackt werden. Gesagt, getan – wenig später war es von seiner schützenden Kartonhülle befreit und immer noch riesig groß: Erstaunliche 70 cm lang, 30 cm breit und 65 cm hoch sowie ganze 15 Kilogramm schwer. Damit ist der PC tatsächlich zu groß, um unter meinen Schreibtisch zu passen. Wow.

In unserem Fall ist der Lieferumfang eher spartanisch. Dem Gaming-PC liegen lediglich ein paar Stromkabel zum Anschluss weiterer Grafikkarten an das modulare Netzteil bei. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Maus und Tastatur hat wohl eh jeder Gamer auf Lager.

Design & Aufbau

Aufgeräumt & luftig

Hinter dieser Blende ...
... verbirgt sich das DVD-Laufwerk.
Die Seitenscheibe lässt sich einfach abnehmen.
Und gewährt einen Blick ins aufgeräumte Innere.
Die Anschlussvielfalt ist groß.
Über dieses Luftleitblech wird Frischluft auf die Rückseite des Mainboards befördert.
Dort finden nämlich die Laufwerke Platz.
Das Netzteil verbirgt sich unter einer Abdeckung am Gehäuseboden.
Der modulare Aufbau beseitigt Kabelwust.
Hinter dieser Blende ...

Sich nur über die Ausstattung vom restlichen Markt zu differenzieren, dürfte nur schwerlich gelingen. Folglich gibt der Hersteller auch in puncto Design und Aufbau richtig Gas und stellt ein innovatives Konzept auf, das ausreichende Kühlung, bullige Optik und angenehme Lautstärke bei hoher Leistung kombinieren soll.

Eckig, kantig, massiv – so lässt sich das überaus wertige Resultat der Anstrengungen beschreiben. An vielen Stellen findet sich Lochblechmaterial, dass dem Gehäuse einerseits einen gewissen industriellen Charme gibt und andererseits für bessere Belüftung sorgt. Ansonsten kommt viel Metall und hochwertiger Kunststoff zum Einsatz. Das Design fällt für Predator-Verhältnisse damit fast schon zurückhaltend, aber definitiv auch futuristisch aus. Ein RGB-Beleuchtungskonzept darf natürlich auch nicht fehlen: So lassen sich beim Orion 9000 die Lüfter, die Innenbeleuchtung und auch die LED-Leuchstreifen an der Front per Software in allen erdenklichen Farbkombinationen konfigurieren. Als Blickfang auf der nächsten LAN-Party sorgt das Design auf jeden Fall.

Auffallend sind ebenso die beiden großen Griffe in Carbonoptik auf der Oberseite des Gehäuses sowie zwei breite Rollen unten an der Rückseite. Diese dienen dem komfortablen Transport des Gaming-PCs und sind dafür auch bitter notwendig. Beide Seitendeckel sind abnehmbar, ein großes Sichtfenster auf der linken Seite gewährt Einblicke in das Innere, das durch versteckt geführte Kabel sehr aufgeräumt wirkt. Unten auf dem Gehäuseboden versteckt sich das modulare Netzteil unter einer schwarzen Abdeckung.

IceTunnel 2.0-Kühlsystem

Das Belüftungssystem des Gehäuses firmiert als Ice Tunnel 2.0. Hier übernehmen insgesamt drei große Lüfter die Kühlarbeit, von denen an der Front zwei Stück Frischluft ansaugen, die dann von einem weiteren Lüfter an der Rückseite wieder ausgestoßen wird. Für weitere Durchlüftung sorgt auf jeden Fall auch noch die offen gestaltete Oberseite des Gehäuses: Diese ist als Lochblech ausgeführt und vermeidet somit Wärmestaus und dient außerdem zur Nachrüstung einer Wasserkühlung oder weiterer Gehäuselüfter. Das Kühlkonzept ist wirklich reichlich dimensioniert – zu Wärmeproblemen dürfte es hier nirgends kommen.

Festplatten und SSD-Laufwerke platziert Acer übrigens hinter dem Mainboard. Die Laufwerkskäfige sind über den abnehmbaren rechten Gehäusedeckel erreichbar. Insgesamt stehen darin zwei 3,5-Zoll-Schächte für Festplatten und vier 2,5-Zoll-Schächte für SSDs zur Verfügung. Für die Kühlung der Speicherkomponenten sorgt ein Luftleitblech, das Frischluft von den beiden Gehäuselüftern an der Front abzweigt und auf die Rückseite des Mainboards leitet.

Technische Daten

Ausstattung & Benchmark-Ergebnisse

Die Leistungsdaten des Acer Predator Orion 9000 können sich wirklich sehen lassen: Vom Prozessor, in dieser Konfiguration ein Intel Core i7-8700K mit sechs echten respektive zwölf virtuellen Kernen, einem Turbo-Takt von bis zu 4,70 Gigahertz und 12 Megabyte Cache über die Grafikkarte – hier kommt eine Nvidia GeForce GTX 1080 Ti mit 11 Gigabyte Grafikspeicher zum Einsatz – bis hin zu fetten 32 Gigabyte RAM findet sich auf der Ausstattungsliste nur feinstes Material. Dabei ist die hier getestete Konfiguration noch lange nicht das Ende der Fahnenstange – zahlungskräftige Gaming-Enthusiasten können noch rechenstärkere Konfigurationen erwerben. Aber anhand der Leistungsdaten lässt sich hier schon erkennen, dass so schnell kein Spiel diese Rechenmaschine in Bedrängnis bringen dürfte. Die Festplatte der getesteten Konfiguration ist mit einem Terabyte etwas knapp bemessen, dafür gibt es aber noch 256 Gigabyte SSD-Speicher obendrauf, auf dem auch gleich das Betriebssystem Windows 10 vorinstalliert ist. Ach ja: Ein DVD-Brenner ist auch noch vorhanden – wer auch immer noch so etwas benötigt.

Auch Erweiterbarkeit und Konnektivität sehen gut aus: Das Mainboard verfügt über insgesamt zwei PCIe x16-Steckplätze für Grafikkarten sowie zwei weitere PCIe x2-Steckplätze für andere Erweiterungskarten. Das Gehäuse bietet dabei aufgrund seiner Größe mehr als genügend Platz für jede noch so große Grafikkarte. Am Gehäuse sind insgesamt zwölf USB-Schnittstellen verfügbar, davon ein USB-C-Port und sieben USB3.0-Ports. WLAN und Bluetooth sind ebenso an Bord wie auch eine Creative SoundBlasterX 720°- Soundkarte mit sechs Klinkenanschlüssen.

Angesichts dieser guten Vorzeichen darf man auf die Benchmarkergebnisse der Spielemaschine gespannt sein: Die vorzügliche Hardware liefert im CPU-lastigen Cinebench R15 sehr gut 1.368 Punkte; im grafiklastigen 3D Mark TimeSpy liegen 9.084 Punkte an, was 93 Prozent der dort getesteten Systeme schlägt. In FireStrike überbietet der Orion 9000 mit 21.774 Punkten sogar 97 Prozent aller Ergebnisse – das gleiche Verhältnis gilt für PCMark 10 mit 6.622 Punkten. Die Performance der SSD liegt bei reichlich 1.400 Megabyte pro Sekunde sequentiellem Schreiben beziehungsweise knapp 600 Megabyte pro Sekunde sequentiellem Lesen – beides ordentliche Werte, wenn auch keine Spitzenleistung. Zu guter Letzt erreicht der Predator Orion 9000 146.552 Punkte in RealBench 2.56, was eine sehr gute Gesamtperformance bescheinigt. Auffällig ist die stark ansteigende Lautstärke im Benchmark- beziehungsweise Spielebetrieb. Im Idle ist der Orion 9000 zwar auch nicht gerade ein Leistreter, fällt aber nicht negativ auf. Wird aber Leistung vom System gefordert, drehen die Lüfter ordentlich auf. Wer dann nicht mit Kopfhörern spielt oder den Spielesound ordentlich aufdreht, könnte sich von der Lautstärke gestört fühlen.

9.084 Punkte in 3D Mark Time Spy ist sehr ordentlich.
21.774 Punkte in 3D Mark Fire Strike schlagen 97 Prozent aller anderen System.
Das gleiche gilt mit 6.622 Punkten in PCMark 10.
Die SSD erreicht keine Bestwerte, geht aber in Ordnung.
146.552 Punkte in RealBench bescheinigen sehr hohe Multitasking-Leistung.
Die starke CPU brilliert in Cinebench R15 mit 1.368 Punkten.
9.084 Punkte in 3D Mark Time Spy ist sehr ordentlich.
Fazit

Groß, schnell & futuristisch

Hohe Leistung, tolles Design und ein gut funktionierendes Kühlkonzept: Acer präsentiert mit dem Predator Orion 9000 einen Gaming-PC der Extraklasse, der begeistert. Das Gehäuse mag zwar äußerlich wirklich groß ausfallen, doch innen ist es dafür sehr aufgeräumt und bietet funktionale Details wie die schnell zu öffnenden Seitendeckel, die Platzierung der Laufwerkskäfige und das gut funktionierende Lüftungskonzept. Die LED-Leisten und leuchtenden Lüfter sind für einen waschechten Gaming-PC natürlich ebenso obligatorisch wie die leistungsstarke Ausstattung, die für 4K- und VR-Gaming locker ausreicht. Der geneigte Käufer erwirbt mit dem Predator Orion 9000 also eine durchdachte und äußerst leistungsstarke Gaming-Maschine zum Premium-Preis.

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