SanDisk Portable SSD im Test: Kompakt und erstaunlich flink

von Mario Petzold

· 6 min Lesezeit

SanDisk Portable SSD im Test: Kompakt und erstaunlich flink

Das Kopieren großer Dateien, speziell von Videos in hoher Auflösung, wird schnell zu einem Geduldspiel, wenn du dafür einen einfachen USB-Stick verwendest.

Die SanDisk Portable SSD kann von den Abmessungen her zwar nicht ganz mithalten, verschwindet aber ebenfalls in jeder Hosentasche. Vor allem verspricht sie einen zügigen Datenaustausch zwischen zwei PCs, ohne lange Wartezeit, ohne Cloud oder eine Netzwerkverbindung.

Wie sich die Mini-Festplatte im Vergleich zu USB-Sticks und fest verbauten SSDs schlägt und wo sie gut eingesetzt ist, erfährst du im folgenden Test.

Geschwindigkeit überzeugt

PRO
    schnelles Kopieren großer Dateien
    dünnes Gehäuse
    stoß- und wasserfest
    auch mit USB 3.0 statt 3.1 gut nutzbar
CONTRA
    vergleichsweise hoher Preis
Gesamtbewertung 4,5

Fast unkaputtbar

Die Größe ist einer der großen Pluspunkte der SanDisk Portable SSD. 10 Millimeter dick, 47 Millimeter breit und 97 Millimeter lang verschwindet sie in jeder Tasche und erst recht in jeder Laptoptasche. Ähnlich unauffällig zeigt sich das Gewicht von 40 Gramm.

Dass ein Gerät ohne bewegliche Teile oder eine eigene Stromversorgung resistent gegen Stöße ist und ihm Wasser wenig anhaben kann, leuchtet ein. SanDisk gibt für die Sturzsicherheit 2 Meter an, was ich für etwas optimistisch halte. Auf Beton oder Pflastersteinen wird der angegebene Wert für die Sturzsicherheit (1.500 g) wahrscheinlich schon aus einem Meter erreicht. Das bedeutet aber auch, dass deine portable SSD aus der Tasche fallen kann, maximal hart dabei aufschlägt und nichts passiert. Nur in die Luft werfen und dann nicht auffangen ist nicht empfehlenswert.

Das Kabel wirkt an der kleinen SSD fast schon etwas übermächtig und hat nur USB-A als zweiten Anschluss.
Das Kabel wirkt an der kleinen SSD fast schon etwas übermächtig und hat nur USB-A als zweiten Anschluss.
Vor allem im Vergleich zu 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten wirkt sie extrem kompakt und leicht.
Vor allem im Vergleich zu 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten wirkt sie extrem kompakt und leicht.

Verschlüsseln geht immer

Direkt nach Anschluss an PC oder Notebook sollte sich der Explorer öffnen und „SanDiskSecureAccess“ als verfügbare Software auf der SSD anzeigen.

Das Programm ist schnell installiert und hilft dir, deine Daten gut geschützt per Passwort mitzunehmen. Es wirkt allerdings so, als hätte man zumindest die Benutzeroberfläche irgendwann vor 2010 designt. Wird keine Verschlüsselung benötigt, kannst du Datei und Verzeichnis an dieser Stelle löschen.

Willst du die gespeicherten Daten tatsächlich verschlüsseln, würde ich persönlich eher zum Bitlocker greifen, der unter Windows ohnehin schon installiert ist. Dieser lässt sich zudem von anderen Betriebssystemen entschlüsseln, was die Nutzbarkeit deiner kleinen SSD nicht einschränkt.

SanDisk SecureAccess ist einfach gehalten und lässt gut bedienen, wirkt aber zumindest optisch etwas überholt.
SanDisk SecureAccess ist einfach gehalten und lässt gut bedienen, wirkt aber zumindest optisch etwas überholt.
Den Bitlocker findest du in der Systemsteuerung von Windows. Die Schreibgeschwindigkeit ist auf verschlüsselten Laufwerken jedoch deutlich niedriger.
Den Bitlocker findest du in der Systemsteuerung von Windows. Die Schreibgeschwindigkeit ist auf verschlüsselten Laufwerken jedoch deutlich niedriger.

Im Einsatz Vielseitig nutzbar

Ein wenig Anlass zur Beschwerde könnte das beiliegende Kabel liefern. Das erlaubt nur den Anschluss an USB-A. Ein Kabel von USB-C auf USB-C musst zusätzlich gekauft werden.

Ansonsten ist die Kabelverbindung zwar im typischen Blau von USB 3.0 gehalten, aber die gesamte Technik unterstützt USB 3.1. Wegen der etwas unübersichtlichen Nomenklatur kannst du jedoch ebenso die Bezeichnungen USB 3.1 Gen2 oder USB 3.2 Gen2 finden. Nicht selten wird einfach mit der Übertragungsgeschwindigkeit gearbeitet, um die Verwirrung etwas zu minimieren.

Der Anschluss schafft also im besten Fall 10 Gigabit pro Sekunde. USB 3.0 liegt nur bei 5 Gigabit pro Sekunde. Weil SanDisk die maximale Geschwindigkeit mit 520 Megabyte pro Sekunde angibt, würde das in der Theorie zumindest sogar genügen.

Allerdings sind diese Werte als Brutto-Transferrate zu verstehen. Vor allem für die Fehlerkorrektur wird recht viel Bandbreite benötigt, die sich am Ende beim Kopieren und Schreiben bemerkbar macht.

Nichtsdestotrotz hat sich gezeigt, dass du auch mit USB 3.0 hervorragende Schreib- und Lesegeschwindigkeiten erreichst. Diese Werte verbessern sich nur minimal mit dem Übergang zu USB 3.1. Der nächste Schritt zu USB 3.2 oder gar Thunderbolt bringt dann keine weiteren Verbesserungen.

In den Benchmarks war sogar ausschließlich das sequentielle Schreiben und Lesen, das in der Praxis kaum genutzt wird, etwas langsamer. Und selbst hier wirst du an einem PC oder Notebook mit USB 3.0 gerade einmal 20 Prozent Geschwindigkeit einbüßen.

Es ist für die Ausnutzung der schnellen Transferrate also gar kein USB 3.1 notwendig.

Überzeugende Werte liefert die SanDisk sogar per USB 3.0.
Überzeugende Werte liefert die SanDisk sogar per USB 3.0.

Praktischer Nutzen Die SanDisk Portable SSD spart viel Zeit

Benchmarks sind die eine Seite. Aber sowohl das sequentielle Schreiben und Lesen, das die absoluten Maximalwerte darstellt, als auch das Schreiben und Lesen winziger Dateien mit der Größe von 4 Kilobyte bringen nur beim Vergleich mehrerer Festplatten etwas Klarheit.

Praktischen Nutzen hat jedoch erst die tatsächliche Geschwindigkeit beim Kopieren. Hier kann die SanDisk Portable SSD in jedem Fall überzeugen. Durchschnittlich 300 Megabyte pro Sekunde liegen nicht so weit entfernt vom absoluten Spitzenwert. Auch der Einbruch bei vielen kleinen Dateien und zahlreichen Verzeichnissen hält sich in Grenzen. Hierbei werden noch etwa 70 Megabyte pro Sekunde erreicht. In dieser Geschwindigkeit lässt sich zum Beispiel ein Backup erstellen.

Insbesondere im Vergleich zu USB-Sticks der einfacheren Art entspricht das grob geschätzt dem Zehnfachen der Übertragungsgeschwindigkeit. Musst du 100 GB Videomaterial kopieren, was gerade bei der Auflösung 4K recht schnell zusammenkommt, ist bei der SSD von SanDisk mit etwa fünf Minuten Kopierzeit zu rechnen. Ein USB-Stick kann dafür gut und gern eine ganze Stunde benötigen.

Durch die soliden Transferraten ergibt sich neben schnellen Kopiervorgänge noch eine weitere praktische Funktion. Du kannst die SSD als portables Betriebssystem einsetzen. Die Installation via USB-Stick dürfte keine große Hürde darstellen. Danach kannst du via USB booten und deine persönliche Arbeitsumgebung auch auf anderen Computern nutzen. Unter anderem mit Ubuntu gelingt das recht zuverlässig, aber auch Windows kann so verwendet werden.

Den Vergleich mit einer internen SSD, die per M.2 angeschlossen ist, kann sie nicht aufnehmen. Die Benchmarks wirken trotzdem solide.
Den Vergleich mit einer internen SSD, die per M.2 angeschlossen ist, kann sie nicht aufnehmen. Die Benchmarks wirken trotzdem solide.
Wie jede Festplatte bricht die Geschwindigkeit bei kleinen Dateien ein. Aber selbst 60 MB/s als Minimum sind respektabel.
Wie jede Festplatte bricht die Geschwindigkeit bei kleinen Dateien ein. Aber selbst 60 MB/s als Minimum sind respektabel.

Lohnt sich bei viel Datenaustausch

Auch wenn sie von der Kompaktheit eines USB-Sticks ein Stück entfernt ist, gleicht die kompakte SSD diesen kleinen Makel mit ihrem Geschwindigkeitsvorteil in jedem Fall aus.

Gerade beim häufigen Kopieren, Löschen und Überschreiben ist sie in ihrem Element. Hast du häufiger das Problem, dass aufgezeichnete Sequenzen einer Videokamera vom Notebook auf einen PC ganz woanders übertragen werden sollen, ist das schnelle Schreiben die wichtigste Kompetenz, die ein Speichermedium aufweisen muss.

Das gilt natürlich ebenso für kleine Dateien in großem Umfang. Vor allem kann die SanDisk Portable SSD dir viel Zeit sparen, wenn immer wieder neue Dateien, neue Videos oder Backups von Netzlaufwerken und Betriebssystemen erstellt und andere gelöscht werden müssen.

Unter diesen Umständen lohnt sich der etwas erhöhte Preis, der bei der 2-TB-Version immerhin schon bei über 200 Euro liegt.

Geht es dir hingegen nur um die Sicherung von Fotos, Videos und Musik, bist du mit einer ganz klassischen externen Festplatte wie der SanDisk Professional G-Drive 4 TB besser beraten. Dann muss nur einmal geduldig auf den Abschluss des Kopiervorgangs gewartet werden, während der Preis pro Terabyte im konkreten Beispiel etwa bei einem Viertel liegt.

Wer ein vorinstalliertes Betriebssystem in der Hosentasche dabei haben möchte, kann die portable SSD ebenfalls gut gebrauchen.
Wer ein vorinstalliertes Betriebssystem in der Hosentasche dabei haben möchte, kann die portable SSD ebenfalls gut gebrauchen.

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