SanDisk Portable SSD im Test: Kompakt und erstaunlich flink

von Mario Petzold

· 4 min Lesezeit

Das Kopieren großer Dateien, speziell von Videos in hoher Auflösung, wird schnell zu einem Geduldspiel, wenn du dafür einen einfachen USB-Stick verwendest.

Die SanDisk Portable SSD kann von den Abmessungen her zwar nicht ganz mithalten, verschwindet aber ebenfalls in jeder Hosentasche. Vor allem verspricht sie einen zügigen Datenaustausch zwischen zwei PCs, ohne lange Wartezeit, ohne Cloud oder eine Netzwerkverbindung.

Wie sich die Mini-Festplatte im Vergleich zu USB-Sticks und fest verbauten SSDs schlägt und wo sie gut eingesetzt ist, erfährst du im folgenden Test.

Geschwindigkeit überzeugt

Pro
  • schnelles Kopieren großer Dateien
  • dünnes Gehäuse
  • stoß- und wasserfest
  • auch mit USB 3.0 statt 3.1 gut nutzbar
Contra
  • vergleichsweise hoher Preis
Unsere Gesamtbewertung4,5

Fast unkaputtbar

Die Größe ist einer der großen Pluspunkte der SanDisk Portable SSD. 10 Millimeter dick, 47 Millimeter breit und 97 Millimeter lang verschwindet sie in jeder Tasche und erst recht in jeder Laptoptasche. Ähnlich unauffällig zeigt sich das Gewicht von 40 Gramm.

Dass ein Gerät ohne bewegliche Teile oder eine eigene Stromversorgung resistent gegen Stöße ist und ihm Wasser wenig anhaben kann, leuchtet ein. SanDisk gibt für die Sturzsicherheit 2 Meter an, was ich für etwas optimistisch halte. Auf Beton oder Pflastersteinen wird der angegebene Wert für die Sturzsicherheit (1.500 g) wahrscheinlich schon aus einem Meter erreicht. Das bedeutet aber auch, dass deine portable SSD aus der Tasche fallen kann, maximal hart dabei aufschlägt und nichts passiert. Nur in die Luft werfen und dann nicht auffangen ist nicht empfehlenswert.

Verschlüsseln geht immer

Direkt nach Anschluss an PC oder Notebook sollte sich der Explorer öffnen und „SanDiskSecureAccess“ als verfügbare Software auf der SSD anzeigen.

Das Programm ist schnell installiert und hilft dir, deine Daten gut geschützt per Passwort mitzunehmen. Es wirkt allerdings so, als hätte man zumindest die Benutzeroberfläche irgendwann vor 2010 designt. Wird keine Verschlüsselung benötigt, kannst du Datei und Verzeichnis an dieser Stelle löschen.

Willst du die gespeicherten Daten tatsächlich verschlüsseln, würde ich persönlich eher zum Bitlocker greifen, der unter Windows ohnehin schon installiert ist. Dieser lässt sich zudem von anderen Betriebssystemen entschlüsseln, was die Nutzbarkeit deiner kleinen SSD nicht einschränkt.

Vielseitig nutzbar

Ein wenig Anlass zur Beschwerde könnte das beiliegende Kabel liefern. Das erlaubt nur den Anschluss an USB-A. Ein Kabel von USB-C auf USB-C musst zusätzlich gekauft werden.

Ansonsten ist die Kabelverbindung zwar im typischen Blau von USB 3.0 gehalten, aber die gesamte Technik unterstützt USB 3.1. Wegen der etwas unübersichtlichen Nomenklatur kannst du jedoch ebenso die Bezeichnungen USB 3.1 Gen2 oder USB 3.2 Gen2 finden. Nicht selten wird einfach mit der Übertragungsgeschwindigkeit gearbeitet, um die Verwirrung etwas zu minimieren.

Der Anschluss schafft also im besten Fall 10 Gigabit pro Sekunde. USB 3.0 liegt nur bei 5 Gigabit pro Sekunde. Weil SanDisk die maximale Geschwindigkeit mit 520 Megabyte pro Sekunde angibt, würde das in der Theorie zumindest sogar genügen.

Allerdings sind diese Werte als Brutto-Transferrate zu verstehen. Vor allem für die Fehlerkorrektur wird recht viel Bandbreite benötigt, die sich am Ende beim Kopieren und Schreiben bemerkbar macht.

Nichtsdestotrotz hat sich gezeigt, dass du auch mit USB 3.0 hervorragende Schreib- und Lesegeschwindigkeiten erreichst. Diese Werte verbessern sich nur minimal mit dem Übergang zu USB 3.1. Der nächste Schritt zu USB 3.2 oder gar Thunderbolt bringt dann keine weiteren Verbesserungen.

In den Benchmarks war sogar ausschließlich das sequentielle Schreiben und Lesen, das in der Praxis kaum genutzt wird, etwas langsamer. Und selbst hier wirst du an einem PC oder Notebook mit USB 3.0 gerade einmal 20 Prozent Geschwindigkeit einbüßen.

Es ist für die Ausnutzung der schnellen Transferrate also gar kein USB 3.1 notwendig.

Überzeugende Werte liefert die SanDisk sogar per USB-A-3.0.

Die SanDisk Portable SSD spart viel Zeit

Benchmarks sind die eine Seite. Aber sowohl das sequentielle Schreiben und Lesen, das die absoluten Maximalwerte darstellt, als auch das Schreiben und Lesen winziger Dateien mit der Größe von 4 Kilobyte bringen nur beim Vergleich mehrerer Festplatten etwas Klarheit.

Praktischen Nutzen hat jedoch erst die tatsächliche Geschwindigkeit beim Kopieren. Hier kann die SanDisk Portable SSD in jedem Fall überzeugen. Durchschnittlich 300 Megabyte pro Sekunde liegen nicht so weit entfernt vom absoluten Spitzenwert. Auch der Einbruch bei vielen kleinen Dateien und zahlreichen Verzeichnissen hält sich in Grenzen. Hierbei werden noch etwa 70 Megabyte pro Sekunde erreicht. In dieser Geschwindigkeit lässt sich zum Beispiel ein Backup erstellen.

Insbesondere im Vergleich zu USB-Sticks der einfacheren Art entspricht das grob geschätzt dem Zehnfachen der Übertragungsgeschwindigkeit. Musst du 100 GB Videomaterial kopieren, was gerade bei der Auflösung 4K recht schnell zusammenkommt, ist bei der SSD von SanDisk mit etwa fünf Minuten Kopierzeit zu rechnen. Ein USB-Stick kann dafür gut und gern eine ganze Stunde benötigen.

Durch die soliden Transferraten ergibt sich neben schnellen Kopiervorgänge noch eine weitere praktische Funktion. Du kannst die SSD als portables Betriebssystem einsetzen. Die Installation via USB-Stick dürfte keine große Hürde darstellen. Danach kannst du via USB booten und deine persönliche Arbeitsumgebung auch auf anderen Computern nutzen. Unter anderem mit Ubuntu gelingt das recht zuverlässig, aber auch Windows kann so verwendet werden.

Wer ein vorinstalliertes Betriebssystem in der Hosentasche dabei haben möchte, kann die portable SSD ebenfalls gut gebrauchen.
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