Samsung Portable SSD T9 im Test: Externe SSD für Eilige

von Mario Petzold

· 7 min Lesezeit

Die Samsung Portable SSD T9 bietet eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit, kann verschlüsselt werden und ist in Größen von einem Terabyte, zwei Terabyte und vier Terabyte verfügbar. Soweit zum Datenblatt. Ich habe mir die externe SSD genauer angeschaut und dabei zahlreiche Leistungstests durchgeführt.

Wie sie sich auch an anderen Anschlüssen als USB 3.2 (Gen2x2) verhält, ob die versprochenen Übertragungsraten gehalten werden, die PSSD T9 als Speicher für Spiele zu gebrauchen ist und welche Auswirkungen die Verschlüsselung hat, steht im nachfolgenden Test.

Schnell, sicher, unflexibel

Pro
  • hohe Schreib- und Leserate auch im Dauertest
  • Verschlüsselung ohne Leistungsverlust
  • robuste Hülle
Contra
  • volle Leistung nur an USB 3.2 (Gen2x2)
  • Hülle zieht Staub an
Unsere Gesamtbewertung4,5

Packung: Lieferumfang und Äußeres

In der kleinen Verpackung findet sich nur das Nötigste, immerhin aber liegt je ein Kabel für USB-A- und eines für USB-C-Verbindungen bei. So lässt sich die Samsung Portable SSD T9 im Grunde an jedem PC oder Mac verwenden.

Abgesehen vom obligatorischen Heftchen mit Garantie- und Entsorgungshinweisen war das schon alles, und das ist durchaus positiv zu verstehen. Samsung spart sich nicht nur weitere Extras, sondern verzichtet komplett auf Plastik. Es gibt keine Schutzfolie und keine kleinen Bänder aus Kunststoff, die die Kabel fixieren. Jetzt müsste nur noch der farbige Druck auf der Verpackung verschwinden, dann wär’s perfekt.

Auffällig ist leider, dass die Gummierung der externen SSD sofort Staub oder Fussel einsammelt. Selbst mit Mikrofasertuch ist es mir nicht gelungen, die Hülle komplett sauber zu bekommen. Sie lässt sich außerdem nicht entfernen, sondern sitzt fest verleimt auf dem Datenträger.

Das hat natürlich den positiven Effekt, dass sie stets geschützt und beim Herunterfallen gut gepolstert ist. Dass stets ein paar feine Staubkörner darauf haften bleiben, ließ sich während des Testzeitraums aber nicht vermeiden. Sehr praktisch und sinnvoll, aber auch unschön.

Software: Software zum Verschlüsseln

Zusätzliche Software für die Verwendung der Hardwareverschlüsselung findet sich direkt auf der Samsung PSSD T9. Je ein Installationsprogramm für Windows und MacOS ist hinterlegt. Für Android gibt es außerdem eine Textdatei, die auf die notwendige App hinweist. Linux und im Speziellen Ubuntu bleiben außen vor.

Das kleine Programm wirkt aufgeräumt und dient im Grunde nur dem Zugang zur Hardwareverschlüsselung. Ohne die Software lässt sich die SSD an einem Computer nicht verwenden. Der Ordner für die Installation ist aber abrufbar, sodass jederzeit eine Installation vorgenommen werden kann, um nach der Passworteingabe auf den geschützten Speicher zugreifen zu können.

Auf diese Weise wird die Einsetzbarkeit der SSD jedoch ein klein wenig eingeschränkt. Vor allem an einem Computer mit Ubuntu gelingt der Zugriff nicht. Wird die externe SSD hingegen nur an zwei, drei Systemen zum Datenaustausch oder für Backups genutzt, lässt sich die Verschlüsselung bestens einsetzen.

Da es sich um eine echte Hardwareverschlüsselung handelt, wird die Zugriffsgeschwindigkeit im Grunde nicht beeinträchtigt. Meine Messungen ergaben ziemlich exakt die gleichen Werte wie beim unverschlüsselten Speicher.

Sollte die Software verloren gehen, wie es mir durch ein unbedachtes Löschen passiert ist, kann sie hier im Bereich „Portable SSD Software“ direkt bei Samsung heruntergeladen werden.

Geschwindigkeit: Überragend schnell auf Dauer

Samsung verspricht für die Portable SSD T9 eine maximale Übertragungsrate von 2.000 Megabyte pro Sekunde. Genau dieser Wert lässt sich beim sequenziellen Lesen erreichen, wenn auch nur mit CrystalDiskMark. Das Programm AS SSD hingegen zeigt 1.750 Megabyte. Die Samsung Portable SSD T9 besteht den Geschwindigkeitstest, auch wenn die Werte in der Praxis kaum von Bedeutung sind.

Wesentlich wichtiger ist das Verhalten bei längeren Schreibvorgängen. Die Sicherung von Backup-Dateien, das Verschieben von Ordnern mit Spielen, Bildern, Filmen et cetera beansprucht die Technik über längere Zeit.

Dies lässt sich mit dem kleinen Programm h2testw sehr gut simulieren. Für einen Test habe ich 100 Gigabyte schreiben und im Anschluss prüfen lassen. Die Größe entspricht in etwa einer durchschnittlichen Windows-Installation mit einigen Programmen oder einem aktuellen Computerspiel.

Mit knapp über 1.100 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben und 850 Megabyte beim Lesen überzeugt die SSD von Samsung komplett. Es gibt wenige Premium-Modelle, die derartige Werte über längere Zeit halten können.

Nur zum Vergleich: Die Samsung Portable SSD T7 konnte ich ebenfalls in identischer Umgebung testen. Sie erreicht lediglich 200 Megabyte pro Sekunde beim Prüfen, was für einen längeren Vorgang weiterhin kein schlechter Wert ist. Besonders günstige externe SSDs brechen bei solchen Tests durchaus auf 50 Megabyte pro Sekunde ein.

Leistung: Andere Anschlüsse, weniger Leistung

Um diese extrem schnellen Übertragungsraten zu erreichen, ist der Anschluss USB 3.2 (Gen2x2) zwingend erforderlich. Irgendwann einmal hieß er nur USB 3.2 und erlaubte eine Übertragungsrate von 20 Gigabit pro Sekunde, also 2,5 Gigabyte. Da aber aus USB 3.0 mittlerweile USB 3.2 (Gen1) und aus USB 3.1 schließlich USB 3.2 (Gen2) wurde, ergibt sich die ziemlich kryptische Benennung.

Leider nutzen viele Hersteller weiterhin diese Benennung, die verwirrender ist, als es sein müsste. Dabei hat das „USB Implementers Forum“ (diejenigen, die über den Standard wachen) bereits eine neue und wesentlich eindeutigere Bezeichnung eingeführt. Nachzulesen ist dies hier.

Zukünftig und eigentlich schon jetzt soll USB 3.2 (Gen2x2) zu USB 20Gbps, USB 3.2 (Gen2) zu USB 10 Gbps und USB 3.2 (Gen1) zu USB 5Gbps werden. Die Zahl steht für die Übertragungsgeschwindigkeit und würde eine echte und sofort erkennbare Unterscheidung erlauben.

Wie zu erwarten, sinken die Werte jeweils unter das Maximum der langsameren Anschlüsse. Mit USB 3.2 (Gen2) (meist rot oder türkis) erreicht die Samsung Portable SSD T9 nicht ganz 1.000 Megabyte beim sequenziellen Lesen. An einem USB-3.2 (Gen1)-Anschluss (eigentlich immer blau) messe ich noch knapp 500 Megabyte.

Leider ergeben sich bei einer größeren Datenmenge ähnliche Abstufungen. Die externe SSD von Samsung kann also das Maximum nicht ganz ausschöpfen, sondern kommt beim Schreiben an USB 3.2 (Gen2) „nur“ auf 650 Megabyte. An USB 3.2 (Gen1) sind es noch knapp 350 Megabyte. Aber selbst an diesem betagten Anschluss von 2008 lassen sich 100 Gigabyte in knapp 5 Minuten aufspielen.

Ein Problem bleibt: USB 3.2 (Gen2x2) wird von Thunderbolt-Anschlüssen nicht unterstützt. An einem solchen, der sich an den allermeisten aktuellen Notebooks und vielen PCs mit Intel-Prozessoren findet, fällt die Samsung PSSD T9 auf die Leistung von USB 3.2 (Gen2). Wirklich unattraktiv sind die Schreib- und Leseraten an Thunderbolt trotzdem nicht.

Aber die PSSD T9 ist zumindest mit voller Leistung nicht so sensibel einsetzbar, wie es zu wünschen wären. Lediglich an den weniger verbreiteten USB-3.2-(Gen2x2)-Anschlüssen kann mit dem maximalen Tempo gearbeitet werden.

T9 als Spielespeicher: Gaming geht immer

Neben dem Schreiben, Kopieren und Sichern aller möglichen Daten dürfte die Samsung Portable SSD T9 auch zur Erweiterung des Speicherplatzes für Spiele in Betracht kommen. Viele aktuelle Titel benötigen mittlerweile 100 Gigabyte Speicherplatz. Bei „Starfield“ zum Beispiel sind es sogar 150 Gigabyte. Man braucht also keine übermäßig große Spielesammlung, um die 1-Terabyte-SSD im Gaming-Notebook auszureizen.

Da kommen zwei oder vier zusätzliche Terabyte gerade richtig. Bleibt nur die Frage, ob die externe Lösung Auswirkungen auf die Gaming-Leistung hat. Kurze Antwort: Nein!

Etwas längere Antwort: In vier Testläufen mit dem integrierten Benchmark von „Horizon Zero Dawn“ blieb die durchschnittliche Bildrate immer exakt gleich. Nur bei der P5- und der P1-Wertung, also der minimalen Bildrate, die 95 beziehungsweise 99 Prozent der Messwerte mindestens erreichen, gibt es einen Trend zu beobachten.

Diese Bewertungen liefern einen deutlich besseren Eindruck von der Stabilität der Bildraten. Schwanken diese zwischen 20 und 100 Bildern pro Sekunde, sind ergibt sich ein Durchschnittswert von 60 Frames pro Sekunde. Die P1-Wertung liegt dann aber bei 20 Frames pro Sekunde. Die P5-Wertung wird kaum besser ausfallen.

Die interne NVMe M.2 SSD ist hier 10 beziehungsweise 3 Prozent besser. Da heißt, absolut flüssig läuft das Spiel auf dem internen Speicher. Aber selbst an einem USB-3.0-Anschluss fallen die Werte kaum schlechter aus, also spielt sich „Horizon Zero Dawn“ weiterhin absolut flüssig. Und im Durchschnitt ergibt sich ohnehin die identische Frames-Bewertung.

Werden also extrem hohe Ansprüche an ein Spiel gestellt, dann führt an der internen SSD kein Weg vorbei. Einfach nur spielen, und zwar auf dem gleichen Niveau, kann man hingegen selbst mit einem „langsamen“ USB-Anschluss auf der Samsung Portable SSD T9 ganz problemlos.

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