Produkttest: Palm Pre – Teil 1
Produkttest: Palm Pre – Teil 1
Palms Neustart
Der Palm Pre ist das Meisterstück der bereits totgesagten Firma Palm. Palm war früher mal „in aller Hände“. Der Personal Digital Assistent (PDA) war die intelligente Alternative zu einem Windows PDA, damals in der Zeit vor dem Dot-Bomb-Hype. Kein Farbdisplay, 8 MB Speicher, ein Stift zum Bedienen, unzählige Programme, aber kein App-Store. Ich hatte damals den Palm V und Vx und damit quasi das iPhone unter den Organizern. Aber dann ist es still um Palm geworden, Innovationen kamen lediglich noch mit den Palm Treos auf. Als dann das Betriebssystem nicht mehr mitspielte, wurde Windows Mobile genommen. Im Januar diesen Jahres gab es eine Pressekonferenz der Firma Palm: Jeder wusste, entweder bringen sie einen Knaller oder die Firma geht unter – es wurde der Palm Pre. Die Konkurrenz ist hart und unerbittlich, deshalb gibt’s den Testbericht.
Erster Eindruck
Der Palm Pre liegt gut in der Hand. Mit Abmessungen von lediglich 101 x 60 x 17 mm und 135 Gramm Gewicht ist er kleiner als ein iPhone oder das HTC Magic und das, obwohl der Pre eine vollwertige QWERTY(QWERTZ)-Tastatur hat. Das ist schon beeindruckend. Leider wird der gute Eindruck aber auch sofort durch den hochglänzenden, schwarzen Kunststoff gestört. Solange kein Fingerabdruck drauf ist, scheint alles in Ordnung, danach sieht der Palm Pre einfach nur noch schmierig und billig aus. Und wenn man das Gehäuse mal fester anfasst – die Verarbeitungsqualität und die scharfen Ecken und Kanten machen keine Freude. Dass man damit (Analog)-Käse schneiden kann, hat Gizmodo schon hinreichend bewiesen.
Palm Pre Cuts the Cheese from Gizmodo on Vimeo.
Technik
Die technische Seite erledigt der Palm Pre ordentlich und bodenständig. Im Vergleich zu den Smartphone-Schlachtschiffen, die seit dem Sommer aufgefahren werden, ist er nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Palm Pre hat nicht den Ich-liebe-mein-iPhone-Faktor-und-der-Rest-ist-egal. Das Touchscreen-Display hat ordentliche 320 x480 Pixel auf einer Fläche von 3,1 Zoll, es gibt Quadband, HSDPA, Bluetooth samt AD2P, GPS, WLAN. Der 600 MHz starke OMAP 3430 Prozessor treibt das WebOS ordentlich an, aber es kommt trotzdem zu Wartezeiten, die ungewohnt sind. Das iPhone 3GS ist echt schneller. Angenehm ist, dass der Palm Pre mittels micro-USB aufgeladen werden kann, man braucht kein spezielles USB-Kabel mehr, das erleichtert die Handhabung.
Akkulaufzeit
Der Palm Pre leidet unter der gängigen Smartphone-Krankheit. Mehr als ein Tag ist nicht drin. Ein bisschen Telefonie, ein paar Standortwechsel, E-Mails im Hintergrund, Surfen und dann ist der Akku abends schon fertig. Telefoniert man noch täglich mindestens zwei bis drei Stunden und ist bei Twitter häufiger unterwegs, muss der Palm eigentlich schon mittags ans Ladegerät, aber hier sieht das iPhone auch nicht besser aus. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit, meinen Palm Pre mal weniger intensiv zu nutzen, gerüchteweise soll man ja sogar auf zwei Tage Laufzeit kommen. Irgendwas mache ich falsch.
Tastatur
Die vollwertige QWERTY(QWERTZ)-Tastatur mit echten Tasten unterscheidet den Palm Pre von anderen Smartphones. Als Slider muss das Display beim Tippen immer hochgeschoben werden, eine Bildschirm-Tastatur gibt es nicht. Die einzelnen Hardware-Drücker sind klein geraten und leicht gewölbt, es kommt kein solides Tippgefühl auf, gleichzeitig stört die relativ scharfe Kante rund um die Tastatur den Tippfluss. Was sich Palm hierbei gedacht hat, will ich nicht wissen. Früher war ich eigentlich immer Verfechter von Hardware-Tastaturen, aber seit einiger Zeit bin ich auf dem iPhone ziemlich zügig unterwegs und lasse dafür sogar meinen Blackberry liegen. Für ein paar E-Mails und SMS reicht die Palm-Pre-Tastatur aus, aber danach ist relativ schnell Schluss.
Im zweiten, finalen Teil des Testes, komme ich zu noch sprechen auf die Verarbeitungsqualität des Palm Pre, das WebOS und das Angebot an Apps.












