Produkttest: Lenovo Thinkpad Edge 11 (Modell: NVY24GE) – Teil 3
Produkttest: Lenovo Thinkpad Edge 11 (Modell: NVY24GE) – Teil 3
„Schrumpfausgabe“ der Edge-Serie
Lautstärke und Hitzeentwicklung: Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung eines kompakten Notebooks ist die Frage: „Wie kann man die entstehende Hitze effizient aus dem Gehäuse abtransportieren, ohne die Nerven des Nutzers zu strapazieren“. Die Arbeit der Ingenieure zum Lenovo ThinkPad Edge 11 kann man als gut bewerten. Der Lüfter läuft zwar auch ohne anliegende Last stetig und leicht hörbar, stört dabei aber kaum. Bei steigender Auslastung steigt die Lautstärke etwas zu abrupt auf ein höheres, sehr gut hörbares Level, bleibt dann aber konstant. Eine stufenlose Drehzahländerung hätte der Lüftersteuerung besser zu Gesicht gestanden.
Sensiblen Naturen könnte die leicht hochfrequente Klangkulisse unangenehm aufstoßen. Dem schon fast üblichen Spulen-Fiepen kann sich auch das Edge nicht ganz entsagen. Immer mal wieder fiept es vor sich hin und stört den Nutzer und sein Umfeld. Abhilfe schafft die Deaktivierung der Funktion „CPU Power Management“ im Bios. Eine Reduzierung der Akkulaufzeit muss dabei aber mit eingeplant werden.
Die Festplatte bleibt dezent im Hintergrund und macht nur bei Zugriffen durch leise Zugriffsgeräusche auf sich aufmerksam. Leichte Vibrationen sind auf einem kaum spürbaren Niveau vorhanden.
Akku
Erklärung: IDLE: Funkverbindungen: aus, Display: 0 Prozent, Auslastung: 0 Prozent – LAST: Funkverbindungen: an, Display: 100 Prozent, Auslastung: 100 Prozent – Surfen + YouTube: Funkverbindungen: an, Display: 100 Prozent, Auslastung: variabel
Die Zeichen für einen langen Atem beim kleinsten Edge stehen gut. Ein konsequenter Einsatz von Stromsparkomponenten, ein kleines Display und ein kräftiger Akku (57 Wh) lassen auf eine besonders hohe Akkulaufzeit hoffen. Diese Erwartungen zerschlagen sich jedoch relativ schnell. Schon eine maximale Laufzeit (IDLE) von etwas über 6 Stunden versetzt in der heutigen Zeit niemanden mehr in Erstaunen.

Bei maximaler Auslastung des ganzen Systems gehen nach ordentlichen zwei Stunden und 24 Minuten die Lichter aus. Die größte Enttäuschung macht sich im alltäglichen Betrieb breit. Surft man auf Internetseiten und schaut sich YouTube-Videos (360p) an, lechzt das Notebook bereits nach drei Stunden und 19 Minuten nach einer externen Stromversorgung. Solch eine Laufzeit erreichen schon viele 15-Zöller ala Lenovo Thinkpad SL510 oder Acer Extensa 5635Z, die obendrein noch schwächere Energiespender besitzen als das Edge 11. Die Änderung des Energiesparprofils brachte keine Verbesserung. Positives gibt es zum kompakten Netzteil (65 W) zu sagen. Dieses ist ein altbekanntes, da es aktuell bei vielen anderen Thinkpad-Modellen verwendet wird und eine Verfügbarkeit somit für die kommenden Jahre sichergestellt sein sollte.
Fazit
Für ein abschließendes Fazit zum Lenovo ThinkPad Edge 11 lohnt ein Blick auf den Test des Thinkpad Edge 13 vom Anfang des Jahres. Der erste Sprössling der neu eingeführten Edge-Reihe von Lenovo wusste mit einer guten Verarbeitung, einer ausreichenden Leistung, einer größtenteils geringen Lautstärke und einer exzellenten Tastatur samt Trackpoint zu überzeugen. Auch der geringe Einstiegspreis war ein gutes Verkaufsargument. Es gab jedoch zahlreiche negative Dinge, die nicht unter den Tisch gekehrt werden dürfen und einem guten Endergebnis im Wege standen.
Dazu zählten die geringe Stabilität des Displaydeckels, die geringe Anzahl an Anschlüssen, das empfangsschwache WLAN-Modul, die geringe Akkulaufzeit und das mäßige Display. Nun hatte Lenovo mehr als ein halbes Jahr Zeit die Fehler auszumerzen. Zum Schluss bleibt ein geschrumpftes Edge 13, welches die Vorteile des großen Bruders übernimmt ohne die Altlasten zu kopieren. Verbessert wurden unter anderem die Steifigkeit des Displaydeckels und die Empfangsstärke des WLANs. Ebenso ging die Anwendungsleistung mit dem flinken Intel Core i3 UM aufwärts. Das noch immer spiegelnde Display weist ein gute Farbwiedergabe auf und leuchtet heller als beim Edge 13. Geblieben sind die geringe Anschlussvielfalt, die hohe Lautstärke bei hoher Auslastung und das gelegentlich Spulenfiepen. Eine Bewertung des Akkulaufzeit fällt schwer. Zwar ist diese länger geworden, Konkurrenten wie die UL-Serie von Asus zeigen mit Laufzeiten von bis zu 12 Stunden jedoch wohin der Weg gehen muss.






