Produkttest: Creative Zen Stone
Produkttest: Creative Zen Stone
…klein, leicht und einfach gut!
Creative-Chef Sim Wong Hoo sagte einmal über den iPod Shuffle: “[…] it’s worse than the cheapest Chinese player. Even the cheap, cheap Chinese brand today has display and has FM. They don’t have this kind of thing, and they expect to come out with a fight; I think it’s a non-starter to begin with“. Offensichtlich wurde man bei Creative durch den Erfolg des iPod Shuffle vom Gegenteil überzeugt und hat sich dann an die Entwicklung eines eigenen Klons gemacht – und das ist durchaus sehr gut gelungen!
Im Creative-Programm ist der Zen Stone der kleinste MP3-Player und bietet mit seinen 1GB Flashspeicher genug Platz für zahlreiche Musikdateien im MP3, WMA oder Audible Format. Ich konnte ihn, wie angekündigt, vier Wochen lang testen und war sehr zufrieden mit dem Kleinen.
Lieferumfang

Creative hat mir die schwarze Variante des Zen Stone zukommen lassen, den es aber noch in fünf weiteren Farben gibt (weiß, limette, rot, pink, blau). In der Verpackung finden sich neben einer Kurzanleitung ein 12,5 Zentimeter kurzes Mini-USB-Kabel und ein Paar schwarze Kopfhörer. Ein ausführliches Handbuch oder eine Software für den Zen Stone liegen nicht bei, man wird lediglich auf deren Downloadmöglichkeit hingewiesen.
Bedienung

Angeschlossen wird der Zen Stone über ein handelsübliches Mini-USB-Kabel. Leider ist das mitgelieferte Kabel sehr kurz – wer also nicht gerade einen USB-Hub auf dem Schreibtisch oder einen USB-Anschluss an seinem Monitor hat, der sollte sich ein längeres Kabel besorgen.
Der Zen Stone kann nicht nur einfach ein Musikstück nach dem anderen oder in zufälliger Reihenfolge abspielen, sondern, und das finde ich eine gute und nützliche Funktion, er kann auch ganze Ordner überspringen. Wer also auf den Zen Stone ganze Alben oder Playlists in einer Ordnerstruktur überträgt, der kann durch kurzes Bedienen des Steuerungsschalters einfach einen Ordner weiter springen und so ganz einfach während des Hörens durch seine Musik blättern.
Software

Die zur Verwaltung des Zen Stone empfohlene Software nennt sich „Creative Media Lite“; wer möchte, kann aber auch den Windows Media Player benutzen. Neben der Software wird noch das Handbuch für den Player installiert. Mit der „Media Lite“-Software lassen sich in einfachster Weise Musiktitel oder Daten auf den Zen Stone übertragen. Eine weitere Funktion dient zum Rippen von CDs, direkt auf den Player oder auf die Festplatte. Und wer will, kann, um eine Schädigung des Gehörs zu vermeiden, auch eine maximale Abspiellautstärke für den Zen Stone festlegen.
Die Software selbst ist einfach zu bedienen und selbsterklärend, sie hat mich in der Aufmachung an den Total Commander erinnert. Einfach im linken Fenster die gewünschte Musik auswählen, Transferpfeil anklicken und schon gelangt die Musik auf den Player. Das ganze funktioniert auch in umgekehrter Reihenfolge vom Player zurück auf die Festplatte. An Audioformaten schluckt der Zen Stone MP3, WMA/WMDRM9 und Audible Files, PlaysForSure wird nicht unterstützt. Bei 128 kbs passen ca. 200 bis 250 MP3s auf den Player. Da der Zen Stone als USB-Stick erkannt wird, kann man ihn auch einfach via Windows Explorer und Drag & Drop mit Musik und Daten befüllen – simpel und gut so!

Unter OS X wird der Zen Stone als USB-Laufwerk erkannt und in der üblichen Weise auf dem Desktop/Finder dargestellt; der Player kann hier ebenfalls via Drag & Drop befüllt werden. In iTunes selbst wird der Player allerdings nicht erkannt. Wer also weiterhin auf die Hilfe von iTunes setzen möchte, muss sich nach einem eventuell verfügbaren Trick im Web umsehen.
Klangqualität
Als ich zum ersten Mal den Zen Stone angeschaltet und mir die mitgelieferten Creative-Kopfhörer ins Ohr gestöpselt habe, erschrak ich zunächst ob der dröhnenden, verzerrt klingenden Töne. Ok, ich hatte die neue Scheibe von den White Stripes ausgewählt, aber so dumpf und dröhnend klingen die nun auch nicht durchgehend. Ich habe dann die Kopfhörer ausgetauscht und zu den Standard-iPod-Ohrstöpseln gegriffen (zugegeben, auch nicht das Optimum auf dem Kopfhörermarkt) und voilà, der Sound kam klar und unverzerrt in meinen Ohren an. Auch mit meinem Sony MDR-V700 erzeugte der Zen Stone gute Klänge. Ergo, die mitgelieferten Ohrhörer von Creative sind nicht wirklich brauchbar. Einen eingebauten Equalizer gibt es beim Zen Stone nicht, ansonsten steht er seinem Vorbild, dem Apple iPod Shuffle, in Sachen Klangqualität in nichts nach. Der Sound könnte kräftiger sein und etwas heller, aber er ist vollkommen ausreichend für diese MP3-Player-Klasse.
Durchhaltevermögen & Verarbeitung

Creative gibt für den Zen Stone eine Akkulaufzeit von 10 Stunden an. In einem Dauertest hielt der Player bei mir eine Laufzeit von 9 Stunden, 9 Minuten und 1 Sekunde durch, also nah am vom Hersteller angegebenen Wert. Der jeweilige Ladezustand wird durch ein grün, orange oder rot leuchtendes, kleines LED angezeigt. Der Zen Stone eignet sich aufgrund seiner Größe (53,7 x 35,3 x 12,8 cm) und seines geringen Gewichts von 20 Gramm hervorragend als Begleiter zum Sport, und mit dieser Akkulaufzeit übersteht er auch so manchen längeren Dauerlauf.
Der Zen Stone ist aus Plastik gefertigt, allerdings wirkt er dadurch nicht billig. Auch durch Herumtragen in der Hosentasche, neben Münzen und dem Schlüsselbund, hat er keinerlei Kratzer abbekommen. Anfällig ist das Lack-schwarze Gehäuse allerdings für Fingerabdrücke (s. Foto). Der Funktionsschalter ist stabil und verstellt sich auch in der Hosentasche nicht. Das Click-Wheel hat einen guten, festen Druckpunkt und gibt somit ein gutes Feedback.
Optionales Zubehör

Der Zen Stone kann per se nicht an der Kleidung oder dem Schlüsselbund befestigt werden. Lediglich eine kleine Öse findet sich am Gehäuse, durch die man allenfalls ein dünnes Band zur Befestigung führen könnte. Creative bietet hier als Lösung weiteres Zubehör an: ein Armband, eine Schutzhülle mit Clip in verschiedenen Farben oder eine Hülle mit Schlüsselring.
Fazit
Der Creative Zen Stone ist ein kleiner, leichter und günstiger (ca. 39 Euro) MP3-Player, der dem iPod Shuffle in nichts nachsteht. Er ist einfach zu bedienen und kann auch sofort als USB-Stick an jedem Computer genutzt werden. Einzig das mitgelieferte Zubehör wie Kopfhörer und Mini-USB-Kabel sind mehr oder weniger unbrauchbar.
Update

So ganz hat man bei Creative dem Konzept des Zen Stone wohl doch nicht getraut und hat deshalb aktuell einen großen Bruder, den Zen Stone Plus (69,90 Euro), herausgebracht; er bietet Display, Equalizer, Uhr/Stoppuhr und ein Mikrofon/Diktierfunktion. Ich werde in Kürze ein Testmuster des Zen Stone Plus erhalten und über die Zusatzfeatures berichten.






