Produkttest: BookBook (Schutzhülle) von Twelvesouth
Produkttest: BookBook (Schutzhülle) von Twelvesouth
Ein schöner Rücken kann entzücken oder sagen wir: Der Einband macht’s…
Für Liebhaber des nostalgischen Flairs und für Freunde antiquarischer Bücher hat neuerdings der Mac-Zubehörlieferant Twelvesouth einen dicken Einband namens BookBook mit Goldrand im Produktsortiment, der die Apple MacBook Pro-Reihe in den Formaten 13- und 15-Zoll perfekt gegen Stoßschäden beim Transport oder einfach nur vor begehrlichen Blicken schützen soll. Ich habe mir das edel verarbeitete Luxus-Etui genauer angeschaut. Und eines vor weg, für ziemlich gut befunden!
„No Blister in the Sun“
Schon das Auspacken hält eine kleine Überraschung bereit. Das BookBook wirkt überraschend groß. Jedenfalls größer, als ich es mir für meinen 15 Zöller vorgestellt habe. Es ist verpackt in einem grauen Gazebeutel. Ganz schlicht, kein unnützer Plastikmüll. Keine wilde Auspackorgie oder Befreiungsaktion aus hartnäckig verschweisten Blisterverpackungen, wie seit geraumer Zeit üblich. Einfach angenehm und umweltfreundlich. Ein dickes Lob an den Hersteller.
Fait à la main…
Eine weiße Pappbanderole mit jeweils einem Produktfoto auf der Vorder- und Rückseite sowie ein kurzer Produkttext in den gängigsten fünf Welt-Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch) muss noch entfernt werden, dann halte ich das mächtige Lederetui in meinen Händen. Der braune Ledereinband greift sich angenehm weich. Der Geruch weckt in mir Assoziationen an vergangene Kindertage. Erinnert mich an frühe Besuche in Schuhgeschäften, als Lederschuhe noch nach gegerbtem Leder rochen und nicht nur nach Klebstoffen. Laut Angaben des Herstellers handelt es sich bei jedem BookBook um ein individuell, in Handarbeit gefertigtes Einzelstück. Twelvesouth verspricht, dass jedes Exemplar einzigartig ist. Nun, diese Aussage kann ich nicht verifizieren, dazu müsste ich weitere Exemplare zum Vergleich haben. Feststellen möchte ich aber, das die Gerbung und Bearbeitung des Ledereinbands rundum bis ins kleinste Detail akribisch und liebevoll gestaltet ist. Die antike Anmut – neudeutsch: „Used“-Optik – besticht durch die Struktur des Materials und Designs. Zahlreiche Kratzspuren im Leder, die stellenweise verblassende Goldschrift und unzählige, „künstlerisch erzeugte“ abgegriffene Stellen am Buchrücken erwecken den Eindruck, als ob das stilvolle Hardcover äußerlich schon einige Jahre Patina auf dem Buckel hätte und mindestens weitere Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – überdauern und den fragilen Inhalt sicher auf lange Zeit beschützen würde.
Tarnung und Warnung zugleich
Ein auffälliger Betrachtungsgegenstand ist das BookBook in der Öffentlichkeit. Ein Chamäleon dagegen im Bücherregal. Liegt das BookBook im Wohnzimmeralltag zwischen anderen Büchern im Regal, dann entfaltet sich die unauffällige Tarnung wirkungsvoll. Keiner meiner Besucher der letzten Zeit interessierte sich zunächst für den Inhalt, was mich des Öfteren Schmunzeln ließ. Das klassische Buchdesign fügte sich nahtlos in meinen Bücherbestand. Lag das gute Stück jedoch prominent als Einzelstück im Zimmer oder unterwegs im Café auf dem Tisch, so waren neugierige Blicke schnell geweckt. Ein staunendes Aha-Erlebnis förderte das Öffnen des Covers im direkten Umfeld. Keiner rechnete mit einem MacBook als Inhalt und zeigte sich sogleich interessiert an der pfiffigen Verkleidung des BookBook. Deshalb denke ich, dass der Benutzer sein BookBook in der Öffentlichkeit nicht unbeachtet herumliegen lassen sollte. Vorsicht zählt und gilt weiterhin als die Mutter im Porzellanladen, und nicht nur dort…
Vintage-Book-Look
Die Verarbeitung des BookBook ist nicht nur von außen betrachtet tadellos. Auch innen setzt sich die luxuriöse Ausstattung fort. Öffnet man die beiden Zipper des Reißverschlusses kann man den oberen Buchdeckel leicht nach hinten klappen und es offenbart sich ein blutrotes Velours ähnliches Interieur. Übrigens erkennt man Ober- bzw. Unterseite des BookBook-Covers ganz einfach an der Logoprägung von Twelvesouth an der Unter- bzw. Rückseite. Der Reißverschluss sollte aber nicht unbedacht aufgerissen werden. Bereits nach kurzer Zeit der Benutzung fiel mir auf, dass das äußere Nylongewebe dazu neigt, aufzufasern. Sprich: Die Zipper ziehen kleine Fäden an der Außenseite des Verschlusses. Sie lassen sich jedoch ganz leicht entfernen, wenn man sie sehr vorsichtig mit einem Feuerzeug erhitzt. Dann ziehen sie sich schnell zusammen. (Bitte handeln Sie aber mit größter Sorgfalt und ich gebe diesen Tipp ausdrücklich ohne Gewähr!) Die Verarbeitung des Reißverschlusses schmälert jedoch nicht den Gesamteindruck des ansonsten sehr hochwertig verarbeiteten Produktes. Das Hardcover scheint mir ausreichend fest und gut gepolstert zu sein. Dennoch sollte das BookBook nicht achtlos in der Gegend herum geschubst werden. Es gibt keinen besonders erwähnenswerten Kantenschutz und der gesunde Menschenverstand sollte es dem Benutzer eigentlich gebieten, sorgfältig mit seinem „Vintage Book“ umzugehen. Und Apple-User gelten ja weithin als feingeistige Menschen.
Work unzipped!
Wer einmal sein MacBook Pro in das BookBook gepackt hat, holt es garantiert so schnell nicht mehr raus. Denn es bietet ausreichend Platz und somit Belüftung, um unterwegs und zuhause das Notebook aufzuklappen und kurze Arbeiten zu verrichten. Wer (noch) kein iPad sein Eigen nennt und ganz „old-fashioned“ mit seinem MacBook zwischendurch ins Internet geht oder seine E-Mails checkt, kann dies getrost im Etui belassen. Sogar aufladen! Alle Anschlüsse und auch Superdrive, SD- oder Express-Card-Slots sind frei zugänglich. Ein nettes Detail: Damit der obere Buchdeckel nicht nach hinten wegkippt, kann er mittels zweier Gummibänder am Display fixiert werden.
Ausstattungsliste?
Wer mehr als die bereits genannten Ausstattungsmerkmale erwartet, wird wohl enttäuscht sein. Das BookBook besitzt keine Innen- oder Staufächer für zusätzliches Material oder Zubehör. Es dient ausschließlich dem Luxus, das MacBook stilvoll zu „bekleiden“. Das mag angesichts des Preises eine – zugegebenermaßen – teuere Anschaffung sein. Ich bin aber sicher, dass das BookBook seinen Kundenkreis finden wird. Twelvesouth bringt es in seiner knappen Produktbeschreibung selbst auf den Punkt und verspricht nicht mehr oder weniger: „Handgefertigtes, einzigartiges Lederetui schützt Ihr MacBook mit Stil.“ Und Stil hat bekanntlich seinen Preis. Das BookBook belastet Ihr Konto mit 74,90 Euro. Eine Investition, die sich allerdings lohnt und auf lange Sicht Tag für Tag Freude bereitet.


















