Produkttest: ASUS Eee PC 1101HA Seashell – Teil 2

von matthias-schleif

· 5 min Lesezeit

Produkttest: ASUS Eee PC 1101HA Seashell – Teil 2

Akkuleistung, Software und Fazit
Wie im ersten Teil meines Testberichts angekündigt soll es im heute folgenden zweiten Teil um die Leistung des Akkus, die von ASUS mitgelieferte Software und die Fähigkeit des Systems, hochauflösende Videos wiederzugeben, gehen. Akkupower: Mit dem Akku des ASUS Eee PC 1101HA Seashell habe ich ziemlich gute Erfahrungen gemacht, obwohl die in den Angaben vermerkten 9 Stunden Laufzeit etwas zu hoch gegriffen sind, wenn man denn ein wenig Leistung von dem System erwartet. Der Netzstecker ist im Übrigen wohl doch stabiler, als erwartet, muss aber recht fest herein gedrückt werden. Für eine komplette Aufladung muss man gerade einmal 90 min einkalkulieren, was aber auch mit dem noch sehr jungen Akku zusammenhängen kann.
In meinem Test bin ich in etwa so vorgegangen, dass ich das System standardmäßig im automatischen Stromsparmodus betrieben habe. Sobald ich mehr Leistung benötigte – etwa wenn Videos zu ruckeln begannen oder Internetseiten mit hohem Flash-Anteil die Arbeit zu sehr verlangsamten –schaltete ich sofort auf den Superperformance-Modus. Insgesamt habe ich den schnellen Modus zu etwa einem Drittel der Zeit benutzt und den Bildschirm die ganze Zeit bei etwa halber Leuchtkraft betrieben. So kam ich auf eine Laufzeit von etwas mehr als 6 Stunden, was mir absolut genügt. Leider ist es aber auch an diesem großen Muschelcomputer so, dass man den Bluetoothadapter, die Webcam und den LAN-Anschluss nicht per Software ausschalten kann, um Strom zu sparen. Außer der Kamera habe ich die Sachen dann im BIOS ausgeschaltet; die CPU-Übertaktung habe ich dagegen unverändert bei +10 Prozent belassen und so die 6,5 Stunden Laufzeit erzielt.

ASUS Eee PC 1101HA Seashell – Teil 1″

Natürlich kann man den Eee PC 1101HA auch ordentlich in die Knie zwingen. Schaltet man alle Geräte im BIOS wieder ein, setzt die CPU-Übertaktung auf die höchste Stufe von +30 Prozent und benutzt dazu unter Windows noch den Superperformance-Modus, so geht bereits die Anzeige für die noch verbleibende Restlaufzeit von mehr als acht auf knapp fünfeinhalb Stunden herunter. Der Lüfter pustet nach einer Weile kontinuierlich, wobei das System gefühlt eigentlich gar nicht zu warm ist. Spielt man dazu noch Videos ab geht die angezeigte Laufzeit weiter in den Keller. Trotzdem kommt man nicht unter viereinhalb Stunden angezeigter Restlaufzeit bei vollem Akku, was immerhin einem Videoabend mit drei kompletten Spielfilmen entspricht.

ASUS Software
Die von ASUS neben dem Windows-System vorinstallierte Software umfasst vor allem einige Hilfs-Programme, wie das automatische Update, ein Datensynchronisationsprogramm, einen Messenger usw. Schon von früheren Eee PC-Versionen ist bekannt, dass ASUS einen Onlinespeicher anbietet, der aber nach einer Weile zur Kostenfalle werden kann.

Neu hingegen ist der easy-Mode, der eine ziemlich kindische Oberfläche aufruft, die aber weder Dinge des Betriebssystems versteckt noch viel einfacher zu bedienen ist. Der Hauptunterschied besteht wohl in den sehr großen Icons, mit denen man die einzelnen Funktionen und Programme erreicht. Hier sind auch weitere Verlinkungen hinterlegt, wie zum Beispiel die skool.com Webseite, die allerdings für deutsche Schüler gar nichts zu bieten hat. Dazu schaltet der easy-Mode drei kleine zusätzliche Zeichen in die Leiste, mit denen man das System herunterfahren, den easy-Mode wieder verlassen oder den Task-Manager aufrufen kann. Für mich ergibt dieser Kindermodus keinen Sinn.

Alle diese Programme findet man auch im neugestalteten ASUSdock, eine wohl dem Apple-Dock nachempfundene Leiste, die sich in den Vordergrund schiebt sobald man mit der Maus darüber fährt. Man kann aber keine eigenen Programme zu dieser Oberfläche hinzufügen und die Möglichkeiten mit den darin zu finden den Tools sind einfach zu uninteressant, als dass man deswegen ein solches „Klicki-Bunti-Feature“ einbauen müsste. Einzig der ebenfalls implementierte Jugendschutz, mit dem man aber hauptsächlich zeitgesteuerte Bildschirmfotos und Log-Dateien erfassen kann, ergibt einigermaßen Sinn.

ASUS Eee PC 1101HA Seashell – Teil 2″

HD-Videos
Das letzte, was ich ganz gerne noch am ASUS Eee PC 1101HA Seashell hinbekommen hätte, ist die Wiedergabe von hochauflösenden Videos, die mit h264 codiert sind. Wie ich vor einiger Zeit berichtete, soll man ja nur einen Player benutzen müssen, der seinerseits die Hardware-Beschleunigung der Grafikkarte (DXVA > DirectX Video Acceleration) unterstützt. Die dafür heruntergeladene Testversion von PowerDVD war allerdings nur in der Lage, meine selbst gedrehten 720p-Videos wiederzugeben, wohingegen das 1080p-Testvideo von NVIDIA auch im Super Performance-Modus mit hoher Priorität des Players nicht ruckelfrei lief. Weitere Downloads von Testvideos habe ich mir gespart, denn ich denke es sollte klar geworden sein, dass das Netbook diesbezüglich an seinen Grenzen arbeitet. Vermutlich ist es möglich, mit den entsprechenden Hilfsmitteln ein etwas besseres Ergebnis zu erzielen, aber wirklich geeignet ist das Modell scheinbar hierfür nicht.

Fazit
Alles in allem gefällt mir das ASUS-Netbook doch ziemlich gut, wenn es auch nicht ohne Kritikpunkte auskommt. Besonders die Form und das Gewicht fallen positiv auf, wohingegen das auch auf die Entfernung eindeutig als „aus Plastik“ zu identifizierende Gehäuse eher nicht so edel ist. Die Halterungen für den Akku beziehungsweise dessen Verriegelungs-Schieber klappern dazu ein wenig unnötig. Dennoch kann man sich natürlich mit dem Modell jederzeit und überall sehen lassen. Die im Gegensatz zu den kleineren Netbooks schwächere CPU-Ausstattung kann ASUS durch sein Übertaktungs-Feature im BIOS nahezu komplett wettmachen und ermöglicht trotzdem eine fünf bis sechsstündige Laufzeit. Bedenkt man den höheren Stromverbrauch des 11,6-Zoll-Bildschirms mit 1366 x 768 Auflösung, so ist dies doch ein ziemlich guter Wert.

Beim ASUS Eee PC 1101HA Seashell stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn man kann selbstverständlich für 399 Euro keine Wunder erwarten, aber angemessen ist der Preis für die gebotene Leistung allemal. Sollte man ein Modell mit UMTS-Modem bekommen können, kann man mit dem großen Muschelcomputer lange unabhängig surfen, und das mit einer vollwertigen Tastatur und einem angenehm großen Bildschirm. Für viele Kunden sicher eine gute Mischung.

Zum Abschluss noch mal das Unboxing-Video, das ich von dem System gemachte habe; dann werd ich mich davon wieder verabschieden und es zurücksenden.

Technische Daten ASUS Eee PC 1101HA Seashell:

  • Intel Atom Z530 (1.33 GHz) Prozessor
  • 11.6 Zoll HD LED Backlight Display (glänzend), Webcam
  • 1 GB RAM, 160 GB Festplatte, Card Reader
  • 6-Zellen Akku bis 9.5 Stunden Laufzeit, Multi Touchpad
  • WLAN-n, Bluetooth, 1,35 kg leicht, 2 Jahre Garantie, XP Home
  • Kostenpunkt 399 Euro
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