Produkttest: Acer Aspire 3810T-354G32N Timeline – Teil 2
Produkttest: Acer Aspire 3810T-354G32N Timeline – Teil 2
Das Subnotebook für den schmalen Geldbeutel
Display: Sehen wie nie zuvor. Das verspricht der Computerhersteller aus Taiwan auf seiner Website. Dazu verbaute man ein 13,3 Zoll großes Display mit einer optimalen Auflösung von 1366 x 768 Pixel. Die Schrift ist nicht zu klein und trotzdem passt ausreichend viel auf den Bildschirm, sodass auch Arbeiten mit größeren Excel-Tabellen kein Problem darstellen. Das Seitenverhältnis von 16:9 wird von vielen anderen Notebook-Herstellern immer öfter benutzt. Der Vorteil dieses Formats ist es, dass der schwarze Rand ober- und unterhalb von DVD-Filmen komplett verschwindet. Nachteilig ist, dass durch die verringerte Höhe auf Webseiten öfter in der Vertikalen gescrollt werden muss.
Gut ist, dass der horizontale Blickwinkel relativ hoch ist, sodass mehrere Personen die nebeneinander sitzen, kaum störende Unterschiede feststellen werden. Der vertikale Blickbereich dagegen ist sehr beschränkt und Farben invertieren schon bei einer geringen Veränderung der Sitzhöhe. Obwohl das schon ärgerlich genug ist, kommt auch noch der sehr geringe Öffnungswinkel des Bildschirms erschwerend hinzu. So kann es vorkommen, dass man für ein besseres Bild die Sitzposition variieren muss.
Für eine bessere Farbwiedergabe soll das Merkmal CineCrystal sorgen. Darunter verbirgt sich aber nichts anderes als eine spiegelnde Oberfläche. In der Tat wirken die Farben auf dem Gerät sehr kräftig und Schriften sind sehr scharf. Die bekannten Nebenwirkungen eines verspiegelten Displays sind schon in geschlossenen Räumen sichtbar. Möchte man mit dem Acer nach draußen gehen wird es noch schwieriger. Alles spiegelt sich unweigerlich im Display und das Ablesen von Bildschirminhalten belastet das Auge unangenehm. Glücklicherweise wurde der Timeline-Serie standardmäßig eine Hintergrundbeleuchtung spendiert. Diese ist deutlich heller als eine herkömmliche Beleuchtung und verringert gleichzeitig die Stromaufnahme des Displays. Bei voller Helligkeit (Stufe 10) ist das Notebook auch beim Entspannen im Park zu benutzen. Ärgerlicher ist da schon, dass die minimale
Helligkeit relativ hoch ist und somit höchstwahrscheinlich nicht immer auf Gegenliebe stößt. Auch die Ausleuchtung ist nicht ganz optimal, aber auf einem sehr hohen Level. Unter bestimmten Gegebenheiten wie ein schwarzer Bildschirm, kann man im unteren Bereich des Bildschirms deutliche Lichtkegel erkennen.
Zentral über dem Display befindet sich eine Webcam. Diese kann Videos bis zu einer Auflösung von 720p Aufnehmen und Übertragen. Sie weist nur ein sehr minimales Bildrauschen auf und stellt Farben gut dar. Sofern man eine maximale Auflösung von 640×480 Pixel gewählt hat, bietet sie auch eine schnelle Reaktionszeit.
Lautsprecher
Die beiden kleinen Lautsprecher befinden sich links und rechts oberhalb der Tastatur und können somit stets ihr ganzes Potential ausspielen. Leider ist es nicht sehr groß. Selbst für Notebooklautsprecher klingen sie sehr schwachbrüstig und flach. Von Bass braucht man überhaupt nicht zu sprechen. Zwar verzerrt der Sound auch bei maximaler Lautstärke nur wenig, aber diese ist selbst in ruhiger Umgebung schon schnell erreicht. Stimmung kommt also bei Videos und Musik so gut wie überhaupt keine auf.
Leistung
Intel bietet mit der Ultra-Low-Voltage-Serie Prozessoren an, welche speziell für Kleinst-Notebooks entwickelt wurden und nur sehr wenig Energie verbrauchen. Zu dieser Familie gehört der Core 2 Solo SU3500. Er basiert auf einem Kern, welcher mit 1,4 GHz getaktet wird. Als L2-Cache stehen 3 MB zur Verfügung und der FSB Speed beträgt 800 MHz. Der Prozessor wird in der aktuellen 45 nm Technologie gefertigt und besitzt eine sehr geringe TDP von 5,5 Watt.
Wem ein Kern zu wenig sein sollte, der kann jedes Notebook der Timeline-Serie auch mit dem Doppelkernmodell Core 2 Duo SU9400 erwerben. Im Prinzip handelt es sich um den SU3500 mit zwei Kernen und einer damit einhergehenden TDP von 10 Watt. Alle anderen Spezifikationen sind absolut identisch. Die Mehrleistung lässt sich Acer mit ungefähr 150 Euro aber stattlich bezahlen, wenn man bedenkt, dass der Prozessor-Riese aus Amerika für beide Prozessoren den gleichen Preis verlangt. (Stand Juli, Quelle: www.intel.com)
Dem Prozessor stehen 4 GB Arbeitsspeicher und eine 320 GB fassende Festplatte zur Seite. Der verbaute Intel GS45 Express-Notebookchipsatz mit dem Intel Grafik-Media-Beschleuniger 4500MHD ist für die Bildwiedergabe zuständig und soll HD-Videos beschleunigen.
Das Programm Cinebench testet die CPU-Leistung und die Geschwindigkeit der Grafikkarte. Der 1,4 GHz Prozessor erreicht 1493 Punkte. Zum Vergleich: In der 15 Zoll-Notebooklasse werden häufig der Intel Core 2 Duo T6400 oder der AMD Turion X2 RM-70 verbaut. Beide verfügen über 2 Kerne mit jeweils 2 GHz. Sie erreichen eine Punktzahl von 2100 Punkten (T6400 Single) und 1600 Punkten (RM-70 Single). Werden beide Kerne belastet erzielen sie 4000 Punkte (T6400 Multi) und 3000 Punkte (RM-70 Multi). Zwar scheint das Ultra-Low-Voltage-Modell in diesem Vergleich als eindeutiger Verlierer hervorzugehen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ein Intel Atom mit 1,6 GHz nur ca. 900 Punkte erreicht, ist das Ergebnis beachtlich.
Dass die integrierte Intel-Grafik nicht zu der schnellsten Sorte gehört sieht man am Ergebnis von nur 624 Punkten. Der Konkurrent in Form der ATI Radeon HD 3200 wird mit mehr als 2000 Punkten mehr als dreimal so gut bewertet. Für die Analyse der Gesamtperformance des Systems eignet sich das Tool PerformanceTest von PassMark. In die Bewertung fließen die Leistung des Prozessors, der Grafikkarte, des Arbeitsspeichers und der Festplatte ein. Bei der Version 7.0 des Testprogramms erkämpft sich der Acer T3810 371,9 Punkte. Schnelle Netbooks (zwei Worte die nicht zusammenpassen) schaffen maximal 250 Punkte. Ein Notebook der 500 Euro Klasse ist aber dennoch mit mindestens 550 Punkten ein ganzes Stück leistungsfähiger.
Aus dem Hause Futuremark kommt die Software 3DMark06, welche für das aktuelle Testmodell 618 Punkte ausspuckt. Die integrierte Grafik von AMD (Radeon HD 3200) schafft es die 1000 Punkte Grenze zu überschreiten. Ein extra Grafikchip der Geforce 9 Serie wie beispielsweise die Geforce 9500M kommt auf knapp 3700 Punkte und ist den integrierten Grafiken damit eindeutig überlegen. Da die Intel-Grafik nicht für Spiele ausgelegt ist und eher den Prozessor beim Abspielen von HD-Material entlastet sowie die Akkulaufzeit verlängern soll, wiegt diese schlechte Bewertung nicht schwer.
Wirklich flott zu Werke geht die verbaute Hitachi-Festplatte mit 5400 U/Min. Sie liest laut HD Tune mit maximal 85 MB/s im inneren Bereich der Scheibe. Die durchschnittliche Leserate liegt bei 64 MB/s und ist damit eine der schnellsten 2,5 Zoll Festplatten mit dieser Umdrehungsgeschwindigkeit. Mit 18,3 ms Zugriffszeit ist man aber nur Mittelmaß. Flinke Speicherträger erreichen hier Werte von 16 ms.
Leistung in der Praxis
Dass das Acer trotz guter Speicherausstattung und flotter Festplatte keine Rennmaschine ist, kann man sich bereits denken. Dafür bieten ein niedrig getakteter Single-Core Prozessor und das leistungshungrige Vista keine optimale Basis. Viele normale Vorgänge wie das Installieren von Programmen sowie Updates oder das Abspielen von Videos führen dazu, dass der Prozessor stetig komplett ausgelastet ist. Und wenn eine Ein-Kern-CPU zu schuften hat, dann geht eigentlich so gut wie gar nichts mehr. Falls dann mal doch die Auslastung nachlässt, heißt es aber immer noch nicht, dass man dann gleich flüssig arbeiten kann. Das ganze System fühlt sich allgemein relativ träge an und stetige Pausen zerren in Zeiten von schnellen Dual- und Quad-Core Prozessoren sichtlich an den Nerven.
Dass es bedeutend besser geht, wenn man eine der zwei Spaßbremsen entfernt, zeigte die Installation von Windows XP. Die Treiber dafür stellt Acer freundlicherweise auf ihrer Support-Seite bereit. Man hat fast das Gefühl, dass man den Rechner festhalten muss, damit er vor lauter Performance nicht wegrennt. Windows ist zackig geladen, Pogramm- und Windowsfenster springen einen förmlich an und länger dauernde Denkpausen gibt es relativ selten. Warum man nicht gleich Windows XP mit hinzugepackt hat, wissen die Taiwaner wohl nur selbst.
HD Wiedergabe
Da das Abspielen von HD-Material von immer größerer Bedeutung wird, musste das Notebook einen Wiedergabetest von 2 HD-Trailern in unterschiedlichen Filmformaten über sich ergehen lassen. Zum einen versuchte sich das Acer an dem Quicktime-Trailer von „Transformers 2“. Bei einer Auflösung von 480p hatte der Prozessor bereits seine Mühen. Die Auslastung betrug durchschnittlich 70 Prozent und gelegentliche Ruckler waren zu erkennen. Bei 720p lag die Prozessorlast bereits bei 100 Prozent und das Bild stockte teilweise deutlich. Die Auflösung von 1080p bereite nur Frust statt Filmgenuss.
Auch der WMV HD-Trailer „Coral Reef Adventure“ sorgte in der Auflösung 720p und 1080p für eine komplette CPU-Auslastung. Dennoch liefen die Trailer jederzeit flüssig und das Anschauen der atemberaubenden Bilder war ein echter Genuss.
Lautstärke
Sehr kleine Notebooks haben fast immer das Problem, dass die entstehende Wärme durch einen deutlich hörbaren Quirl aus dem Gehäuse gepustet werden muss, da kein Platz für ein aufwändiges Kühlsystem vorhanden ist.
Die Voraussetzungen mit einem extrem stromsparenden Prozessor scheinen einen gute Voraussetzung für ein leises System. Wird die CPU im Akkubetrieb nicht gefordert, so steht der Lüfter still und nur das leise rauschen der Festplatte ist zu vernehmen. Steckt man in diesem Zustand das Stromkabel an um den Akku zu laden, dann springt der Lüfter an. Dieser ist dann aber immer relativ leise und setzt sich kaum von der Lautstärke der Festplatte ab. Bei stärkerer Auslastung wird der Lüfter aber deutlich hörbar, wobei das Geräusch trotzdem nicht übermäßig an den Nerven zerrt. Anzumerken ist, dass der Lüfter im Akku-Betrieb immer eine Stufe unter der des Netzbetriebes ist.
Die Festplatte ist als leise zu bezeichnen. Das Grundrauschen ist zwar hörbar und die Zugriffe werden durch leichte Kratzgeräusche signalisiert, aber man fühlt sich zu keinem Zeitpunkt gestört. Auch die Vibrationen halten sich im Rahmen, sind aber durchaus spürbar. Modelle mit rotierenden Scheiben kommen aber fast nie ohne Vibrationen aus.
Durchaus erwähnenswert ist, dass das Acer 3810T überhaupt keine fiependen Geräusche von sich gibt. Die Displaybeleuchtung, Kondensatoren auf dem Mainboard und selbst das Netzteil bleiben unter jeglichem Lastzustand komplett lautlos. Das dies keinesfalls die Regel ist, ist traurig aber wahr.
Temperatur
Dass ein auf energiesparend getrimmtes System nicht nur einen langen Atem hat, sondern auch überaus kühl bleibt, zeigt sich an dem portablen Computer aus Taiwan. Die Handballenauflage und die Tastatur bleiben steht’s angenehm kühl. Auf der Unterseite des Gehäuses sieht es fast genauso aus. Nur im Bereich wo der Prozessor sitzt, kann bei längerer Last eine mäßige Temperaturerhöhung festgestellt werden, welche aber keinesfalls unangenehm wird.
Akku
Man packe einen Stromsparprozessor, ein Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung und einen leistungsstarken 6-Zellen-Akku in einen Topf und heraus kommt ein Notebook mit einer fantastischen Laufzeit. Das in etwa waren wahrscheinlich die Gedankengänge der taiwanesischen Notebookentwickler.
Wird das Notebook komplett ausgelastet, sämtliche Energiesparoptionen deaktiviert und die Bildschirmhelligkeit auf 100 Proztent gestellt, gehen erst nach 4h und 15 Minuten die Lichter aus. Solche Werte schafft ein normales Notebook dieser Preisklasse meist nicht mal im IDLE-Modus (ohne Auslastung) und mit schwächster Hintergrundbeleuchtung. Selbst ein Netbook hält in den seltensten Fällen deutlich länger und besitzt dabei noch eine wesentlich geringere Leistungsfähigkeit als das Acer 3810T.
Leider kann sich die taiwansche Flunder im praxisnahen Test nicht deutlich verbessern. Wird das 3810T zum Internetsurfen per WLAN und zum gleichzeitigen Musikhören benutzt, vergehen gerade einmal weitere 30 Minuten bis es nach der Steckdose bettelt. Hier kommt vermutlich die relativ geringe Prozessorleistung zum Tragen. Wird eine Internetseite aufgerufen oder zum nächsten Lied gesprungen, springt die CPU-Auslastung jedes Mal auf hohe bis sehr hohe zweistellige Prozentwerte.
Eigentlich sollte auch noch ein Laufzeittest im Idle-Zustand mit geringster Auslastung, niedrigster Bildschirmhelligkeit und ausgeschaltetem W-LAN erfolgen, aber da wollte das Acer nicht mitmachen. Aus einem unbekannten Grund lastet der Prozess taskmgr.exe die CPU nach ein bis zwei Stunden dauerhaft aus und beeinflusste somit die Akkuleistung nachhaltig. Daher wurde dieser Test abgebrochen und fließt somit nicht in die Wertung mit ein.
Im nächsten teil werfen wir einen genauen Blick auf die Software und ziehen unser abschließendes Fazit.
Anmerkung der Redaktion: Neben diesem, wird es demnächst noch einen weiteren Test des Acer Timeline von unserer Gastautorin Peggy Stuber geben.






