Philips Smart Speaker mit Ambilight im Test: Das perfekte Match zum TV?

von Maria Klipphahn

· 12 min Lesezeit

Popcorn und Softdrink stehen parat, die Sofadecke ist zum Einkuscheln bereit, das Wohnzimmer ist abgedunkelt. Jetzt nur noch den Fernseher einschalten und schon geht der gemütliche Filmeabend los – naja fast.

Wer das ultimative Kino-Feeling zu sich nach Hause holen will, sollte auch dem Sound Beachtung schenken. Die eingebauten TV-Lautsprecher sind zwar meist in Ordnung, doch egal ob romantisches Streichorchester in der Liebeskomödie oder der „Wumms“ in Action-Streifen – so richtig Fülle und Tiefe bekommt der Klang erst mit dem richtigen Sound-System.

Ob die Smart Speaker von Philips die geeignete Wahl sind? Für mich steht Philips eher für smarte Beleuchtung, die berühmten Ambilight-Fernseher oder Haushaltsgeräte und war daher nicht vorrangig mit Audio-Technik verknüpft – aber das muss ja kein Nachteil sein.

Im Gegenteil: Schaut man sich die vielseitigen Versprechen der Speaker an, könnte der ganzheitliche Blick am Ende den entscheidenden Vorteil bieten. Multiroom-Audio, drahtlose Verbindung, satter Sound und Ambilight-LEDs sollen mein Fernseh-Setup in die ultimative Film-Oase verwandeln. Ob das gelingt, habe ich für euch getestet. Viel Spaß!

Satter Sound mit kleinem "Aber"

Pro
  • hochwertige Verarbeitung
  • Bedienelemente mit haptischen Feedback
  • stimmungsvolle Ambilight-Beleuchtung
  • einfache Ambilight-Einrichtung
  • satter Multiroom-Sound
Contra
  • langwierige Sound-Einrichtung
  • Philips Sound App unübersichtlich & unausgereift
Unsere Gesamtbewertung4

Set-up: Zum Philips-TV gesellt sich ein Hofstaat

Zwei Stereo-Lautsprecher, ein Subwoofer & ein Multiroom-Lautsprecher gesellen sich zum Philips Smart TV.

Mein Philips Smart Speaker Set-up besteht aus folgenden Komponenten:

Wie bereits erwähnt, sollen die Speaker nicht nur für kinoreifen Sound, sondern dank verbauten LEDs auch für die passende Ambilight-Stimmung sorgen. Damit ich auch dieses Feature optimal testen kann, habe ich mich bei meinen Eltern eingeschlichen. Die besitzen nämlich einen Philips 43PUS8506 Smart TV, der mein Test-Setup komplettiert.

Philips Smart Speaker

Unboxing: Wenig Plastik in der farbenfrohen Smart Speaker-Verpackung

Die Verpackung der Speaker gibt mir einen Vorgeschmack zur Ambilight-Funktion: Während die kleineren Lautsprecher mit blauer Beleuchtung in Szene gesetzt werden, leuchtet auf der großen Box des Subwoofers nur der Fernseher rot. Das hat auch seinen Grund, denn der Tieftöner besitzt das Licht-Feature nicht.

Doch genug zum Äußeren – wie in den meisten Fällen kommt es bekanntlich auf die inneren Werte an. Also werfen wir einen Blick hinter die Fassade: Los geht’s mit dem Unboxing!

Was den Inhalt der Verpackungen angeht, bleibt Philips stringent: Ich finde stets die jeweilige Lautsprecher-Box inklusive Netzkabel, Anleitungen und Sicherheitshinweise. Erfreulich ist dabei, dass wenig Plastik zum Einsatz kommt. Der Großteil der Polsterung besteht aus Pappe, die Beileger aus Papier. Speaker und Netzkabel sind in Kunststoff eingeschlagen, was für mich verkraftbar ist. Nur den zusätzliche Folien-Umschlag für die Papier-Beileger hätte Philips noch weglassen können.

Look & Feel: Philips Smart Speaker mit hochwertiger Verarbeitung

Während das Design der Verpackung sehr farbenfroh daherkommt, wirken die Boxen an sich eher minimalistisch und unauffällig. Die Grau-in-Grau-Optik mag sicher nicht jedem gefallen – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – zugutehalten muss man Philips jedoch, dass die Speaker so wahrscheinlich in jeden Einrichtungsstil passen.

Stereo-Lautsprecher TAW6205/10 & Multiroom-Speaker TAW6505/10

Mir persönlich gefällt die Gestaltung recht gut: Der Materialmix aus Stoff und Aluminium, der bei den Stereo- und Multiroom-Speakern zum Einsatz kommt, wirkt hochwertig. Der weiße Philips-Schriftzug wurde dezent auf die Oberseite gedruckt und fällt dabei nicht störend auf. Dass die unterschiedlichen Lautsprecher durch die einheitliche Gestaltung optisch gut zueinander passen, spricht für ein durchdachtes Konzept.

Besonders positiv sind mir aber die Bedienelemente aufgefallen. Die kleinen gummierten Knöpfe brechen das sonst recht kastenförmige Design ein wenig, denn sie ragen leicht aus dem Gehäuse hinaus. Gut erreichbar an der Vorderkante der Oberseite bieten sie die wichtigsten Funktionen: Lautstärkeregelung und „Play/Pause“. Ganz links befindet sich zudem ein Glühlampen-Symbol, das offenbar zur Steuerung der Ambilight-Beleuchtung dient – ein kleiner verspielter Akzent, der mir gut gefällt.

Durch die Materialwahl und weil die Tasten in Weiß daherkommen, könnte man vermuten, sie seien bei der Nutzung zusätzlich beleuchtet. Dem ist aber nicht so – ein Fakt, der mich anfänglich zugegebenermaßen etwas enttäuschte. Spätestens als ich die Speaker für meinen ersten Serienabend nutzte, verstand ich jedoch die Entscheidung. In einem späteren Abschnitt erläutere ich, warum.

Dass sich Philips für Tasten und gegen eine Touch-Steuerung entscheidet, hat sicher auch monetäre Gründe. Wahrscheinlich wird sich der ein oder andere daran stören. Mir hingegen gefällt die Wahl nicht nur aus bereits erwähnten optischen Gründen. Auch das haptische Feedback, ein leises Klicken, hört und fühlt sich angenehm an und gibt mir das eindeutige Feedback: „Deine Eingabe ist angekommen“.

Auch zur Rückseite des Speakers möchte ich ein paar Worte verlieren. Denn neben dem vorhersehbaren Anschluss für das Netzteil befinden sich hier ein USB-A-Port, AUX IN-Buchse sowie zwei Knöpfe zur Bluetooth- beziehungsweise WLAN-Verbindung. In der Kunststoff-Rückwand sind außerdem LEDs integriert, die für die zuvor angesprochene Ambilight-Stimmung sorgen sollen.

Den übrigen Platz nutzt Philips elegant: Hier befindet sich eine Kurzanleitung für die ersten Schritte inklusive QR-Code für benötigte Apps. Wie gut der Einrichtungs-Prozess an sich funktioniert, werde ich im nächsten Abschnitt beschreiben. Positiv hervorheben will ich aber jetzt schon die visuelle Darstellung des Tutorials: Philips arbeitet hauptsächlich mit Grafiken, die den Vorteil haben, dass sie auf den ersten Blick verständlich sind. Einzig die ausschließlich englische Beschriftung muss ich kritisieren.

Subwoofer TAW8506/10

„Grau-in-grau“ ist auch das Motto des Subwoofers, der auf einen Stoffmantel verzichtet und für meinen Geschmack weniger schick daherkommt. Tatsächlich ist der Tieftöner so auffällig unauffällig, dass ich nicht viele Worte zum Design verlieren kann.

Geschmückt wird der große silbergraue Kasten nur durch ein kleines Philips-Logo auf der Oberseite. Bedienknöpfe sind hier nicht zu finden. Die Rückseite, die bei den meisten zur Wand gedreht wird, zeigt eine Taste zur WLAN-Verbindung sowie einen USB-A-Port und den Netzanschluss. Darüber klafft das Bass-Reflex-Rohr.

Etwas spannender ist die Unterseite anzusehen: Gerahmt von vier Füßen befindet sich hier die schwarze Membran. „Eine optisch interessante Entscheidung“, denke ich beim ersten Auspacken und bin gespannt auf den Klang.

Einrichtung: Philips Sound & Play-Fi App mit Startschwierigkeiten

Der erste Schritt ist getan: Die Speaker sind per Netzkabel an den Strom angeschlossen. Da die Boxen kabellos Verbindung zu Fernseher, Smartphone und Co. aufnehmen, muss ich sie mit meinem WLAN-Netzwerk verbinden. Dazu installiere ich die Philips Sound App – wahlweise könnt ihr auch die Play-Fi App nutzen, die Apps sind nahezu identisch.

Über den QR-Code in der Anleitung und auf der Rückseite der Lautsprecher ist die Anwendung schnell gefunden und installiert. Weniger schnell ging die darauffolgende Einrichtung.

Nach dem Öffnen der App tippe ich auf „Play-Fi-Gerät einrichten“. Daraufhin werden mir Schritt für Schritt die Einrichtungs-Etappen angezeigt: Zuerst Lautsprecher in die Nähe des WLAN-Routers stellen, danach WLAN-Knopf auf der Rückseite des Geräts für 8 Sekunden halten, bis das WLAN-Licht der Taste oder die LED-Anzeige über den Bedientasten langsam pulsiert.

Nun sollte der Lautsprecher in den WLAN-Einstellungen meines Smartphones auftauchen. Das funktioniert gut. Ich verbinde mich mit dem ersten Speaker und kehre dann zurück in die App. Für die Benamung werden mir nun verschiedene Zimmer vorgeschlagen, was auf den ersten Blick eine gute Idee ist. Um die Lautsprecherboxen im Nachhinein voneinander unterscheiden zu können, solltet ihr den Namen allerdings noch einmal editieren. Mir ist das zu spät aufgefallen, weshalb ich die Speaker, die alle „Wohnzimmer“ hießen, später noch einmal umbenennen musste.

Während schon die Verbindung der Lautsprecher eine Weile dauern kann – schließlich muss ich jeden Lautsprecher über meine WLAN-Einstellungen einzeln auswählen – nahm der nächste Einrichtungsschritt noch einmal deutlich mehr Zeit in Anspruch: die Updates. Bevor ihr die Lautsprecher nutzen könnt, muss erst einmal die neueste Software-Version installiert werden. Dieser Vorgang dauerte bei mir bei einigen Boxen bis zu 20 Minuten, was ich als unglaublich lang empfinde. Zudem brachen die Aktualisierungen manchmal ab oder ließen sich gar nicht erst starten. Um das zu beheben, trennte ich die Boxen vom Strom und stellte anschließend erneut die Verbindung her. Das hat zwar funktioniert, trotzdem hat mir der Einrichtungsprozess dadurch viele Nerven geraubt.

Als letztendlich alle Updates erfolgreich eingespielt wurden, kam endlich der Fernseher ins Spiel. Auf diesem ist bereits ab Werk die DTS Play-Fi App installiert, die ich mit wenigen Klicks finde und starte. Ich aktiviere den Schalter für „Lautsprecher verbinden“ und wähle anschließend alle Boxen aus, die ich am TV nutzen will. Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung erfolgreich und ich kann die Lautstärke der einzelnen Speaker nach Belieben anpassen. So schnell kann’s gehen.

Besonders unkompliziert und sogar ganz ohne App ging dagegen die Synchronisierung der Ambilight-Beleuchtung vonstatten. In den Einstellungen des TVs folge ich den Punkten „Ambilight“, „Ambilight-Erweiterung“ und „Ambilight + Philips Wireless Home Speaker“. Nun werde ich aufgefordert, die Lautsprecher in den Kopplungs-Modus zu versetzen. Ich halte die Glühlampen-Taste für drei Sekunden gedrückt bis die LEDs am Speaker gelb blinken. Danach wähle ich am Fernseher die richtige Position meiner Speaker aus und regele die Helligkeit. Nach wenigen Minuten ist der Prozess beendet und ich unterziehe mein Setup dem ersten Funktionstest.

Praxiseinsatz: Satter Sound mit einnehmender Lichtuntermalung

Genug zur Einrichtung, jetzt kommt der spaßige und wichtigste Teil: Wie schlagen sich die Speaker im Alltag? Ich begebe mich also ab auf die Couch und schalte meine Lieblingsserie ein.

Zuerst schaue ich Brooklyn Nine-Nine und prüfe, was die Speaker in puncto Sprachwiedergabe und Actionsequenzen können. Ersteres kann mich schon mal überzeugen: Stimmen klingen klar und lebendig. Spannende Sequenzen, die mit hektischer Musik untermalt werden, wirken mitreißend, gleichzeitig aber nicht verwaschen oder überzeichnet.

Beleuchtung und Sound haben mich über den gesamten Testzeitraum positiv überrascht – vor allem bei längeren Filmabenden. Farbübergänge gehen flüssig vonstatten und waren für mich zu keinem Zeitpunkt störend. Im Gegenteil: Während des Schauens habe ich mehr und mehr das Gefühl, im Geschehen abzutauchen – ob es an der Ambilight-Beleuchtung oder an der durchweg klaren Soundqualität liegt, kann ich nicht sagen. Für mich ist das aber ein positives Zeichen. Dass die Bedientasten der Lautsprecher nicht beleuchtet sind, verstehe ich nun: So kann nichts ablenken und die Beleuchtung erstrahlt gleichmäßig auf der Wand.

 

Natürlich müssen die Speaker auch die Musik-Probe bestehen. Zuerst flimmern Clueso und Mathea mit Der Letzte Song über den Bildschirm. Das Erste, das mir – neben der atmosphärischen Lichtstimmung, die durch die Ambilight-Funktion sehr schön wirkt – auffällt, sind die Beats. Diese werden von den Speakern sehr knackig wiedergegeben, gleichzeitig gehen Gitarre und Gesang nicht verloren. Wenn Clueso und Mathea gemeinsam singen, lassen sich beide Stimmen noch gut voneinander abgrenzen. Höhen oder Tiefen vermisse ich nicht. Insgesamt wirkt das Klangbild auf mich sehr harmonisch und mitreißend.

 

Die Beats klingen knackig, Stimmen werden nuanciert wiedergegeben.

Das gilt auch für Saturday von Twenty One Pilots. Als ich das farbige Vorschaubild des Lyric-Videos gesehen habe, konnte ich nicht widerstehen, den Song mit den Ambilight-Speakern abzuspielen. Klanglich überzeugen die Lautsprecher auch hier: Obwohl in dem Song einiges los ist, verschwimmt nichts. Gleichzeitig entsteht eine breite Bühne, die mich in den Song hineinzieht.

Die schnellen Farbwechsel zeigen, wie gut die Ambilight-Beleuchtung der Boxen tatsächlich mit dem Fernseher synchronisiert ist. Der Wechsel zwischen Pink, Gelb, Weiß und Schwarz geht scheinbar nahtlos vom Fernseherbild in die Lautsprecher über. Das Anschauen eines so simplen Videos wird dabei definitiv zum Erlebnis.

Die Lichtshow des Lyric-Videos von "Saturday - Twenty One Pilots" kann sich sehen lassen.

Apropos Synchronisierung: Die blieb während meines Testzeitraumes von etwa einem Monat erstaunlich stabil – auch wenn ich den Fernseher aus und wieder an schaltete. Mir ist es nur einmal passiert, dass ich die Boxen neu verbinden musste. Das ging allerdings sehr schnell vonstatten, war also bei weitem nicht so langwierig wie der Einrichtungsvorgang.

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Fazit: Überzeugende Performance mit Anlaufschwierigkeiten

Am Ende meines Tests bleibt die anfangs gestellte Frage offen: Sind die Philips Smart Sound Speaker das perfekte Match zum TV? Nun ja, sie kommen zumindest sehr nah an diesen Titel heran.

Beginnen wir mit dem Positiven: Verarbeitung und Look gefallen mir sehr gut und auch klanglich können die Speaker auf ganzer Linie überzeugen – das gilt sowohl für Videos als auch im Musik-Kontext. Besonders begeistert hat mich aber das Extra-Feature der Ambilight-Beleuchtung. Dabei sind die bunten Lichter nicht nur schön anzusehen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild mit dem Bildschirminhalt, sie reagieren auch schnell und führten bei mir dazu, dass ich noch tiefer im Filmgeschehen abtauchen konnte. Gerade wer ohnehin einen Ambilight-fähigen Philips TV besitzt und vielleicht ähnlich tickt wie ich, sollte über die Investition definitiv nachdenken.

Allerdings haben die Lautsprecher auch ein paar Punkte, die ich kritisieren muss. Beispielsweise vermisse ich einen Equalizer – hier bieten andere Hersteller wie Sonos oder Bang & Olufsen vielfältigere Einstellungsmöglichkeiten. Die Einrichtung und Synchronisierung ist außerdem alles andere als intuitiv und kostete mir eine Menge Zeit. Das liegt vorrangig an der bereitgestellten App, die meiner Meinung nach einfach noch nicht ausgereift ist. Dafür ist die Einrichtung einmalig. Die Ambilight-Einrichtung ging zudem reibungslos vonstatten.

Wer diese beiden kleinen Abstriche verkraften kann, für den können die Smart Speaker von Philips eine gelungene Erweiterung zum TV bilden. Ihr wollt mehr über die einzelnen Lautsprecher wissen? Im Webshop findet ihr detaillierte Infos.

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