Medion Life P82030 (MD 86336) Grafiktablett bei Aldi Nord – 29,99-Euro-Schnäppchen im Test
Ein Grafiktablett in Din-A4-Größe für 29,99 Euro? Taugt doch nichts. Kauf dir lieber ein vernünftiges Grafiktablett. So oder so ähnlich fallen die Reaktionen der meisten von uns aus. Vorreiter und Experte für Grafiktabletts ist zweifelsohne Wacom, doch deren Geräte starten aktuell bei knapp über 40 Euro (Bamboo Fun). Um aber eine Arbeitsfläche mit vergleichbarer Größe zu bekommen, muss man schon mindestens 300 Euro auf die Ladentheke legen (Wacom Intuos5 M A4). Was taugt das Medion P82030 (MD 86336), das es seit dem 16. Mai bei Aldi Nord gibt? Ich habe es getestet und verrate euch, warum es trotz Hinweisen nicht nur mit Windows kompatibel ist, sondern auch für den ein oder anderen Mac-User interessant sein dürfte.
29,99 Euro? So schaut die Verpackung auch aus, wenn man sie das erste Mal in den Händen hält. Ich habe das Grafiktablett von Medion gestern von meinem Kollegen Walter Amos Müller bekommen, der sich das Schnäppchen in einer Aldi-Nord-Filiale in Dresden gesichert hat. Man könnte vermuten, wenn man sich mal die Aufdrucke auf der Verpackung wegdenkt, dass sich darin eine leckere Pizza Hawaii versteckt. Wie bei der Pizza auch, kaufen wir uns diese aber nicht der Verpackung wegen. Auf den Inhalt kommt es an und so öffnen wir den Pizzakarton des Grafiktabletts P82030 (MD86336). Duftet gar nicht.
Windows-Grafiktablett, dass auch am Mac funktioniert
- Perfekt für Einsteiger
- Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
- Alles Notwendige ist im Lieferumfang enthalten
- Kann auch am Mac genutzt werden (Treiberlink im Artikel)
- Nicht mit Windows 8 kompatibel
- Für professionelle Ansprüche nicht geeignet
Alles dabei, was dabei sein sollte
In der Verpackung befinden sich neben dem Medion P82030 (MD 86336), ein kabelloser Stift mit Halter, eine AAA-Batterie für den Stift, zwei Ersatzminen, ein Minengreifer, USB-Kabel, Software-CD, Bedienungsanleitung und Garantiekarte. Man vermisst auf den ersten Blick nichts. Warum Medion erwähnt, dass ein USB-Kabel beiliegt, wo es doch fest mit dem Grafiktablett verbunden ist? Gut finde ich, dass ich Minengreifer lese, fragte ich mich doch schon, wofür ich diesen merkwürdigen, nicht geschlossenen Metallring verwenden soll. Um den Stift passte er nämlich nicht. Stift und Grafiktablett fassen sich ganz gut an. Hier hätte ich weit weniger Qualität erwartet. Einzig der Gummi-Halter für den Stift gefällt mir ganz und gar nicht, aber egal.
Ausreichend Platz mit guter Auflösung
Das Medion Grafiktablett bieten eine 16:9-Arbeitsfläche mit einer Diagonalen von 30,7 cm (12,1 Zoll) und einer Sensorfläche von 254 x 159 mm. Die Arbeitsfläche ist selber nur 4 mm hoch, sodass es sich gut damit auf dem Schreibtisch arbeiten lässt. Das Gewicht von ca. 610 g geht in Ordnung, ist aber für den Einsatzzweck völlig irrelevant, da ich das Grafiktablett nicht wireless nutzen kann. Mit einer Auflösung von 2.048 lpi (lines per inch) und 1.024 Druckstufen bietet es sowohl eine hohe Präzision, als auch gute Einsatzmöglichkeiten für Bildbearbeitung und Co. An 5.048 lpi bzw. 2.048 Druckstufen wie beim Wacom Intuos5 M A4 Stifttablett kommt es allerdings nicht ran.
Zurück in die Zukunft? Wohl eher in die XP-Vergangenheit.
Wirft man einen Blick auf die Oberfläche das Grafiktabletts, fallen einem sofort die 29 programmierbaren Schnellstartfelder ins Auge, die links, oben und rechts um das Sensorfeld herum angeordnet sind. Und der Windows-XP-Schriftzug. XP? Auch die Icons sind ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, egal ob Word, Excel, PowerPoint und Internet Explorer. Gut, dass der britische Pop-Sänger Alex Clare das Tablett nicht in die Finger bekommt. Mit seinem Hit Too Close aus dem IE-Werbespot von Microsoft katapultierte er sich an die Spitze der deutschen Charts, aber ob es dem IE hilft, der hier auf Schnellstartfeld 10 prangt? Zurück zum Test.
Kompatibel mit Windows 7, Vista SP1, XP SP3 (offiziell) und Mac OS X ab 10.4 (inoffiziell)
Warum mich als alter Mac-Hase der Kollege des Cyberport-Redaktionsteams gebeten hat, doch mal einen Bericht über das Medion-Schnäppchen zu schreiben? Es gibt eine (inoffizielle) Möglichkeit für Mac-User, die es erlaubt, das Windows-only-kompatible Grafiktablett auch am Mac zu nutzen. Natürlich ist das beiliegende Software-Package (Ulead Photo Impact 12, Macro Key Manager, Office Ink/Free Notes und Power Presenter RE 2) nicht kompatibel zu unserem Mac-Rechner, aber das ist egal. Solange ich das Grafiktablett an meinem MacBook Pro unter Mac OS X 10.7.3 nutzen kann.
Wie könnt ihr also das Medion P82030 am Mac nutzen? Wer vergeblich nach unserem Grafiktablett sucht: Es ist der Treiber für die Media and Slim series. Nach einem Neustart verbindet ihr das Grafiktablett mit eurem Apple-Rechner. Schon könnt ihr loslegen. Wollt ihr die Schnellstartfelder vernünftig nutzen, öffnet das Programm PenPad und konfiguriert euch zunächst die 29 programmierbaren Felder, wie es euch gefällt. Ich habe sie mit den notwendigsten Befehlen für Adobe Photoshop sowie Browser, VLC und Adobe Bridge belegt. Ein Klick genügt und schon öffnet sich das gewünschte Programm oder das Bild wird zurechtgeschnitten, gespeichert oder erhält einen neuen Look per Aktion.
Günstiges Grafiktablett für Einsteiger – Dank Treiber auch für Apple-User
Wer schon mal mit dem Gedanken gespielt hat, sich ein Grafiktablett als Eingabgerät zuzulegen, aber immer vor den Wacom-Preise zurückschreckte, sollte sich morgen früh in die nächstgelegene Aldi-Nord-Filiale machen. Sofern euch das nach Christi Himmelfahrt möglich ist. Mit sehr, sehr viel Glück könnt ihr noch eines der Medion P82030 (MD 86336) ergattern. Das Grafiktablett für 29,99 Euro kann ich jedem Einsteiger empfehlen, der mit Maus und Touchpad beim Bearbeiten seiner Bilder nicht zurande kommt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und es liegt alles im Lieferumfang bei. Wie die Qualität auf Dauer sein wird, kann ich leider nicht beurteilen. Wer professioneller arbeiten möchte, wird aber an einem Wacom-Grafiktablett kaum vorbeikommen.
Mac-User aufgepasst: Auch wenn auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung steht, dass das P82030 nur Windows-kompatibel ist – dem ist nicht so. Ladet euch einfach hier den passenden Treiber herunter, konfiguriert euch die Schnellstartfelder und schon könnt ihr für unter 30 Euro auch am Mac vernünftig arbeiten.









