Kalter Kaffee adé: Ember Mug 2 im Test

von Anne Fröhlich

· 8 min Lesezeit

Mein Mann und ich streiten uns eher selten. Aber im Oktober letztes Jahr gab es zumindest eine sehr leidenschaftliche Diskussion. Ich wünschte mir zu meinem Geburtstag einen Ember Mug. Wie sich das mittlerweile gehört, bin ich durch ein YouTube-Video auf diese Produkt-Innovation aufmerksam geworden und war direkt Feuer und Flamme: Ein beheizte Tasse, die meinen Tee oder Kaffee dauerhaft auf der perfekten Trinktemperatur hält – und zwar ohne Kabel. Absolute Freiheit, in der gesamten Wohnung. Ganz praktisch im Home Office, richtig perfekt am Wochenende, besonders bei den kälter werdenden Temperaturen.

Mein Mann warf einen Blick auf den Preis, rollte mit den Augen und bestellte mir eine deutlich günstigere Heizplatte. Das Auspacken am Geburtstag würde ich durchaus als „spannungsgeladen“ bezeichnen. Nach der zuvor erwähnten leidenschaftlichen Diskussion einigten wir uns, dass ich es zumindest mit der Heizplatte mal probiere. Und ja – sie funktioniert, wenn auch nicht mit all unseren Tassen. Ich war bis jetzt zumindest ganz zufrieden mit der Lösung. Und dann kam die Nachricht, dass ich den Ember Mug 2 ausprobieren darf, weil wir ihn bei Cyberport neu ins Sortiment aufnehmen. Eventuell habe ich einen kleinen Freudentanz aufgeführt. Nicht nur weil mein Geburtstagswunsch nach mehreren Monaten doch noch wahr wird. Sondern auch, weil ich jetzt den ultimativen Test starten kann: Ember Mug 2 gegen eine herkömmliche Heizplatte. Let’s go!

Diese Tasse ist hot!

Pro
  • Edles Design & hochwertige Verarbeitung
  • Schnelle Inbetriebnahme & Reinigung
  • Einfache Steuerung via App
Contra
  • Akku-Laufzeit könnte länger sein
  • Preis
Unsere Gesamtbewertung4,5

Das Auspacken an sich hat eigentlich nur eine Hürde: Die hübsche bedruckte Banderole, in der das eigentliche Päckchen steckt, sitzt fest. Sehr fest. „Ich überlege, ob ich mir gleich eine Schere hole“-fest. Mit etwas Gefriemel komme ich dann aber doch an die eigentliche Verpackung heran und von dort aus ist alles entspannt.

Im Lieferumfang enthalten ist der Mug, die Ladestation, ein Ladekabel, Adapter für unterschiedliche Stromanschlüsse, eine Bedienungsanleitung und ein paar Aufkleber. Wozu Letztere tatsächlich sogar praktisch sein könnten, schreibe ich später noch etwas ausführlicher.

Der Ember Mug an sich sieht besonders in dem mir vermachten Kupfer sehr schick und elegant aus. Er wirkt wertig – sowohl durch die Unibody-Verarbeitung als auch durch das Gewicht, das sicherlich vom verbauten Heizelement kommt. Die Tasse liegt gut in der Hand, der Griff ist bequem. Zusammen mit der kleinen, runden Ladestation, die ebenfalls kupferfarben ist, trägt der Ember Mug 2 positiv zu meinem Schreibtisch-Design bei. Und das sage nicht nur ich – in meinen ersten (digitalen) Meetings bekam ich jedes Mal neugierige und begeisterte Fragen gestellt, sobald ich den Mug in der Hand und damit auch vor der Kamera hatte.

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Auf der Unterseite des Mug ist ein unübersehbarer Power-Knopf, den ich einmal kurz drücke. Sicherheitshinweis: Immer erst den Mug einschalten, dann ein heißes Getränk reinfüllen. Es könnte sonst nass werden. Jetzt benötige ich noch die Ember App für mein Smartphone. Ich lade sie fix herunter und bin sehr positiv überrascht, wie schnell ich meinen Mug in Betrieb nehmen kann.

Die App macht es einem leicht und alles funktioniert auf Anhieb: In der App das gekaufte Modell auswählen. Auf dem Mug fünf Sekunden lang den Power-Knopf drücken, bis das Licht blau leuchtet. Die App erkennt den Mug sofort und fragt noch einmal ab, ob das Koppeln in Ordnung ist. Ich bestätige – und muss mir dann nur noch einen Account anlegen. Fertig!

Dann der erste richtige Test: Ich benötige meine morgendliche Koffein-Dosis, diesmal in Form eines Earl Grey. Fix schmeiße ich den Wasserkocher an, Wasche den Mug aus (immer ein guter erster Schritt bei einem neuen Produkt) und hänge den Teebeutel in die Tasse. Während die App beim noch leeren Mug einen grauen Hintergrund und 20,5 Grad – meine Raumtemperatur – anzeigt, registriert sie nun, dass ich kochend heißes Wasser einfülle. Der Hintergrund wird orange und die Temperatur steigt auf 98 Grad. Ich lasse meinen Teebeutel ziehen und beobachte derweil, wie die Temperatur im Mug langsam sinkt. Nach 5 Minuten, als ich den Teebeutel entferne, sind wir bei 65 Grad. Das liegt immer noch über der anvisierten Trink-Temperatur von 57 Grad. Gut, dass sowieso noch ein großer Schwapp Milch aus dem Kühlschrank in die Tasse muss. Gesagt, getan – und die Temperatur sinkt sofort auf (zu) kühle 50 Grad ab. Jetzt kann ich dem Mug erst richtig beim Arbeiten zusehen. Innerhalb von zwei Minuten ist wieder die laut Hersteller perfekte Trinktemperatur von 57 Grad erreicht. Und ich stoße auf ein Problem.

Ich trinke Kaffe, Tee und Co. gern mit Zucker. Man soll beim Mug aber kein Metall-Besteck verwenden, da sonst die Beschichtung verkratzt. Löffel aus anderem Material habe ich aber nicht zuhause. Also gehe ich beim Umrühren gaaaaaaanz vorsichtig vor und drücke mir selbst die Daumen, dass ich nichts kaputt mache. Keine vernünftige Dauerlösung, aber immerhin kann ich so endlich meinen ersten Schluck Tee trinken. Oh ja – 57 Grad sind wirklich schöööön heiß. Für mich tatsächlich etwas zu heiß. Ich passe fix die Temperatur in der App an und nach ein wenig Herumprobieren stelle ich für mich fest: 54 Grad sind genau richtig. Wie praktisch, dass das wirklich jeder für sich selbst entscheiden kann.

Vergleich: Die Heizplatte kann einpacken

Meinen Favoriten habe ich auf den ersten Blick gefunden.

Was mir sofort auffällt beim Mug im Vergleich zur Heizplatte: Der Tee ist von unten bis oben gleichmäßig warm. Das liegt sicherlich am Material des Mug, das die Wärme gut verteilt. Bei meiner Heizplatte habe ich schon öfter das Erlebnis gehabt, das die ersten Schlucke mittelwarm sind und die letzten Schlucke dann fast zu heiß zum Trinken. Das kann mit dem Ember Mug nicht passieren.

Zweiter großer Vorteil des Ember Mug: Ich laufe mit dem guten Stück durch meine Wohnung und habe weiterhin die richtige Trinktemperatur. Das klappt mit der Heizplatte nicht, denn dort wird nur geheizt, wenn die Tasse auch darauf steht. So kann ich sogar kurz auf meinen Balkon raus – heute ist das Wetter zu schlecht für einen längeren Aufenthalt. Aber morgen soll die Sonne scheinen, da werde ich den Mug auch „outdoor“ richtig genießen können. Und sich am Sonntag morgen noch ein Stündchen ins Bett zu kuscheln und dabei den ersten Kaffee des Tages in der perfekten Trinktemperatur neben sich stehen zu haben – ich sag‘s euch, das ist Luxus.

Reinigung & Wartung: No-Go: Spülmaschine & Mikrowelle

Nach dem letzten Schluck meines Early Grey dauert es ein paar Sekunden, dann registriert der Mug eigenständig, dass er leer ist. Die App wird wieder grau und zeigt mittig das Wort „Leer“ an. Und jetzt kommt etwas ganz, ganz wichtiges: Den Ember Mug niemals in die Spülmaschine stellen! Er ist aufgrund seiner technischen Komponenten dafür nicht geeignet. Hier muss ich also selbst Hand anlegen und die Tasse ausspülen, gern mithilfe von ein paar Tropfen Fit. Durch die Beschichtung geht das schnell und einfach – es gibt auch keine Rillen, Spalten oder ähnliches, wo sich Schmutz verfangen könnte. Die technischen Komponenten verhindern übrigens auch, dass ihr den Ember Mug in die Mikrowelle stellen könnt. Aber mal ehrlich: Das gute Stück heizt selbst, es gibt gar keinen Grund für eine Fahrt in der Mikro.

Leucht-Anzeige: Bunte Signale

Rot heißt: Ab auf die Ladestation!

Was man ein bisschen im Kopf haben muss, sind die Farbsignale, die einem der Mug gibt. Ein blaues Blinken signalisiert die Bluetooth-Kopplung. Weiß bedeutet, der Mug ist geladen und bereit, in Betrieb genommen zu werden. Ist das Licht rot, so müsst ihr aufpassen: Der Mug muss jetzt dringend aufgeladen werden.

Im Schnitt hat eine volle Ladung bei mir 1,5 Stunden gehalten, danach muss die Tasse für ungefähr die gleiche Zeit auf die Ladestation. In der App ist jederzeit zu sehen, wieviel noch zur 100-prozentigen Ladung fehlt.

Das normale Betriebslicht kann übrigens auch farbig angepasst werden. Das ist nicht nur eine nette Spielerei, sondern hat auch einen praktischen Nutzen, wenn in einem Haushalt zwei Ember Mugs oder mehr im gleichen Design leben. Dann können die Nutzer individuelle Farben an der Betriebsleuchte einstellen und die Verwechslungsgefahr wird minimiert. Alternativ liegen der Verpackung noch Aufkleber bei, die ihr ebenfalls zur Kennzeichnung der eigenen Tasse verwenden könnt.

Fazit: Den wünsche ich mir zum Geburtstag

Um es kurz zu machen: Der Ember Mug 2 löst ein Luxusproblem, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es hatte. Er ist toll verarbeitet, lässt sich leicht in Betrieb nehmen und macht genau das, was er soll – meine Heißgetränke auf der perfekten Trinktemperatur halten, egal wo in meiner Wohnung ich mich gerade befinde. Im Vergleich zu meiner Heizplatte hat er ganz klar gewonnen, das musste am Ende sogar mein Mann grummelnd zugeben. Gibt es etwas zu meckern? Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wäre es praktisch, wenn der verbaute Akku noch länger hält und mir damit noch mehr Freiheit verschafft. Der Preis von knapp 150 bis 180 Euro – je nach Modell – lässt den Ember Mug durchaus in die Kategorie „Luxus“ fallen. Da muss jeder selbst wissen, ob man sich diesen leisten will. Vielleicht legen Familie und Freunde ja zum Geburtstag zusammen – ich hoffe auf jeden Fall auf den nächsten Oktober. ;)

Übrigens gibt es den Ember Mug nicht nur in unterschiedlichen Farben, sondern auch Größen. Eine komplette Übersicht aller bei Cyberport erhältlichen Modelle findet ihr hier.

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