Erste Eindrücke von der neuen Sony Alpha 57
Erste Eindrücke von der neuen Sony Alpha 57
Weniger Auflösung für mehr Bildqualität. Für CHIP die neue Nummer 1 im DSLR-Ranking bis 1.000 Euro
Sony hat vor kurzem die Nachfolge-Kamera der 2010 vorgestellten SLT-A55 angekündigt. Das neue Modell trägt die Bezeichnung A57. Ich habe eine ergattern können und kann euch daher hier meine ersten Eindrücke schildern. Außerdem gibt’s noch ein Unboxing- und HandsOn-Video von mir, denn die neue Sony A57 ist schon etwas Besonderes. Nicht umsonst setzt sich an die Spitze in der CHIP-Bestenliste der DSLRs bis 1.000 Euro. Ihre sehr gute Bildqualität war der Garant für den Testsieg.
Lieferumfang und Unboxing der Sony Alpha 57:
-Kamerabody
-Gehäusedeckel
-BC-VM10A Ladegerät
-Netzkabel
-Akku NP-FM500H
-USB Kabel (miniUSB)
-Schultergurt
Erste Frage: Was ist neu an Sonys neuer Alpha?
Als erstes fällt dem Nutzer auf, dass die neue A57 ein gutes Stück größer ist als die A55. Das liegt daran, dass Sony sie in dasselbe Gehäuse verfrachtet hat, wie die Alpha 65. Dadurch ist die Kamera nun viel besser im Handling, besonders für Nutzer mit etwas größeren Händen, wie mich. Die Abmessungen sind mit 132,1 x 97,5 x 80,7 mm ungefähr auf dem Niveau der Canon EOS 600D, allerdings greift sich die Sony etwas besser, weil der Griff eine Vertiefung von ca. 25 mm aufweist. Die Canon bietet hingegen nur 15 mm. Dafür bietet mir meine Canon 600D einen optionalen Batteriegriff, die Sony leider nicht.
Der elektronische Sucher ist jetzt bei der A57 im Foto-Modus auch ein gutes Stück größer als beim Vorgänger und im Format 3:2 statt 16:9. Ebenso ist die Auflösung auf 1,44 Millionen Pixel gestiegen. Für Brillenträger gibt es im Menü die Option Sucherfaktor. Durch die Einstellung auf Standard verkleinert sich zwar das Bild etwas, aber es werden dennoch immerhin noch 1,25 Mio. Pixel genutzt. Einen deutlichen Größenunterschied zur A65 konnte ich bei einem kurzen Blick durch die unterschiedlichen Sucher nicht feststellen. Die Kontraste bei der A65 sind aufgrund des OLED-Suchers natürlich wesentlich stärker als bei der A57. Auffällig fand ich, dass das LCD-Display der A57 Fotos kontrastreicher und dynamischer anzeigt, als ein auf sRGB kalibriertes Display. Der elektronische Sucher dagegen wirkt kontrastärmer und zeigt mehr Details in dunklen Bereichen als man am Ende über einen Monitor sieht.
Neuer Akku mit beachtlicher Leistung und externe Stromversorgung.
Aufgrund des neuen Gehäuses hat die A57 auch einen größeren Akku (NP-FM500H) als die A55. Bei der erste Ladung brauchte es ca. zwei Stunden bis der Akku voll war. Als Akku-Laufzeit gibt Sony ca. 550 Bilder an (alle 30s ein Bild und jedes zweite davon mit Blitz). Ersten Berichten zufolge sind maximal bis zu 1.000 Fotos oder drei Stunden Video mit einer Akkuladung möglich, was ich sehr beachtlich finde. Zumindest die Dauer der Videoaufzeichnung kann ich bestätigen, denn ich habe im Test einen Stromverbrauch von ca. 2,66% aller fünf Minuten messen können. Dies kann man dank der Prozent-Anzeige der Akkulaufzeit sehr gut nachvollziehen. Apropos Stromverbrauch: Die Sony Alpha 57 kann auch extern mit Strom versorgt werden. Hierfür wird das Netzteil AC-PW10AM benötigt.
Ein besonders interessanter Aspekt ist sicherlich der, dass die A57 über zwei Bild-Stabilisatoren verfügt. Ein mechanischer Stabilisator, welcher für Fotos genutzt werden kann und ein elektronischer, welcher im Video-Modus greift. Beide Stabilisatoren sind getrennt voneinander aktivierbar. Durch den elektronischen Stabilisator ändert sich der CROP-Faktor im Videomodus auf 1,8x, dabei ist es egal ob man ihn nutzt oder nicht. Im Fotomodus sind es weiterhin 1,5x. Zur kurzen Erklärung: Ein Crop-Faktor von 1,5x bewirkt, dass die Kamera mit einem 50-mm-Objektiv der einer Vollformatkamera mit 75-mm-Objektiv entspricht. Je höher der Crop-Faktor, desto mehr wirkt das Bild gezoomt.
Wie schlägt sich die Sony Alpha 57 in Sachen Foto- und Videoqualität?
Im Foto-Modus verfügt die A57 über eine Vielzahl von Funktionen. Sie alle an dieser Stelle aufzuzählen würde allerdings den Rahmen meines Beitrages sprengen. Das Interessanteste ist sicher der neue Klarbild-Zoom, welcher einen verbesserten Digitalzoom darstellt. Apropos Digitalzoom: Dieser ist natürlich auch verfügbar, sogar im Videomodus bis zu 4x. Fotos schießt die Kamera regulär mit beachtlichen 10 Bildern pro Sekunde, auch im RAW-Format. In einem speziellen Modus werden es sogar bis zu 12 Bilder pro Sekunde, allerdings bei halbierter Auflösung.
Der Videomodus verfügt jetzt über AVCHD 2.0 und schafft dadurch bis zu 50 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD. Der etwas niedriger auflösende MP4-Modus bleibt aber weiter erhalten. Videos werden nach Erreichen einer Dateigröße von ca. 2 GB gesplittet. Der Ton wird bei der A57 in Stereo aufgezeichnet, aber aufgrund der fehlenden manuellen Lautstärkepegelung und des kleinen Mikrofones sollte man nicht zu viel davon erwarten. Wer mag kann natürlich ein externes Mikrofon an die vorhandene 3,5-mm-Buchse anschließen. Das würde ich allen empfehlen, die ihre Videos nicht nachträglich komplett mit Musik untermalen möchten. Gegenüber der A55 wurde die A57 von Sony nun auch einen manuellen Videomodus ausgestattet. Zwar funktioniert der Autofokus nur im automatischen Modus – hier kann man immerhin noch die ISO manuell regeln – aber so können nun auch kreative Nutzer die Kamera ohne größere Einschränkungen nutzen und manuell fokussieren. Wer mehr in professionelle Schiene möchte, muss den Fokus sowieso fast immer manuell regeln, denn die Kamera weiß ja nicht, auf was der Filmer den Fokus legen möchte.
Sony A57 im ersten Hands-On:
Ein bisschen Kritik sei erlaubt: Was mir nicht an der Sony Alpha 57 gefiel.
Zwar ist das Display dreh- und schwenkbar, allerdings nicht zur Seite. Damit muss jeder, der selbst vor der Kamera interagiert, sich einen externen Monitor für die Kamera kaufen, denn auf dem Stativ würde der Stativfuß das Display blockieren, wenn es nach unten geklappt wird. Das haben andere Hersteller mit einem auch zur Seite klappbaren Displays besser gelöst. Das ist natürlich jetzt meine rein subjektive Meinung. Jeder mag es anderes empfinden und es als nettes, aber für sich unwichtiges, Features hinnehmen. Wer bei der Sony Alpha 57 die Taste AEL Im Menü nach seinen Wünschen neu belegt, wird sich im manuellen Modus wundern, denn dort ist die Taste auch dann inaktiv, wenn sie nur auf Blendenvorschau oder ähnliches gestellt wird. Dies ist meines Erachtens ein Softwarefehler, der in einem Update behoben wird. Im starken Sonnenlicht ist das LCD-Display genauso gut – oder schlecht – ablesbar, wie die Displays der Mitbewerber. Doch wer denkt, dass der elektronische Sucher hier viel besser ist, der irrt zum Teil. Aufgrund des einfallenden Lichtes rings um das Auge herum wirkt der Sucher viel zu dunkel, ein Abschirmen mit der Hand gegen das Sonnenlicht schafft hier Abhilfe, ist aber alles andere als optimale und schaut auch nicht wirklich professionell aus. Vielleicht bringt Sony ja noch eine optionale Augenmuschel heraus.
Verfügbare Varianten:
Sony A57 Body
Sony A57 mit SAL-1855
Sony A57 mit SAL-1855 und SAL-55200-2













