Epson Perfection 4490 Photo

von malte-von-wahlert

· 4 min Lesezeit

Epson Perfection 4490 Photo

Perfektion bei der Fotodigitalisierung?

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Als fast immer leidenschaftlicher Bildermacher – früher nur analog mit meiner Spiegelreflexkamera, inzwischen halb digitalisiert, also sowohl mit DigiCam als auch noch mit Spiegelreflexkamera – haben sich bei mir im Laufe der Zeit Unmengen an Fotos und deren Negative angesammelt. Da ich nicht der einzige in meiner Familie bin, der Fotos „hortet“ und ich diese, dem zeitlichen Verfall des Trägermediums der Bildinformationen entgegenwirkend, gerne digitalisieren möchte, gibt es schon seit längerem die Überlegung, sich einen Filmscanner zu kaufen.

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Da in dem Fundus meiner Familie so einige Formate an Negativen, Dias und Fotos vorhanden sind, war die Suche nach einem passenden Gerät gar nicht so einfach. Letztendlich fiel die Entscheidung dann auf den Epson Perfection 4490 Photo, da dieser eine hohe Bandbreite an mehr oder weniger verbreiteten Formaten aufnimmt und somit möglichst viele der vorhandenen Bilder erfasst werden können. Bei dem Scanner, der eine Durchlichteinheit besitzt, handelt es sich nicht um einen reinen Dia- und Negativscanner, er kann neben diesen Formaten auch normale DIN-A4-Seiten oder ähnliche Formate einscannen, da diese mich aber nicht interessieren, werde ich in diesem Test nicht näher darauf eingehen.

Nun aber erstmal ein paar Worte zum Lieferumfang. Neben dem Scanner (natürlich) befinden sich sonst im Lieferumfang nur vier CDs, die die Epson Tools und Adobe Photoshop Elements beinhalten. Dem Anschein nach ist es auch günstiger, dem Paket drei CDs mit Photoshop in verschiedenen Sprachen und jeweils eigener Seriennummer beizulegen, als nur die benötigte für die Verkaufsregion. Des Weiteren werden diverse Kunststoffrahmen für die optimale Ausrichtung der Fotos mitgeliefert und eine gefaltete Kurzanleitung. Ein gedrucktes Handbuch gibt es leider nicht, dieses wird mit den Scan Tools auf die Festplatte installiert.

Da Negative und Dias mit der Zeit an Qualität verlieren und es, bedingt durch Kratzer, schon mal zu unschönen Bildfehlern kommen kann, ist das Einscannen dieser Erinnerungen nicht immer ganz einfach. Zum Aufbessern der Fotos wird dabei häufig die ICE-Technologie eingesetzt, was für Image Correction and Enhancement steht. Es handelt sich dabei um eine Hardware-basierte Fehlerkorrektur, die mittels zusätzlicher Lichtquelle Fehler erkennt und dann versucht, aus den Umgebungspixeln die richtigen Bilddaten für diese Stelle zu ermitteln. Weitere Informationen zu dieser Technologie hält Wikipedia bereit.

Je nach dem, was man mit den Fotos nach dem Scannen vorhat, sollte man sich schon vorher überlegen, bei welcher Auflösung man ein Bild nun einscannt und welche Farbtiefe man verwendet. Der Epson Scanner besitzt eine maximale Auflösung von 4.800 dpi, bei einer Farbtiefe von 48 Bit wachsen so eingescannte Negative schon mal schnell auf über 100 MB an – ob das wirklich sein muss, sollte jeder letztendlich selbst entscheiden. Für Leute, die ihre Bilder nach dem Scannen einfach nur mittels Beamer an die Wand projizieren möchten, reicht meist eine Auflösung von 1.200 dpi aus. Wenn man allerdings auch erwägt, einzelne Fotos neu entwickeln zu lassen oder selbst auszudrucken, empfiehlt sich eine höhere Auflösung.

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Das Einscannen der Fotos geht relativ einfach von der Hand, man muss dazu nämlich nur den passenden Rahmen auswählen. Der Scan kann dann wahlweise automatisch, im Standard- oder im professionellen Modus gemacht werden. Beim automatischen Modus muss dann nichts weiter getan werden als auf den „Scannen“-Button zu drücken. Die Software versucht dann selbst rauszufinden, um was für ein Objekt es sich handelt und nimmt alleine, falls die Erkennung erfolgreich war, die Digitalisierung in Angriff. Sobald diese abgeschlossen ist, beendet sich das Programm und öffnet den Ordner, in dem die Bilddateien abgespeichert werden sollen. Die Qualität lässt in diesem Modus zu wünschen übrig und wenn man wirklich gute Resultate erwartet, kommt man nicht umhin, zumindest den Standard-Modus zu verwenden, der schon einige weitere Optionen freigibt. Richtig interessant wird aber erst der professionelle Modus. In diesem lassen sich erstmal grundlegende Einstellungen vornehmen, wie z.B. das gewünschte Format der Vorlage. Somit kann man sich die doch etwas längere Prozedur der Erkennung ersparen.

Weitere Einstellmöglichkeiten sind die Auflösung, Farbtiefe und verschiedene Arten der Fehlerkorrektur. Da wären neben der ICE noch die Hintergrundbeleuchtungskorrektur, Kornreduzierung und unscharfe Masken. Wenn man die ICE-Technologie nicht anwählt, bekommt man auch noch die Option zur Staubentfernung. Alle Einstellungen können in drei Stufen durchgeführt werden, von „niedrig“ über „mittel“ bis „hoch“. Je nach Auswahl dauert der Scanvorgang dann dementsprechend lange. Neben den Einstellungen zur Bildverbesserung lassen sich im Standard-Modus und im erweiterten Modus auch Einstellungen zum Abspeichern der Bilder vornehmen. So gibt es die Möglichkeit einer ersten Sortierung, z.B. durch Nummerierung der Bilder. In allen Modi lassen sich bis zu acht ungerahmte Negative (Farbe oder Dia) einscannen. Je nach Format variiert die Anzahl an „gleichzeitig“ einscannbaren Fotos zwischen einem und acht Motiven.

Im Großen und Ganzen war ich mit den Resultaten des Scanners zufrieden, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass es eine Menge Arbeit wird, die ganzen Bilder einzuscannen. Getrübt wurde das positive Bild durch die beigelegte Software. Photoshop Elements reicht zwar, um kleinere Sachen zu bearbeiten, aber an die Leistungsfähigkeit der Vollversion von Photoshop oder auch an das freie Bildbearbeitungsprogramm „The Gimp“ kommt es auf keinen Fall heran. Gefallen hat mir aber der integrierte „Bilderkatalog“, der sich doch gut eignet, um Bilder zu sortieren. Probleme gab es jedoch unter Mac OS X, wo die Software nicht einmal zum Starten zu bewegen war. Wobei: Zumindest zum Katalogisieren der Bilder gibt es hier ja iPhoto.

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Kommentare

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Gepostete Kommentare

grady 12.12.2006, 14:59 Uhr

"Da ich nicht der einzige in meiner Familie bin, der Fotos „hortet“ und ich diese, dem zeitlichen Verfall des Trägermediums der Bildinformationen entgegenwirkend, gerne digitalisieren möchte, gibt es schon seit längerem die Überlegung, sich einen Filmscanner zu kaufen." Woher kommt diese Sichtweise, dass digitale Daten dem Verfall nicht unterlegen sind? Gerade in digitaler Form sind Fotos doch noch viel vergänglicher als auf dem billigsten Papierabzug im Album. Ein eingefangener Virus/Wurm/Whatever, ein Festplattencrash mit dazu passendem Versagen der (möglicherweise vorhandenen) Sicherung reicht doch voll hin. Um die Abzüge zu vernichten, muss es z.B. schon Brennen (Löschwasser ist auch nicht zu verachten) oder man muss mit dem Papier wirklich lange sehr schlecht umgehen. Nicht umsonst geht man schon jetzt davon aus, dass unsere digitale Ära (seit den 80ern) in Zukunft wohl als schwarzes Loch in der Geschichte verschwinden wird. Denn die vielen digitalen Formate führen zu einem rasanten Verfall der Daten. Ohne Kenntnis über die genaue (!) Kodierung von Nullen und Einsen kann man mit den Daten später herzlich wenig anfangen. Es gibt schon einige Beispiele, darunter so berühmte wie die Datenbänder der ehemaligen DDR, bei denen ein Auslesen mangels passendem Lesegerät und Kenntnis der Kodierung quasi nicht mehr möglich ist. In meinem Bekanntenkreis haben schon einige Leute viele wertvolle Daten mit Erinnerungen verloren, die sonst in Papierform problemlos 100 Jahre gehalten hätten. Man muss sich nur mal überlegen, wie schwierig das Auslesen von unbekannten Daten sich gestalten wird und wie leicht sich uralte Daten von Datenträgern wie Film, Papier, Glas oder Stein mittels Vergrößerung/Projektion/Abtastung rekonstruieren lassen. Auch das andauernde Migrieren von Daten verhindert nur begrenzt einen totalen Verlust. Meist interessiert das eh keinen und am Ende - also nach einigen Jahren - steht man vor dem sprichwörtlichen Scherbenhaufen. Sicher, zum Bearbeiten, Sortieren und Produzieren sind digitale Kopien eine wunderbare Sache. Bei wichtigen Dingen sollten es aber auch wirklich nur Kopien sein und keine Originale. So habe ich zwar Schrankwände voller Fotos, kann aber auch in vielleicht 40 Jahren noch darauf zugreifen, ohne dass es ein DRM, eine fehlerhafte Sicherung oder ein fieser Hack verhindern können. Die Gegenwart hat halt noch nicht die Werkzeuge, um digitale Daten günstig und sicher für Jahrzehnte zu bewahren. --- "Die Rosetta Disk: In Anlehnung an den Rosetta-Stein, eine Steintafel in drei Sprachen, hat Jim Mason von der Long Now Foundation die digitale 'Rosetta-Disk' entworfen. Ein Datenträger, der 1000 Jahre halten soll. Eine Scheibe liegt flach in einer Kugel, die Kugel gibt vor, wie die Scheibe gelesen werden soll. Außen beginnt die Schrift, für das Auge lesbar ist und die Benutzung erklärt. Die Schrift verläuft in einer Spirale nach innen und wird immer kleiner. Letztendlich ist es eine Art Mikrofilm: Die Daten sind analog gespeichert: Jeder kann die Rosetta Disk mit einem Mikroskop lesen. Es ist also kein digitales Lesegerät notwendig. 'Wenn man an lange Haltbarkeit denkt, muß man Flexibilität opfern.' " http://www.oliver-abraham.de/Internet/DasDigitaleDesaster.htm

Marko 29.01.2007, 11:54 Uhr

Ich hatte ebenfalls den Epson Scanner der 4990´er Serie nur leider hat mich dieses Gerät doch schwer entäuscht. Ich arbeite z.zt grundsätzlich nur Analog, Kleinbild wie auch Mittelformat. Das soll jetzt nicht heissen, das ich ein Digitalmuffel bin sondern ich liebe einfach die alten Kameras und das Flair des Films! Aber zurück zum Thema ;o) Der Epson 4990 ist mit seinen angegebenen 4800 dpi eine Mogelpackung. In wirklichkeit, kann er nur 1600 dpi aus einen Negativ scannen! Den Rest, interpoliert die Software! Also vorsicht mit solchen angaben. Was Dokumente betrifft, so hauen die 4800 dpi hin. Also zur Software. Wer MacOSX verwendet sollte lieber nicht unbedingt die mitgelieferte Epson Scan Software benutzen. Sie ist nicht G5 optimiert und demensprechend langsam. Mit Silverfast SE wird es dann schlagartig besser. Wer wirklich Negative scannen will und wert auf auf einen möglicht geringen Qualitätsverlust legt, sollte nach einen ausgwachsenen Filmscanner ausschau halten. Den Konica Minolta Dimage Scan 5400 II z.b. der schafft auch wirkliche 40 Megapixel aus dem Negativ zu zaubern! Die Sache mit dem ICE. Ist wirklich eine schöne Sache. Funktioniert aber leider nur mit Farbbildern! Wer viel mit s/w Filmen arbeitet (so wie ich) der guckt in die Röhre oder kauft sich nur noch Ilford XP2 oder Kodak BW400CN Film. Also für mich ist der Epson 4490 nur so ein halbes Ding. Besser sieht es jetzt beim Epson V700 und V750 aus. Da wurde sich wirklich mal Mühe gegeben!

Retorin 29.04.2011, 22:29 Uhr

Ich kaufte den Epson Perfection 4490 Photo und meine Meinung ist: Stärken: Das beste Modell für Ihr Geld! Hervorragende Bildqualität als Negative und Fotos. Erfolgreiche Software funktioniert prima Funktionen, um die Bildqualität zu verbessern. Nachteile: Rahmen für die Negative eher wackelig, schlecht zu halten, wenn der Film nicht perfekt gehalten begradigt, müssen Sie Fähigkeiten zu demonstrieren, daß sie sich in einem Rahmen. Kommentar: Insgesamt ein sehr erfolgreiches Modell, ein paar lange erwärmt sich vor dem Scannen des Negativen. Obwohl das Rauschen ist gering, nach der Lektüre Testberichte, erwartete ich einen leiseren Betrieb.

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