Zwei Monate Mac App Store

von ansgar-babucke

· 3 min Lesezeit

Ein Erfolg?
Seit nun fast zwei Monaten ist der App Store für den Mac verfügbar. Und auch wenn Apple schon am ersten Tag verlauten ließ, das bereits eine Million Downloads getätigt wurden, bin ich mir nicht so sicher, ob das Projekt den erwarteten Erfolg hat. Das Medieninteresse am Mac-App-Store und den darin enthaltenen Applikationen scheint zumindest momentan eher gering zu sein, ganz im Gegensatz zu den App-Stores auf mobilen Endgeräten. Lohnt sich der Blick in den App-Store für den Mac trotzdem?
Kaminfeuer und Meerrauschen…
… klingen nach einer entspannenden Angelegenheit. Ob man diese nun wirklich als Simulationen auf seinem Mac braucht ist die andere Frage. Schaut man sich momentan in den Top-Listen des App Stores um, findet sich dort – ganz wie auf den iOS-Geräten auch – jede Menge Schund, den man einmal aufruft, um ihn danach wieder zu vergessen. Doch auch unter den kostenlosen Tools sind einige nette Programme zu finden. Da wäre zum Beispiel das Cloud-basierte Notiztool Evernote, dass zwar mit nicht gerade Privatsphäre-freundlichen Nutzungsbedingungen aufwartet, dafür aber im Alltag eine echte Hilfe sein kann. Oder Mixxx, eine vollwertige DJ-Software, die ebenfalls kostenlos daher kommt und sich schon seit Tagen tapfer an der ersten Stelle der meistgeladenen Programme hält. Auch das wunderbare Tracks, eine in die Status Bar integrierbare Suche für die iTunes Musik-Bibliothek beweist, dass es im App Store viel Platz für neue, bisher unbekannte Programme gibt.

Problematisch ist allerdings, dass man sich bei einer Suche im Apple App Store nie ganz sicher ist, ob man einen ganzheitlichen Eindruck über die verfügbaren Programme bekommt. Schließlich sind nicht alle Entwickler im App Store vertreten. So gibt es viele Tools, die man nach wie vor ausschließlich über die Webseiten von Entwicklern beziehen kann.

Das Spielkind in mir
Abgesehen davon fühlt man im Vergleich zu den iOS-Versionen einen viel geringeren Spieltrieb, der einen dazu bewegt, neue Dinge auszuprobieren. Das mag vor allen Dingen daran liegen, dass Bedienungs- und softwarekonzepte des Computers schon ausgereizt sind und nur wenige Apps in der Lage sind, zu faszinieren. Außerdem auch daran, dass der Mac wohl von vielen Nutzern vor allen Dingen zum Arbeiten und nicht zur Unterhaltung genutzt wird. Das ist auf den iOS-Geräten eine ganz andere Welt. Hier kann man sich praktisch täglich neue Applikationen herunterladen, die irgendetwas cooles mit dem Smartphone oder Tablet anstellen. Das fehlt dem Mac ein wenig. Hinzu kommt natürlich, dass für die meisten Anwendungsfälle, die Nutzer mit ihren Macs haben, schon Software bekannt ist und diese grundsätzlich direkt beim Hersteller und nicht über einen App Store bezogen wird

Wie geht’s weiter?
Nach zwei Monaten App Store für Mac OS X bin ich mir nicht sicher, ob das Marktplatz-System auf einem „klassischen“ Computer bestand haben kann. Zu unübersichtlich sind die Suchoptionen, zu wenig detailliert lässt sich nach gewünschten Tools suchen. Während auf den mobilen Geräten der App Store die erste und einzige Anlaufstelle für neue Programme ist, greift man doch auf dem Desktop eher zur Suche via Google und landet dann eventuell über einen Link im App Store. Darüber hinaus ist Softwarequalität auf dem Mac ein viel stärker gewichtetes Kriterium, als es momentan auf mobilen Endgeräten ist. Und im jetzigen Zustand ist der App Store einfach nicht in der Lage, über Qualität oder Umfang einer Software Auskunft zu geben. Wie wäre es mit dem Zulassen von Videos, Apple?

Insgesamt gesehen lohnt sich der Blick in den App Store schon, wenn man auf Software-Suche ist. Als einzige Informations- und Programmquelle ist dieser allerdings nicht nutzbar. Zu groß ist die Chance, dass man eine bessere Alternative günstiger über die klassischen Bezugsquellen findet. Und genau darin liegt das Problem des App Stores für den Mac: Er ist ein nettes Zusatzfeature, um sich über neue Progrämmchen zu informieren, allerdings nicht die beste und einzige Quelle für neue Software. Und das ist auch gut so.

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