Wer braucht eigentlich dieses MacBook Air?
Zu klein, um brauchbar zu sein?
Natürlich, ein beeindruckendes Stück Technik war schon das alte MacBook Air, zu dem Apple jetzt einen längst überfälligen, noch minimalistischeren Nachfolger angekündigt hat. Doch ist das neue MacBook Air wirklich eine echte Alternative zum normalen MacBook oder MacBook Pro? Laut Kollege Pittermann schon. Aber geht man mit dem Airbook nicht zu viele Kompromisse ein? Und ist der Preis dafür nicht eine ganze Ecke zu weit oben angesiedelt? Wer braucht also dieses MacBook Air?
Zu schwach, zu klein, zu wenig
Mit nur knapp über einem Kilo ist das neue 11,6 Zoll MacBook Air ein echtes Leichtgewicht. Kaum ein anderes Subnotebook oder Netbook kommt in Sachen Gewicht an Apples neues Wunderwerk heran. Und auch das Design kann man als recht gelungen abstempeln. Doch geht man mit dem Laufwerkslosen Gerät nicht zu viel Kompromisse ein?
Schließlich schiebt man doch schon ab und zu noch eine CD oder DVD ins Laufwerk oder braucht mehr Leistung als es das neue Air bieten kann. Denn vergleicht man die verwendeten Prozessoren mit jenen, die in 13 Zoll MacBook und MacBook Pro arbeiten, wird schnell deutlich, dass selbst das schnellste MacBook Air mit einem 2,13 Gigahertz taktenden Core 2 Duo vermutlich gegen das weiße Plastik-MacBook relativ alt aussehen wird. Ganz zu schweigen von der 1,4 Gigahertz Variante im 11,6-Zoll-Einsteigermodell.
Immerhin bietet der integrierte Flash-Speicher einige Vorteile: Dieser ist nicht nur schnell, sondern ermöglicht auch eine bessere Unterstützung in Sachen Ruhemodi, in Fachkreisen heißt das Feature wohl „Instant On“. Dieses ermöglicht, dass der Mac erheblich schneller aufwacht, als jene, die mit einer Festplatte ausgestattet sind. Doch auch hierfür nimmt man andere Dinge in Kauf: Auch die maximal erhältliche Speicherkapazität von 256 Gigabyte ist in Zeiten von 20 Megapixel-Fotos, verlustfreien Musikformaten und High-Definition-Video sehr schnell ausgereizt.
Und zu guter letzt wäre da noch die Preispolitik: Mit einem Listenpreis von 999 Euro ist schon die kleinste 11,6-Zoll-Variante kein Schnäppchen, das Top-Modell mit 256 Gigabyte Flash-Speicher, nur 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und nur 1,86 Gigahertz hat einen Listenpreis von 1599 Euro. Hinzu kommen noch eventuelle Build-to-Order-Optionen wie die Verdoppelung des Arbeitsspeichers oder die Wahl des schnelleren 2,13 Gigahertz Prozessors. Immerhin kassiert Apple dafür nur jeweils 90 Euro.
Folglich ist das MacBook Air auf keinen Fall ein Gerät, was den Desktop ersetzen kann. Für wen taugt es also?
Aber es ist doch so klein!
Und genau da kann das MacBook Air punkten: Es hat gar nicht den Anspruch einen vollwertigen Desktop-Mac, MacBook oder MacBook Pro zu ersetzen. Es füllt die Nische zwischen MacBook und iPad. Es ist für jene Leute konzipiert, die für ihre Alltagsaufgaben nicht auf ein vollwertiges Betriebssystem verzichten können oder wollen und ein ultraportables Notebook benötigen. Dafür nimmt man gerne in Kauf, dass es in Sachen Prozessor-Leistung etwas lahmt und kein optisches Laufwerk mitbringt.
Das MacBook Air hat andere Stärken: Zum Beispiel die großartigen Auflösungen von 1366×768 Pixeln im 11,6 Zoll Modell oder die 1440×900 Pixel im 13,3 Zoll Modell. Hinzu kommt mit der Geforce 320M ein HD-fähiger Grafikchip, eine mit sieben Stunden Laufzeit ordentliche Batterielaufzeit und schier unglaubliche Werte in Sachen Ausmaß und Gewicht.
Natürlich geht man auch mit dem MacBook Air nach wie vor Kompromisse ein. Und natürlich sollte man überlegen, ob ein schnelleres und günstigeres MacBook Pro nicht vielleicht das bessere Gerät für den gewählten Einsatzzweck ist. Und natürlich ist das MacBook Air auch in einer 11,6-Zoll-Variante vor allen Dingen wegen des horrenden Preises noch keine Netbook-Alternative.
Trotzdem ist das MacBook Air ein richtig feines Stück-Technik, zu dem es für gewisse Einsatzzwecke praktisch keine Alternativen gibt. Sei es als ultimatives Lifestyle-Gadget oder als ultraportabler Computer, dem nicht so schnell die Puste ausgeht. Es wird mit Sicherheit (wieder) seine Käufer finden.








