Welches Smartphone-OS?

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

Teil 2: WebOS, Windows Mobile, Blackberry OS, Symbian und Maemo
WebOS: Das WebOS ist relativ neu, erst vor knapp einem Jahr erblickte es zusammen mit der Wiederauferstehung der Firma Palm des Licht der Öffentlichkeit. Der Palm Pre, den es in Europa zu kaufen gibt, und der Palm Pixie, den es momentan nur in den USA käuflich zu erwerben gibt, sind die beiden Geräte, die mit dem neuen OS laufen. Die Hardware des Palm Pre ist nicht unbedingt der absolute Bringer, aber das WebOS bietet durchaus interessante Ansätze mit viel Potenzial nach oben. Multitasking, Auto-Sync von fast allen Daten über den Palm-Server und eine durchaus intelligente Fingersteuerung machen einen Reiz aus, dem man sich in den Zeiten von iPhone und Co nur schwer entziehen kann.

Insbesondere das Feature, dass Facebook, Google Calendar, Googlemail, Yahoo und Co über einen Server abgeglichen werden, macht einen großartigen Eindruck. Nie mehr viele verschiedene Daten konfigurieren, nur noch ein Passwort für alles – das macht richtig viel Spaß und zeigt was die Zukunft noch bringen kann. Der App Store im WebOS ist mehr oder weniger nicht vorhanden, die wenigen Apps sind auch nicht perfekt, hier muss Palm noch nachlegen. Ich hatte ja Eingangs schon geschrieben, dass WebOS noch viel Potenzial nach oben hat und hier zählen die Apps definitiv dazu. Geschrieben werden die Apps mit einfachen Websprachen und die Entwickler können diese selbst veröffentlichen, ohne dass eine Kontrolle durch Palm erfolgt. Gerade hier, im Webbereich wird sich in den nächsten Jahren noch soviel tun, dass dann sicherlich die Zahl der Apps schnell steigen wird. Wenn, ja wenn es Palm bis dahin noch gibt, denn die Zahlen stimmen einen nicht wirklich froh. Im Vergleich zu anderen Smartphone-Herstellern muss sich Palm mit einem der letzten Plätze begnügen.

Windows Mobile
Windows Mobile war einmal führend im Smartphone Sektor, aber jetzt scheint Windows Mobile auf dem absteigenden Ast zu sein. Natürlich, die Geschäftskunden bleiben bei Windows Mobile, gerade wegen den Möglichkeiten eigene Programme auf der Plattform zu installieren, aber Microsoft ist unter Druck gekommen. Mit der aktuellen Version 6.5 versuchen die Redmonder etwas Druck wegzunehmen, bevor sie mit Windows Mobile 7.0 (aka Windows Phone 7) wieder durchstarten wollen und das gelingt auch in gewissen Teilen, wenn die passende Hardware da ist. Aber das moderne, schicke Flair eines iPhones fehlt halt, daran kann auch der Windows Market nicht wirklich etwas ändern. Genial ist die Einbindung von Windows Mobile in Outlook, Exchange und Co – Synchronisieren ist noch nie so einfach gewesen und für viele Menschen ist es auch wichtig, das die Daten lokal bzw. auf dem eigenen Server gespeichert sind. Mit Windows Mobile 6.5 sind eine Reihe von neuen Smartphones auf den Markt gekommen, hier muss man einfach schauen was einem gefällt. Die Möglichkeit auf Windows Mobile 7 upzugraden wird wohl nicht gegeben sein.

Blackberry OS
Der Blackberry ist eine E-Mail-Maschine mit Online-Anbindung, die neben E-Mails auch Kontakte und Kalendereinträge synchronisiert und das in absoluter Perfektion. Ebenso bemerkenswert ist das Energiemanagement des OS. Während normale Smartphones im Regelfall nach einem Tag platt sind, kann man mit den Blackberrys durchaus noch den einen oder anderen Tag mehr durchmachen. Natürlich gibt es auch einen Blackberry Market, der aber momentan eher schlecht als recht umgesetzt ist. Alles was über E-Mails und Kontaktmanagement hinausgeht, reicht nicht wirklich in die Spitzenklasse der Smartphones, so z. B. Browsen. Momentan gibt es zwei Gerätetypen von RIM, dem Hersteller der Blackberrys. Einmal Touchscreen-Devices mit dem Storm 1 und Storm 2 und tastaturbasierte Devices mit dem Bold und Curve. OS-Upgrades sind bisher nicht das Problem der neueren Blackberrys gewesen, hier kann man auch mal zu einem älteren Blackberry mit einem neuen OS greifen.

Symbian
Nokia ist im Smartphone-Sektor immer noch Marktführer, wenn auch nur nach Absatzzahlen. Mit Symbian hat Nokia eine veraltete OS-Plattform am Start, die auch in der aktuellen Touchscreen-Version im Nokia N97 Mini nicht mehr die Wurst vom Teller zieht. Der Ovi-App-Store ist eher ein schlechter Witz und der einzige Vorteil von Symbian liegt in der weiten Verbreitung von Apps, die man sich mal eben so aus dem Internet downloaden oder kaufen kann. Symbian soll übrigens laut Nokia nicht mehr in den High-End-Smartphones eingesetzt werden, sondern nur noch in den Midrange-Modellen. In den High-End-Smartphones soll Maemo zum Zuge kommen.

Maemo
Linux auf dem Smartphone, das ist jetzt kein absolut neuer Ansatz, da auch Android linuxbasiert ist. Mit dem N900 hat Nokia das erste Maemo-Smartphone ins Rennen geschickt und man merkt, dass dieses Smartphone eher etwas für Frickler ist und nicht für Menschen, die die One-or-Two-Click-Bedienung von Windows Mobile, dem iPhone oder Android lieben. Hier muss man noch selber Hand anlegen, hier gibt es aktuell noch keinen eigenen App Store, sondern nur eine Reihe von Programmen im Internet. Die Ansätze sind sicherlich gut, aber die Alltagstauglichkeit ist noch fern.

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