Oh Wunder, das iPad 2 ist da!
Mit der Kraft der zwei Herzen
Das die zweite Generation des iPads heute nahezu die komplette Aufmerksamkeit der High-Tech-Presse auf sich ziehen würde, war praktisch gesetzt. Das Steve Jobs allerdings auf die Bühne getreten ist, war eine kleine Überraschung, schließlich hat der gute Mann im Moment offiziell den Krankenschein eingereicht. Doch offensichtlich wollte sich die Apple-Ikone es sich nicht nehmen lassen, der Welt zu zeigen, woran das iPad-Team die letzten Monate gearbeitet hat. Das iPad 2 getaufte Gerät bot auf Grund der im Vorhinein durchgesickerten Gerüchte technisch wenige Überraschungen, ein paar Kleinigkeiten sind aber doch neu.
Zwei Farben!
Das auffälligste zuerst: Während es Apple bisher nicht geschafft hat, das iPhone 4 in weiß auszuliefern, ist das iPad 2 direkt in zwei Farbvarianten lieferbar. Auch wenn das weiße Gerät auf den ersten Blick ganz cool aussieht, tendiere ich momentan eher zur schwarzen Variante, die doch irgendwie edler.
Mach mich klein!
Während der Formfaktor mit dem zehn Zoll Display gleichgeblieben ist, hat Apple das Gerät in der Höhe ein ganzes Stück geschrumpft. Statt 13,4 Millimetern in der Höhe, kommt das neue iPad rund ein Drittel flacher mit nur 8,8 Millimetern Höhe daher. Das Gewicht reduziert sich um gut 15 Prozent auf etwas über 600 Gramm.
Die Kraft der zwei Herzen
Das Herzstück des iPad 2 ist der A5 getaufte Dual-Core-Prozessor, der CPU und GPU vereint. Er taktet – ebenso wie der Vorgänger A4 – mit einem Gigahertz, ist durch den zweiten Prozessorkern aber erheblich schneller. Apple spricht von mit den typischen „bis zu“ Angaben von einer doppelten-CPU-Leistung und einer neunfachen Grafikleistung. Was die Dual-Core-Technik im iPad-Alltag bringt und ob die Batterielaufzeit weiterhin den versprochenen zehn Stunden entspricht, werde ich erst klären können, wenn ein iPad 2 den Weg in meine Hände findet.
Einen kleinen Einblick bietet dieses Hands-on von den Kollegen von Engadget:
iOS 4.3
Einen zusätzlichen Leistungsschub versprechen die Apple-Mannen durch die neue Version des iOS, die die Versionsnummer 4.3 trägt, die nicht nur auf zwei Kerne optimiert sein soll, sondern auch für die älteren, unterstützten Geräte – iPad, iPhone 3GS, iPhone 4, iPod touch 3G und 4G – einen Geschwindigkeitsschub bringen sollen. Vor allen Dingen soll sich dies im mobilen Safari bemerkbar machen, die mit der neuen JavaScript Engine „Nitro“ daher kommen soll. Dieser werkelt auch schon im Safari 5, der in Sachen Geschwindigkeit an Googles Chrome anschließen konnte. iOS 4.3 kommt für die bisher erhältlichen Geräte zeitgleich mit dem US-Start des iPad 2 am 11.3.2011.
Kamerakra
Ich sehe sie schon überall herumlaufen. Japaner, die nicht mehr mit ihren Nikon, Canon und Panasonic-Knipsen um Fotos bitten, sondern dem gegenüberstehenden Touristen direkt das iPad 2 mit den Worten „can you take a picture“ in die Hand drücken. Mit dem Erscheinen des neuen Apple-Tablets ist dies kein böser Traum mehr, sondern kann schon bald Realität sein. Schließlich hat Apple das iPad 2 mit einer Front- und einer Rear-Kamera ausgestattet. Während die vordere Kamera 30 Bilder in VGA-Auflösung zur Telefonie via FaceTime aufnimmt, kann die Kamera an der Rückseite des Gerätes bei 30 Bildern in 720p-Auflösung aufnehmen. Außerdem erlaubt sie digitales Zoomen bis zur fünffachen Vergrößerung.
Neue Apps
Zusätzlich zu FaceTime macht auch eine der neuen Apple-Applikationen Gebrauch. Auch PhotoBooth hat jetzt den Sprung von Mac OS X zu iOS geschafft und feiert sein Debut auf dem iPad 2. Nun lassen sich also auch Grimassen mit dem iPad erstellen, das Ganze ist aber wohl mehr eine Spaß-Nummer als eine ernstzunehmende App.
Weiterhin hält auch iMovie auf dem iPad Einzug. Während ich das Erscheinen der App auf dem iPhone auf Grund des viel zu kleinen Displays nur bedingt nachvollziehen konnte, macht das Ganze auf dem iPad schon mehr Sinn. Schließlich lassen sich Filmschnipsel auf dem vergleichsweise großen Display gut mit den Fingern hin und her schieben. Einfache Clips zu produzieren, könnten mit dem iPad 2 wirklich Laune machen. iMovie wird ebenfalls am 11.3. erscheinen und zu einem Preis von 3,99 Euro über die Ladentheke gehen.
Apropos Produzieren: Auch Musikfreunde werden mit dem iPad 2 auf ihre Kosten kommen. So gibt es für das iPad 2 auch eine Version von Garageband, mit der sich nicht nur angeschlossene Instrumente aufzeichnen lassen, sondern in dem auch jede Menge Instrumente wie zum Beispiel ein Keyboard, die Gitarre oder das Schlagzeug zum Spielen auf dem iPad versteckt sind. Cool ist das nette Detail, dass der Beschleunigungssensor für eine Anschlagdynamik verwendet wird. Das heißt, dass das iPad erkennt, mit welcher Stärke man das Display berührt und den Ton dementsprechend stark wiedergibt. Die iOS-Version von GarageBand wird bis zu acht Spuren unterstützen und ebenfalls 3,99 Euro kosten.
Gib mich aus!
Eine wirklich sinnvolle Neuerung ist die Möglichkeit, das Bild des iPads via HDMI auszugeben. Mit dem zirka zehn Zentimeter-Adapter-Kabel für läppische 39 US-Dollar kann das iPad 2 sogar 1080p-Video per High Definition Media Interface ausgeben, ein Anschluss fürs Ladegerät ist an dem Adapter-Stück zusätzlich vorhanden. Während bisher nur Video-Ausgaben möglich waren, die auch softwareseitig vorgesehen sind, gibt das iPad ab Version 4.3. nativ alles aus. Das heißt, alles was auf dem iPad-Bildschirm zu sehen ist, wird auch auf den Fernseher gebeamt. Ungemein praktisch für eventuelle Präsentationen, den Filmabend oder einfach nur zum Angeben. Cool ist, dass dieses Feature nicht dem ipad 2 vorenthalten sein wird, auch iPhone 4 und das iPad der ersten Generation können diese Funktio nutzen. Das Adapter-Schnäppchen ist aber leider trotzdem fällig.
Smart Covers
Wo ich gerade bei Schnäppchen bin: Auch an die Entwicklung einer neuen Art Hülle hat Apple sich gegeben. Der Smart Cover genannte Schutz wird per Magneten an die Seite des iPads geklemmt und deckt nur das Display des iPads ab. Das coole daran sind nicht nur die Möglichkeiten, das Gerät hinzustellen, sondern außerdem, dass das iPad erkennt, ob das Display vom Smart Cover abgedeckt ist oder nicht und dieses automatisch an und ausschaltet. Spätestens bei den genannte Preisen von 39 US-Dollars für die Kunstfaser- und 69 US-Dollars für die Leder-Variante war das Smart Cover aber für mich disqualifiziert.
Und der Preis?
Das wichtigste ist natürlich die Preisgestaltung: Dabei ist alles beim Alten geblieben. Auch die verfügbaren Speicherkapazitätsvarianten sind exakt die Selben, aus einer 128-Gigabyte-Variante ist also vorerst einmal nichts geworden. Verfügbar sind die Geräte in Deutschland ab dem 25. März 2011 und können ab sofort bei Cyberport vorbestellt werden.
Fazit
Fast alles wie vermutet: Das iPad 2 bietet mehr Evolution denn Revolution. Alle, die bisher mit dem Kauf eines iPads geliebäugelt haben, können jetzt in jedem Falle zuschlagen. Die bisher fehlenden Kameras sind jetzt vorhanden, mit iMovie, Facetime und Photobooth sind sogar ein paar nützliche Anwendungen für diese auf dem Gerät vorinstalliert. Die großen und besseren Neuerungen sind mit Sicherheit der große Zugewinn an Geschwindigkeit und die Reduktion von Größe und Gewicht. Zusätzlich ist die HDMI-Video-Out-Funktion eine nette Sache. Von den Smart Covers bin ich nicht überzeugt, dafür aber von der Preisgestaltung des iPads: Natürlich sind 500 Euro kein Pappenstiel, die Preisgestaltung ist aber nach wie vor konkurrenzlos.








