Neue MacBook Pro präsentiert

von ansgar-babucke

· 4 min Lesezeit

Apple legt nach
Heute hat Apple die lang erwarteten neuen MacBook Pros präsentiert und springt damit endlich auf den Zug der neuen Intel-Prozessoren auf. Am Design ändert sich nichts, dafür scheint neue Akkutechnik ihren Weg in die neuen MacBook Pros zu finden. Doch auch wenn ich erwartet hatte, dass ich nun enttäuscht bin, da mein inzwischen rund 10 Monate altes MBP nun zum alten Eisen degradiert wurde, hält sich die Wehmut doch in Grenzen: Denn an Leistung mangelt es mir nicht, viel mehr hatte ich mir für die neuen MacBook Pros gewünscht, dass Apple dem Metallgehäuse ein paar USB 3.0 Ports spendiert, vielleicht sogar endlich mal ein Blu-Ray-Laufwerk integriert und als Zusatzoption einen Sim-Karten-Slot möglich macht. Leider Fehlanzeige. Trotzdem werfe ich einen Blick, auf die relevanten Neuerungen.
Updates auf ganzer Linie
Zwar gab es erst Gerüchte, dass nur die 15- und 17-Zoll-Modelle von einer Produktaktualisierung profitieren würden, doch auch Freunde des 13-Zoll-Modells kamen heute auf ihre Kosten. Apropos Kosten: Im Vergleich zur letzten Aktualisierung hat Apple die Preisschraube eher angezogen, denn gelockert: So fängt zum Beispiel ein 15 Zoll MacBook Pro laut Liste erst bei satten 1749 Euro an, das 17-Zoll Modell schlägt mit einer UVP von ab 2249 Euro zu Buche. Nur das 13-Zoll-Modell ist vergleichsweise günstig und fängt bei 1149 Euro an.

i5 & i7
Es war natürlich abzusehen, dass in den MacBook Pros nicht auf ewig Intels Core 2 Duo werkeln werden. Umso mehr überrascht es, dass in dem kleinen 13 Zoll Alubook weiterhin Core 2 Duo mit 2,4 und 2,66 Gigahertz arbeiten. Das kleine MacBook Pro wäre doch geradezu prädestiniert für Intels „kleinen“ neuen Prozessor, den i3 gewesen, der ebenfalls auf eine modernere Architektur und niedrigere Taktfrequenzen setzt.

Doch Apple ist da ein wenig eigen: Neue Technologie bleibt den großen, 15- und 17-Zoll-Modellen vorbehalten. Im 15-Zoll MacBook Pro arbeitet nun wahlweise ein Intel Core i5 mit 2,4 oder 2,53 Gigahertz, wer noch mehr Power benötigt, kann auf den Core i7 mit 2,66 Gigahertz und 4 Megabyte Level 3 Cache setzen. Der kommt ebenso im größten 17-Zoll-Modell zum Einsatz, auch das ist aber in einer kleineren Variante mit dem 2,53 Gigahertz i5 verfügbar.

Grafikupdate
Da die 9er-Serie der mobilen nVidia Grafikchips inzwischen ebenfalls abgelöst wurde, wundert es nicht, dass Apple auf neue Chips aus dem Hause des Grafikriesen setzt. Überraschend ist hingegen, dass zwar in den 15- und 17-Zoll-Modellen des MacBook Pro nach wie vor sowohl eine On-Chip-Grafiklösung als auch eine dedizierte Grafikkarte zum Einsatz kommen, die On-Chip-Variante aber nicht mehr von nVidia, sondern von Intel geliefert wird. Die Grafiklösung nennt sich Intel HD und greift auf bis zu 256 Megabyte des Hauptspeichers zu. Als dedizierte Lösung kommt der neue nVidia Geforce GT 330M zum Einsatz, der bei den i5-Varianten mit 256 Megabyte GDDR3-Speicher, bei den i7 Varianten der MacBook Pros sogar mit 512 Megabyte GDDR3 aufwarten kann. Interessant ist die Tatsache, dass die Apple-Entwickler für die neue Kombination die Möglichkeit integriert haben, die Wahl der Grafikkarte dem Mac zu überlassen: So schalten die neuen MacBook Pros einfach bei Bedarf die dedizierte Grafikkarte hinzu. Bei den „alten“ MacBook Pros lag die Entscheidung ja noch komplett beim Nutzer. Problematisch war aber hier, dass um die Grafikkarte neu auszuwählen, ein Abmeldevorgang im System von Nöten war.

Das 13-Zoll-Modell ist übrigens nur mit einer On-Chip-Lösung, der eigens von nVidia für Apple entwickelten Geforce 320M, die bis zu 256 Megabyte vom Hauptspeicher für sich beansprucht.

Großartig ist übrigens, dass der Displayport der neuen MacBook Pros nun auch Audio ausspuckt, was dem Heimkinoerlebnis per HDMI-Adapter zu Gute kommt.

Laufzeit
Das Apple in Sachen Akku-Technik momentan große Fortschritte macht, schien sich schon bei den ersten Testberichten des iPads abzuzeichnen. Auch bei den neuen MacBook Pros legt Apple nach und gibt für das 13-Zoll-Modell bis zu zehn Stunden Laufzeit an, für das 15-Zoll Modell zwischen acht und neun Stunden und für die 17-Zoll-Variante neun Stunden. Natürlich sind die Akkus nach wie vor in die Geräte integriert und nur vom Apple Service-Techniker zu wechseln.

Was fehlt?
Die Sensation! Apple hat so ziemlich genau das geliefert, womit alle gerechnet haben. Doch wenn man sich auf dem Notebook-Markt einmal umsieht, hat die Konkurrenz einige Asse im Ärmel. Das es kein Blu-Ray-Laufwerk in die Macs schafft, war abzusehen. Schließlich verdient Apple an den Silberlingen nichts, an Filmen im iTunes-Store hingegen schon. Aber da sind doch einige Dinge, die man bei Notebooks in dieser Preiskategorie einfach nicht vergessen darf: Wo ist zum Beispiel der neue USB-3.0-Standard? Und was ist mit einer UMTS-Option? Fehlanzeige! Und genau das sind vielleicht Gründe, die den ein oder anderen vom Kauf abhalten könnten.

Fazit
Insgesamt gesehen sind die Verbesserungen sinnvoll und richtig, auch wenn ein paar Kritikpunkte gegeben sind. Was ein wenig stört ist die Tatsache, dass die Geräte im Vergleich teurer geworden sind. Insbesondere den Einstiegspreis für das 15-Zoll-Gerät hätte man ruhig etwas weiter unten ansiedeln können. Zum Glück hat Cyberport die Listenpreise direkt ein Stück nach unten korrigiert. Und vom hohen Preis mal abgesehen: Die MacBook-Pros gehören nach wie vor zur Notebook-Elite!

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