iTunes 10 angekündigt
Neues soziales Musiknetzwerk von Apple
Mit einem neuen iTunes hätte man bei Apples Musik-Event schon fast rechnen können, das Apple aber sofort ein nagelneues soziales Musiknetzwerk aus dem Boden stampft, kommt fast schon ein wenig überraschend. Noch viel überraschender ist der eher merkwürdig anmutende Name „Ping“, bei dem zumindest ich auf Anhieb an einen kleinen Schuss in Richtung Microsoft denken musste, die ihre Suchmaschine doch erst vor kurzem in Bing umtauften. Im Prinzip bietet Ping auch gar nicht viel, das es nicht schon auf FaceBook oder Last.FM gegeben hätte. Doch für den Start des eigenen Dienstes hat Apple ein starkes Ass im Ärmel: Ping ist nicht nur in das neue iTunes 10 integriert, sondern ebenfalls in die hunderte Millionen iOS Geräte.
Neue Funktionen von iTunes 10
Doch nicht nur das soziale Musiknetzwerk Ping hat es in das neue iTunes mit der Versionsnummer 10 geschafft (ich hätte das Ganze übrigens iTunes X genannt!). Zu allererst wäre da natürlich das neue Logo. Mit dem Redesign läutet Apple schlussendlich das Ende der CD ein: Aus der Note auf der CD wird eine Note! Wow, was für ein Fortschritt!
Hinzu kommt außerdem, dass man ebenso wie mit dem neuen Apple TV in den Genuss kommt, Fernsehshows und -serien für 99 Dollar-Cent zu mieten. Vorausgesetzt man ist Amerikaner. Denn auf der deutschen Seite findet man noch nichts zu etwaigen Mietangeboten für Fernsehserien. Wie auch, schließlich zeigen sich die deutschen Pay- und Free-TV-Anbieter in Sachen neue Medien so verhandlungsfreudig wie Drogenbosse um Abnahmepreise. Natürlich lasse ich mich auch gerne mit dem Erscheinen der offiziellen, deutschen Pressemeldung eines Besseren belehren und würde mich freuen, Fernsehserien für 99 Euro-Cent mieten zu können. Zum einen ist das ein recht fairer Preis, zum anderen gibt es nur wenig Fernsehserien, die ich mir ein zweites mal ansehe, weswegen ein Mietmodell gerade für solche Formate Sinn macht.
Ebenfalls angepriesen werden auf der Apple-Webseite neue Möglichkeiten, seine Geräte via iTunes zu synchronisieren. Wie genau das aussieht, werden wir wohl erst erfahren, wenn Apple den Download zu iTunes 10 freigibt, da Onkel Steve bei der Keynote nur wenig zum Thema Synchronisation gesagt hat. In jedem Fall ist eine bessere Struktur und Organisation der Synchronisationsmöglichkeiten mit seinen iPhones, iPads und iPods längst überfällig, da es iTunes immer mal wieder schafft, den ein oder anderen Benutzer mit den eher undurchsichtigen Sync-Konzepten zur Weißglut zu treiben. Man darf nicht vergessen, dass die Besitzer des wohl begehrtesten Telefons der Welt ein Musik-Abspiel-Programm benutzen, um Programme, Kalenderdaten und mehr darauf zu schieben. Hoffentlich schafft iTunes 10 hier ein wenig Abhilfe und hilft dem Nicht-Spezialisten beim Synchronisieren auf die Sprünge.
Think Ping
Die größte Neuerung, die mit iTunes 10 eingeführt wird, ist mit Sicherheit Apples eigenes soziales Netzwerk, das auf den modernen Namen „Ping“ hört. Da sich die Ping-Welt vollends um Musik dreht, verwundert es nicht, dass Apples Twitter-Facebook-Last.FM-Pendant in iTunes integriert ist. Viele neue Funktionen bietet es nicht, nur den großartigen Komfort der direkten Integration in die iOS-Geräte wie iPad, iPod und iPhone. Via Ping kann man nicht nur beobachten, was seine Freunde in iTunes so treiben, sondern auch seinen Musik-Ikonen folgen und direkt über deren neue Musik, Konzertbilder oder persönliche Infos erfahren. Auf den iOS-Geräten findet man Ping in der iTunes-App, hier stehen einem praktisch fast alle Funktionen zur Verfügung, die man auch in iTunes am Mac oder unter Windows findet.
Download!
Bisher lässt sich iTunes 10 noch nicht laden, auch wenn der gute Herr Jobs beim Presse-Event von „available today“ sprach. Vermutlich wird der Download aber in den nächsten Stunden aktiviert, dann lässt sich iTunes 10 sowohl über die Softwareaktualisierung oder aber über die offizielle Apple-Webseite herunterladen.








