Internet auch unter Wasser – Forscher machen’s möglich

Was nützt einem das beste wasserfeste Smartphone, wenn unter Wasser das Internet nicht funktioniert. Forscher der Universität von Buffalo entwickeln dafür zur Zeit eine Lösung – allerdings nicht, damit alle Internet-Süchtigen auch im Freibad mit Smartphone ins Wasser springen, sondern um weltweit für mehr Schutz vor Seebeben und Tsunamis zu sorgen. Aber wie ist das möglich?
Unterwasser-Sensor
Mobilfunk und Wi-Fi basiert auf Radiowellen, welche unter Wasser nicht funktionieren. Um im kühlen Nass trotzdem kommunizieren zu können, nutzen Institutionen wie die US Navy Schallwellen. Sensoren unter Wasser schicken ihre Informationen an Bojen, die das akustische Signal in Radiowellen umwandeln und an Satelliten weiterleiten. Diese senden schlussendlich die Daten zu Computern an Land. Das Problem: Obwohl schon verschiedene Behörden diese Form der Kommunikation nutzen, ist deren Kommunikations-Infrastuktur zu unterschiedlich, um Daten miteinander zu teilen. Die Daten-Umwandlung und -Übertragung ist außerdem nicht in Echtzeit möglich.
Genau dieses Problem löst das Forscherteam um Tommaso Melodia: Sie entwickeln ein System, das den direkten Austausch von Daten zwischen Unterwasser-Sensoren einerseits und Notebooks, Smartphones und Tablets andererseits erlaubt – in Echtzeit. Ein erster Test im Eriesee (Nordamerika) war bereits erfolgreich.
Frühwarnung vor Tsunamis
Sollte die flächenweite Ausbreitung des Unterwasser-Internets funktionieren, so würde es viele nützliche Dienste leisten. Zum Beispiel könnten Seebeben und dadurch entstehende Tsunamis schneller und besser erkannt und die betroffene Bevölkerung entsprechend vorgewarnt werden. Auch die Wasserverschmutzung lässt sich damit noch exakter monitoren. Darüber hinaus nutzen Drogenschmuggler in letzter Zeit vermehrt Behelfs-U-Boote, werden aber dank des Unterwasser-Internets schneller aufgespürt als bisher. Die Bewegungen von Fischen und Meeressäugern lassen sich ebenfalls überwachen und machen es unter Umständen möglich, diese vor großen Schiffahrtsrouten zu schützen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig – drücken wir die Daumen, dass Melodia und sein Team erfolgreich sind.










