Android 4.0: Ice Cream Sandwich – Features
Wichtige Merkmale im Überblick
Im Oktober hat Google endlich die lang erwartete neue Android-Version 4.0 „Ice Cream Sandwich“ vorgestellt. Mit dieser Version sollen die Entwicklungsstände von Gingerbread (Android 2.3 für das Smartphone) und Honeycomb (Android 3.1 für Tablets) wieder zusammengeführt werden. Eine erste Veröffentlichung von Android 4.0 ist zusammen mit dem Samsung Galaxy Nexus geplant (voraussichtlich Ende November bei Cyberport erhältlich) , ein Referenz-Smartphone in dem die neueste Technik von einem Android-Smartphone-Hersteller (in diesem Fall Samsung) mit der neuesten Software von Google vorgestellt wird. Ein späteres Update von älteren Gingerbread-Smartphone und Honeycomb-Tablets auf Ice Cream Sandwich ist geplant – aber hier halten sich (wie immer) Hersteller und Google sehr mit konkreten Aussagen zurück. Ich persönlich vermute, dass Updates erst in der ersten Jahreshälfte 2012 angeboten werden – wenn überhaupt. Zusammenfassend die Neuerungen…
Überarbeitete Benutzeroberfläche
Mit Android 4.0 alias „Ice Cream Sandwich“ führt Google eine komplett neue Benutzeroberfläche ein. Diese ist optimiert für hohe Displayauflösungen und bietet so mit der neuen Schriftart „Roboto“ neue und intuitive Möglichkeiten der Bedienung. Die GUI wird deutlich schlichter und somit auch moderner, auch ist Grün nicht mehr die Farbe mit der Google Android dominiert, sondern Blau. Wie bei Honeycomb gibt es auch keine Hardwaresensortasten mehr unterhalb des Displays, diese sind künftig in der GUI integriert und werden, außer beim Vollbildmodus, am unteren Rand des Displays eingeblendet. Somit ist endlich eine komplette Bedienung der GUI mittels Touchscreen möglich und die Hardwarehersteller haben auch wieder eine Möglichkeit gefunden, Geld und wertvollen Gehäuseplatz einzusparen.
Lediglich die Menütaste wird nicht mehr am unteren Displayrand angezeigt, diese ist nach oben in die Anwendung selber gewandert und bietet so kontextbasierte Menüs und Funktionen. Wie beim iOS können jetzt auch Apps in Ordnern zusammengefasst werden, diese können einfach ineinander geschoben werden und bieten so die Möglichkeit Gruppen von Apps zusammenzufassen – hier muss man sich dann nicht mehr ewig auf vielen Homescreens diese zusammensuchen. Endlich kann man auch – wie bei iOS – wählen welche Benachrichtigungen in der „Notifications Area“ auftauchen – hier kann man unwichtige News und Notifications direkt aussortieren und damit die Übersichtlichkeit deutlich erhöhen.
Der Sperrbildschirm kann bei Ice Cream Sandwich neben Wischgesten und Code, künftig auch mittels Gesichtserkennung freigeschaltet werden, eine Frontkamera natürlich vorausgesetzt.
Eingabemöglichkeiten
Mit Ice Cream Sandwich gibt es (endlich) auch eine neue Softwaretastatur, die laut Google deutlich genauer arbeiten soll und exaktere Texteingaben möglich macht – ebenso soll es eine verbesserte Wortkorrektur und Wortvorschläge bieten. Es besteht auch die Möglichkeit, das Wörterbuch individuell zu ergänzen. Wer nicht beim Tippen die Tastatur nutzen möchte, kann sich bei Android 4.0 auch über eine neue Texteingabe mittels Spracherkennung freuen, hier können längere Texte diktiert werden, auch Sprachpausen sollen vom System erkannt werden. Hier muss sich aber noch zeigen was das System – auch gerade im Bezug auf Siri beim iPhone 4S – drauf hat. In der Vergangenheit hat sich da Google nicht immer mit Ruhm bekleckert.
Datenlimits
Was die Android-Nutzer mit kleinen Flatrates oder limitierten Datenvolumen freuen wird, ist die Möglichkeit App-spezifische Datenlimits vorzugeben, hier können einzelne Anwendungen nur eine gewisse Menge an Daten pro Monat aus dem Netz ziehen bzw. hochladen. Wem die Möglichkeit auf App-Ebene Datenlimits vorzugeben zu granuliert ist, der kann auch auf Systemebene Datenlimits vorgeben, das kann vielleicht auch ganz praktisch sein, wenn man im EU-fernen Ausland unterwegs ist, wo es keine Kostendecklungen gibt. Wird das Datenlimit überschritten, so besteht die Möglichkeit den Zugang komplett zu sperren oder aber lediglich eine Warnung auszugeben. Mittels einer Statistik kann man auch auswerten, welche App besonders Datenintensiv ist.
Verbessertes Multitasking
Auch von Honeycomb übernommen wurde die Möglichkeit mittels virtueller Schaltfläche eine Übersicht über die zuletzt aufgerufenen Apps aufzurufen, die können dann mittels Fingerwisch aufgerufen werden. In der Übersicht wird dann auch ein Screenshot der App gezeigt.
Neben Verbesserungen am Betriebssystem selber, hat Google natürlich auch die Standardanwendungen überarbeitet – die wenn ich das leider immer noch feststellen darf, die besten Android-Apps sind.
Die Überarbeitungen sind natürlich im Bereich der GUI zu finden wie auch bei dem Hinzufügen von neuen Funktionen. Des Weiteren findet auch die Nahfunktechnologie einen immer größeren Anwendungsbereich in Android, neben Google Wallet gibt es auch die neue App „Android Beam“, mittels derer Daten zwischen zwei Android-Smartphones problemlos ausgetauscht und geteilt werden können.
Kontakte
Die Kontakte App wurde erneuert: Hier fließen künftig Informationen aus sozialen Netzwerken in die einzelnen Kontakte ein, beispielsweise Statusupdates, Adressänderungen und Fotos. Es können künftig auch einfacher Kontaktinformationen mit anderen Menschen geteilt werden – die App wird quasi „social“.
Kalender
Der Kalender zielt darauf ab, bestehende Termine besser zu verwalten und neue Termine einfacher anzulegen. Ein weiteres und sehr wichtiges Feature bei Smartphones ist inzwischen auch die Trennung zwischen privatem und geschäftlichem Kalender, denn immer mehr Smartphones werden auch von den Nutzern in das Geschäftsumfeld mitgebracht und dort sollen dort genutzt werden – Stichwort „IT-Consumerization“.
Kamera
Die Bildnachbearbeitung oder das Nutzen von Filtern bei aufgenommenen Fotos hat in den letzten Jahren über Dienste wie Instagram einen immer größeren Freundeskreis gefunden. Natürlich müssen da auch die OS-Hersteller nachziehen. Wie beim iOS können künftig Bilder in der Kamera App von Ice Cream Sandwich (rudimentär) nachbearbeitet werden. Weitere Features der Kamera-App zielen auf den Bilderstellungsprozess ab, hier wurde eine reduzierte Auslöseverzögerung, ein mitlaufender Autofokus und eine Gesichtserkennung mit integriert. Nimmt man ein Video auf, kann man auch während des Filmens einzelne Fotos sofort speichern. Mit einem Live-Filter können auch während des Filmens Effekte in das Video eingespielt werden. Das Verwalten von Bildern ist auch einfacher geworden, hier hat die Bildergalerie eine Überarbeitung erfahren.
Browser
Der neue Browser soll deutlich überarbeitet worden sein, gerade in Sachen Geschwindigkeit war er zuletzt in das Hintertreffen geraten. Es gibt auch (endlich) eine Synchronisation der Lesezeichen zwischen dem Android-Browser und dem Google-Chrome-Browser. Möchte man eine Webseite zum späteren lesen abspeichern, so kann man dies auch nativ im Browser tun. Unklar ist mir allerdings, ob es auch eine Möglichkeit gibt von einem anderen Browser auf diese Liste zuzugreifen. Auch besteht die Möglichkeit Webseiten-Inhalte für den späteren Gebrauch offline abzuspeichern.
Google Mail
Auch in Google Mail wurden Verbesserungen eingeführt: Es können Standardantworten gespeichert und diese zur schnellen E-Mailbeantwortung eingefügt werden. Durch Wischen kann durch E-Mails geblättert werden und es gibt (endlich) auch eine offline Synchronisation der E-Mails, so das man im Flugzeug oder bei schlechter Verbindung trotzdem noch produktiv bleiben kann.
Screenshots
Endlich kann man bei Android auch nativ Screenshots erstellen, ohne den Umweg über eine zusätzliche App zu machen oder das SDK zu nutzen. Hier muss man einfach die Home-Taste und die Lautstärkentaste drücken.
Android Beam
Wie oben schon angesprochen, können mittels NFC und Android Beam einfach Inhalte zwischen zwei Android Smartphones geteilt werden, egal ob Link, Musik, Kontakte oder Videos – einfach nur die Android Smartphones aneinanderhalten und die Übertragung startet.








