Google I/O: Rückblick
Android, Android, und nochmals Android
In San Francisco im schönen Kalifornien lief diese Woche die Google I/O-– die globale Konferenz für alle Entwickler. Nachdem sich Google in den letzten Jahren mit Produktankündigungen hervorgetan hat, aber nicht wirklich einen Hit landen konnte (beispielsweise Google Wave, Chrome OS oder Google Music) haben sie sich in der Eröffnungsrede insbesondere auf das Erfolgsprodukt von Google neben der Suchemaschine konzentriert – Android, Android, und nochmals Android!
Fangen wir doch einfach mal mit den nüchternen Fakten an. Weltweit wurden mehr als 100.000.000 Android-Endgeräte von 36 verschiedenen Herstellern aktiviert und diese laufen bei mehr als 215 verschiedenen Mobilfunkanbietern. Gesamt gibt es mehr als 310 verschiedene Android-Geräte und Google aktiviert mehr als 400.000 dieser jeden Tag. 450.000 Entwickler haben mehr als 200.000 Apps im Marketplace hochgeladen und insgesamt 4.5 Milliarden Apps wurden von Endnutzern installiert.
Für das Motorola Xoom gibt es nun das erste Android Firmware-Update, die Versionsnummer von Honeycomb klettern von 3.0 auf 3.1. Hauptneuerungen sind in der Größe veränderbare Homescreen-Widgets, verbesserter Multitasking Support und schickere Übergänge sowie eine laut Google stabilere Umgebung mit weniger Abstürzen. Weiterhin soll der USB-Support ausgebaut werden, hier können beispielsweise Game-Controller, Keyboards und Trackpads angeschlossen werden. Honeycomb kommt ebenfalls in der Version 3.1 auf das bislang nur in den USA erhältliche und mäßig erfolgreiche Google TV via OTA-Update. Hiermit bekommt Google TV auch einen Markplace für Dritt-Anbieter Angebote.
Google hat auch endlich den lange angekündigten Musik-Dienst in der Betaversion für einen limitierten Kundenkreis freigeschaltet, wie bei Amazon gibt es für die Kunden die Möglichkeit ihre Musik zu Google hochzuladen und dann diese aus der Cloud zu streamen. Google unterstützt anfangs bis zu 20.000 Titel, während Amazon-User sich mit lediglich 1.000 Tracks begnügen müssen. Es wird auch ab sofort eine App für Windows und Mac geben, mit der die Tracks in die Cloud hochgeladen werden können – in der Cloud gibt es natürlich auch eine Web-Oberfläche mit der man die Musik organisieren kann und Playlists erstellen kann. Natürlich wird es auch eine Android-App geben, mit der man eine ähnliche Funktionalität hat wie bei der Web-Oberfläche. Google Musik Beta wird (wie bei Google Produkten üblich) via Einladung verteilt und ist kostenfrei – wenigsten im Moment. Und weiter geht’s mit den Neuigkeiten rund um Android:
Google hat jetzt (endlich) in Android die Möglichkeit geschaffen, Hardware mit dem Android-Endgerät zu verknüpfen und somit ein Ökosystem aufzubauen, wie es bei Apple mit dem iPhone und dem iPod touch bereits seit Jahren existiert. Google gibt interessierten Entwicklern Unterstützung in Hard- und Software-fragen und stellt ein Accessory Design Kit zur Verfügung. In der Demo auf der I/O-Konferenz wurde mit einem USB-Zubehörprodukt „CardioQuest“ die Herzrate eine Sportlers aufgezeichnet und überwacht. Wird künftig ein Google kompatibles Accessoir ans Android-Gerät gesteckt, soll automatisch die notwendige App installiert werden. Momentan funktioniert es nur via USB, aber die Bluetooth-Unterstützung soll in Kürze kommen. Und weil wir gerade im Ökosystem rund um Android sind – es wird noch ein weiteres Feature geben. Android @ Home. Android @ Home ist ein Framework, welches das Android-Geräte in eine Fernbedienung für das Haus verwandelt, hiermit kann der Anwender alles im Haus regeln und verwalten. Egal ob das Android-Gerät der Controller für die Spielekonsole ist, oder die Lichter im Esszimmer dimmt oder gar den Strom an der Steckdose abklemmt, an welcher das Bügeleisen steckt – laut Google sind dem Entwickler keine Grenzen gesetzt. Natürlich kann auch via Google Music die Musik an ein verbundenes Musikabspielgerät gestreamt werden, kontrolliert mit dem Smartphone.
Alles im allen ist das eine gelungene Vorstellung von Google die gerade bei Android Lust auf mehr macht. Hoffen wir, das sich viele der Produkte auch durchsetzen und erfolgreich sind, denn so gesehen ist Google nicht immer erfolgreich bei Produkteinführungen in der Vergangenheit gewesen.








