Gemischtwaren: iPad und Smartphones

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

Zahlen zum iPad und dem Smartphone-Markt
Inzwischen ist es mehr als einen Monat her, dass das erste iPad seinen Weg zu den Konsumenten fand. Bekanntermaßen setzt das iPad Ende des Monats für den großen Sprung über den Teich an und die finalen Preise wurden diesbezüglich veröffentlicht. Wenigstens hat sich somit die große Aufregung hierum gelegt und die ganzen teuren Angebote der Mitbringsel aus den Staaten sind deutlich im Preis gesunken – plötzlich kostet das iPad auf dem „grauen Markt“ mal eben 100 bis 200 Euro weniger. Naja, irgendwann fällt halt jede Early-Adopter-Tax. Soweit zu gut, über Preise kann man wie immer trefflich diskutieren, aber dass es nicht billig wird, haben wir schon erwartet – Life goes on! Viel interessanter sind eigentlich die Zahlen und Informationen rund um das iPad innerhalb der ersten fünf Wochen des Verkaufs.
Am ersten Tag wurden inkl. der Vorbestellungen 300.000 iPads verkauft, in gerade mal 28 Tagen stieg diese Zahl auf sage und schreibe 1.000.000 iPads in den USA (WLAN und 3G-Version; Anmerkung der Redaktion: Wobei zu berücksichtigen ist, dass das iPad 3G erst Ende April auf den Markt kam.). Im direkten Vergleich benötigte Apple mit dem ersten iPhone ganze 74 Tage um auf die gleiche Stückzahl zu kommen. Somit sollten auch die Kritiker längst über den angeblichen Hype-Status des iPads hinweg sein – das Ding ist einfach erfolgreich.

Neben den reinen Absatzzahlen der Hardware, sind natürlich auch die Downloadzahlen im App-Store interessant. Mehr als 12 Millionen Apps und 1.5 Millionen E-iBooks wurden heruntergeladen. Es gibt über 5.000 iPad spezifische Apps. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt wie die kommenden Quartalszahlen von Apple aussehen. Aktuell bringt das iPhone 40 Prozent des Umsatzes von Apple, hier wird sicherlich bald ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem iPhone und iPad um die Position des stärksten Umsatzbringers entfacht. Und dann noch ein Schmankerl zu Schluss: eine Grafik die aufzeigt, wohin über Ebay die meisten iPads in den ersten zwei Wochen verkauft worden sind. Dabei sind hier noch nicht mal die ganzen „Privatimporte“ aus den Staaten eingerechnet (via The Next Corner). Dies ist mindestens genauso beeindruckend, wie die Preise des iPads in Deutschland.

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Für Großdarstellung bitte auf das Bild klicken.

Und weil wir gerade bei den Zahlen des iPads und dem verwendeten iPhone OS sind, schließen wir doch direkt daran an. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs der Smartphone-Markt mal eben um knapp 60 Prozent, so die Daten der International Data Corporation. Hierin finden sich nun stichhaltige Beweise, die die prognostizierten Verluste des Netbook-Markts untermauern.

Insgesamt wurden 55 Millionen Geräte weltweit verkauft, dies ist mal eben die zehnfache Menge der Netbooks, die die drei Marktführer in der rückläufigen Mini-Nische absetzen konnten. 5,2 Millionen Einheiten mit marginalen Margen gegenüber 55 Millionen Smartphones mit höheren Margen. Damit wir die knapp 60 Prozent Wachstum im Smartphone-Bereich auch ins richtige Verhältnis zum gesamten Mobilfunkmarkt setzen können, sei erwähnt, dass dieser selbst nur um 22 Prozent gesteigert werden konnte. Um die erstaunliche Wachstumsdynamik des ersten Quartals (+ 60 Prozent) vor Augen zu führen, loht zudem der Blick auf das zurückliegende Weihnachtsgeschäft, bzw. dessen Quartals. Hier wurden nur knappe 40 Prozent Umsatzplus im Vergleich verbucht.

Schauen wir uns kurz zum Abschluss noch die aktuellen Marktanteile der Smartphone-Hersteller an. Apple springt im Vergleich zum Vorjahresquartal von 10,9 Prozent auf 16,1 Prozent Marktanteil, RIM wächst von 19,4 Prozent auf 20,9 Prozent und Nokia bleibt mit 39,9 Prozent konstant. HTC schafft einen Sprung von 2,6 auf 4,8 Prozent und steigert somit seinen persönlichen Marktanteil um fast 100 Prozent. Zudem hat Apple Motorola inzwischen als den führenden US-amerikanischen Handygerätehersteller abgelöst. Im letzten Quartal hatte Apple mehr als 8,8 Millionen Einheiten produziert und verkauft – Motorola dagegen schaffte es mit einer ungleich größeren Produktpalette auf gerade einmal nur noch 8,5 Millionen Einheiten – davon 2,3 Millionen Smartphones. Wie man sieht, so schnell können sich Marktanteile und Realitäten verschieben.

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