Gemischtwaren: Netzwelten und Telekommunikation

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

T-mobile, Twitter, Seesmic und Vodafone
T-Mobile bemüht sich momentan sehr darum, seine aktuelle iPhone-Kundschaft fester an sich zu binden und den monatlichen Umsatz in die Höhe zu treiben. Prinzipiell ist das nichts verwerfliches, jedes Unternehmen muss nun mal seinen Gewinn maximieren, genauso wie jeder Kunde seinen Nutzen maximieren möchte, aber trotzdem verursacht die Vorgehensweise nicht nur mir ein komisches Gefühl in der Magengegend. Wie das großartige deutsche Apple-Blog fscklog.com berichtet, sollen die aktuellen Kunden mit Complete-Verträgen der ersten Generation genauso für die Tethering-Option zur Kasse geben werden wie Kunden mit Complete-Verträgen der zweiten Generation.
Tethering ist das Nutzen des iPhones als HSDPA-Modem in Verbindung mit einem Laptop via Bluetooth oder USB-Kabel. Die Verträge der ersten Generation beinhalteten Datenvolumina die sowohl für die reine Nutzung am iPhone als auch für die Nutzung anderer Dienste (so z.B. als Modem) freigegeben wurden, die jetzigen aktuellen Complete-Verträge erlauben lediglich nur noch die Nutzung des Datenvolumens für das iPhone alleine, ohne die Möglichkeit das iPhone als Modem zu benutzen. Laut T-Mobile gegenüber fsklog.com müssen auch die Kunden der ersten Generation von Complete-Verträgen mit einer Zusatzgebühr rechnen. Derweil geht das Tethering auch ohne Zusatzvertrag, bleibt zu fragen wie lange Apple dieses Schlupfloch offen lässt.. So wie es aktuell aussieht, hat Apple das Leck in der Beta schon wieder gestopft.

Twitter sollte inzwischen ein Begriff und somit auch etwas bekannter sein – aber für alle anderen, Twitter ist ein Microblogging-Dienst, in dem man mittels 140 Zeichen sich austauschen kann. Über den reinen Microblogger-Status ist Twitter inzwischen auch schon längst hinaus, eher kann man es als Real-Time-Internet sehen oder als Instant-Messaging-Dienst. Dementsprechend viele Informationen fließen inzwischen auch schon über die Twitter-Accounts und mittels der regulären Twitter-Webseite kann man nicht mehr ohne weiteres die Übersicht über seine Feeds halten, darum ist es gut, dass es Apps gibt, die den Twitterstream organisieren. Twitter Apps gab’s einige Zeit eigentlich nur als richtige App, die meistens wurden mit Adobe Air „gebaut“, bekannte Vertreter waren Tweetdeck oder Seesmic. Nun gibts aber ein Googlemail ähnliches Webinterface von Seesmic . Hier kann man sich die Twitterstreams so organisieren wie man will und dank der Suchfunktion auch einzelne Suchbegriffe in Echtzeit verfolgen – nie konnte man Twitter einfacher organisieren und effektiv nutzen. Und ja – bevor die Mecker kommt, dass der ganze Web-2.0-Bullshit nichts taugt – ihr habt es nicht ausprobiert und früher war eh alles besser und aus Holz. Und ob man sich jetzt über Twitter, übers Wetter (und mehr) unterhält oder am Telefon oder im echten Leben, das macht keinen Unterschied aus. Oder nicht?

Der Mobilfunkriese Vodafone bricht zu neuen Ufern auf und hatte schon vor einigen Tagen unter dem Motto „Es ist deine Zeit“ in einer Pressekonferenz seine neue Marketingstrategie vorgestellt. Das Mobilfunkanbieter Marketingstrategien brauchen und vorstellen und auch sonst noch Tamtam darum machen – das ist nicht Neues. Neu war die Art der Pressekonferenz, die momentan die deutschen Blogger teilweise auf die Barrikaden treibt. Die Pressekonferenz wurde live ins Internet gestreamt und mittels Facebookaccount konnte die ganze Welt den Stream mitverfolgen und live kommentieren. Ebenso wurden einige Fragen aus dem Chat auch an die Geschäftsführung des Unternehmens gestellt und live beantwortet. Die restlichen Fragen sollen laut Vodafone auch noch in den nächsten Wochen beantwortet werden. So weit so gut, aber der etwas hölzerne Web-2.0-Auftritt des Unternehmens (beim ersten mal ist halt nicht immer alles perfekt) treibt viele Blogger auf die Barrikaden und diese prügeln mit aller Gewalt auf Vodafone ein, dass der Auftritt zu hölzern war, nicht in die Zeit gepasst hat und dass Vodafone ja überhaupt nicht Teil der Welt ist, in der sich die Blogger bewegen. Auf der anderen Seite fordern dieselben Blogger immer und immer wieder, dass sich Unternehmen dem Web 2.0 öffnen und sich über Facebook, Twitter und Co am Dialog mit den Kunden beteiligen, hier fragt man sich, ob manche Blogger nur des Bashens willen bei der Diskussion mitmachen, als IT-Mensch fühlt man sich manchmal an die Diskussionen im ehrwürdigen Heise-Forum erinnert. Wie dem auch sei, mir gefällt die neue Strategie der Offenheit bei Vodafone und auch der neue Vodafone-Werbespot ist wirklich gut gemacht.

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