Erfahrungsbericht: iPad vs. Macbook Air – Teil 4 von 5

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

App Stores im Vergleich
iPad oder kleines Macbook Air? Welcher dieser Kandidaten erfüllt am besten die Vorrausetzungen für ein kleines, leichtes und vor allem effizientes Rechnersystem für Unterwegs. In einem mehrteiligen Erfahrungsbericht gehe ich der Frage nach, wie viel Computer braucht der Mensch für die tägliche, mobile Nutzung. Muss es zwangsläufig ein ausgewachsener Rechenknecht sein, oder erfüllt auch eine Touchscreen-Flunder die gestellten Aufgaben nach Wunsch? Im heutigen vorletzten Teil des Berichts soll die Software von Drittherstellern im Fokus stehen, beide Geräte bedienen sich hierfür u.a. eines App Stores.
Eine weitere Gemeinsamkeit auf beiden Geräten – dem iPad und dem Macbook – sind die App Stores. Das Konzept des App Stores hat Apple in der heutigen Form erstmals beim iPhone eingeführt und das Geschäft läuft seitdem wie geschmiert. Mit diesem Erfolgsmodell wollen auch andere Hersteller und Anbieter von alternativen Betriebssystemen Kasse machen und bieten entsprechende Lösungen an, auch diese verzeichnen hohe Wachstumsraten. So hat Google bspw. im Jahr 2010 mit dem Android Market eine Steigerungsrate von sensationellen 861,5 Prozent erreicht, Nokia mit dem Ovi Store liegt bei 791 Prozent Plus und dann folgen auf den Plätzen RIM mit der Blackberry App World und 360 Prozent Wachstum und schließlich Apple mit einer „genügsamen“Wachstumsrate von 131 Prozent. Doch bevor etwaige Kritiker aufhorchen und sich darüber freuen, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Apple immer noch mehr als 80 Prozent Markanteil im Segment der App Stores inne hat und kann somit vom Gesamtumsatz von über zwei Milliarden Dollar mehr als 1,7 Milliarden auf sich vereinen – zum Vergleich, Google liegt hier bei schwachen 102 Millionen Dollar. Somit hat Apple folgerichtig auch dieses Konzept auf Mac OS X portiert und eröffnete seit diesem Jahr den Mac App Store.

MacBook Air vs. iPad – Teil 1″

App Store (iPad) vs. Mac App Store
Nachdem ich die beiden Stores gut miteinander vergleichen konnte, schauen wir wie folgt auf Gemeinsamkeiten und auf die Unterschiede. Ein Fazit an dieser Stelle möchte ich nicht ziehen, denn der App Store für den Mac steht erst am Anfang einer möglichen Erfolgsgeschichte und es gibt zudem nach wie vor für Mac-User die Möglichkeit auch außerhalb des Stores Software zu erwerben und auf dem Mac zu installieren – ein Vorhaben, welches auf dem iPad nur durch einen Jailbreak gelingt.

Die Gemeinsamkeiten
Ähnlich auffällig gut ist bei beiden App Stores der Komfort den man beim Shoppen geniesst: App kaufen mittels (selben) iTunes Account, die Installation erfolgt automatisch. Kein Überlegen mehr wohin man die App stecken sollte oder ob die einmal installierte App ein Update benötigt (wird automatisch angezeigt) – Kaufen, Benutzen und gut ist. Und dank eines sehr ähnlichen Interfaces und den Bezahlmöglichkeiten über iTunes muss man auch keine Lernkurven durchschreiten, das Prinzip ist quasi selbsterklärend. Dank der Kontrolle von Apple ist man als Konsument auch immer auf der sicheren Seite was die Apps betrifft – sie funktionieren, zocken einen nicht ab und haben keine Root-Rechte, d.h. sie können nicht auf Systemebene beliebig auf das iOS oder Mac OS X zugreifen. In der Gesamtheit gesehen ist der App Store in dem kontrollierten Modus wesentlich übersichtlicher als irgendwelche offenen App Stores – wie z.B. bei Android. Natürlich kann man über die Art der Kontrolle und des Anteils des Umsatzes durch Apple streiten, aber der Qualität der Apps hat diese strenge Kontrolle und die 30 Prozent hohe Umsatzmitnahme kein Abbruch getan. Des Weiteren wurde dadurch sicherlich eine unübersichtlichen Schwemme von sinnlosen Anwendungen verhindert.

MacBook Air vs. iPad – Teil 2″

Die Unterschiede
Wie schon oben erwähnt: Im Mac App Store finden sich Titel die man auch normal kaufen könnte, egal ob online oder offline auf CD/DVD. Jeder Entwickler kann frei entscheiden welchen Vertriebsweg er wählen möchte. Ob dieser Weg von Apple beibehalten wird, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen, aber letztendlich werden die Kunden mit den Füssen bzw. mit der Kreditkarte zukünftig abstimmen und dafür vielleicht Sorge tragen, dass der App Store mit seinem Komfort zum Schluss siegen wird –insbesondere in den Punkten Installation und Update.

Da ich bereits schon häufiger die Installation angesprochen habe, muss ich auch das Thema der Deinstallation ansprechen. Hier müssen Mac-Apps noch regulär „deinstalliert“ werden – beim iOS braucht man einfach nur einen Haken in iTunes wegzunehmen und schon wird die App bei der nächsten Sync auf dem iOS Gerät gelöscht. Ich bin mir sicher, das Apple dieses Manko im Mac App Store auch noch beheben wird, damit die beiden Store-Versionen zwecks der Einfachheit mehr Gemeinsamkeiten aufweisen. Und last but not least: Es gibt noch keinen „Mac App Store“ für Windows ;-). Sicherlich wird Microsoft mit der üblichen zwei- bis dreijährigen Verzögerung das Problem aufgreifen und dann mit Geld und Kraft das Feld von hinten aufrollen und die kleinen Mitbewerber zur Seite drängen.

Auch ohne Fazit kann ich an dieser Stelle sagen, dass die beiden Konzepte mich als Apple-User überzeugen und den Software-Kauf sehr vereinfachen. Die Hemmschwelle mal eben etwas zu kaufen ist sehr gering und da die Apps einfach zu installieren und zu warten sind (in Bezug auf Updates) ist es einfach ein Stückchen mehr Komfort das ich auf beiden Seiten schätze. Und ich bin mir sicher, der Erfolg in Sachen Umsatz und Marktanteil wird mir Recht geben.

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