Den beliebten Bokeh-Effekt nachträglich erzeugen
Am Beispiel von Photoshop erzeugen wir den Bokeh Effekt manuell
Viele fragen sich wie man den beliebten „Bokeh“- Effekt in seine Bilder bekommt um eine romantische, besinnliche Stimmung zu erzeugen. Leider bekommt man ja nicht in jeder Situation ein hübsches Bokeh mit seiner Spiegel-Reflex-Kamera hin und mit einer Kompakten- oder Handykamera lässt sich dieser Effekt meistens auch nicht direkt beim Schießen erzielen. Jedoch gibt es da ein paar Tricks mit Photoshop um diesen Lichtereffekt im Nachhinein in eure Bilder zu zaubern.
Was bedeutet Bokeh?
Das Wort Bokeh bezeichnet das Aussehen eines unscharfen Bereichs in einem Bild. Das Bokeh entsteht meistens durch gewisse Lichtpunkte (weit entfernt vom vorderem Motiv) im Hintergrund. Diese Lichtpunkte können von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich dargestellt werden, manchmal als helle Kreise, manchmal hat das Bokeh andere Konturen (verschobene Linien). Den Bokeh Effekt den wir in diesem Tutorial nachträglich erzeugen wollen, ist der mit den Kreisen.
Herangehensweise
Nachdem ihr euer Bild gewählt habt, solltet ihr euch entscheiden ob ihr den Effekt nun künstlerisch oder realistisch einsetzen wollt. Ich beschreibe euch beide Wege.
Realistisches Bokeh
Mit „realistisches Bokeh“ meine ich, dass wir den Effekt so einsetzen, als wäre er mit der Kamera gemacht worden. Das heißt wir verfügen idealerweise schon über ein Bild mit Unschärfe im Hintergrund.
Charakter des gewünschten Bokeh:
- rund
- ein wenig unscharf
- zarte Kontur außen
NORMALERWEISE würden wir nun eine eigene Pinselspitze mit diesen Kriterien erstellen, ABER da dieser Effekt so beliebt ist, haben das schon ganz viele Leute vor uns gemacht. Also warum das Rad noch mal bauen?
Bei Deviantart zum Beispiel findet ihr Bokeh Brushes bis zum umfallen. Ich habe mich für diesen entschieden. Er kommt meinen Kriterien schon sehr nah.
Nachdem ihr den Brush runtergeladen und entpackt habt, müsst ihr ihn in Photoshop laden (Pinsel > Pinsel laden > Pinsel aus dem Verzeichnis laden in dem er liegt). Dann könnt ihr ihn eurem Bild entsprechend einsetzen. Ich habe ihn auf die sowieso schon vorhandene Lichterkante gesetzt. Da das aber noch arg unrealistisch aussieht habe ich folgendes gemacht: Filter > Weichzeichnen > Radius 6. Dadurch wirkt er etwas weicher und hat keine harte Kante mehr. Damit sich das Bokeh nun noch in unser Bild integriert, stelle ich den Füllmodus der Ebene auf „Ieinanderkopieren“. Das wiederholt ihr einfach so oft bis ihr zum gewünschten Ergebnis kommt (dabei solltet ihr darauf achten das Objekt im Vordergrund auszusparen. Entweder stellt ihr das Objekt vorher frei oder ihr malt quasi drum rum).
Künstlerisches Bokeh
Neben dem realistischen Bokeh, der im Normalfall mit der Kamera erzeugt wird, findet der künstlerische Bokeh Effekt heute auch oft seine Verwendung zum Beispiel in Werbeanzeigen oder bei Digitaler Kunst. Künstlerische Effekte könnt ihr zum Beispiel mit den oben genannten Pinselspitzen erstellen indem ihr statt weiß, bunte Farben ausprobiert. Oder statt Ineinanderkopieren als Füllmethode einfach alle anderen Füllmethoden durchprobieren.
Es gibt aber auch eine Reihe von Textur-Sammlungen zu diesem Zweck im Internet mit denen sich sehr interessante künstlerische Effekte erzeugen lassen.
Diese Texturen ladet ihr euch einfach herunter und legt die Textur auf euer Foto und probiert wieder verschiedene Füllmethoden. Natürlich könnt ihr auch mal probieren mehrere Texturen übereinander zu legen mit verschiedenen Füllmethoden und verschiedener Deckkraft. Relativ wichtig ist dabei, dass das Vordergrundobjekt dabei nicht verloren geht, also auch wieder Freistellen oder drum rum radieren. Ist letztendlich aber auch eine Geschmacksfrage, lasst eurer Phantasie freien Lauf!
Gibt’s dafür auch Apps? Natürlich. Für alles gibt es eine App. Ich hab noch keine selbst ausprobiert aber diese hier für euch rausgesucht: Bokeh Booth und Lens Light. Könnt ihr ja mal testen und gerne einen Kommentar dazu hinterlassen. In der App die ich euch vor kurzem vorgestellt habe, ist auch die ein oder andere Bokeh Überlagerung dabei.
Wie in all meinen Tutorials dient Photoshop nur als Beispiel. Natürlich lassen sich die Effekte auch mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen (z.B. Gimp) erzeugen.
Falls ihr zu irgendeiner Stelle fragen habt helfe ich euch natürlich gern.














