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Sprachsteuerung meets Multiroom: Sonos One im Test



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Bereiche

Bewertung
Starker Speaker mit Hör-Defiziten
4,5

 Pro

  • Hervorragender Klang
  • Sehr gute App
  • Alexa kann viel
  • Gute Multiroom-Sprachsteuerung
  • Hochwertig & schick
  • Guter Lieferumfang

 Contra

  • Initiale Einrichtung aufwändig
  • Mikrofone nicht optimal
  • Kleinere Kinderkrankheiten
  • Alexa versteht gern falsch

Der Router ist aktuell, ein NAS ist auch im Haus und Smartphone, Notebook sowie Fernseher sind auch bei weitem noch nicht veraltet. Selbst die Heizung steure ich inzwischen smart. Wenn ich mich so in der Wohnung umschaue, bin ich technisch recht aktuell aufgestellt, wäre da nicht eine inzwischen wahrscheinlich 15 Jahre alte Heimkino-Anlage bestehend aus einem riesigen Receiver, einem mächtigen Subwoofer und fünf im Raum vegetierenden Speakern – ein wenig oll, nahezu unbeweglich und alles andere als kabellos.

Höchste Zeit also, dass ich mich einmal dem Thema Multiroom widme und was wäre da besser geeignet als der neue Sonos One inklusive Sprachsteuerung per Amazon Alexa. Klar, eine kleine Bluetooth-Boombox habe ich schon seit längerem rumstehen, aber Sonos-Lautsprecher in der ganzen Wohnung verteilt und die zentrale Steuerung per App oder Alexa sind doch noch einmal eine andere Hausnummer. Also schaue ich mir den neuen Speaker am besten einmal im Detail an – zusammen mit einem Play:1 fürs Kinderzimmer.

Lieferumfang

Zwei Kartons mit allem Nötigen an Bord

Im kompakten, weißen Karton ...
... warten der smarte Speaker Sonos One ...
... nebst Etherenet-Kabel ...
... Netzkabel ...
... und Beilegern auf mich.
Der Karton des Play:1 gibt sich farbenfroher.
Im Inneren wartet allerdings ...
... ein identischer Lieferumfang ...
... der auch beim Ethernet-Kabel ...
... und den Beilegern keine Ausnahmen macht.
Im kompakten, weißen Karton ...

Ein Sonos in Weiß, ein Sonos in Schwarz. Das heißt, ein Karton in retro-verziertem Schwarz-Weiß, einer mit Rot-Orange-Verlauf. Von außen betrachtet geben sich Sonos One und Play:1 grundverschieden. Doch im Inneren der Schachteln ähneln sich die beiden Multiroom-Speaker doch beachtlich.

Lassen wir die Farbe einmal außer Acht, stimmen die beiden Speaker ihrem Aussehen nahezu überein. Der Stromanschluss findet sich auf der Unterseite, der Ethernet-Port an der Rückseite. Während jedoch der Sonos Play:1 klassische Hardware-Buttons an der Oberseite präsentiert, prangt beim Sonos One der Power-Button auf der Rückseite und die Oberseite wurde zur Touch-Steuerung umfunktioniert.

Auch beim Zubehör sind sich die beiden Lautsprecher einig, denn jedem liegt neben dem Netzkabel ein Ethernet-Kabel sowie zwei Info-Heftchen zu App und Installation bei.

Bauweise

Handlicher & doch wuchtiger Smart-Speaker

Der Sonos One in Weiß
Ethernet-Port & Power-Button rückseitig
Die Unterseite mit eingelassenem Stromanschluss
Touch-Bedienung an der Oberseite
Alles in allem ist der One ziemlich schick, ...
... dennoch gefällt mir der schwarze Play:1 ein wenig besser.
Alle Buttons findet ihr als Taster auf der Oberseite, ...
... dafür ist hinten Platz für das Gewinde für eine Halterung.
Die Unterseite unterscheidet sich kaum vom Sonos One.
Der Sonos One in Weiß

Im Vergleich kommt der Sonos One in Weiß mit einem weniger verspielten Design daher als sein Vorgänger, der Play:1. So wurde die geschmeidige Vertiefung der Oberseite zugunsten der Touch-Steuerung aufgegeben. Der Rest ist ziemlich ähnlich und damit auch ähnlich hochwertig. Das Lautsprecher-Gitter aus Metall umschließt den Sonos One nahezu komplett, nur ein Streifen auf der Rückseite bleibt ausgespart. Der hält den Ethernet-Port und den Power-Button bereit. Das Gewinde für etwaige Halterungen, wie es der Play:1 noch mitbrachte, wurde wegrationalisiert.

Die abgerundeten Ecken verleihen dem Speaker eine schlichte Eleganz und eine etwas organischere Anmutung. Die Unterseite hält eine Vertiefung für den Stromanschluss parat und bringt zudem vier längliche Füßchen aus weichem Gummi mit, die dem Sonos One ebenso wie dem Play:1 einen sicheren Stand verleihen und physische Störgeräusche bei lauter Wiedergabe minimieren. Letzten Endes präsentieren sich beide Speaker als gekonnte Mischung aus Design und Understatement, die ziemlich gut in jedes Zimmer passt – wenngleich mir die Variante in Schwarz dank klarerer Akzente ein wenig sympathischer ist.

Einrichtung

Zwei Apps & einige Skills später: Sonos One läuft

Bei der Einrichtung der Speaker ...
... solltet ihr euch genau an die Anweisungen halten.
Die Verknüpfung der Apps ist etwas tricky.
Bei der Einrichtung der Speaker ...

Nach dem Auspacken kommt das Einrichten und das hat es bei Sonos schon ein klein wenig in sich. Zunächst benötige ich die Sonos-App, die mich gleich nach der Installation durch die Einrichtung des Sonos One führt. Und das Erste, was ich dabei einsehen muss: Wenn ich will, dass die App den Speaker erkennt, muss ich der Anleitung aufs Wort gehorchen. Wenn da steht „Schalten Sie den Sonos jetzt ein“, sollte er auch wirklich noch nicht laufen. Fordert mich die App auf, das Ethernet-Kabel anzuschließen, sollte ich das besser nicht schon getan haben, sonst verweigert die Anwendung einfach mal die nächsten Schritte.

Irgendwann habe ich das dann auch eingesehen und den Sonos One fertig eingerichtet. Jetzt folgt App Nummer 2. Die Sprachsteuerung übernimmt Alexa, was wiederum bedeutet, dass ich erstens die Alexa-App installieren, zweitens Alexa als Sprachdienst mit dem Sonos verknüpfen und drittens in der Alexa-App die Sonos-Skill aktivieren muss. Alexa greift nach Login auf meinen Amazon-Music-Account zu, den ich ebenfalls noch dem Sonos One zuweisen muss.

Nach einer langen App-Wechselei und vielen Logins ist es geschafft und alles ist verknüpft, wie es sein soll. Dem One gebe ich noch einen entsprechenden Namen und richte danach auch den Play:1 ein. Beide Speaker sind jetzt in der App verfüg- und ansteuerbar. Und auch wenn oder vielmehr weil der Weg ziemlich steinig war, fühle ich mich danach irgendwie, als hätte ich Großes geleistet.

Sprachsteuerung

"Alexa, spielst du bitte endlich mal Muse auf dem Sonos One?"

Dank Sprachsteuerung kann ich bequem weiterschnippeln.
Play:1 & One: Viele Gemeinsamkeiten ...
... und einige Unterschiede, die aber keinem der Speaker ...
... zum Nachteil gereichen.
Dank Sprachsteuerung kann ich bequem weiterschnippeln.

Bevor ich über den Klang spreche, muss ich einen Umweg über die anfänglichen Kinderkrankheiten des Sonos One machen. So wollte Alexa erst gar nicht mit dem Speaker zusammenarbeiten. Obwohl alles eingerichtet und verknüpft war, passierte nach der Bestätigung meiner Ansage durch Alexa nichts mehr. Ihrer Meinung nach wird der gewünschte Song auf dem Sonos wiedergegeben, nur machte der Speaker keinen Mucks.

Das Problem ließ sich in den ersten Testwochen nur beheben, indem ich die App deinstalliert und alles neu eingerichtet hatte. Und nach dieser Prozedur hielt das Ergebnis oftmals nur einen Tag an. Das hat Sonos glücklicherweise mit den ersten Updates schon behoben, sodass inzwischen keine Verbindungsprobleme mehr auftreten.

Womit ihr weiterhin leben müsst, ist die etwas eingeschränkte Programmauswahl, aus der Alexa Musik auswählt. So stehen initial nur Amazon Music und TuneIn zur Verfügung, im Laufe meines Test kam noch Spotify dazu. Andere Dienste wie Deezer stehen noch nicht bereit. Auch mein NAS lässt sich nicht mit Alexa durchsuchen. Ich kann es zwar in der App als Datenquelle hinterlegen, die Songs muss ich aber noch ganz altmodisch per App auf den Speaker schicken.

Was ich zu guter Letzt nicht verschweigen möchte: Alexa hat ein Hörleiden, sie versteht gefühlt tagesformabhängig meine Musikanfragen nicht. Statt „Opeth“ kommt „Opus“, statt eines Hörspiels für die Kinder von Prime Music bemängelt sie die Audible-Verfügbarkeit und generell versucht sie mir dauernd Music Unlimited aufzuschwatzen. Hier darf Alexa gern noch ein wenig dazulernen, aber das kann ich dem Sonos One kaum zur Last legen.

App

Übersichtliche Sonos-App mit vielen Optionen

Die Optionen der Sonos-App überzeugen.
Die Optionen der Sonos-App überzeugen.

Die Sonos-App für Android habe ich im Zuge der Speaker-Einrichtung leider von ihrer anstrengenden Seite kennengelernt. Dabei ist die Software doch eigentlich ziemlich übersichtlich und praktisch. So finde ich hier einen „Mein Sonos“-Bereich, den ich mit meinen Lieblingssongs und -alben bestücken kann. Zum Suchen habe ich gleich zwei Menüs, deren Relevanz sich mir nicht ganz erschließt: Im Menü „Durchsuchen“ kann ich zum Beispiel meine Prime-Bibliothek durchforsten oder im NAS stöbern, im Menü „Suchen“ geht genauso, allerdings nur für die Amazon-Sammlung – kurios.

Ganz und gar nicht kurios ist die Räumeverwaltung, die mir einen Überblick über die verbundenen Speaker und die darauf gestreamte Musik ermöglicht. Mit wenigen Klicks und Wischgesten definiere ich hier die Lautstärke, erstelle Playlists für die Räume oder kopple mehrere Speaker miteinander. Zu guter Letzt sind da noch die Einstellungen, in denen ich die Optionen für Sonos One und Co. verwalte, meine diversen Konten pflege, Jugendschutzeinstellungen vornehme oder die Weckzeit definiere. Das ist zwar alles optisch recht unspektakulär, gibt mir aber dafür mit wenigen Taps die Macht über zahlreiche Sonos-Details.

Sound

Sonos One bringt Spitzenklang

Klanglich liegen beide Speaker ...
... auf mitreißendem Niveau.
Klanglich liegen beide Speaker ...

Wer den Play:1 schon einmal gehört hat, weiß, was er klangtechnisch beim Sonos One erwarten kann. Für mich war Sonos komplett neu, sodass ich doch ein wenig staunen musste, wieviel Krawall aus dem kleinen Speaker rauszukitzeln ist – im positiven Sinne natürlich. Der Sonos One ebenso wie der Play:1 kann die leisen, nuancierten Töne genau so gut wiedergeben wie die lauten, satten.

Im Test zeigte sich das bei jedem Genre durchaus beeindruckend. Die zwei digitalen Verstärker sowie ein Hoch- und ein Mitteltöner im Sonos One meistern jedes Genre ohne spürbare Kompromisse. Einzige Einschränkung: Man muss betonten Bass mögen. Da das auf mich zutrifft, kann ich über die Sonos-Speaker nicht meckern. Die Drums wummern, vom Bass ist jeder Ton zu hören, die Mitten spielen schön differenziert dazwischen und die Höhen runden das stimmige Klangbild perfekt ab.

Auch bei der maximalen Lautstärke hat mich der Sonos One überzeugt: Level 3 bis 5 haben mir (und den Nachbarn obendrüber) meist absolut gereicht. Bei Maximallautstärke 10 sollte das Zimmer deutlich größer als 20 Quadratmeter und die Nachbarn im Urlaub sein. Wem der Klang aus einem Speaker nicht reicht, der kann zwei Sonos One oder einen One und einen Play:1 koppeln und damit schönen (lauten) Stereoklang kreieren. Mich hat Sonos soundtechnisch jedenfalls restlos begeistert.

Multiroom

Alexa als DJane für Sonos One & Play:1

Apropos laut: Der Sonos One bringt ganze sechs Mikrofone mit, die sicher stellen sollen, dass der Speaker und damit Alexa meine Anweisungen auch jederzeit verstehen. Leider klappt das in der Praxis nicht ganz so gut. Ich muss schon sehr betont und deutlich sprechen, damit Alexa zuverlässig reagiert, und wenn ich mal etwas lauter streame, komme ich ums Brüllen meist nicht drumrum.

Ich muss mich eben an Alexa ein wenig anpassen, dann klappt’s auch mit der Kommunikation und Amazons Assistentin wird zu Testzwecken mal kurzerhand zur DJane für den Kindergeburtstag. Während 9 Vorschulkinder durch die Räume toben, sage ich dem Sonos One im Wohnzimmer, dass er Partylieder für Kinder auf dem Play:1 in Lautstärke 5 spielen soll. Alexa bestätigt, der Sonos legt los und die Kinder freut’s. Und weil sich die Kleinen nicht auf einen Raum beschränken wollen, kopple ich die beiden Speaker wieder und der Sound-Übergang ist nahtlos. Das macht Laune ohne Ende und Papa ist der Held.

Und an der Stelle möchte ich noch betonen: Der Sonos One mit Alexa an Bord kann natürlich alles, was Alexa an sich kann – die entsprechende Skill oftmals vorausgesetzt. Wer seinen Kindern von Alexa ein Liedchen vorsingen oder einen Witz erzählen lassen will, findet im Sonos-Alexa-Team eine neckische Unterstützung.

Fazit

Klangliebe mit Startschwierigkeiten

Der Weg zum sprachgesteuerten Sonos One war steinig und es galt das ein oder andere Hindernis zu überwinden. Da war die langwierige Einrichtung und Verknüpfung mehrerer Apps, Dienste und Skills. Dann war da die Begeisterung, dass ich beim Kochen einfach das Album wechseln kann, ohne die Touch-Steuerung des Sonos One zu berühren, die schnell von Aussetzern in der Verknüpfung zwischen Alexa und dem Speaker getrübt wurde.

Zum Glück haben sich die Aussetzer in den ersten Wochen dank einiger Software-Updates gegeben, sodass letzten Endes nur noch die etwas schwerhörige Alexa als Kritikpunkt übrig bleibt. Das ist einerseits den nicht ganz so performanten Mikrofonen geschuldet, andererseits aber einfach den üblichen Hörschwächen, die jedem sprachgesteuerten Assistenten anlasten.

Lasse ich das einmal außer Acht, bekomme ich mit dem Sonos One einen Multiroom-Speaker mit Top-Sound und Zukunftsfähigkeit, der auch weitere Speaker wie den Play:1 problemlos steuert. Der One macht einfach Spaß und das Ende meiner Testphase lässt mich mit mehr als einer Träne im Knopfloch zurück. Für aktuell 229 Euro ist der Sonos One eine klare Kaufempfehlung für Multiroom-Begeisterte und die Mehrinvestition gegenüber dem Play:1 ist überaus gerechtfertigt.

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