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Produkttest: Wacom Intuos4 Grafiktablett (Modell Wacom Intuos4 M A5)



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Designwerkzeug der Spitzenklasse
Für alle die bei der Arbeit oder Zuhause professionell oder Hobbymäßig am Computer Zeichnen und Malen ist ein Grafiktablett wohl nicht wegzudenken. Konkurrenzlos ist in dem Bereich die Firma Wacom die mit Ihrer Intuos Reihe Werkzeuge der Spitzenklasse bietet. Das Intuos4 gibt es in vier Größen und einer Wireless Version. Laut Wacom ein Grafiktablett mit dem Potential den Schaffensprozess der Künstler spürbar zu verändern. Zum testen habe ich das Intous4 in der Größe M. Als bisheriger Bamboo-Nutzer frage ich mich: lohnt sich die Investition in den großen Bruder?
Ausstattungsmerkmale:

  • Maße: 25,4 x 36,7 x 1,2 cm
  • Gewicht: 998g
  • Druckempfindlichkeitsstufen: 2048
  • Auflösung: 5080lpi
  • 8 individuell belegbare ExpressKeys™
  • OLED- Display

    Lieferumfang

  • Intous4 M Stifttablett
  • Grip Pen
  • Stifthalter
  • Zehn Spitzen (fünf Standardspitzen, eine flexible, eine Pinselspitze, drei Filzspitzen)
  • Farbidentifikationsringe
  • Werkzeug zum Wechseln der Spitzen
  • Ersatzgummigriff
  • USB-Kabel
  • Software- & Installations- CD

    Installation & Einrichtung
    Die Installations CD wird bei mir nicht automatisch erkannt bzw. das Installationsprogramm wird nicht automatisch gestartet. Nach einem manuellen Start geht die Installation aber dann los und nach etwas mehr als einer Minute ist die Software dann installiert.
    Nach der Installation sollte man sein Tablett registrieren um eins von drei Zusatzsoftwarepaketen gratis herunterzuladen. Zur Auswahl stehen: Adobe Photoshop Elements 8, Autodesk SketchBook Express 2011 und Corel Painter SketchPad. Da ich Painter und Photoshop in Vollversionen habe entscheide ich mich für SketchBook, welches mit rund 70MB schnell herruntergeladen und installiert ist.

    Um das Tablett von Anfang an optimal zu nutzen sollte man natürlich die Tastenbelegung einrichten. Dafür gibt es nun unter Systemeinstellungen einen neuen Punkt namens Wacom Tablett.

  • ExpressKeys: die ExpressKeys habe ich von Oben nach Unten folgendermaßen belegt: Klicken, Rechter Mausklick, Zurück, Desktop anzeigen, Radial Menü, Zusatztaste, Verschieben/Bildlauf, Displaywechsel
  • Touch Ring: die Einstellungen des Touch Ring lasse ich bei den Standardeinstellungen, erscheint mir im Moment am sinnvollsten
  • Radialmenü: habe ich mit iTunes Funktionen und Hot Keys für E-Mail und Web belegt

    Ob meine Einstellungen für einen flüssigen Workflow nun richtig gewählt sind wird sich im Laufe eines Praxistests zeigen. Es ist auf jeden Fall sehr angenehm, dass man die Tasten so einfach nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen belegen kann.

    Bilderserie Installation und erster Eindruck“

    Look & Feel
    Das Design des Intous4 ist meinen Augen sehr gut gelungen. Im Gegenteil zu seinem kleinen Bamboo Bruder wirkt es in seiner mattschwarzen Optik viel wertiger und edler. Es ist sehr flach und überzeugt optisch in jeder Hinsicht. Lediglich die Klavierlack Optik an der Seite der ExpressKeys könnte einige aufgrund der schnell sichtbaren Fingerabdrücke stören. Es dürfte in seinem modernen Design der breiten Masse aber gut gefallen. An beiden Seiten befinden sich USB Anschlüsse und ist somit für Links- und Rechtshänder gleichermaßen geeignet.

    Die LEDs neben den ExpressKeys erscheinen in einem sanften Weiß und lassen sich in vier Stufen regulieren (von hell bis hin zu ganz aus). Mit seinen abgerundeten Formen lässt sich die Hand angenehm auf dem Tablett ablegen. Der Druckpunkt der ExpressKeys ist butterweich und der Touch Ring reagiert bereits auf sehr leichte Berührung. Ein drüber gleiten genügt um den Touch Ring zu bedienen, was ich als sehr angenehm und natürlich empfinde.Der mitgelieferte Stift hat einen Gummi Grip, was zum einen zwar toll ist aufgrund der besseren Haptik, zum anderen nervt mich aber, dass sich sehr schnell Flusen und Staub daran absetzen und sich schwer wieder entfernen lassen. Ansonsten liegt der Stift aber toll in der Hand und ist optimal ausbalanciert.

    Besonders schön: der stylische Stiftständer ist gleichzeitig auch ein Aufbewahrungsbehälter für die Stiftspitzen und das Werkzeug um die Spitzen zu wechseln und ist somit in zweierlei Sinn sehr praktisch. Einziger Wermutstropfen: die Zeichenfläche sieht recht schnell abgenutzt aus, da bei jedem Zeichnen feine Striche entstehen.

    Schreiben
    Natürlich bietet das Tablett die Funktion mit dem Stift zu schreiben und das Geschriebene in echte Schrift umzuwandeln. Bei Windows ist dies Standardmäßig aktiviert. Umso länger habe ich gebraucht um die Funktion auf meinem Mac zu finden – und zwar muss man die Zusatzsoftware „Ink“ erst bewusst in den Systemeinstellungen aktivieren. Sobald diese aktiviert ist kann man in jedem Eingabefeld mit dem Stift einfach drauf los schreiben. In einem kleinen Praxistest erwies sich das zwar als spaßig aber nicht besonders praktisch. Ich behaupte mal dass ich keine Sauklaue habe, aber die Buchstaben sind trotzdem nicht wirklich gut bzw. falsch umgewandelt worden (z.B. kleines „l“ als „1“). Zudem reagiert diese Funktion recht langsam, Buchstaben werden verzögert gezeichnet, was recht verwirrend ist und den Schreibfluss stört. Ich habe auf jeden Fall mehrere Anläufe gebraucht um „Hallo“ zu schreiben.

    Ink bietet auch die Funktion einfach nur das geschriebene zu lassen wie es ist und in Programme einzufügen (als Bild z.B. in Word). So lassen sich individuelle Signaturen sehr einfach erstellen. Diese Funktion reagiert auch deutlich flüssiger.

    Zeichnen
    Zum Zeichnen kann das Tablett natürlich in allen Programmen verwendet werden die eine „Malen“-Funktion anbieten – von Paint über Painter bis hin zu Photoshop ist hier alles Möglich. Je nach belieben und Einsatzart. Bei einem kurzen Test der Programme scheinen keine Probleme aufzutreten, jedes erkennt den Stift und simuliert die unterschiedlichen Druckstufen. Auch der Radierer (umdrehen des Stifts), wird in jedem (Zeichen-)Programm erkannt.

    Stiftspitzen
    Wie oben schon erwähnt, gehören zum Lieferumfang mehrere Stiftspitzen. Neben den fünf Standardspitzen (die man auch benötigt, denn bei viel Gebrauch nutzen sich die Spitzen schnell ab) befinden sich also noch eine flexible, eine Pinselspitze und drei Filzspitzen im Paket. Diese lassen sich mit dem mitgelieferten Werkzeug sehr leicht auswechseln.

  • Die Pinsel Spitze: hat eine integrierte Feder. Dadurch lässt sich der Stift sehr viel angenehmer und weicher bedienen. Man muss weniger Kraft aufwenden beim Zeichnen und vermittelt ein Pinsel ähnliches Gefühl. Mit der Pinsel Spitze lassen sich außerdem deutlich mehr Druckstufen simulieren.
  • Die Flexible Spitze: hat vorn einen weichen Druckpunkt. Die Spitze ist deutlich weicher als die Standardspitzen. Auch mit ihr lassen sich mehr Druckstufen simulieren als mit den Standardspitzen.
  • Die Filz Spitze: hält was sie verspricht. Sie ist im Einsatz vom Gefühl her etwas härter und vermittelt das Gefühl von einem Filzstift oder Marker.

    Die Standardspitzen sind ein guter Allrounder mit denen sich sicherlich viel anfangen lässt und mit dem die Meisten wohl am häufigsten malen werden. Die anderen Spitzen bieten sich an für spezielle Aufgaben und an dieser Stelle sei jedem geraten die Spitzen einfach mal auszuprobieren, denn das rumtesten macht Spaß und eröffnet einem die Vielfalt des Intuos4.

    Praxis
    Der Stift funktioniert soweit sehr gut und ermöglicht ein flüssiges Arbeiten. Lediglich beim schnellen Richtungswechsel (Zick-Zack), konnte ich minimale Verzögerungen feststellen. Die ExpressKeys und der Touch Ring ermöglichen einen flüssigen Workflow ohne den Stift aus der Hand legen zu müssen.

    Bilderserie Wacom Intuos“

    Ergonomie
    Wacom verspricht: „Kraft sparende, ermüdungsfreie Stiftbewegungen. Verspannungen gehören der Vergangenheit an.“ Vielleicht ist das eine Gewöhnungssache aber ich hatte im Test schon recht schnell das Gefühl einer verspannten Hand. Jedoch liegt der Grip Pen des Intuos viel besser und durch das Gummi auch weicher in der Hand als der Plastikstift des Bamboo Tabletts.

    Fazit
    Das Grafiktablett Intuos4 ist ein sehr gut gelungenes Profi- Werkzeug welches mit einem umfangreichen Zubehörpaket geliefert wird. Lediglich eine Schutztasche wäre noch wünschenswert. Das Intuos4 ist sehr hochwertig und bietet für einen Dauergebrauch einige nette Extras für einen flüssigen Workflow und bietet die perfekte Technik für ein detailreiches Zeichnen & Malen am Computer.

    Im Gegenteil zur Bamboo Serie besitzt das Intuos aber keine Multi Touch Funktion, was gerade im Zusammenhang mit einem Mac sehr bedauerlich ist. Für den Ein oder Anderen ist das vielleicht ein großer Vorteil weil man seinen Arm ohne Probleme auf das Tablett ablegen kann ohne irgendwelche Reaktionen hervorzurufen.

    Zur Tablettgröße: Ich finde die M-Version für die Arbeit mit einem 24“ Monitor + 15“ Macbook ausreichend. Stellt man größere Formate als A4 ein kommt man jedoch an die Grenzen. Man sollte sich also klar sein welche Formate man damit bemalen will. Das Ganze ist natürlich auch eine Platzfrage, denn die M-Version ist mit seinen Maßen von 25,4 x 36,7 wirklich kein kleines Gerät. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wo ich ein noch größeres auf meinem Schreibtisch unterbringen sollte.

    Das Intuos4 ist eine gute Investition für alle digitalen Künstler. Ich kann nach meinem Test eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Für diejenigen die jedoch nur ab und zu mit einem Grafiktablett zeichnen reicht eventuell auch ein Bamboo Tablett. Generell möchte ich ein Grafiktablett aus dem Hause Wacom in meinem Büro nicht mehr missen. Ob ich selbst vom Bamboo zum Intuos4 wechseln werde weiss ich noch nicht, da mir zum einen die Multi- Touch Funktion fehlt (was sich aber mit einer Apple Magic Mouse beheben lassen könnte) und ich zum anderen nicht so oft mit dem Grafiktablett arbeite. Zudem würde mich noch der Vergleich mit einem Wacom Inkling interessieren bevor ich mich zu einem Wechsel entscheide.

    Die umfangreiche Wacom-Kollektion findet ihr im Cyberport Shop.

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