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Nackenlautsprecher im Test: Bose SoundWear Companion



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Bereiche

Bewertung
Interessanter Lautsprecher der etwas anderen Art
4

 Pro

  • Tolle Verarbeitung
  • Nahezu konkurrenzlos
  • Gut für Telefonate
  • Super für Hörbucher
  • Bässe fühlbar

 Contra

  • Nichts für Audiophile

Während ich dieses Review schreibe, ist es Hochsommer mit über 30 Grad in Deutschland und ich trage einen Schal – aber nicht irgendeinen Schal oder weil mir kalt wäre, sondern um meinen Hals schmiegt sich der Bose SoundWear Companion Nackenlautsprecher. Normalerweise teste ich Kopfhörer, doch der ungewöhnliche Lautsprecher hat mich neugierig gemacht. Herauszufinden gilt, für welche Anwendungsgebiete er geeignet ist und wo seine Schwächen liegen.

Der kabellose Bluetooth-Speaker lässt die Ohren und die Hände frei, was völlig neue Anwendungsmöglichkeiten mit sich bringt. Erfahrt jetzt, was ich nach über einem Monat des Testens von dem Sound-Wearable halte und wie er sich im Alltag schlägt.

Lieferumfang, Look & Feel, Einrichtung

Ausgepackt & abgecheckt: Bose SoundWear Companion

Die Verpackung des Bose SoundWear Companion Speaker (ja, so ist der volle Name des Lautsprechers) ist gewohnt schlicht und wertig – wie man dies auch von hochwertigen Kopfhörern gewohnt ist. Unter dem Deckel verbirgt sich der „Sound-Schal“ sowie eine kleine Schachtel mit Anleitungen und einem microUSB-Kabel.

Der mit zwei Lautsprechern und Akku besetzte Nackenbügel ist textilbespannt und mit einem Reißverschluss versehen, damit man diesen Schutzbezug wechseln kann. Auch ohne den Bezug macht der Speaker eine gute Figur. Der Bügel ist sehr flexibel und angenehm zu tragen. Ich war verwundert, wie leicht mein Testgerät ist, nämlich genau 266 Gramm. Den Nackenlautsprecher spürt man damit kaum auf den Schultern. Die Akkulaufzeit beträgt nach Herstellerangaben zwölf Stunden und der Akku ist in drei Stunden geladen.

Das Pairing mit einem oder zwei Musikquellen gestaltete sich genauso einfach, wie bei einem Bluetooth-Kopfhörer. An der linken Seite des Nackenkopfhörers befinden sich ein Einschalter sowie ein Button zum Koppeln über Bluetooth. Diesen kurz gedrückt und gehalten bringt den Speaker in den Paring-Modus. Der Nackenlautsprecher lässt sich gleichzeitig mit zwei Devices verbinden. Aktuell habe ich ihn mit meinem iPhone und Mac verbunden. Meine Musik höre ich über den Mac, während ich Anrufe bequem über das Smartphone auf den Speaker umleite. Die Musik pausiert automatisch, wenn ein Anruf über mein iPhone hereinkommt.

Auf der rechten Seite des Nackenlautsprechers von Bose befinden sich weitere drei Buttons. Zwei davon erhöhen oder verringern die Lautstärke der Wiedergabe, der Dritte ist multifunktional für Play, Pause und nächstes Lied einsetzbar.

Nackenlautsprecher mit Originalverpackung
SoundWear mit Textilüberzug
SoundWear ohne Textilüberzug
Nackenlautsprecher mit Originalverpackung
Anwendungsgebiete

Wer braucht den Nackenlautsprecher?

Anfangs habe ich mich gefragt, wozu ich den Speaker nutzen soll, beziehungsweise wer einen solchen Lautsprecher gebrauchen könnte. Ich habe ein paar Szenarien getestet, die mir sinnvoll erschienen. Eine Sache ist mir besonders positiv aufgefallen: Da man den Speaker auf den Schultern, also um den Nacken trägt und die Lautsprecher auf die Ohren ausgerichtet sind, reicht eine geringe Lautstärke aus. So werden Menschen in meiner Umgebung nicht von der Musik oder den Tönen gestört.

Am TV: Stimmen, die zum Beispiel vorrangig bei Talkshows und Nachrichtensendungen zu hören sind, konnte ich durch den Nackenlautsprecher gut verstehen. Besonders für Senioren ist das praktisch oder wenn die eigene Wohnung sehr hellhörig ist und man den Fernseher nicht laut einstellen kann.

Bei der Hausarbeit: Egal wo man sich aufhält, die Musik ist immer gleich laut und man kann sich ein teures Multiroom-System von Lautsprechern sparen, wenn man im Haushalt unterwegs ist. Auch hier gilt, dass der Speaker für die Umwelt sehr leise ist und man selbst dennoch schwungvoll laut Musik hören kann, zum Beispiel wenn das Kind nebenan schläft.

Wenn man sich nicht komplett von der Außenwelt abschotten möchte: Kopfhörer haben in vielen Situationen mit dem Problem zu kämpfen, dass sie die Umwelt abschirmen. Der Bose SoundWear Companion tut dies nicht, sodass man das Türklingeln, den Anruf auf dem Festnetztelefon oder das weinende Kind hören kann.

Telefonieren ohne Headset: Ein Headset im oder am Ohr kann auf Dauer störend sein und meist hört man den Gegenüber nur auf einem Ohr. Dieses Problem löst der Bose SoundWear Companion. Die Stimme wird sehr klar wiedergegeben. Auch das Mikrophon im Nackenlautsprecher konnte überzeugen, was mir Gesprächspartner auf Nachfrage bestätigten.

Feel the bass: Bei Kopfhörern vermisse ich die Vibrationen der Bässe, die auf den Körper wirken, wie es bei großen Lautsprecher der Fall ist. Da der Bose SoundWear Companion auf dem Schlüsselbein aufliegt und die Lautsprecher direkt darüber angebracht sind, fühlt man den Bass leicht, was ich als angenehm empfunden habe.

Schutz vor heißen Ohren: Da die Nackenkopfhörer um den Hals und nicht auf den Ohren getragen werden, bleiben heiße Ohren aus – gerade an diesen hochsommerlich heißen Tagen eine echte Wohltat.

Der SoundWear im Einsatz
Nahaufnahme eines Lautsprechers
Der SoundWear im Einsatz
Soundqualität

Wie klingt der SoundWear Companion von Bose?

Eins vorweg für alle HiFi-Enthusiasten: Ob ihr hier glücklich werdet, stelle ich in Frage. Der Klang ist meiner Meinung nach optimal für Telefonate, Hörbücher und TV-Programm, nicht jedoch für hochklassigen Hörgenuss, wie ihn beispielsweise der Bose QC35II bietet. Hier dürft ihr mich nicht falsch verstehen. Die Musik wird für viele gut klingen, nur nicht für alle. Wie eingangs beschrieben, gefiel mir die Bassübertragung auf den Körper gut, da dadurch der Bass fühlbar wird und die Musik mehr Volumen bekommt.

Der Nackenkopfhörer bringt ein paar weitere interessante Funktionen mit sich. So vibriert er zum Beispiel bei eingehenden Anrufen. Über die Bose Connect App lässt sich dies nach Belieben einstellen. Der Textilmantel ist wechselbar und es gibt andere Farben für die Bespannung. Auch draußen und beim Sport lässt sich der Bose SoundWear Companion ohne Probleme verwenden, da der Speaker schweiß- sowie wasserresistent ist und Sonneneinstrahlung ihm nichts anhaben kann.

Bässe lösen Wohlgefallen aus
Der SoundWear lässt sich angenehm tragen
Rückseite und Anschluss für USB Ladekabel
Bässe lösen Wohlgefallen aus
Software

Konfiguration und Updates über die App

Wie bei allen modernen Wearables gibt es bei Bose eine App zur Steuerung und Fein-Tuning des SoundWear Companion. Die Bose Connect App ist schon bekannt aus dem Test vom Kopfhörer QC35II.

Die für Android und iOS angebotene App verbindet sich sekundenschnell mit dem Nackenkopfhörer und zeigt den Ladezustand, die Anzahl der per Bluetooth verbundenen Geräte, die Lautstärke sowie den aktuellen Titel an. In den Einstellungen zum Device lassen sich der Name des Geräts verändern, eine Sprachoptimierung durchführen sowie die Sprache für Ansagen ändern oder das Benutzerhandbuch aufrufen. Gewohnt einfach geht es durch die Menüs. Bose beweist wieder einmal, dass sie gute Nutzeroberflächen beherrschen.

Bose Connect App Startseite
Bose Connect App Startseite
Vergleich mit JBL Soundgear

Faktenvergleich mit JBL Soundgear

Allein auf dem Gebiet der Nackenkopfhörer ist Bose mit dem SoundWear Companion nicht. Seit Mitte 2017 hat JBL den Soundgear BTA im Angebot, während Bose erst im Frühjahr 2018 den SoundWear Companion auf den Markt gebracht hat. JBL bewirbt den Nackenlautsprecher mit „Hände frei. Ohren offen.“. Hier setzt Bose mit ähnlichem Wording ebenfalls an. Da ich den JBL-Nackenlautsprecher nicht getestet habe, kann ich lediglich einen Fakten-Check durchführen.

BOSE SoundWear Companion JBL Soundgear BTA
Gewicht 266 g 349 g
Akkulaufzeit 12 h 6 h
Ladezeit 3 h 2 h
Lautsprecher 2 4
Mikrophone 1 2
Cover (Bezug) wechselbar nicht wechselbar

 

Besonders die lange Akkulaufzeit, das geringe Gewicht sowie die wechselbaren Bezüge sprechen für den Bose SoundWear Companion im Faktenvergleich. Übrigens gibt es die Schutzbezüge, auch Cover genannt, in den Farben Schwarz, Blau, Violett und Grau.

Fazit

Kaufempfehlung & Sidekicks: Bose Soundwear Companion

Mit Stoffbezug
Ohne Stoffbezug
Mit Stoffbezug

Nach mehreren Stunden Tragen des Nackenkopfhörers Bose SoundWear Companion habe ich gelegentlich vergessen, dass ich ihn überhaupt am Körper habe, so leicht und bequem ist er. Der Speaker eignet sich für Telefonate, Musik und Hörbücher sowie TV-Programm. Weniger geeignet ist er für das Großraumbüro, da hier die Umwelt leise mithören kann, und für HiFi-Profis. Ich war begeistert von der Verarbeitung, dem Tragegefühl und der Bassübertragung auf den Körper.

Meine Empfehlung
Probiert ihn für euch, wenn euch eines oder mehrere Szenarien, die ich oben beschrieben habe, bekannt vorkommen. Mit über 200 Euro ist er jedoch kein Schnäppchen, doch Qualität kostet bekanntlich. Die bekommt ihr mit dem Bose SoundWear Companion auf jeden Fall!

 

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