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Nicht neu erfunden, aber knapp dran - Logitech MX Master 3 & MX Keys im Test



Zugeordnete Tags Logitech | Maus | Bluetooth
Bereiche

Bewertung
Durchdacht und unaufgeregt gestaltet
4,5

 Pro

  • mit drei Geräten nutzbar
  • aufladbar per USB-C
  • sehr präzise Maus
  • leise Tasten
  • Maus mit zahlreichen Funktionen

 Contra

  • hoher Preis
  • fest verbaute Akkus
  • Tastatur nicht kippbar

Es handelt sich weiterhin um Maus und Tastatur, die beiden essentiellen Eingabegeräte zu jedem Computer. Du kannst damit Icons anklicken, Dateien öffnen und natürlich Texte eingeben. So weit, so unspektakulär.

Logitech ist es jedoch mit der MX Keys Tastatur und der MX Masters 3 Maus für Mac gelungen, an einigen Details zu schrauben, die sich direkt auf den Arbeitsalltag auswirken. Die kabellose Gestaltung und beleuchtete Tasten noch gar nicht inbegriffen.

Wo Maus und Tastatur, die sowohl per Bluetooth als auch über Logitechs eigens entwickelten Unifying-USB-Empfänger funktionieren, besonders gut eingesetzt sind und wann es sich lohnt, die knapp 200 Euro zu investieren, erfährst du im folgenden Test.

Lieferumfang

Spart nicht nur am Zubehör

Direkt vorweg darf ein Lob für die Verpackung nicht fehlen. Abgesehen von einem kleinen Haken aus transparentem Kunststoff hat Logitech komplett auf Plastik verzichtet. Statt in eine Folie ist die Tastatur beispielsweise in dünnem Papier verpackt und beide Geräte sind ausschließlich in Pappe sturzsicher eingehüllt.

Den Angaben auf der firmeneigenen Webseite folgend, verringert dies den CO2-Verbrauch des Verpackungsmaterials um fast zwei Drittel. Allerdings gehen unter anderem Dell und Asus mittlerweile noch einen Schritt weiter und verzichten bei vielen Produkten sogar auf die farbliche Gestaltung und setzen ausschließlich auf Recycling-Papier. Da Maus und Tastatur jedoch für Mac konzipiert sind, darf wohl auch der erste optische Eindruck nicht ganz vernachlässigt werden.

Einmal ausgepackt, zeigt sich der Lieferumfang begrenzt. Es liegt jeweils ein USB-C-Kabel zum Laden bei. Standesgemäß ist auf der anderen Seite ebenfalls USB-C verbaut, also der passende Anschluss für das MacBook.

Der kleine unifying-Adapter findet sich sogar nur bei der Tastatur. Die Maus erkennt den Funk zwar ebenfalls, ist aber auf einen fremden Adapter angewiesen. Zumindest beim Kauf im Paket ergibt sich daraus kein Problem. Abgesehen von einem langen Sicherheitshinweis in unzähligen Sprachen und der Anleitung zum Entfernen des Akkus für das Recycling war es das schon mit Extras.

Logitech spart hier nicht nur an der Verpackung, wobei mir jedoch kein weiteres ernstzunehmendes Zubehörteil einfällt, das ich im Laufe der Nutzung vermissen könnte.

Im Cyberbloc-Test: Logitech MX Master 3 Maus & MX Keys Tastatur
Die Ladeanschlüsse mit USB-C lassen sich fast überall verbinden. Geräte ohne Funk können darüber zudem ebenfalls bedient werden.
Die Verpackung der Tastatur ist komplett ohne Kunststoff gestaltet.
Im Cyberbloc-Test: Logitech MX Master 3 Maus & MX Keys Tastatur
Technische Daten

Exaktes Arbeiten mit der MX-Serie von Logitech

Zwei Punkte drängen sich bei kabellosen Mäusen und Tastaturen sofort auf: Reichweite und Laufzeit. Zehn Meter sind der wenig überraschende Standard, den Bluetooth vorgibt und der brav eingehalten wird. Während des Testens konnte ich nichts Gegenteiliges feststellen. Einmal außerhalb der Reichweite angelangt, finden sich Sender und Empfänger fast augenblicklich wieder, sobald die Distanz verkürzt wird. Das gilt sowohl für Bluetooth als auch mit dem unifying-Adapter.

Kaum beziffern lässt sich die Akkulaufzeit. Nutzt du beides intensiv oder lediglich eine Stunde am Abend und dabei auch nicht regelmäßig? So können aus wenigen Tagen zahlreiche Monate werden. Die von Logitech genannten Zeiträume dürften mit zwei Monaten für die Maus und fünf Monaten für die Tastatur aber in jedem Fall praktikabel sein. Zumal das Aufladen an jedem USB-Anschluss oder mit einem einfachen Smartphone-Ladegerät so gut wie immer und überall gelingt.

Verwendest du allerdings die Tastenbeleuchtung, reduziert sich die Laufzeit auf etwa zehn Tage. Aber selbst dies entspricht noch immer zwei kompletten Arbeitswochen. Wobei beide Geräte nicht auf maximale Ausdauer ausgerichtet sind, sondern ohnehin das regelmäßig Laden, wenn auch in größeren Abständen, eingeplant ist. Geht es um Akkulaufzeit, dann kann etwa die Logitech Marathon M705 mit 36 Monaten eine echte Duftmarke setzen.

Der fest integrierte Akku lässt sich zwar problemlos laden, könnte sich unter Umständen aber als die entscheidende Begrenzung der Lebensdauer herausstellen. Angesichts von mehreren hundert möglichen Ladung und bei 2 Monaten Laufzeit ergeben sich zwar im Resultat Jahrzehnte. Ein schneller Austausch eines defekten Modells, wohlgemerkt ohne nennenswerte Kosten, gelingt aber üblicherweise nur mit einem Standardakku im Format AA oder AAA.

Die Tastatur wartet bei den Tasten selbst nicht mit Überraschungen auf. Das Layout ist Mac-typisch. Allerdings liefern die 17 Funktionstasten viele sinnvolle Befehle auf Tastendruck.

Die Maus MX Master 3 dagegen bietet mit sieben Tasten und zwei Scrollrädern deutlich mehr Funktionen als die Maus von der Stange. Auch die hohe Sensibilität, einstellbar auf bis zu 4.000 dpi, sorgt für eine sehr exakte Führung des Mauszeigers. Das durfte ich sowohl bei der Bildbearbeitung als auch beim Gaming erleben.

Die Akkus von Tastatur & Maus solllen für eine Laufzeit für 5 und 2 Monaten sorgen.
Die Auswahl der zu steuernden Geräte gelingt schnell und einfach. Die Maus muss dafür jedoch umgedreht werden.
Die Beleuchtung der Tastatur schaltet sich ab, wenn keine Hände in der Nähe sind. Sie aktiviert sie bei Annäherung sofort wieder.
Die Akkus von Tastatur & Maus solllen für eine Laufzeit für 5 und 2 Monaten sorgen.
Haptik

Angenehm, aber ohne ergonomische Besonderheiten

Schon der Karton der Tastatur ist auffällig. Selbst in Anbetracht der Tatsache, dass noch ein Akku inklusive ist, wirkt er deutlich zu schwer. Verwundern darf dies nicht, schließlich ist hier eine Bodenplatte aus massivem Metall verbaut. Die resultierenden 800 Gramm liegen dann auch angenehm stabil und sicher auf dem Schreibtisch. Insgesamt hinterlässt die Konstruktion einen unheimlich wertigen Eindruck.

Ebenfalls auffällig ist die Form der Tasten. Die konkave Oberseite provoziert ein zentrales und damit auch genaues Tippen. Es wirkt ein wenig, als ginge es tatsächlich schneller. Hinzu kommt die Mechanik, die einzig und allein darauf ausgerichtet ist, den Tastendruck möglichst leise zu halten.

Nur der Winkel der Oberfläche bleibt stets gleich. Ein paar Füße zum Aufstellen fehlen, wodurch die Tastatur zwar überall sicher aufliegt, sich aber je nach Vorliebe nicht ideal einstellen lässt.

Die Maus liegt sofort perfekt in der Hand, zumindest in meiner von durchschnittlicher Größe. Die Knöpfe lassen sich mit dosiertem Gegendruck aktivieren und sind allesamt gut erreichbar. Besonders leichtgängig wirkt das Stahlrad zum Scrollen. Es dreht fast widerstandslos, aber dazu mehr in den Highlights.

Während die linke und rechte Maustaste aus Plastik gefertigt sind, ist der restliche Körper gummiert. So liegt die ganze Maus auch an warmen Tagen fest in der Hand. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Oberfläche mit der Zeit Abriebstellen zeigen wird.

Die leichte Neigung nach außen sorgt darüber hinaus für eine entspanntere Handgelenksstellung, orientiert sich aber eher an der klassischen Mausform, wie sie etwa die Microsoft IntelliMouse vorgibt.

Insgesamt empfinde ich ihre Form auch auf Dauer als gelungen. Der nach oben gezogene Rücken stützt die Hand zusätzlich. Über weitere ergonomische Modelle erfährst du in diesem Cyberbloc-Test mehr.

Die Tasten besitzen eine konkave Oberseite.
Besonders flach und schön schwer ist die MX Key gestaltet. Zwei Füße zum leichten Anstellen gibt es leider nicht.
Die Tasten besitzen eine konkave Oberseite.
In der Praxis

Effizienz im Vordergrund

Ich darf es gleich vorwegnehmen: Negativ aufgefallen ist mir nichts. Die Maus liegt gut in der Hand und die Tasten sind an beiden Geräten durchdacht gestaltet. Auch beim Koppeln trat erwartungsgemäß keine Komplikation auf. Allerdings wird für die Maus, bei der kein eigener Empfänger beilag, die zusätzliche Software von Logitech benötigt. Verwenden alle Geräte Bluetooth, besteht dagegen gar keine Schwierigkeit.

Nutzt du mehrere Computer, ist für die Einrichtung im Grunde nur die korrekte Wahl der Zahl von 1 bis 3 wichtig. So entsteht keine Verwirrung, wenn gleiche Zahlen für gleiche Geräte stehen. Für den besonderen Härtetest habe ich ein Notebook mit Ubuntu, einen Windows-PC und ein iPad zur parallelen Nutzung verbunden. Der Wechsel von Gerät zu Gerät dauert ganz unabhängig vom Betriebssystem jeweils keine Sekunde. Bei der Tastatur ist ein etwas längeres Halten des richtigen Auswahlknopfes oberhalb der Bildlauf-Tasten nötig. Bei der Maus liegt der Knopf leider an der Unterseite und es kann immer nur zur nächsten Zahl geschaltet werden. Das könnte ein kleiner Kritikpunkt sein, bremst das Arbeiten aber nicht wirklich aus.

Da ich die verschiedenen Computer ohnehin parallel auf einem Schreibtisch nutze, bleiben Maus und Tastatur stets an derselben Stelle und der Wechsel von Computer zu Computer gelingt mit zwei Tasten. Das ist bequem und ich muss mich für die Arbeit am Notebook nicht verrenken.

Außerdem ganz interessant erscheint die Funktion „Flow“. Ist auf zwei oder allen drei Computern die zugehörige Software von Logitech installiert, können Dateien einfach hin- und hergeschoben werden. Die Verknüpfung der beiden Geräte gelingt schlicht über einen in der Maus hinterlegten einzigartigen Code. Eine Registrierung oder ähnliches werden nicht benötigt. Sollen die Dateien zudem in der Cloud verfügbar sein, muss noch ein Konto angelegt werden. Mehr als private Urlaubsschnappschüsse oder die Einladung zum nächsten Familienpicknick solltest du damit jedoch nicht teilen, da alle Dateien stets über die Server von Logitech wandern. Sensible Informationen überträgst du am besten abhörsicher mit einem Stick.

Noch ein Wort zu Unifying von Logitech: Auch hier gab es zuletzt Meldungen, dass sich einige Sicherheitslücken aufgetan hätten, die das direkte Mitlesen der Tastatureingabe erlauben. Allerdings muss dies natürlich innerhalb der Funkreichweite von 10 Metern geschehen. Dieses Problem besteht bei der Verwendung deiner normalen Bluetooth-Verbindung in aller Regel nicht, weshalb du die MX Keys und die MX Master 3 am besten nur so verbindest.

In sieben Schritten kann die Intensität der Beleuchtung an die Helligkeit im Raum angepasst werden.
In sieben Schritten kann die Intensität der Beleuchtung an die Helligkeit im Raum angepasst werden.
Die Highlights

Details mit Potential

Die Tastatur ist leise. Das fällt insbesondere beim direkten Vergleich mit einer typischen Tastatur mit großen Tasten, aber auch mit einer Notebook-Tastatur sehr deutlich auf. In einem offen gestalteten Büro oder mit Kollegen im Raum ist das ein kaum zu unterschätzender Faktor.

Ein zweites Detail der MX Keys wird mit eingeschalteter Beleuchtung deutlich, ist aber auch sonst aktiv. Die Tastatur verfügt über einen Annäherungssensor. Sind die Hände eine Weile weg, geht sie in den Ruhemodus. Sobald du wieder auf dem Weg zur Tastatur bist, schaltet sie sich ein und überträgt nahtlos alle Befehle. Das wird mit großer Sicherheit Auswirkungen auf den Akku haben und umgeht die Notwendigkeit, die Tastatur erst wieder durch den Druck auf eine Taste aufwecken zu müssen.

Bei der Logitech MX Masters 3 thront das Scrollrad über allem. Es dreht sich nahezu geräuschlos und es dreht so lang, bis du es stoppst. Das Überfliegen eines langen Dokumentes, die Suche nach einem bestimmten Detail auf einer Webseite geht so schnell, wie ich es sonst nur über die seitliche Leiste schaffen würde.

Mit einem Knopfdruck verwandelt sich das Rad zudem zurück in die klassische Variante. Für präzises Scrollen verhält es sich dann dank eines spürbaren Widerstandes wie gewohnt. Tatsächlich gestaltet sich auf diese Weise der schnelle Blick auf die vorangegangene Seite deutlich einfacher. Das frei drehende Rad hätte an dieser Stelle schon zwei weitere Seiten durchgescrollt. Mit einem erneuten Knopfdruck bewegt es sich dann wieder fast widerstandslos. Das gelingt über einen Elektromagneten.

Dazu gesellt sich noch das seitliche Rad, das über den Daumen bedient wird. In großen Bilddateien und beispielsweise HTML-Dokumenten zeigt es seine Sinnhaftigkeit. Das Scrollen nach links und rechts gelingt sonst selten so entspannt. Auf Webseiten oder in Textdokumenten dagegen wirst du es kaum in Bewegung setzen.

Schon optisch fällt das Scrollrad auf.
Die Schwungmasse des massiven Rads treibt es fast mühelos an. Die Knopf dahinter einmal gedrückt, bekommt es einen ähnlichen Widerstand wie die meisten anderen Scrollräder.
Schon optisch fällt das Scrollrad auf.
Fazit

Für Vielschreiber & Leisetreter

Kabellose Mäuse und Tastaturen sind immer bequem, müssen aber geladen werden. Mit eingebautem Akku und solider Laufzeit können sowohl die MX Keys als auch die MX Master 3 hierbei überzeugen.

Die geringen Tastengeräusche fallen sogar dann auf, wenn du ganz allein arbeitest. Anderen wird es höchstwahrscheinlich noch deutlicher auffallen. Ich muss allerdings einwenden, dass mir der längere Tastenweg meiner großen und kabelgebundenen Tastatur auf Dauer gefehlt hat. Das ist aber eine sehr subjektive Einschätzung. So hat mich beispielsweise auch die sehr flache Position wegen der fehlenden Füße nicht gestört.

Die Maus richtet sich vor allem an Menschen, die programmieren oder Bilder bearbeiten. Mit dem intelligent gestalteten Scrollrad und dem seitlichen Scrollen gelingt das Durchsuchen von allerlei Dokumenten oder Bildern schnell und mühelos.

Dazu kommt noch die parallele Nutzung mit bis zu drei Geräten, wobei es sich in den meisten Fällen eher um einen festen PC und das Notebook handeln wird. Hier sind Umschaltung und auch die Reaktionszeit bestens aufgestellt.

Die annähernd 200 Euro für das Set sind beileibe kein Schnäppchen. In Betracht der Einsatzmöglichkeiten und der zahlreichen sehr sinnvollen Funktionen lohnt sich die Anschaffung. Willst du beides mit mehreren Rechnern verwenden und kannst sowohl Scrollrad als auch das leise Tippen gut gebrauchen, sind Maus und Tastatur eine unbedingte Empfehlung wert.

Steht dagegen die Ergonomie im Vordergrund, könnte ein Blick auf die Logitech MX Vertical und die Logitech Ergo K860 nicht schaden.

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