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Lichtstarke Bridgekamera: Panasonic Lumix DMC-FZ200 im Test



Zugeordnete Tags Lumix | Kamera | Panasonic
Bereiche

Bewertung
Lichtstark mit großem Zoom & kleinem Sensor
3,5

 Pro

  • sehr handlich & leicht
  • riesiger Zoom
  • Lichtstark wie kein Zweites
  • sehr guter Preis
  • lange Akkulaufzeit
  • Videofunktion vorhanden
  • viele Automatikprogramme
  • Klappdisplay

 Contra

  • kleiner Sensor
  • starkes Bildrauschen
  • geringe Auflösung
  • wenig Details in Fotos

Als letztes durfte ich eine Kompaktkamera für euch testen, die mich aber leider weniger überzeugt konnte. Daher bin ich nun umso gespannter auf ein Modell aus der Kategorie Bridgekamera, welche vielleicht mehr zu bieten hat und sich deutlicher von Smartphones abheben kann als eine Kompaktkamera. Mein Testgerät ist eine der preiswerteren Kameras, die Panasonic Lumix DMC-FZ200, bei der man zwar ein paar Abstriche machen muss, die aber dennoch unschlagbare Argumente liefert. Welche das sind, erfahrt ihr jetzt.

Lieferumfang

Lieferumfang & Einrichtung leicht gemacht

Der Lieferumfang entspricht genau dem, was ich auch erwartet habe, denn bis auf eine separat erhältliche Speicherkarte wird alles für den schnellen Einstieg in die Fotografie mitgeliefert. In der stilvollen Verpackung befinden sich neben der Kamera und dem dazugehörigen Netzteil der Akku, ein USB Kabel für die Datenübertragung, die typische Handschlaufe sowie ein Stapel Anleitungen. Ein Objektiv muss nicht montiert werden, da dieses bereits fest verbaut ist.

Gewünscht hätte ich mir zusätzlich noch eine kleine Tasche, welche aber angesichts des niedrigen Preises nicht unbedingt notwendig ist. Für den Schutz der Linse gibt es eine Schutzkappe und eine abnehmbare Sonnenblende ist ebenfalls dabei.

Die Kamera selbst bietet mit diversen gut erreichbaren Knöpfen ausreichend Möglichkeiten, Einstellungen schnell und einfach zu finden. Zudem gibt es mehrere Knöpfe, die mit unterschiedlichen Einstellungen belegt werden können. Die Kamera, die deutlich kompakter als eine Spiegelreflexkamera ist, liegt insgesamt gut in der Hand und fühlt sich hochwertig an. Somit ist die Panasonic Lumix DMC-FZ200 ein guter Begleiter für Reisen und fällt nicht unangenehm ins Gewicht.

Zur Einrichtung der Kamera muss ich wohl nicht viel sagen. Nachdem ihr den Akku geladen und eingelegt habt, steckt ihr eure SD-Karte in das Fach direkt daneben und schaltet die FZ200 ein. Den Einrichtungsprozess mit Eingabe von Datum und Uhrzeit habt ihr in einer Minute abgeschlossen. Somit ist alles bereit, um das erste spontane Foto im Automatikprogramm aufzunehmen.

Komplettes Zubehör der FZ200 im Paket
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Software

Viele Optionen & Motivprogramme

Wer mehr als mit dem Automatikmodus fotografieren möchte, findet unzählige vorgefertigte Motivprogramme für diverse Szenen und kann neben dem kompletten Automatikprogramm auch selber Eingriff in dieses nehmen. In einem speziellen Kreativ-Programm lassen sich Filter und Effekte bereits vor dem Auslösen anpassen und ermöglichen sehr viel künstlerischen Freiraum. Sehr gut finde ich hierbei, dass ihr jederzeit auch im Automatik- oder Motivmodus diverse Einstellungen anpassen könnt.

Noch besser für den etwas geschulteren Fotografen ist natürlich der komplett freie manuelle Modus oder die Blenden- und Zeitprogramme. Sehr gut gelungen ist der frei einstellbare ISO-Wert. Egal, welches Programm ihr auswählt, könnt ihr diesen automatisch oder komplett frei einstellen. Ein zusätzlicher intelligenter Automatikmodus für den ISO-Wert analysiert dabei das Motiv und findet so bessere ISO-Einstellungen für die jeweilige Situation.

Die Lumix DMC-FZ200 bietet somit alles, was ihr euch wünschen könnt. Egal, ob komplett manueller Modus oder Automatik mit zusätzlichen Filtern, es ist alles dabei. Die Einstellungen sind nach kurzer Eingewöhnung schnell und einfach zu erreichen und leicht zu verändern. Auch zwei frei konfigurierbare Programme für oft genutzte Einstellungen sind vorhanden, um diese leicht wieder aufzurufen.

Fokus oder Zoom ist manuell einstellbar.
Zahlreiche Knöpfe für den Direktzugriff
Übersichtliches Menü auf dem Display
Das Hauptmenü ist nach etwas Übung ebenfalls gut bendienbar.
Das Klappdisplay ist für alle Perspektiven geeignet
Moduswahlrad und zusätzliche Knöpfe für schnellen Zugriff
Blitz-Anschluss ist ebenfalls vorhanden
Auch von der Seite sehr kompakt und solide gebaut.
Fokus oder Zoom ist manuell einstellbar.
Hardware

Lichtstarkes Objektiv & kleiner Sensor

Das absolute Highlight und das Kaufargument überhaupt, ist das fest verbaute Objektiv mit einer Brennweite von 25 bis 600 Millimetern bei einer durchgängigen Blende von f2.8. Im Klartext bedeutet das sehr viel Licht für das Foto bei einem sehr großem Zoom. Besonders in Kombination ist das in der Preisklasse unter 1000 Euro einzigartig und ermöglicht fantastische Fotos mit einer tollen Tiefenunschärfe. Ihr könnt auch bei weniger Licht noch verwacklungsfreie Fotos aufnehmen oder Personen mit hervorragend freigestelltem Hintergrund fotografieren. Zum anderen bedeutet 25 bis 600 Millimeter Brennweite einen großen Weitwinkel und zeitgleich einen 24-fachen optischen Zoom. Weit entfernte Objekte verlustfrei groß darstellen ist somit kein Problem und die Lumix DMC-FZ200 wird für euch zum perfekten Reisebegleiter.

Diese gute lichtstarke Optik ist jedoch nur aufgrund eines kleinen 2/3-Zoll CMOS-Bildsensor möglich, welcher einen entscheidenden Nachteil bietet. Der Sensor rauscht bereits bei geringstem ISO-Wert sichtbar. Dies wäre noch vertretbar, wenn nicht bei ISO 800 bereits das Bildrauschen so stark zunehmen würde, das Details auf dem Foto spürbar abnehmen und Fotos nur noch in Ausnahmen brauchbar werden. Dabei solltet ihr bedenken, dass auch bei Blende f2.8 der ISO-Wert besonders in Räumen und bei bewegten Motiven entscheidend sein kann, um ein Foto verwacklungsfrei darzustellen.

Solange ihr mit genug Licht fotografiert oder ein Stativ zur Hand habt, ist alles in Ordnung, aber spätestens in schlecht beleuchteten Zimmern oder bei Dämmerung wird es kritisch. Kurze Belichtungszeiten sind fast ausgeschlossen, da ihr sonst durch den höheren ISO mit deutlichen Bildeinschränkungen leben müsst. Während die Lumix DMC-FZ200 also am Tag mit tollen Fotos überzeugt, sinkt die Bildqualität bei wenig Licht stark ab. Leider fallen diese Qualitätsverluste bei einer maximalen Auflösung von 12,1 Megapixel auch direkt auf und lassen sich kaum noch retuschieren. Ein besserer Sensor wäre hier ein großer Vorteil, würde den Preis aber auch deutlich anheben.

Mit etwas Abstand und Blende f2.8 ist einiges möglich.
Bei 600 Millimetern Brennweite werden kleine Objekte ganz groß.
Details und Farben werden bei genug Licht sehr realistisch dargestellt
Wenn es dunkler wird, geht das ein oder andere Detail etwas verloren.
Blende f2.8 erlaubt viele künstlerische Freiräume.
Farben und Kontraste lassen sich auch hier sehen.
Mit etwas Abstand und Blende f2.8 ist einiges möglich.
Kamera

Alltagstauglichkeit & Funktionsvielfalt

Entscheidet ihr euch dennoch für die Panasonic Lumix DMC-FZ200, könnt ihr den kompakten Begleiter mit sehr viel Zoom immer dabei haben. Die Kamera passt mit ihrer geringen Größe auch in den kleinsten Koffer und muss zudem nur selten geladen werden.

Sehr praktisch und gestochen scharf ist das Klappdisplay, welches nicht nur nach oben, sondern auch zur Seite gedreht werden kann. Somit könnt ihr aus nahezu jedem Winkel auf das Display schauen und den richtigen Fokus setzen. Auch der digitale Sucher ist gestochen scharf und ausreichend groß. Alle Einstellungen lassen sich aber nicht nur hier, sondern auch über ein Smartphone oder Tablet ansehen. Mit der integrierten WLAN-Funktion verbindet ihr das Smartphone, trefft die grundlegenden Einstellungen, nehmt das Foto auf oder seht es direkt darüber an.

Tiefenunschärfe auf die Spitze getrieben und mit dem Fokus gespielt.
Den Hintergrund ausblenden geht mit der Blende sehr gut.
Bei maximaler Brennweite und etwas Bildausschnitt ist der Mond zum greifen nah.
Mit Stativ kann man auch Nachts weit ranzoomen.
Länger belichten und kleiner ISO sind mit Stativ auch gut möglich.
Bei wenig Licht und mittlerem ISO gehen aber sehr viele Details verloren.
Tiefenunschärfe auf die Spitze getrieben und mit dem Fokus gespielt.
Video

Full-HD-Videos aufnehmen

Nicht nur Fotos, sondern auch Videos in einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel bei 50 Bildern pro Sekunde könnt ihr aufnehmen. Bei geringerer Auflösung stehen sogar Slowmotion-Aufnahmen zur Verfügung, solange ausreichend Licht vorhanden ist. Das Bild sieht dabei ausreichend kontrastreich und farbecht aus – nur der Ton könnte besser sein, da man besonders beim Zoomen die Kamera arbeiten hört. Um dies zu vermeiden, könnt ihr jedoch ein externes Mikrofon anschließen.

Fazit

Fazit & Kaufempfehlung

Das abschließende Fazit fällt mir relativ leicht und unterteilt sich in zwei Käufergruppen. Für das ein oder andere Urlaubsfoto für den heimischen Drucker kann ich die Panasonic Lumix DMC-FZ200 sehr empfehlen. Ein sehr großer Zoom gepaart mit einer großen Blende ermöglichen tolle Detail- und Porträitaufnahmen. Auch weit entfernte Objekte wirken häufig durch die Panasonic Lumix DMC-FZ200 zum Greifen nah und der Preis ist allein dafür sensationell. Neben diversen interessanten Kreativprogrammen gibt es auch genügend Hilfe durch die Automatik.

Andererseits wird dem geübteren Hobbyfotografen schnell das starke Bildrauschen auffallen, was den Gesamteindruck für größere Ausdrucke einen faden Beigeschmack verleiht. Da hierbei leider auch viele Details verloren gehen und die Auflösung keinen großen Spielraum bietet, wird dieser potentielle Käufer dann doch zu einem anderen Modell greifen. Der große Bruder, die Panasonic Lumix DMC-FZ1000, muss zwar Abstriche bei dem Objektiv leben, gleicht diese jedoch mit dem deutlich besseren Sensor und somit weniger Bildrauschen aus.

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