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Dynamisches Gaming-Duo: EPOS | Sennheiser GSP 300 & GSX 300 im Test



Zugeordnete Tags Kopfhörer | Sennheiser | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Alleine gut, zusammen top
4,5

 Pro

  • Toller Sound, allein und in Kombi
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Kopfhörer: Hoher Tragekomfort
  • Vielseitige Verstärker-Software
  • Günstiger Preis
  • Gute Mikrofonleistung

 Contra

  • Kaum Bedienelemente an der Hardware
  • Usability der Software verbesserungswürdig
  • Geringer Lieferumfang

Als ich mein letztes Notebook gekauft habe, achtete ich besonders auf ein Display mit guter RGB-Abdeckung. Eine dedizierte Grafikkarte sollte das Book auch haben, weil ich doch mal wieder Lust auf Gaming hatte. Was mir seinerzeit ziemlich egal war, war der Sound. Allerdings sind ohnehin die wenigsten Notebooks mit einer besonderen Sound-Hardware ausgestattet. Also gab’s das klassische Onboard. Und das hat mich die letzten Jahre auch nicht weiter gestört, bis mir EPOS unter die Finger kam.

Neben Büro-Equipment haben die Audio-Profis von EPOS auch ein stattliches Gaming-Portfolio, das bei Headsets nicht aufhört. Vielmehr finden sich im Sortiment diverse externe Soundkarten beziehungsweise Verstärker, die deutlich mehr aus dem altbekannten Notebook-Klang herauskitzeln sollen. Die Kombi aus Verstärker und Headset klang für mich noch reizvoller, als ich einen Blick auf die Preise warf: Der Test-Verstärker meiner Wahl – EPOS | Sennheiser GSX 300 – kostet gerade einmal 79 Euro. Für unter 100 Euro gesellte sich noch das stattliche GSP 300 als Headset dazu. Dann schauen wir mal, ob diese Duo wirklich dynamisch ist.

Lieferumfang

Schicke Audio-Technik in unspektakulärer Hülle

Kompakter Karton für einen kompakten Verstärker
Der EPOS | Sennheiser GSX 300
Verstärker nebst Zubehör
Leider hat es nicht für USB-C gereicht.
Unaufgeregter Karton für ein Gaming-Headset
Ach, wenn man ihn nur so zerlegen könnte ...
Die Plastik-Verpackung finde ich seltsam.
Der GSP 300 nebst Zubehör
Weil am Headset ein Doppelklinkenkabel verbaut ist, ...
... gibt es den passenden Adapter mit dazu.
Kompakter Karton für einen kompakten Verstärker

Wenn ich mir die Verpackung sowohl des EPOS | Sennheiser GSP 300 als auch des GSX 300 anschaue, kommt kein richtiges Gaming-Feeling auf. Es wirkt alles nüchtern und Windows-esk. Ich öffne nun zuerst die Verstärker-Box und finde darin ein recht überschaubares Gesamtpaket. Den größten Teil nimmt der kompakte GSX 300 Verstärker ein. Daneben finde ich ein microUSB-Kabel und drei Beileger. Das wars auch schon. Strom zieht der Verstärker per USB, sodass er keine externe Stromquelle oder weiteres Zubehör braucht.

Beim Kopfhörer sieht es nicht anders aus. Ein bisschen schmunzeln musste ich, als ich die schwarze Plastik-Innenverpackung sah, die mich an Hardware-Verpackungen von vor 15 Jahren erinnerte. Sagen wir mal, es ist zweckmäßig, aber weit weg von dem, was man heute an Verpackungsroutine und -material gewohnt ist. In der Plastikschale warten auch nur die stattlichen EPOS | Sennheiser GSP 300 nebst Klinkenadapter auf mich. Ein Transport-Case oder ähnliches Komfort-Zubehör suche ich vergebens, aber das rechtfertigt sich meiner Meinung nach mit dem günstigen Preis und der recht stabilen Bauweise der Kopfhörer.

Hardware

Wenig Hardware-Spielerei an Kopfhörer & Verstärker

Viel zu sehen ...
... gibt es ja nicht am ...
... EPOS | Sennheiser GSX 300 Verstärker.
Die Kopfhörer sehen futuristisch aus ...
... und sind durchaus gut verarbeitet.
Viele Steuerelemente haben sie aber nicht.
Selbst mit großer Mühe, konnte ich das Kabel nicht abziehen.
Viel zu sehen ...

Kommen wir zur Technik an sich. Der Verstärker EPOS | Sennheiser GSX 300 präsentiert sich als handtellergroßes, sauber verarbeitetes, schwarzes Kästchen (,das übrigens auch in Weiß erhältlich ist). Der GSX hat auf der Rückseite einen microUSB-Anschluss und zwei Klinken-Ports für Kopfhörer und Mikrofon. Auf der Vorderseite finde ich einen kleinen Knopf und ein Lautstärkerad, das leichtgängig und in Stufen anspricht. Alles in allem macht der Verstärker aber einen hochwertigen und soliden Eindruck und ich bin gespannt, wie viel er wegen oder vielleicht auch trotz des reduzierten Äußeren kann.

Schnitt zum EPOS | Sennheiser GSP 300 Kopfhörer. Klein und unscheinbar ist dieser bei Weitem nicht. Mein Testgerät präsentiert sich in den Farben Schwarz, Grau und Blau und wirkt durch seine kantige Bauweise ein wenig futuristisch. Zusammenklappen lassen sich die Over-Ears nicht und generell gibt es außer am Bügel nicht viel zu justieren. Die Muscheln sind aber in alle Richtungen leicht kippbar und ich kann die Polster abnehmen und bei Bedarf ersetzen.

An der rechten Muschel finde ich noch ein stufenloses Lautstärkerad, links ist das hochklappbare Mikrofon verbaut. Trotz des noch moderaten Preises des Headsets hatte ich aber zumindest erwartet, dass ich das Kabel abnehmen kann. Zwar ist das nach Herstellerangaben möglich, ich schaffe es allerdings selbst mit großer Anstrengung nicht. Und auch weitere Steuerelemente gibt es am Kabel nicht. Optisch hat mich der EPOS | Sennheiser GSP 300 letztlich überzeugt, funktional hätte ich aber noch ein bisschen mehr erwartet.

Komfort

EPOS | Sennheiser GSP 300 mit hohem Tragekomfort

Das Headset wirkt wuchtig ...
... aber es trägt sich dank guter Polsterung ...
... und weicher Ohrpolster ...
... ziemlich angenehm.
Nein, das ist kein Steuerlement.
Der Bügel ist ausreichend weit verstellbar.
Das Headset wirkt wuchtig ...

Beim GSX 300 muss ich nicht viel zur Usability schreiben. Der kleine Kasten steht gut und rutschsicher auf dem Tisch und hat mit seinem gut 1,2 Meter langen USB-Kabel auch genug Spiel. Kabeltechnisch packt der EPOS | Sennheiser GSP 300 nochmal gut zwei gummierte Meter drauf, wodurch ich genügend Bewegungsfreiheit habe. Aber kommen wir zur wirklich wichtigen Komfortfrage.

Die ohrumschließenden Muscheln punkten mit ausreichend Spiel in alle Richtungen und passen sich damit gut an jede – na ja auf jeden Fall meine – Kopfform an. Die Ohrpolster sind angenehm weich und drücken auch nach ein paar Stunden Gaming und Musik nicht nennenswert. Für mich als Brillenträger ist zudem relevant, dass der Kopfhörer keinen zu großen Druck auf die Brillenbügel ausübt. Auch hier überzeugt der GSP 300. Das ebenfalls sehr weiche und angenehme Kopfbügelpolster sorgt zudem dafür, dass ich „obenrum“ eigentlich gar nichts vom EPOS-Kopfhörer merke. Die wenigen Hardware-Elemente, die ich bedienen kann (also Lautstärkerad und Mikrobügel), erreiche ich schnell im Blindflug, sodass ich auch hier nichts zu meckern habe.

Software

Einmal Software-Tuning bitte, per EPOS Gaming Suite

Optisch macht die Software einen guten Eindruck.
Der Equalizer bietet viele Funktionen ...
... wirkt dabei aber leider sehr kleinteilig.
Auch das Mikro-Menü ist detailreich.
Optisch macht die Software einen guten Eindruck.

EPOS bietet auf seiner Webseite sowohl für den GSP 300 als auch für den GSX 300 die EPOS Gaming Suite zum Download an. Diese ist Voraussetzung für detaillierte Sound-Einstellungen. Allerdings interessiert sich die Software-Suite nicht wirklich für den Kopfhörer und ich kann sie im Betrieb mit dem GSP 300 nicht sinnvoll nutzen. Beim Verstärker sieht das schon ganz anders aus. Nachdem der GSX 300 am Notebook eingerichtet ist, stehen mir in der Gaming Suite eine ganze Reihe an Optionen zur Verfügung.

Da wäre zunächst das Einstellungs-Menü, in dem ich die Firmware aktualisiere und die Smart-Schaltfläche (so nennt EPOS den Knopf am Verstärker) mit Surround-Modus oder EQ-Typ belege. Außerdem lege ich fest, dass die Suite beim Systemstart geladen wird. Als nächstes gibt es das Wiedergabe-Menü, das im Wesentlichen zum Einstellen des Equalizers und des Surround-Sounds dient. Im Mikrofon-Menü definiere ich die Sensibilität des Mikros, richte Verstärkung und Geräuschunterdrückung ein oder justiere am Stimmverstärker. Funktional bietet mir die EPOS-Suite damit eine ganze Menge an Features und viele davon werde ich sicherlich ausgiebig nutzen – allem voran den Equalizer.

Optisch ist die Gaming Suite mit ihrem dunklen, türkisfarbenen Verlauf recht hübsch gelungen. Die Schriften sind schön modern und insgesamt ist die Software sehr übersichtlich. Leider ist alles etwas kleinteilig geraten. Die Schalt- und Klickflächen sind mitunter winzig, überlagern sich gegenseitig oder sind einfach unlogisch angeordnet. Hier darf es beim nächsten Update gern noch eine ganze Ecke mehr Usability sein.

Musik

Der Musik-Sound - mal mit, mal ohne Verstärker

Die Kombi macht schon Spaß.
Die Kombi macht schon Spaß.

Bevor ich zur eigentlichen Zieldisziplin der Soundkombo – dem Gaming – komme, schaue ich mir an, wie der Kopfhörer einzeln und in Kombination mit dem Verstärker Musik wiedergibt – anhand zweier recht unterschiedlicher Beispiele.

Beispiel #1 – Pain of Salvation – Panther

Bei diesem Song kombinieren die schwedischen Progger Hip-Hop-Elemente, an Korn gemahnenden Sprechgesang, akzentuierte E-Gitarren und jede Menge Synthesizer-Elemente. Dadurch ergibt sich ein ziemlich differenziertes Klangerlebnis. All das schafft der EPOS | Sennheiser GSP 300 schon allein mit beachtlicher Qualität. Die Bässe kommen satt rüber, Mitten und Höhen verschwimmen an keiner Stelle und sogar bei maximaler Lautstärke übersteuert nichts. Der Kopfhörer meistert die Nuancen des Songs beeindruckend und vermittelt zumindest ein gewisses Gefühl von Räumlichkeit. Das geht mit High-End-Kopfhörern sicher noch besser, aber dennoch liefert der EPOS sehr gut ab.

Dann klemme ich mal schnell den Verstärker dazwischen, belege die Funktionstaste mit dem Switch von Stereo zu 7.1 und stelle den Equalizer auf „Music“. Letzteres bewirkt eine kleine Offenbarung. Der Song bekommt über alle Frequenzbereiche noch einmal mehr Druck und Klangkörper. Dabei geht keines des Samples oder Instrumente unter, vielmehr stehen alle auf ihrer eigenen Position der (allerdings noch nicht viel größeren) Bühne. Was bei Musik für mich keinen Sinn ergibt, ist hingegen der Wechsel zu 7.1, solange die Songs nicht als spezieller 7.1-Mix daherkommen. Da drehe ich doch lieber das Volumen noch einmal bis zur Maximallautstärke und beschalle damit auch meine Umgebung deutlich hörbar.

Beispiel #2 – Igor Stravinsky – Infernal Dance of All Kastchei’s Subjects

Der Titel aus Stravinskys Ballet „The Firebird“ lebt von seiner Dynamik und dem Wechselspiel aus brutalen Staccati und verspielten bis epischen Passagen von Holzbläsern und Streichern. Die sauber gemischte Aufnahme von Simons Rattles Version mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra macht dem GSP 300 auch ohne Verstärker keine Probleme. Er kommt mit der Dynamik sehr gut klar und lässt den einzelnen Instrumenten ihren Spielraum. Das Ergebnis überzeugt in seiner Aggressivität ebenso wie in seiner Verspieltheit.

Mit den gleichen Verstärkereinstellungen wie zuvor schafft der EPOS | Sennheiser GSX 300  in den Details noch mehr Wow-Effekt. Die Orchester-Akzente bekommen ein bisschen mehr Bass, das Blech klingt eine ganze Ecke aggressiver und die Streicher kommen für meinen Geschmack noch etwas weicher daher. Hier muss ich schon genau hinhören, um den Mehrwert auszumachen, aber insgesamt klingt das Ergebnis sehr ordentlich.

Film

Filme per Kopfhörer und per Kombi

Das gleiche Spiel wie bei der Musik zelebriere ich gleich noch einmal mit diversen Filmen beziehungsweise Genres.

The Old Guard (Action)

Weil ich ihn ohnehin schon immer mal sehen wollte, habe ich mir den Netflix-Actioner gleich mal mit dem EPOS | Sennheiser auf den Ohren angeschaut. Was hier an Bass abgeht, ist schon ohne Verstärker beachtlich. Der Sound ist für meinen Geschmack ziemlich gut und in den Action-Szenen klingeln mir ganz schön die Ohren. Auch die Mitten und Höhen passen. Was mir aber in diesem Genre nicht geschmeckt hat, ist die mangelnde Fokussierung auf die Sprache. Hier fehlen vor allem in den lauten Szenen die Höhen. Es klingt, als würden alle lispeln. Was ebenfalls fehlt: ein wenig Räumlichkeit. Geräusche von Links und Rechts sind klar wahrnehmbar, aber in den Raum hinein passiert eben doch nicht all zu viel.

Nun schalte ich den Verstärker dazwischen, stelle den Equalizer auf Movie und den Sound auf 7.1. Dem allgemeinen Klang ist das durchaus zuträglich. Da schwingt Charlize Therons Axt noch ein wenig schneidender durch die Luft und die Projektile klingeln schön auf dem Boden. Der Bass wirkt nicht mehr ganz so rumpelig und differenziert sich besser aus. Nur bei den S-Lauten kann auch der Verstärker nicht viel machen. Im Übrigen ist das nicht nur bei „The Old Guard“ so. Die meisten Actioner, die ich angetestet habe, kommen bei der Sprachwiedergabe nicht allzu gut weg.

The Irishman (Drama)

Probieren wir es mit etwas mehr Niveau und weniger Krawall. Scorsese platziert Sounds und Stille bewusst, um eine authentische Szenerie zu erschaffen. Selbst, wenn es mal lauter wird, sind die Sounds klar voneinander zu unterscheiden. Dem GSP 300 tut diese Herangehensweise spürbar gut. Er wird nicht von extremem Action-Krawall erschlagen und hat so die Gelegenheit, mit dezenten Nuancen und mehr Räumlichkeit als im ersten Beispiel zu punkten. Auch die Stimmen klingen um Welten besser.

Der Nachteil für einen Verstärker wie den GSX 300 ist in diesem Genre: Er kann nicht viel besser machen, vor allem, wenn man nicht auf die feinen Details hört. Das 7.1-Ergebnis mit Movie-EQ klingt unterschwellig und unaufdringlich attraktiver als das Kopfhörer-only-Ergebnis. Es sind kleine Nuancen, wie ein klein wenig mehr Bass im Soundtrack oder noch etwas mehr Differenzierung in der Räumlichkeit. Aber alles in allem schafft hier schon der GSP 300 ein schönes Klangbild, das der Durchschnittsnutzer durch den Verstärker nicht übermäßig gepusht hören wird.

Summa summarum an dieser Stelle: Je lauter der Film, desto sinnvoller ist der Verstärker, denn er bringt Nuancen in den Krawall. In ruhigeren Filmen machen die Kopfhörer allein auch schon eine sehr gute Figur.

Gaming

Parade-Disziplin Gaming mit Kopfhörer allein & im Paket

Wenn der Ring um das Lautstärkerad blau leuchtet, bin ich in Modus 1.
Ein Knopfdruck und ich bin in Modus 2 - das Licht leutet rot.
Beim Gaming punktet die Kombi auf ganzer Linie.
Wenn der Ring um das Lautstärkerad blau leuchtet, bin ich in Modus 1.

Hellblade: Senua’s Sacrifice

Es wird Zeit für den Gaming-Test und als Erstes habe ich mir ein audiovisuelles Schmankerl rausgesucht. In „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ führt der Spieler die geschundene Heldin Senua auf ihrer Reise durch die nordische Unterwelt. Das beachtliche daran ist die vielfältige Tonspur. Nicht nur höllisch-unheimlichen Soundeffekte tummeln sich da, Senua wird von ihren eigenen Dämonen verfolgt, die sie – und damit der Spieler – während des ganzen Spiels in ihrem (seinem) Kopf hört. Für den EPOS | Sennheiser GSP 300 stellt sich damit die Aufgabe, alle Sounds zu einem atmosphärischen Ganzen zu vereinen. Und das macht er überaus gut. Das Tropfen, Knarzen, Wabern von Helheim liefert als gut differenzierte Soundkulisse die Grundlage. Senau atmet mir schwer in beide Ohren, während mir von links und rechts – und teilweise auch ganz gut im Raum verteilt – diverse Stimmen die Zerrissenheit der Protagonistin ins Ohr flüstern.

Schalte ich jetzt den EPOS | Sennheiser GSX 300 dazwischen, kann ich mich zunächst erst einmal wieder für die passenden Equalizer-Einstellungen entscheiden. Für den ersten Schritt wähle ich eSport (Treble), was mir alle Frequenzen bis 500 Hertz deutlich absenkt. Im Spiel reduziert das zwar die Atmosphäre, dafür kommen Stimmen wesentlich besser zur Geltung. Auch diverse Sounds werden deutlicher hervorgehoben, was sicherlich in Shootern Vorteile hat. Die Räumlichkeit des Klangs passt insbesondere in 7.1 für meinen Geschmack sehr gut. Ich kann mehr als nur links und rechts und damit die Herkunft eines Geräusches erkennen.

Tom Clancy’s The Division

Als zweites Test-Spiel habe ich mir „The Division“ zu Gemüte geführt. Hier geht es nicht ganz so cineastisch und episch zu, dafür bietet das Game viel mehr Soundeffekte und eine schöne Spielwiese für räumliche Verteilung der Audioelemente. Ich gehe zunächst wieder mit dem GSP 300 ans Werk. Dabei schafft der Kopfhörer ein gutes, ausgewogenes Klangbild, bei dem auch der gelungene Soundtrack des Spiels nicht zu kurz kommt. Während ich mich durch die Straßenschluchten arbeite und der Gegner erwehre, wummert im Bass ein cooler Synthie-Score. Dahinter liegt der vielschichtige Klang der Großstadt und um mich herum höre ich die Kommandos der Einsatzleitung und einschlagende Projektile. Hinten links trifft eine Kugel ein Polizeiauto und die Sirene geht an. Dort wo sie auch zu hören sein sollte. Vor mir laufen neue Gegner auf und brüllen ihre Parolen in mein Ohr. Der EPOS-Kopfhörer macht das Spiel zum Film und präsentiert mir eine schöne Audio-Vielfalt.

Jetzt schalte ich wieder den EPOS | Sennheiser GSX 300 dazwischen und stelle zuerst auf eSport und 7.1. An diesem Spiel zeigt sich deutlich, wie stark der Sound aufs Wesentliche (fürs „professionelle“ Zocken) reduziert wird. Vom Soundtrack höre ich nur noch unterschwellig etwas und die Tiefen und Bässe sind praktisch komplett passé. Dafür höre ich die Kommunikation jetzt sehr deutlich und mit genauer räumlicher Zuordnung. Gleiches gilt für die Geräuschkulisse aus Schritten, Schüssen, einschlagenden Projektilen, etc. An sich bin ich zwar kein Freund davon, den Sound so sehr zu reduzieren (und ich bin auch kein eSportler), aber das Klangbild wirkt trotzdem so immersiv, dass ich mich im Spiel wohl fühle. Das merke ich umso deutlicher, als ich auf die Equalizer-Einstellung „Film“ wechsle. Auf einmal ist wieder die komplette Kulisse da und wirkt fast schon zu voll. Die Verstärker-Kopfhörer-Kombi erzeugt erneut einen sehr epischen, filmischen Gesamtsound, der aber doch die für den Spielfortschritt wesentlichen Geräusche zur Nebensache macht.

Letzten Endes würde für mich als Gelegenheits-Gamer wahrscheinlich der EPOS | Sennheiser GSP 300 an der Stelle genügen, dennoch bietet der Verstärker auch hier einen deutlichen Mehrwert. Vor allem, wenn man mehr Ambitionen hat als der Freitag-Abend-Zocker von Nebenan.

Mikrofon

Klare Sprachübertragung mit den entsprechenden Einstellungen

Der GSP 300 bringt ein sehr gutes Mikrofon mit sich.
Der GSP 300 bringt ein sehr gutes Mikrofon mit sich.

Zu guter Letzt werfe ich noch einen Blick auf die Leistung des Kopfhörer-Mikrofons. Mit Umklappen und Losreden ist es dabei bei Weitem nicht getan: Vor allem, wenn ich den Verstärker zwischengeschaltet habe, bekomme ich noch eine ganze Reihe an Spielmöglichkeiten geboten. Zunächst kann ich per Stimmverstärker auswählen, ob meine Stimme eher warm oder kalt – sprich mit Bass oder ohne – übertragen wird. Hinzu kommt noch ein genereller Stimmverstärker, Side Tone, Noise Gate und Geräuschunterdrückung. Viele dieser Einstellungen lassen sich sehr detailliert vornehmen und ich merke schnell, dass ich das auch tun sollte.

Setze ich die Verstärkung zu gering an, verpufft mein sonores Stimmchen gern. Stelle ich Noise Gate und/oder Geräuschunterdrückung falsch ein, hört mein Gegenüber nicht nur keine Nebengeräusche mehr, vielmehr bin ich selbst auch schnell nicht mehr zu verstehen. Ich muss also schon ein wenig rumprobieren, bis ich die passenden Einstellungen gefunden habe. Am Ende lande ich bei maximal verstärkter, kalter Stimme mit niedrigem Noise Gate und mittlerer Geräuschunterdrückung. So kommt meine Stimme klar rüber und es wird nichts verschluckt. Im Gegenzug kann es um mich herum auch mal lauter zugehen, übertragen wird das Durcheinander nicht.

Fazit

Guter, erschwinglicher Kopfhörer - noch besser in der Verstärker-Kombi

Razer, ASUS ROG, HyperX – das sind wohl am ehesten Namen, die bei Gaming-Headsets in den Sinn kommen. Doch auch hinter dem etwas sperrigen Branding EPOS | Sennheiser stecken beachtliche Spielerqualitäten – insbesondere, wenn ihr euch für eine Kombi aus Kopfhörer und Verstärker entscheidet. Dabei liefert schon der GSP 300 für seinen ziemlich günstigen Preis von unter 100 Euro sehr ordentlich ab. Er spielt von Bass bis Höhen sehr souverän auf und schafft bei Musik, Film und Game ein gleichermaßen druckvolles wie differenziertes Sound-Bild. Komfortabel ist er zudem und er kann auch beim verbauten Mikro punkten.

Der Verstärker GSX 300 präsentiert sich als Einsteigermodell von EPOS | Sennheiser und kann dafür doch reichlich. Bei Film und Musik bringt er genreabhängig mal mehr, mal weniger „Wow“ ins Ergebnis. Mal bekommen Action-Sequenzen mehr Druck, mal klingt das Blech im Klassik-Konzert viel klarer. Lohnenswert ist der Zwischenschritt über den Verstärker allemal. Und beim Gaming wird es noch eine Ecke interessanter, da auch die dazugehörige Software noch einige Schmankerl im Gepäck hat. Da bleiben wenige Kritikpunkte außer vielleicht die Reduziertheit der Bedienelemente am Verstärker selbst oder aber die nicht ganz optimale Umsetzung der Software-Suite. Aber bei um die 80 Euro passt eben das Gesamtpaket. Als Duo haben mich Kopfhörer und Verstärker von EPOS | Sennheiser jedenfalls überzeugt.

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