WordPress – ein Tool für jedermann ?

von Ben Walther

· 3 min Lesezeit

Die Zahl der Blogs im WorldWideWeb steigt stetig und immer schneller. Jeder will eins haben und jeder möchte gern ein individuelles gestalten. Vielen fehlen die Kenntnisse, um ein Blog a la Cyberbloc zu gestalten. Wie umgeht man aber die kosten- und zum Teil einfallslosen Angebote, die wie Pilze aus dem Boden schiessen? Ganz einfach: WordPress

Mit WordPress kann man ohne großartige Kenntnisse in Programmierung, Design und Hosting relativ zügig und simple seinen eigenen Bloc zusammenbasteln.

Wenn man sich zunächst offline an WordPress versuchen möchte, installiert man sich auf seinen Rechner die notwendigen Programme. Für Einsteiger ist hierbei besonder das Programm XAMPP zu empfehlen, dass man sich kostenfrei von Seite ApacheFriends.org herunterladen kann.

Wurde das komplette Paket erfolgreich auf dem Rechner installiert (Apache und MySQL laufen wie auf dem oberen Bild), besorgt man sich WordPress (zum Beispiel hier)

Screenshot – www.wordpress.de

und installiert das Ganze im dafür vorgesehenen Ordner. Dies müsste dann ungefähr so ausschaun:

Eine genau Anleitung für die Offline-Installation findet man hier.

Ist der Blog mit seinen Standard-Themes und Plugins eingerichtet kann man mit dem Herumexperimentieren beginnen. Themes und Plugins gibt es in Hülle und Fülle. Diese kann man nach belieben selbst ein wenig umgestalten. Auch ohne umfangreiche PHP-Kenntnisse findet man sich in den Quellcode sehr gut hinein, da die Datei zumeist mit zahlreichen Kommentaren versehen sind. Wenn man trotzdem Fragen rund um WordPress hat, stellt man sie einfach im entsprechenden Forum und siehe da, na kurzer Zeit bekommt man Unterstützung. Ich muss sagen, dass das Forum sehr gut besucht ist und es wirklich nicht lange dauert, bis man auf seine Fragen zahlreiche Antworten erhält.

Screenshot – www.wordpress.de

Hat man irgendwann sein Wunsch-Design gefunden, möchte man es natürlich der ganzen Welt zeigen. Dafür benötigt man einen Hoster, der PHP unterstützt und min. eine Datenbank zur Verfügung stellt. Die Auswahl ist auch hier wieder unendlich. Aber Vorsicht vor dubiosen Angeboten! Und nicht jedes Angebot, das verlockend klingt, hält auch was es verspricht. Erfahrungsberichte und Empfehlungen findet man auf der Seite www.webhostlist.de.

Ist der perfekte Anbieter gefunden, kann es los gehen. Hosting-Paket ordern, die notwendigen Einstellungen vornehmen, eine Datenbank anlegen und diese in der Datei wp-config.php übernehmen und das entpackte Paket mit den WordPress-Dateien per FTP-Programm uploaden. Hat der Hosting-Anbieter alles fertig eingerichtet ruft man mit seinem Browser die install.php auf und in wenigen Schritten ist die Software installiert.

Nun kann man sein eigenes Theme und die notwendigen Plugins hochladen. Dann kann das Bloggen beginnen.

Meine Erfahrungen mit WordPress und der stetig anwachsenden Gemeinde sind hervorragend. Man bekommt schnelle Hilfe auf allmögliche Fragen zur Software etc. und nach einer kurzen Einarbeitungszeit hat man seinen eigenen Blog auf die Beine gestellt. Bis der Blog so aussieht, wie der Cyberbloc bedarf es etwas Zeit- und Arbeitsaufwand.

Ständig findet man neue Themes und nützliche Plugins, und kann so seinen Blog verschönern und aufpeppen. Was besonders interessant ist, findet man auf der Seite www.freshpursuits.com. Dieses Theme, bei dem man schon von einer eigenen „Software“ sprechen kann, ist vieleicht am Besten mit WYSIWYG-Editoren vergleichbar. Man kann sich seinen Blog selbst zusammenbauen, d.h. ich muss nicht das Design und den Aufbau eines Themes so hinnehmen wie er ist – sprich: Einträge links und rechts daneben eine Sidebar. Mit Canvas kann ich die einzelnen Bausteine so verschieben, wie ich es gerne hätte, wodurch mir unendlich viele Möglichkeiten der Anordung offen stehen.

Screenshot – www.freshpursuits.com
Hier sieht man das Block Management, wo man die einzelnen Blöcke mit den Plugins an eine beliebige Stelle verschieben kann. Dies ist sowohl für die Hauptseite, als auch für die einzelnen Beitragsseiten, den eigenen erstellten Seiten und den Archivübersichten seperat möglich. D.h. man kann die Sidebar oder den Aufbau der Seite variabel gestalten. Dies ist zum Beispiel sehr nützlich wenn man eine extra Seite nur mit Statistiken oder Archiv-Beiträgen anzeigen lassen möchte.

Screenshot – www.freshpursuits.com
In der Block-Übersicht kann man die vorhandenen Plugin-Blöcke beliebig oft kopieren, um sie so auf unterschiedlichen Seitentypen zu verwenden. Blöcke, die man nicht benötigt kann man hier auch wieder löschen.

Screenshot – www.freshpursuits.com
Im nächsten Reiter kann man über einen einfachen Schieberegler schnell und unkompliziert die Farben einzelner Bereiche verändern.

Somit kann man abschließend sagen, dass Mithilfe von WordPress das Bloggen im eigenen Stil wahnsinnig einfach und unkompliziert gewurden ist. Keine Anmelden auf Seiten mit wenigen vorgegebenen Themes, bei denen man vielleicht gerade noch die Farbe ändern kann. Kein eigener Blog, der vielen anderen wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

WordPress ist für jedermann.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Martin Philipp 21.06.2006, 10:40 Uhr

@Ben: Hättest du zur Illustration deines Artikels evt. noch ein Bild oder einen Screenshot?

Jörg Petermann 21.06.2006, 11:28 Uhr

Wenn mein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht bald jedes Problem aus wie ein Nagel!
In diesem Sinne mag ich der so vollmundigen Schlußfolgerung nicht folgen und weise darauf hin, dass es je nach Einsatzzweck, Ziel etc. einer Reihe von wertvollen Weblog-Systemen gibt, auch wenn diese ggf. dem "Basteln" nicht so einfach zur Verfügung stehen. :))

Ben Walther 21.06.2006, 11:44 Uhr

@Jörg: Klar hast du damit Recht, aber es ist so ziemlich das einfachste Tool zum Erstellen eines eigenen Blogs, den man selber hosten kann, d.h. der nicht über einen der "Anbieter" läuft. Es ist doch mit allem so, dass es immer irgendwelche Alternativen gibt, die für den ein oder anderen Zweck besser geeignet sind. @Martin: Was meinst du für Screenshots? Mein eigener Blog ist noch nicht fertig bzw. hat noch ein paar Problemchen. Aber über die Seite von wordpress.de bekommst du eigentlich jede Menge Screens bzw. Links.

Martin Philipp 21.06.2006, 12:00 Uhr

@Ben: Jepp, um jene geht's - falls du externe Bilder verwenden willst, immer auf die Quellenangabe achten. Am besten wären jedoch eigene Bilder/Screens, bspw. solche, die die Entstehung deines Blogs während des Arbeitens mit Wordpress illustrieren.

Malte von Wahlert 21.06.2006, 12:02 Uhr

@Ben, Screenshots wären echt gut, mit Gimp kannst du die ganz einfach nur von dem angeklickten Programm machen...das ist echt hilfreich, so sieht man gleich im Artikel wie das Programm den aussieht und muss nicht erst die Seite ansurfen von Wordpress um dort sich durchzuklicken gruß Malte

Ben Walther 21.06.2006, 16:12 Uhr

Hoffe, dass die neu eingefügten Screenshots dem besseren Verständnis dienen.

Martin Philipp 23.06.2006, 11:16 Uhr

Interessantes zum Thema aus Sicht eines Programmierers: Wordpress zerlegen Teil 1: Aufbau dynamischer Websites und Wordpress zerlegen Teil 2: Prozeduralcode.

Ben Walther 23.06.2006, 20:29 Uhr

Sehr interessante Sichtweise. Auch wenn ich beim ersten Mal lesen nicht alles voll aufnehmen konnte, so werde ich es mir nochmal in Ruhe zu Gemüte führen. Aber hier stellt sich wieder die Frage: Wieviel Prozent der Nutzer - und es sind inzwischen zahlreiche - schauen sich die Architektur dahinter an? Die große Anzahl an Dateien, die pro Click durchforstet werden hat aber auch Vorteile. Das Ganze ist doch für die Leute perfekt, die ein wenig "herumbasteln" möchten, aber nicht über das perfekte Programmierwissen verfügen. Diese finden sich in die einzelnen Dateien besser hinein, als wenn sie es mit einer großen zu tun hätten. Dann würde manche ziemlich schnell den Überblick verlieren. Danke dir trotzdem für die Links.

Mathias 23.06.2006, 23:02 Uhr

"Aber hier stellt sich wieder die Frage: Wieviel Prozent der Nutzer - und es sind inzwischen zahlreiche - schauen sich die Architektur dahinter an?" Genau. Ich wollte wissen, wie es aufgebaut ist - und war eher negativ überrascht; darum auch die Artikel. Ich meine natürlich nicht, dass alles in einer Datei sein soll. Das wäre fast noch schlimmer. Aber mit dem objektorientierten Ansatz wäre die Anzahl an Dateien wesentlich kleiner und auch deren Grösse. Gleichzeitig steigt die Flexibilität. Sogenannte "Hooks" (ich nenne es Objektüberladung) wären ohne Probleme möglich, so dass Benutzer und Plug-In-Entwickler nichts am "Core" ändern müssten. Nachteil: PHP 5 ist Pflicht, aber welcher Hoster bietet schon nicht PHP 5? Aber das kommt alles früher oder später :)

U.we 14.01.2010, 10:28 Uhr

Hallo Ben, Irgendwie haben mir auch Screenshots vom Back-End gefehlt. Auf die Seite kam www.freshpursuits.com ich immer auf der Startseite und nicht weiter... Aber was mich auch interessieren würde, ist ob man nur die vorgegebene Wordpress-Themen benutzen kann, mit oder ohne Baukasten, oder ob selbst Themen erstellen kein Monster ist. ich habe mal mein Glück mit Typo3 und Joomla versucht, die sind aber extrem zeitaufwändig und dann habe ich es auch gelassen... leider. PHP ist auch nicht meine Lieblingssprache, ein übles Muss eher, aber da muss man halt durch. :)

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