Wo sind nur die Blogger hin? Wo sind sie geblieben?

von sven-kaulfuss

· 2 min Lesezeit

Die Schwierigkeiten des Corporate Blogging
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Angeregt vom Kommentar des Jörg H. innerhalb dieses Artikels , möchte ich den folgenden Beitrag als Grundlage für eine lebhafte Diskussion schreiben. Der ständige Leser des CyberBlocs wird feststellen, dass die überwiegende Mehrzahl der geschriebenen Artikel von mir stammt. Nun könnte man es auf einen übertriebenen Ehrgeiz des Chefredakteurs reduzieren, oder aber man überdenkt die Angelegenheit doch etwas komplexer.
Mein großer Wunsch ist es selbstverständlich noch mehr regelmäßige Schreiber für das CyberBloc zu finden, eine Zielstellung die der Pluralität innerhalb des Blogs zu Gute kommen sollte. Hier bedarf es einer Menge an Aufklärungsarbeit, einen ersten Ansatz konnte ich mit einer Infoveranstaltung am vorigen Montag zu diesem Zweck setzen. Mit den folgenden Punkten möchte ich meine Denkübungen zu diesem Thema präsentieren und im Anschluss zur Diskussion anregen.

Warum ist es so schwierig Schreiber für das CyberBloc zu finden?

1. Der Zeitfaktor

Bei meinen Gesprächen wird dieser Punkt häufig vorgebracht, die knappe Zeit und das zu schaffende Arbeitspensum würden es schwierig machen Artikel zu schreiben. Objektiv betrachtet muss man diesen Punkt mit Sicherheit akzeptieren, meiner Meinung nach kann dies jedoch nicht der einzige Grund sein, denn ein kleiner Artikel benötigt nicht mehr als 10 bis 15 Minuten.

2. Der Faktor der eigenen Unsicherheit

Viele Mitarbeiter fragen sich auch, kann ich überhaupt schreiben und über was soll ich schreiben? In diesem Zusammenhang kann ich nur aufrufen, legt einfach los, probiert es. Niemand erwartet hochragende Lyrik oder ein Essay über den Sinn des Lebens. Es gibt mehr Dinge über die man schreiben kann, als man bereit ist es sich vorzustellen.

3. Der Positionierungsfaktor

Der größte Knackpunkt eines Mitarbeiterblogs ist die innere Angst sich mit dem Geschriebenen innerhalb der Firma zu positionieren. Wie allgemein im Arbeitsleben überlegt man es sich mehr als zweimal was und wie man etwas sagt. Die Befürchtung mit dem Geschriebenen jemanden auf die Füße zu treten oder einfach nur dumm dazustehen kann ich zweifelsohne verstehen. An dieser Stelle kann man nur langsam versuchen das Eis aufzubrechen. Mein Angebot hier, die Ängstlichkeit schrittweise abbauen und euch ermutigen: Traut euch! Letztendlich trage ich die Verantwortung und halte meinen Kopf hin für die Dinge die innerhalb des CyberBlocs geschrieben werden.

Jetzt würde ich natürlich gerne die Meinung der Leser wissen. Bitte nutzt die Kommentarfunktion und teilt mir eure Überlegungen zu diesem wichtigen Thema mit.

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Melanie Schönberg 17.03.2006, 13:18 Uhr

zu Punkt 3) Es ist ja schön, dass Du für den Inhalt des Blogs Verantwortung übernimmst, aber letztendlich bin trotzdem ich diejenige, die den Beitrag geschrieben hat und im schlimmsten Fall für doof gehalten wird. Da steht ja immerhin mein Name drüber, nicht wahr.

Sven Kaulfuß 17.03.2006, 13:32 Uhr

@Melanie: Da gebe ich dir schon Recht, aber wie immer im Leben gilt, es ist besser eine Position zu beziehen und auch dazu zu stehen, als sich immer nur der vermeintlichen Majorität anzuschließen. Vielleicht gibt es im Nachhinein Leute, die dann Deinen Artikel auch „doof“ finden. Aber genau darin liegt ja der tiefere Sinn, Ecken und Kanten machen einen Menschen doch erst auffallend interessant. Jedem zu gefallen ist definitiv nicht möglich. In diesem Sinn muss man auch mal bereit sein anzuecken und Stellung zu beziehen. Ich gebe zu, vielen fällt dies sehr schwer, aber mit einem gehörigen Schuss Chuzpe gelingt dies mehr und mehr :-)

Melanie Schönberg 17.03.2006, 13:44 Uhr

@Sven: Ich bleibe lieber auffallend uninterssant. ;-) Habe ja nicht ohne Grund Bibliothekswesen studiert.

fzk 17.03.2006, 14:21 Uhr

kennst du diese kopfschmerztablettenwerbung, wo eine kugel eine spirale hinunterrollt, um den optimalen und schnellen fluss zu symbolisieren? was passiert in einer umgebung, in der permanent kugelketten die funktionierende, weil festgelegte system-spirale hinabrollen - wenn plötzlich eine kantige pyramide oder gar ein komplett viereckiger würfel in die laufbahn zwischen die rollenden kugeln geschmissen würden? das system bleibt stehn - im schlimmsten fall gerieten die kugeln sogar aus der vorgegebenen bahn. was wollt ihr sein - kugeln oder würfel ?

ExMA 17.03.2006, 14:39 Uhr

Da die meisten Blogs vom Sinn oder Unsinn eines einzigen Schreiberlings leben müssen, sind die Chancen, dass der CyberBloc mal ein interessanter Technik-Weblog wird ziemlich hoch. Herstellerunabhängiges Wissen und Gewissen (mal von einem einzigen kleinen Obstler abgesehen :) ) bekommt man nicht überall. Nur leider schade wenn keiner mitmachen will und alles den Bach runter geht. Zumal CP in Webforen eine Menge Fürsprecher hat. Ein Blog sollte schon weil er ein Blog ist, auch Dinge sagen, die ein kleines bisschen abweichen und unangenehm sind. Aber ich verstehe auch Melanie, da ich die Cyberportis kenne. @Sven: Such Dir doch einfach außenstehende "Anverwandte", die an Deinem Blog ein bisschen mitarbeiten. Die richtigen Cyberportis kommen dann bestimmt von ganz allein dazu.

Kirstin Walther 17.03.2006, 19:04 Uhr

Wie im richtigen Leben, sollte man natürlich auch beim Bloggen nachdenken, bevor man etwas veröffentlicht. Ich vergleiche das Bloggen und das Kommentieren in Blogs schon gern mit Gesprächen. Auch da kann man anecken. Und es liegt an einem selbst, ob man bei seiner Meinung bleibt, etwas richtig stellt oder sich entschuldigt. Das steht einem beim Bloggen natürlich auch frei. Man bemerkt manchmal, daß die Leute aufgrund der möglichen Anonymität im Netz sich weniger zu benehmen wissen, als wenn der Gesprächspartner ihnen gegenübersäße. Das finde ich nicht gut. Man sollte sich immer und überall respektvoll gegenüber anderen verhalten - schon aus dem Grund, weil man das selbst auch erwartet. Wie Sven schon sagte, es ist unmöglich durchs Leben zu gehen, ohne daß man bemerkt wird und man wird immer wieder auf Menschen treffen, denen unsere Nase nicht gefällt oder auf Menschen, die uns auf Anhieb sympathisch finden. Nach unserem Eintrag über die Befürwortung des Woba-Verkaufs waren sofort Kritiker auf den Plan gerufen, die ziemlich bösartig auf dem Dresdner Oberbürgermeister rumhackten. Als dieser sich dann einige Zeit später selbst zu Wort meldete - in einer sehr kompetenten und professionellen Art - bekam ich eine Email von einem dieser etwas unhöflichen Kommentatoren, mit der Bitte, doch die wüsten Beschimpfungen nachträglich aus seinen Kommentaren zu löschen. Das tat ich auch - aber eine öffentliche Entschuldigung hätte ich schöner gefunden. Trotzdem eine schöne Geste.

Sven Kaulfuß 18.03.2006, 13:03 Uhr

An dieser Stelle schon mal vielen Dank an all die Kommentatoren, hoffe es wird noch fleißig weiter diskutiert. Weitere Überlegungen hierzu findet Ihr zusätzlich im Trackback-Artikel von Robert Basic. Auch der Kommentar unseres Mitbegründers und ehemaligen Geschäftsführers, Jörg Holzmüller, enthält einen weitsichtigen Aspekt.

Olaf Siegel 18.03.2006, 13:35 Uhr

Als wir im Juli 2000 unseren ersten gedruckten Katalog herausgebracht haben und damit zu einer Kölner Mac-Messe gefahren sind, um das persönliche Gespräch zu suchen und vor allem unseren Kunden etwas in die Hand zu drücken, was unsere Firmen- und Produktphilosophie schwarz auf weiß wiedergibt, haben wir als damals reinrassiger Online-Shop komplettes Neuland betreten. Inzwischen stützen unsere diversen Katalogformate die Marke Cyberport als Premium-Technik-Händler aus Sicht der Hersteller und Kunden in besonderem Maße und unser Hauptkatalog hat im deutschsprachigem Markt sogar Referenzstatus erlangt. Dennoch ist dieses Format in punkto Authentizität, Aktualität und Dialogfähigkeit keine geeignetes und tragfähiges Medium. Mit unserem CyberBloc betreten wir wiederum Neuland und wollen nach und nach immer mehr Mitarbeiter aber auch Kunden und Freunde von Cyberport davon überzeugen, dass sich hier für das Themenspektrum "Technik & Lebensalltag" ein nützliches Forum und brauchbarer Guide entwickelt hat. So wie Sven als erster Redakteur unserer Kataloge seine Kollegen nach und nach mitgezogen hat und die inhaltliche Qualität nach vorne gebracht hat, so bin ich auch dieses Mal sehr zuversichtlich, dass ihm das gleiche mit dem CyberBloc wieder gelingt. Ein guter Anfang ist jedenfalls gemacht, das zeigen nicht zuletzt die täglichen Besucherzahlen, die bereits um die 1000 Besuche pro Tag pendeln. Über jeden neuen Firmenblogger und natürlich auch Gastblogger freuen wir uns sehr. André Niklaus, der neue Shootingstar der deutschen Sportszene hat das wunderbar vorgemacht. Wir haben ihn vor seinem überraschenden Weltmeistertitel im Mehrkampf bei der Leichtathletik-Hallen WM in Moskau darum gebeten, vor und nach dem Wettkampf "live" aus Moskau zu bloggen. Er hat uns insgesamt sogar drei Beiträge geschickt, einen sogar direkt nach Wettkampf und Siegerehrung. Auch werden es nicht jedesmal Weltmeistertitel und große Siege sein müssen, auch die vielen kleinen Beiträge, die sich um die alltäglichen Dinge des Lebens drehen, sind uns hier sehr willkommen. Olaf Siegel, Mitgründer und Geschäftsführer cyberport.de gmbh

Danilo 18.03.2006, 14:35 Uhr

Jede neue Idee braucht als erstes eine Vision und eine oder mehrere Personen, die sie nach vorn treiben! Ist die Idee gut und wird die Umsetzung von Anfang an mit viel Eigeninitiative sowie Liebe zum Detail angegangen, springen im Folgenden immer mehr darauf auf. Dies ist manchmal ein revolutionärer, meistens aber ein evolutionärer Prozess. In den wenigen Wochen, seit es den Cyberbloc gibt, hat er sich zu einem überaus interessanten Medium entwikelt. Dies liegt sehr stark am Enthusiasmus von Sven, seiner hohen Kreativität und der sehr guten Schreibe. Jedoch ist immer mehr zu sehen, dass daneben mehr und mehr Cyberporties sowie Gastblogger kräftig in die Tasten hauen. Um so vielfältiger die Beiträge werden, um so interessanter wird der Cyberblog! Jedoch muss sich jeder erst mal mit diesem, noch neuen und doch etwas anderen Medium beschäftigen, um etwas Sicherheit im Umgang mit selbigen zu bekommen. Dies dauert sicher noch ein wenig, jedoch bin ich mir sicher, dass das Blog in wenigen Wochen oder Monaten zum Arbeitsleben der Cyberporties dazugehört, wie E-Mail oder SMS!

Nero 18.03.2006, 19:41 Uhr

Iich kann neben der Arbeit bloggen, und wüsste auch sehr genau was. Ist Melanie noch in der Probezeit? :coolsmirk:

Oliver Theurich 20.03.2006, 08:08 Uhr

@Kirstin: In gewisser Hinsicht hat Melanie schon recht. Denn im Gegensatz zu Dir ist sie "nur " Mitarbeiterin und würde wahrscheinlich in Teufels Küche kommen, wenn sie hier im Blog einen Meinungsbericht über den Woba Verkauf schreiben würde. Denn cyberport ist nach außen politisch neutral (soweit ich das weiß - weiß das aber jeder MA hier???). Trotzdem: Position beziehen ist enorm wichtig. Denn Geschwafel interessiert niemanden. Ich werds auch weiterhin tun :) @Sven: Du hast den meines Erachtens nach einen sehr wichtigen Punkt außen vor gelassen: Die Egalomie. Ich bin mir sicher, das ein Großteil der Leute dieses Blog gern lesen, aber niemals reinschreiben würden. Weil sie einfach keine Lust dazu haben :) "Denn andere können das viel besser" Ein Fakt, den ich persönlich sehr gut nachvollziehen kann. Schau dir unser internes Blog an, welches sich nach fast einem Jahr zwar endlich zur klassischen Form der Unternehmensinformation entwickelt hat, aber trotzdem nur von einer Handvoll MA betreut wird.

Sven Kaulfuß 20.03.2006, 09:22 Uhr

@ Oli: Den „Gleichgültigkeitsfaktor“ hatte ich nicht extra erwähnt. Schon während der Konzeptionsphase war mir dieser jedoch immer bewusst. Ich selbst war von einer Affinitätsquote zwischen 5 und 10 % ausgegangen. Auf Grund persönlicher Gespräche und der Teilnehmerzahl von unserer Infoveranstaltung kann ich sagen, dass diese Quote sogar etwas über meiner Schätzung liegt, ca. 10 bis 20 %, sprich wiederum 80 % der Mitarbeiter wird man zunächst kaum erreichen. Gehen wir jetzt mal von ca. 15% echtem Interesse aus, so bloggen aktiv derzeit gerade hiervon 20 %, oder in Mannes- und Frauenkraft gerechnet 3 Leute ;-). Ich denke die „Wahrheit“ oder wie man es auch immer bezeichnen möchte, besteht aus einer Melange der verschiedenen Faktoren.

Melanie Schönberg 21.03.2006, 08:50 Uhr

@Nero: Ich habe meine Probezeit glücklicherweise bereits bestanden und darf mich nun als fester MA sehen. Dennoch versuche ich meine Worte und Blogthemen bedacht zu wählen, Fettnäpfchen wird man nicht immer vermeiden können, aber man kann sie minimieren. :-)

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