Wir sind alle bald tot!

von sven-kaulfuss

· 1 min Lesezeit

Macht das hier überhaupt Sinn?
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Erst lese im am Wochenende die „Todesanzeige“ des Fixing Blog (via Blogbar) nun tönt auch die Süddeutsche über das Ende des „Blogging-Wahns“ (via Basic Thinking). Mal davon abgesehen, dass die SZ nicht sonderlich gut mit Zahlen umgehen kann (via Stefan Niggemeier), reflektiert man doch selbst den einen oder anderen Gedanken in dieser Hinsicht…
Soll man dies nun als großen Wendepunkt betrachten oder wird lediglich der (auch von den klassischen Medien) hervorgebrachte Hype zum Anti-Hype emporgehoben? Wie immer gilt, was will man mit einem Blog wie diesen hier erreichen. Zugegeben, die Versprechungen mancher Berater (von einigen auch einfach als Scharlatane bezeichnet) klangen sehr verheißungsvoll, jedoch auch maßgeblich überzogen. Die Grundidee, wir machen mal ein Blog und sparen uns jede Menge klassische Marketingarbeit, kann man getrost vergessen. Soweit gehe ich in der Einschätzung mit. Geht es allerdings um den Punkt „Kundenkommunikation“ stellt ein gut gemachtes Corporate Blog eine wesentliche Bereicherung dar. Nur muss man es auch wollen und vor allem können. Wenn wir uns anschauen, welche Corporate Blogs „Erfolg“ haben und welche nur vor sich hinvegetieren, zeigt sich dieses Bild klar ab.

Hier gilt dasselbe Prinzip wie bei anderen, privaten Blogs. Schreibt man nur ein, zwei Artikel im Monat, sollte man es lieber gleich sein lassen. Gibt man sich Mühe und hängt sich rein, erhält man letztendlich eine wahre Kommunikationsbasis. Nach dieser Definition stehen wir mit dem CyberBloc gut da, meiner bescheidenen Meinung nach.

Oder irre ich mich? An dieser Stelle die provokante Frage an die getreue Leserschaft: Macht das CyberBloc eigentlich Sinn, oder sollen wir es lieber sein lassen? In diesem Sinne: Morituri te salutant – Die Todgeweihten grüßen dich!

Kommentare

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Gepostete Kommentare

Uwe Werner 05.03.2007, 14:58 Uhr

Solange es Blogs schon gibt, solange gibt es auch bereits die Rufer in der Wüste, welche den Niedergang der Blogosphäre beschwören. Der Bericht der "Süddeutschen" ist relativ einseitig geschrieben und zieht, wie so viele Äußerungen dazu, stetige Vergleiche zwischen der Blogosphäre in den USA und in Deutschland. Trotz Globalisierung sind solche Vergleiche unzulässig, so sie lediglich die äußeren Erscheinungen darstellen, aber Gründe und Historie außer acht lassen. Die Blogosphäre ist sicherlich kein zum Untergang verurteiltes Medium (das gleiche sagte man dem Internet Mitte der 90er im übrigen auch voraus), sondern durchlebt dynamische Entwicklungen, welche ebenso Stillstand oder einen temporären Rückgang beinhalten können. Wer allerdings überrascht ist, dass die Ausdehnung irgendwann auch mal ein Ende findet und daraus gleich Bloguntergangsprognosen strickt, dem sei ein Wirtschaftsgrundkurs empfohlen. - Vielleicht wollten die Redakteure der "Süddeutschen" ausnahmsweise auch nur ein wenig polemisieren, doch eine derart einseitige und eher schlecht recherchierte Schreibe sollten sie bitte anderen Blättern überlassen...

Sven Kaulfuß 05.03.2007, 15:18 Uhr

@ Uwe: Sehe ich genauso, normalerweise gilt die SZ ja als Leitmedium der deutschen Presselandschaft, hierfür sollte man mit Zahlen schon etwas sorgsamer umgehen. Auch wenn man mit W&V "nur" kooperiert bei einem solchen Artikel. Vertrauen ist gut, journalistische Kontrolle besser.

Oliver Hofmann 05.03.2007, 15:38 Uhr

>>eine derart einseitige und eher schlecht recherchierte Schreibe sollten sie bitte anderen Blättern überlassen… Das Problem ist, dass die SZ Online seit dem letzten Relaunch zu einer dermaßen schlechten News Seite geworden ist und sich immer mehr auf dem Niveau von Spiegel Online einfindet. Die Online Redaktion ist in Punkto Seriosität anscheinend meilenweit entfernt von der Printredaktion. Die schlecht recherchierten Artikel in der SZ-ON findet man immer häufiger und die vielen negativen Kommentare der Leserschaft zu selbigen werden immer mehr. So gesehen, nicht alles was auf SZ-ON steht ist es auch wert zu lesen & zu glauben ;) Zum CyberBloc denke ich schon, dass er eine Zukunft hat, da es die richtige Mischung aus Corporate News und Einträgen seiner "freien" Autoren hat. :)

tb 05.03.2007, 17:43 Uhr

ich persönlich glaube, die "foren" werden langfristig das rennen machen, denn sie bieten die (meiner meinung nach) interessanteste, weil kurzweiligste mischung aus information, vor allem aber kommunikation und community bei relativ simpel gehaltener usability. in blogs als solchen erscheint mir die die darstellung zu sehr aus der blogowner-perspektive, um sie (die blogs) wirklich dauerhaft interessant zu erhalten. letztendlich erfolgt die meinungsbildung zur in blogeinträgen über allem gestellten information allermeistens in der kommunikation der zugehörigen community bzw. "zielgruppe". diesem ansatz folgen die heutigen blogs über die kommentier-funktion leider (meiner meinung nach) zu wenig... (da hilft auch schnelles antworten des "chefredakteurs" nix...) in summe bleibt der blog für mich ein schnelles & sinnvolles instrument zur einseitigen kommunikation nach aussen - mehr aber auch nicht.

Sven Kaulfuß 05.03.2007, 19:50 Uhr

@ Thomas: Nun, meiner Meinung nach kann man die Foren mit den Blogs nicht direkt vergleichen. An gewissen Punkten unterscheiden sie sich doch zunehmend, dass kann dann ein Vorteil oder aber ein Nachteil sein, je nachdem aus welcher Sichtweise man es betrachtet. Der reine Kommunikationsgehalt bzw. der reine Communitygedanke ist bei Foren u.U. größer. Ein Nachteil erwächst jedoch aus der strikten Vorgabe nach Topics und deren Ordnung. Bei mehr als vier Seiten zu einem Thema verliert man schnell den Überblick. Blogs geben mittels eines Startartikels eine Grundordnung vor, die konsequente, vertikale Sortierung der Kommentare erscheint mir persönlich, übersichtlicher. Es mag sein, bzw. ist ganz natürlich, dass der Stil eines Blogs durch den Blogbetreiber forciert wird. Für eine allumfassende Meinungsdarstellung bzw. Themenvielfalt ist dies vielleicht zu wenig, jedoch ausgeglichen wird dies durch Kommentare und Trackbacks. Der Ball wird halt weitergegeben und an anderer Stelle fortgeführt. Foren sind meistens beschränkt auf sich selbst, Blogs vernetzten sich im optimalen Sinne untereinander. Auch kann genau dieser persönliche Aspekt ein Vorteil sein, es kommt zu einem „Seifenopereffekt“. Aus irgendeinem Grund ist man von einem bestimmten Blog gefesselt und kommt wieder, das Ergebnis: eine Bindung zwischen Blogger und Leser. Foren und Blogs werden sicherlich in friedlicher Koexistenz weiter bestehen, wen auch nicht in der heutigen Form. Das Format unterscheidet sich zwar, jedoch zu guter Letzt geht es um Information und Kommunikation.

Willi 05.03.2007, 20:36 Uhr

Weitermachen ist doch klar!!!!! Ich dachte auch vor Monaten das Blogs dieses Jahr sterben werden, daher sicherte ich in einem schwachen Moment die Domain blosamen.de. Das geplante Projekt liegt jetzt auf Eis und die Domain steht zum Verkauf. Wie konnte ich glauben das Blogs sterben werden?

Tommy W. 06.03.2007, 14:44 Uhr

"Kaule"schrieb: Ein Nachteil erwächst jedoch aus der strikten Vorgabe nach Topics und deren Ordnung. Bei mehr als vier Seiten zu einem Thema verliert man schnell den Überblick. Blogs geben mittels eines Startartikels eine Grundordnung vor, die konsequente, vertikale Sortierung der Kommentare erscheint mir persönlich, übersichtlicher. So ein Thema wo ich auch mal was dazu schreiben möchte. Nun gut Kaule, ich muss sagen die Argumentation ist recht schwach oder steht auf wackeligen Beinen, denn eine Ordnungsstruktur in Foren etc. kann man durch einen kleinen Programmieraufwand abschaffen und somit übersichtlicher gestalten. Leider oder Oft, werden nun einmal php Modelle einfach übernommen weil sie kostenfrei sind oder für die Zwecke genügend Funktionen bieten. Der Unterschied zu einem Blog besteht wohl viel eher in der Thementiefe als in der Ordnung. "tb" schrieb: in summe bleibt der blog für mich ein schnelles & sinnvolles instrument zur einseitigen kommunikation nach aussen - mehr aber auch nicht. Ich denke diese Quientessenz kann man nur bestätigen. ps: die Quotefunktion fehlt mir hier...

Todesroboter 06.03.2007, 14:46 Uhr

Todesroboter meint: Weitermachen, ist doch klar! Und genau aus dem Grund hat sich eine kleine Gemeinde von netten Mitmenschen vor kurzem diese Domain gesichert: sieben50diktiergeraet.de. Und das Projekt liegt sogar nicht mal auf Eis, sondern funktioniert ganz gut. Wie lange noch? Wir werden sehen ...

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