Web 2.0 bei der Inauguration vom US-Präsident Obama
Web 2.0 lebt
Der 20. Januar 2009 war in den USA ein ganz besonderer Tag: Die Amteinführung des Präsidenten Barack Obamas. Zu der Amtseinführung sind Millionen Amerikaner und ausländische Gäste nach Washinton D.C. gekommen – an der National Mall in Washington konnten sie auf Grossbildschirmen dem sensationellen Ereignis beiwohnen oder direkt dabei sein. Kurz um, es war eine gelungene Amteinführung, die vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht gegeben hat. Aber nicht nur live war das Großereignis ein Erfolg, sondern auch im Internet…
Live-Streams auf CNN und allen anderen großen amerikanischen Fernsehsendern, auch Arte hat dieses Ereignis im Internet übertragen, Twitter, Flickr, Youtube, Livestream auf das iPhone über eine App – das Internet bot dem Interessierten mehr als genug Möglichkeiten dem Ereignis beizuwohnen. CNN verschmolz seinen Livestream sogar mit der Kommentarfunktion von Facebook – so konnte ich sehen was meine Freunde schrieben, aber auch was alle Facebook User weltweit zu sagen hatten. Web 2.0 meets TV – es war einfach packend zu sehen was die Menschen denken, die zugeschaut haben. In der Hochzeit wurden sogar dem Vernehmen nach über 3000 Kommentare in der Minute geschrieben. Aber auch andere Zahlen sind absolut beeindruckend: Die Netzlast von Limewire Networks, einem Content Delivery Netzwerk in der USA stieg über 250 Gigabytes die Sekunde, die Netzlast von Akamai, einem anderen Content Delivery Netzwerk lag bei 596% über dem sonst üblichen Tagesdurchschnitt, es wurden abertausende von SMS verschickt und deutlich mehr Aktivität beim Upload von Dateien (Fotos, Videos) gemessen. Twitter hatte fünf mal mehr Tweets (so heissen die Twitter Nachrichten) verarbeiten müssen als sonst im Tagesschnitt.
Das Web 2.0 hat die Massen der Internet-User erreicht und verändert Schritt für Schritt die Welt. Vor mehr als einem Jahrzehnt war die Inauguration in der USA für uns Europäer nicht mehr als ein Filmschnipsel in der Tagesschau oder im Heute Journal, jetzt können wir ganz bequem von überall auf der Welt nicht nur sehen was passiert, sondern auch mit jedem anderem darüber diskutierten, das Ereignis kommentieren und genau das anschauen was wir sehen wollen. Egal ob es die tausenden von Fotos auf Flickr sind, die Videos auf Youtube oder einfach nur das Foto, das CNN zusammen mit Photosynth aus den Einsendungen von vielen Fotografen zusammengestellt hat – die Welt verändert sich dank des Internets. Und auch im White House wurden die Zeichen der Zeit erkannt – es gibt jetzt einen offiziellen Blog.
[Zahlen via gigaom]











