Vernetztes Speichern…

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

… NAS leicht erklärt
In den Haushalten und im SOHO (Small Office Home Office) wachsen die Menge an Daten, die abgespeichert werden immer mehr an. MP3s, Filme Fotos, Dokumente, Sicherheitskopien. Natürlich können diese ganz klassisch auf der Festplatte im Rechner oder auf einer externen Festplatte gespeichert werden, aber da inzwischen der Trend zum Zweitcomputer geht, oder zum Zweit-Netbook und die Freundin oder die Familie auch noch eigene Rechner haben, ist eine USB-Festplatte manchmal sicherlich nicht immer das Mittel zur Wahl. Um die Daten für alle Mitglieder des Haushalts oder des SOHO zur Verfügung zu stellen empfiehlt sich der Einsatz von einem sogenannten Network Attached Storage.
Technisch gesehen ist ein NAS ein selbstständiger Host mit eigenem Betriebssystem, mit welchem die Dateien auf den im Host vorhandenen Festplatten verwaltet werden. Der Anschluss des NAS erfolgt meistens mittels Netzwerkkabel an den DSL-Router, an dem auch die anderen angeschlossenen Computer und Laptops des Netzwerks hängen. Ist der NAS einmal im Netzwerk integriert, so lässt er sich quasi wie eine Festplatte auf einem Computer ansprechen und Dateien können genauso darauf abgelegt werden. Auch von einem anderen Computer des Netzwerks ist der Zugriff einfach möglich. Hier ist aber zu beachten, dass der NAS aus technischen Gründen nicht ganz so schnell wie eine Festplatte ist, gerade beim verschieben von größeren Datenmengen kann es hier zu Verzögerungen kommen.

Das alles hört sich ziemlich kompliziert an, ist aber meistens ganz einfach zu realisieren. Das schwierigste wird es sein, ein passendes NAS aus der Vielzahl der Angebote auszuwählen. Die meisten NAS-Systeme sehen wie ein überdimensionierter Toaster aus, oder wie eine zu groß geratene, externe Festplatte und sie sollten in der Nähe des Routers oder woanders stehen, wo sie leicht zugänglich sind. Und natürlich, muss ein Stromanschluss und eine Kabelverbindung zu einem Router hergestellt werden können. Es gibt NAS mit einer oder mehreren eingebauten Festplatten, oder auch NAS Gehäuse, in die noch selber Festplatten installiert werden müssen. Auch gibt es NAS mit mehreren Festplatten in einem sogenannten RAID-Verbund, hier geht es entweder um den schnelleren Zugriff auf Daten oder auf das sichere Abspeichern von Daten auf zwei getrennten Festplatten. Es wird zwischen RAID 0 (Stripping: Hier werden auf zwei Festplatten die Daten abgespeichert um einen schnellen Zugriff zu erlauben.), RAID 1 (Mirroring: Die Daten werden auf zwei Festplatten abgespeichert, geht eine Festplatte kaputt sind die Daten auf der anderen Festplatte noch erhalten.), RAID 5 (Stripping und Mirroring) und auch noch vielen weiteren RAID-Varianten unterschieden, hier sind aber schon mal die drei wichtigsten aufgeführt.
Steht der NAS einmal zu Hause oder im SOHO, so muss es mit dem beiliegenden Netzwerkkabel an den DSL-Router oder einem Switch angeschlossen werden. Und natürlich benötigt der NAS auch Strom. Dann wird die (meist beiliegende) Konfigurationssoftware gestartet, die Software definiert dann ein Netzlaufwerk im Betriebsystem der Computer, so dass der NAS wie eine Festplatte angesprochen werden kann.

Mittels einer Weboberfläche kann der NAS dann auch noch tiefer gehend konfiguriert werden, wer z.B. Zugriff auf bestimmte Daten zugreifen darf oder ob auch aus der Ferne ein Zugriff auf die Daten des NAS möglich ist oder nicht. Denn das ist auch ganz praktisch. Unterwegs die MP3s hören, die zu Hause auf dem Rechner liegen, oder zugreifen auf ein wichtiges Dokument, dass am heimischen Schreibtisch erstellt worden ist, aber sich nicht auf dem Laptop im Büro befindet, oder einfach die vielen Fotos, die man auch aus der Ferne Freunden und Verwandten zeigen kann – hier sind die Möglichkeiten fast endlos. Der Fernzugriff ist für die Novizen auf diesem Gebiet am Anfang etwas kniffelig, aber wer schon mal etwas von DynDNS gehört hat, der ist schon gut dabei. Meisten unterstützen die NAS-Systeme auch den Nutzer beim Erstellen des Fernzugriffs via FTP. Sind einmal die kleinen Einstieghürden genommen, ist das NAS-System ein treuer (und stummer) Diener im Netzwerk, der sich schnell bezahlt macht.

Nun ist es ja schön, dass die Daten für alle berechtigten Nutzer des Netzwerks zugänglich sind, aber schön wäre es natürlich auch noch, Filme am Fernseher zu schauen oder die MP3s über die heimische Hifi-Anlage ausgegeben zu lassen. Hier kommen sogenannte Streaming-Clients zum Einsatz, die mittels W-LAN oder LAN mit dem Netzwerk verbunden werden und Medien auf den Fernseher oder auf die Hifi-Anlage bringen. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und Geräten, aber die Grundidee bleibt dieselbe.

Fazit: Immer dann wenn der Überblick über Daten verloren gehen könnte oder mehrere Computer eines Netzwerks auf die gleichen Daten zugreifen möchten, dann empfiehlt es sich, über ein NAS nachzudenken. Zum einen sind diese nicht mehr so teuer und zum anderen sind sie inzwischen auch sehr Bedienerfreundlich geworden. Und sollen dann noch Medien vom NAS auf den heimischen Fernseher gebracht werden, dann empfiehlt sich auf jeden Fall ein Streaming Client.

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