Vergleich: Apps unter iOS und Android

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

Hübsch vs. hässlich…
An dieser Stelle soll es nicht um einen Vergleich der Anzahl der Apps in den jeweiligen App-Stores gehen, auch nicht um die Kosten oder um ein anderes beliebiges Thema diesbezüglich aus der Vergangenheit – vielmehr steht im Mittelpunkt dieses Artikel die Wahrnehmung, dass Apps innerhalb des iOS einfach schöner ausschauen und in Bezug zum User-Interface ganzheitlich konsistenter sind als Android-Apps. Denn diese kommen manchmal etwas zu funktional daher und lassen den einen oder anderen Schliff vermissen.
Eine provokante These: Android-Apps sind hässlich und bleiben es!
Wenn ich mir die Apps (und auch Spiele) auf der Android-Plattform (zuletzt beim Nexus S mit Android 2.3 Gingerbread) und gleichzeitig im iOS (iPhone 4 mit iOS 4.3.1) anschaue und direkt miteinander vergleiche, dann kann man (und nicht nur ich) zu dem Schluss kommen, das Android-Apps einfach wesentlich liebloser gestaltet sind und in Gänze betrachtet in ihrer Bedienung schlicht nicht durchgängig konsistent sind. Jetzt könnten natürlich die Kritiker um die Ecke kommen und sagen, dass die Entwickler jede App „aufhübschen“ und mit derselben guten Usability versehen können. Nur, dies wäre eine nette kleine Lüge, die die Wahrheit nicht verdecken kann. Android wird immer das funktionalere Betriebssystem sein, mit Apps die liebloser gestaltet sind, mit einer Benutzerführung, die einem iPhone-User schreiend die Wände hochlaufen lässt. Warum? Wie komme ich zu so einer radikalen Aussage?

Die Erklärung: Mehr Regeln helfen Apple
Apple ist in den Augen vieler ein gnadenloser Herrscher, der letztlich bestimmt was in den eigenen App-Store kommt, was draußen bleibt und wie der Inhalt auszusehen hat. Das mag alles richtig sein, aber diese eiserne Faust bewahrt den User auch vor dem Schrecken eine schlechte App zu erhalten und zu kaufen. iOS-Entwickler bekommen Tools zum erstellen von Apps, sie bekommen Richtlinien an die sie sich halten müssen – und dann gibt es noch die Beschränkungen im Zugang des App-Stores, welche den Entwickler automatisch in die „richtige“ Bahn lenken. Kurzum, entweder man bekommt den Zugang zum Paradies, in dem die vielen Kunden mit Kreditkarten warten, oder eben nicht – so einfach ist das. In Folge gibt es Konsistenz in der Usability, der Kunde weiß, dass diese gewahrt bleibt und ist sich sicher, dass die App genau das macht, für was sie gekauft worden ist.

Der Gegenentwurf: Die freie Welt von Android
In der Android-Welt dagegen ist die Sache nicht ganz so einfach. Hier kann jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen in Sachen Benutzerführung, in Sachen Konsistenz und unter dem Strich hat der Entwickler keine Möglichkeit, die App so zu gestalten, das sie auf allen Android-Geräten gleich gut läuft. Denn die Android-Systemlandschaft ist viel zu sehr fragmentiert, so gibt es bspw. viele verschiedene Bildschirmauflösungen und verschiedene Prozessoren zu beachten. Ebenso nicht zu vernachlässigen sind die mannigfaltigen, unterschiedlichen Versionsnummern von Android. Hinzu kommt die Fragestellung, ob der Smartphone-Hersteller überhaupt noch Updates anbietet oder sein „altes“ Produkt und die dazugehörigen Kunden schlicht und einfach „verhungern“ lässt.

Die Praxis zeigt es deutlich: Schaut man sich einfach mal die momentanen Topgeräte von HTC, Samsung und Motorola an, dann stellt man fest, dass ein jeder seine eigene Oberfläche – über HTC Sense und Touchwiz bis hin zu Motoblur – promotet und entwickelt. Doch nicht nur die Hersteller greifen verstärkt in die Gestaltung des Systems ein, auch die Netzbetreiber vergehen sich daran. Zum Beispiel verbietet AT&T in den USA seinen Kunden, andere Apps als die aus dem Android App-Store zu installieren – die Entwickler, die nicht diesen „offiziellen“ Weg beschreiten, haben einfach Pech. Hinzu kommt, dieses Problem wird sich in Zukunft bei Android nicht vereinfachen, denn dafür wächst Android einfach zu schnell und unkontrolliert.

Fazit
Überspitzt gesagt, kann man folgendes Fazit ziehen: Google hat mit Android etwas Großartiges geschaffen, unterm Strich ein Instrument für mehr Suchanfragen um in diesem Zusammenhang mehr Werbeeinahmen zu generieren. Allerdings wurde zugunsten dieses neuerlichen Wachstums auf Regeln verzichtet, die die Plattform wirklich einzigartig machen könnten.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gepostete Kommentare

Baffy Scorpion 29.03.2011, 14:01 Uhr

Ich finde diesen Vergleich nicht richtig. Es kommt in keinster Weise auf das Aussehen einer App, sondern auf die Funktionalität einer App an. Ich finde, Android ist auf dem Vormarsch. Warum setzen wohl alle neuen Handys und Smartphones auf dieses Betriebssystem. Es ist einfach funktioneller und vor allen Dingen kostengünstiger. Ich nutzte jahrelang ein iPhone und bin umgestiegen auf Android, auf ein HTC Desire HD. An der Performance kann meiner Meinung nach Apple nicht tippen. Android wird das System der Zukunft. Und ich als Entertainer setze auf Innovation.

ml 29.03.2011, 14:13 Uhr

hm, mag ja sein, dass die Apps in Apples Welt schöner und bunter sind - aber sagt das etwas aus? Ich beobachte hier eine gemischte Landschaft, mit Iphone, Android und Blackberry-Nutzern (selbst: Milestone) und kann eines festhalten: die N00bs nutzen das Iphone zum Telefonieren, die Checker das Blackberry zum Telefonieren und Termine / Kontakte verwalten, die Kenner Android für Social Media, Musik und spiele (und zum Telefonieren). Letzteren ist Usability schnuppe...

Yu 29.03.2011, 19:02 Uhr

@ml: Muss ich wiedersprechen. Usability macht viel aus. Ich merks bei mir selbst -- ansich lege ich aufs Erste selbst nur auf Funktionalität wert, aber was verwende ich dann mehr? Bevorzugt die Lösung, sie sich am angenehmsten bedienen lässt (sofern ihr nicht dadurch Funktionen fehlen). Ich bin weiß Gott kein Freund von Apples Ausschluss-Politik, aber sehr wohl ein Freund von homogenen Plattformen. Für das Design ist Apples Politik definitiv ein Segen, und das wirkt sich dann auch positiv auf das Nutzungserlebnis aus. Leider nicht auf meines, weil ich mir so Gängeleien wie bewusste Beschneidung der Datenaustauschmöglichkeiten und das verbieten der Installation eigener Programme einfach nicht gefallen ließe. Aber von einem offiziellen Appstore würde ich mir Qualitätskontrolle doch irgendwie erwarten (Design gerne, wichtiger aber noch wäre der Ausschluss von Schadsoftware oder illegalen Kopien der Software Dritter). Wie gesagt, ich unterscheide da streng zwischen "Darf NUR kontrollierte Apps installieren" und "Mir werden vom Marktplatz nur kontrollierte Apps angeboten". Letzteres wäre meine Wunschvorstellung, die aber weder Google (mangelnde Kontrolle) noch Apple (an Zensur grenzende Kontrolle) realisiert.

MysteriousDiary 05.04.2011, 16:51 Uhr

Was mich bei vielen iPhone Apps stören würde ist diese dicke Bedienleiste am Rand - diese raubt einfach zu viel Fläche vom eh schon kleinen Display. Leider haben diese, auf Grund des einheitlichen Designs, dann auch sehr viele. Von daher finde ich Android Apps in der Usability häufig deutlich angenehmer - es nutzt die Fläche vorhandene Fläche einfach besser aus. Hinzu kommt das ein Bedienkonzept auch abhängig von der jeweiligen App und deren Nutzung sein sollte, nicht von irgendwelchen Vorgaben. Bei einem Feed Reader erwarte ich z.B. ein völlig anderes Bedienkonzept als bei einer Geo App oder einer Stoppuhr. Häufig ist sind die iPhone Apps halt auch nicht so toll, dies zeigten in der Vergangenheit so einigei Ports die leider regelrecht in einer 1:1 Variante für Android published wurden. Ein Beispiel wäre die offizielle Geocaching App von Groundspeak. Als sie damals kostenpflichtig für Android erschien hatte sie von beginn an schon kaum eine Chance. Sie sah zwar schick aus, konnte vom Funktionsumfang und der Bedienung aber nicht einmal ansatzweise mit derer von freien Geocaching Applikationen mithalten. Ein weiteres Beispiel aus jüngster Zeit ist Wunderlist. Für Apple total gehyped, unter Android aber ein totaler Flop weil es nicht einmal die Grundfunktionen bietet die man als Android Nutzer gewohnt ist. Meiner Meinung nach bieten Android Apps häufig einfach einen deutlich größeren Funktionsumfang und dadurch auch einen größeren Mehrwehrt. Gerade dies wird auch ermöglicht weil die UI von Android dem Entwickler mehr Möglichkeiten und Freiheiten bietet diese sinnvoll zu integrieren. Wobei ich nicht sagen möchte das eines besser ist als das andere - letztendlich bedient es halt 2 völlig unterschiedliche Zielgruppen und es gut das beide ausreichend bedient werden. Letztendlich ist die Überschrift völlig irreführend. Ich hätte einen 1:1 Vergleichn von iOS und Android Apps erwartet, auch inklusive der Preisgestaltung. Statt dessen war es nur eine subjektive Meinung welche die meisten Leser inzwischen schon in und auswendig kennen mit Aspekten (Fragmentierung) die überhaupt nichts mit den Apps zu tun haben.

Icke 06.04.2011, 15:26 Uhr

Da ist was wahres dran, daher bin ich nach einem Jahr Android (HTC Legend) auch zum WP7 Lager (Samsung Omnia 7) übergelaufen. Einfach konsistenter und durchdachter, auch wenn noch vieles fehlt, und sei es eine "Wollen Sie diese E-Mail wirklich löschen?" Abfrage... Das "originale" Android kenne ich vom Archos 101 - und das ist nochmal ne ganze Ecke unter dem HTC-Sense Aufsatz, optisch echt zum weglaufen. Ein Grund, warum ich dort keine E-Mails bearbeite - es gibt keine App, bei man danach nicht ne Augentherapie bräuchte! ;)

News & Trends

von Maria Klipphahn

Kühlboxen von Igloo: Der Sommer-Allrounder für unterwegs

News & Trends

von Maria Klipphahn

Gaming-Sale: Hardware-Schnäppchen von Monitor bis Notebook

News & Trends

von Maria Klipphahn

Das war die 2024 Super Bowl Watch Party in Berlin

News & Trends

von Maria Klipphahn

Gaming-Power mit Extra-Service? Was Tulpar von anderen Herstellern unterscheidet

News & Trends

von Maria Klipphahn

Verblüffend realistisch: Diese Technik-Neuheiten machen Zocken noch immersiver

News & Trends

von Maria Klipphahn

Bester Laptop für Studenten? Günstige Notebooks & Co. für deinen Uni-Alltag

News & Trends

von Maria Klipphahn

Neue Festplatten von Synology: Das sind die Vorteile der HDD Plus-Speicher

News & Trends

von Maria Klipphahn

Unsere Top 5 Technik-Tipps für immersives Gaming

News & Trends

von Maria Klipphahn

Die IFA 2023 ist da! Diese Technik-Highlights solltet ihr nicht verpassen