Vergleich: Apps unter iOS und Android
Hübsch vs. hässlich…
An dieser Stelle soll es nicht um einen Vergleich der Anzahl der Apps in den jeweiligen App-Stores gehen, auch nicht um die Kosten oder um ein anderes beliebiges Thema diesbezüglich aus der Vergangenheit – vielmehr steht im Mittelpunkt dieses Artikel die Wahrnehmung, dass Apps innerhalb des iOS einfach schöner ausschauen und in Bezug zum User-Interface ganzheitlich konsistenter sind als Android-Apps. Denn diese kommen manchmal etwas zu funktional daher und lassen den einen oder anderen Schliff vermissen.
Eine provokante These: Android-Apps sind hässlich und bleiben es!
Wenn ich mir die Apps (und auch Spiele) auf der Android-Plattform (zuletzt beim Nexus S mit Android 2.3 Gingerbread) und gleichzeitig im iOS (iPhone 4 mit iOS 4.3.1) anschaue und direkt miteinander vergleiche, dann kann man (und nicht nur ich) zu dem Schluss kommen, das Android-Apps einfach wesentlich liebloser gestaltet sind und in Gänze betrachtet in ihrer Bedienung schlicht nicht durchgängig konsistent sind. Jetzt könnten natürlich die Kritiker um die Ecke kommen und sagen, dass die Entwickler jede App „aufhübschen“ und mit derselben guten Usability versehen können. Nur, dies wäre eine nette kleine Lüge, die die Wahrheit nicht verdecken kann. Android wird immer das funktionalere Betriebssystem sein, mit Apps die liebloser gestaltet sind, mit einer Benutzerführung, die einem iPhone-User schreiend die Wände hochlaufen lässt. Warum? Wie komme ich zu so einer radikalen Aussage?
Die Erklärung: Mehr Regeln helfen Apple
Apple ist in den Augen vieler ein gnadenloser Herrscher, der letztlich bestimmt was in den eigenen App-Store kommt, was draußen bleibt und wie der Inhalt auszusehen hat. Das mag alles richtig sein, aber diese eiserne Faust bewahrt den User auch vor dem Schrecken eine schlechte App zu erhalten und zu kaufen. iOS-Entwickler bekommen Tools zum erstellen von Apps, sie bekommen Richtlinien an die sie sich halten müssen – und dann gibt es noch die Beschränkungen im Zugang des App-Stores, welche den Entwickler automatisch in die „richtige“ Bahn lenken. Kurzum, entweder man bekommt den Zugang zum Paradies, in dem die vielen Kunden mit Kreditkarten warten, oder eben nicht – so einfach ist das. In Folge gibt es Konsistenz in der Usability, der Kunde weiß, dass diese gewahrt bleibt und ist sich sicher, dass die App genau das macht, für was sie gekauft worden ist.
Der Gegenentwurf: Die freie Welt von Android
In der Android-Welt dagegen ist die Sache nicht ganz so einfach. Hier kann jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochen in Sachen Benutzerführung, in Sachen Konsistenz und unter dem Strich hat der Entwickler keine Möglichkeit, die App so zu gestalten, das sie auf allen Android-Geräten gleich gut läuft. Denn die Android-Systemlandschaft ist viel zu sehr fragmentiert, so gibt es bspw. viele verschiedene Bildschirmauflösungen und verschiedene Prozessoren zu beachten. Ebenso nicht zu vernachlässigen sind die mannigfaltigen, unterschiedlichen Versionsnummern von Android. Hinzu kommt die Fragestellung, ob der Smartphone-Hersteller überhaupt noch Updates anbietet oder sein „altes“ Produkt und die dazugehörigen Kunden schlicht und einfach „verhungern“ lässt.
Die Praxis zeigt es deutlich: Schaut man sich einfach mal die momentanen Topgeräte von HTC, Samsung und Motorola an, dann stellt man fest, dass ein jeder seine eigene Oberfläche – über HTC Sense und Touchwiz bis hin zu Motoblur – promotet und entwickelt. Doch nicht nur die Hersteller greifen verstärkt in die Gestaltung des Systems ein, auch die Netzbetreiber vergehen sich daran. Zum Beispiel verbietet AT&T in den USA seinen Kunden, andere Apps als die aus dem Android App-Store zu installieren – die Entwickler, die nicht diesen „offiziellen“ Weg beschreiten, haben einfach Pech. Hinzu kommt, dieses Problem wird sich in Zukunft bei Android nicht vereinfachen, denn dafür wächst Android einfach zu schnell und unkontrolliert.
Fazit
Überspitzt gesagt, kann man folgendes Fazit ziehen: Google hat mit Android etwas Großartiges geschaffen, unterm Strich ein Instrument für mehr Suchanfragen um in diesem Zusammenhang mehr Werbeeinahmen zu generieren. Allerdings wurde zugunsten dieses neuerlichen Wachstums auf Regeln verzichtet, die die Plattform wirklich einzigartig machen könnten.








